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Ameisenbaer 
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...   Erstellt am 14.05.2005 - 23:16Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Beim Bau des Kleinbahnhofs Lüneburg Süd der 1913 eröffneten Kleinbahn Lüneburg - Soltau konnte auf den Staatsbahnanschluß der Lüneburger Wachsbleiche (später Chemische Werke LW Fuller) und der Saline zurückgegriffen werden.

Wie die topographische Karte von 1903 zeigt, wurden beide Industrieunternehmen über ein gemeinsames Anschlußgleis von der Westseite des preußischen Staatsbahnhofs und eine eigene Brücke über die Ilmenau an das Bahnnetz angeschlossen. Von der Roten Bleiche verlief das Gleis durch das Rote Feld (etwa zur heutigen Uelzener Straße - Ecke Kefersteinstr.) zum Gelände der Saline. Von dort gab es eine Werkbahn zum Steinbruch am Kalkberg. Dokumente aus dieser Zeit zeigt das Lüneburger Salzmuseum.



Die heutige Anschlußrampe der OHE in Lüneburg Süd zur DB muß der Rest dieser Vorläuferbahn sein. Offenbar ist die bis um 1980 bestehende Anschlußbahn der Saline zum OHE-Bahnhof Lüneburg-Kurpark zusammen mit der Kleinbahn erst später gebaut worden. Zugleich muß auch das Gleis durch das Rote Feld aufgegeben worden sein.

Die heutige DB-Bahnhofswestseite ist der Rest des 1870 von der privaten Berlin-Hamburger Eisenbahngesellschaft erbauten Bahnhofs der Strecke von (Berlin-) Wittenberge über Dömitz und Dannenberg nach Lüneburg mit Anschluß nach Buchholz (und Bremen). Daher trägt der Bahnhof Lüneburg Süd bis heute die Straßenbezeichnung 'An der Wittenberger Bahn', obwohl die Strecke seit 1945 in Dannenberg endet.

[Dieser Beitrag wurde am 15.05.2005 - 13:29 von Ameisenbaer aktualisiert]




Ameisenbaer 
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...   Erstellt am 21.05.2005 - 11:15Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


WIe sehr sich die Anbindung der Lüneburger Industriebahnen mit dem Bau der Kleinbahn Lüneburg-Soltau geändert haben, zeigt die Karte von 1920.



Die Strecke Lüneburg-Soltau besitzt bereits ihren heutigen Verlauf. Die Zuführung zur Lüneburger Wachsbleiche besteht noch, wurde aber vom Anschlußgleis der Saline getrennt. Nachdem das Gleis durch das Rote Feld aufgegeben wurde, erfolgt die Versorgung der Saline bis ca. 1980 über Lüneburg-Kurpark.




Gert 
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...   Erstellt am 14.08.2005 - 13:43Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


12. Mai 1905
Amelinghausen - Am Dienstag fand eine Versammlung zwecks Beratung über eine zu bauende Bahn Salzhausen-Munster statt. Der Vorsitzende der Versammlung hob hervor, dass die Bahn auch für die Nachbarkreise Winsen, Soltau und Uelzen von größter Wichtigkeit sei.
(Quelle: Böhme-Zeitung)
Gert




Ameisenbaer 
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...   Erstellt am 28.08.2005 - 14:52Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Weder die geplante Kleinbahn Salzhausen - Amelinghausen - Munster noch die Verlängerung der Bleckeder Kleinbahn als Schmalspurstrecke (750 mm) Lüneburg - Amelinghausen - Munster sind jemals über Vermessungsarbeiten hinaus gekommen.




Ameisenbaer 
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...   Erstellt am 09.09.2005 - 22:23Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Nur ein Jahr nach der Eröffnung der Kleinbahn Lüneburg - Soltau im Jahre 1913 brach der 1. Weltkrieg aus. Der nachstehende Fahrplan stammt maus dem Winter 1915, dem Beginn des 2. Kriegsjahres.





Rationierungen und Betriebseinschränkungen gab es offenbar erst in den folgenden Jahren. Auffällig ist, daß die Schülerzüge am frühen Morgen fehlen. Es war damals weitgehend üblich, daß Schüler aus dem Landkreis in Lüneburg 'in Pension' waren und nur am Wochenende nach Hause fuhren.




Grubert 
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...   Erstellt am 09.09.2005 - 22:58Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Moin,
zu den Schülerzügen:

Ja, Schüler waren damals üblicherweise in Pension bzw. unter Aufsicht untergebracht, in Schulnähe einquartiert.
Andererseits war die Zahl der Familien die sich diese luxeriöse Beschulung ihrer Sprösslinge (die Mädels spielten noch keine Rolle)leisten konnte auch sehr gering!

Ich habe da leider keine genauen Zahlen, aber JoJo und Krähenpenne (sorry, Johanneum und Wilhelm Raabe-Schule) müssten doch belegen können wo ihre Schüler herkamen.

@ameisenbear, wenn du da mehr weisst nur her damit, das ist sicher hoch interessant.

Viele Grüße
Grubert

p.s. leider im Bezug auf Carze noch keine Vortschritte! - ich bleibe aber dran!





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Ameisenbaer 
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...   Erstellt am 09.09.2005 - 23:35Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Weiterführende Schulen waren tatsächlich teuer: Aber die Pension bei irgendeiner Witwe in Lüneburg, in deren Hinterzimmer während der Schulzeit mehrere halbwüchsige Schüler wohnten, war immer noch billiger als tägliche Kleinbahnfahrten. Am Wochenende (erst ab Sonnabendmittag!) waren auch das Fahrrad (wenn vorhanden) oder Schusters Rappen günstiger als die Kleinbahn.

'Billiger' wurden die Pensionen zynischerweise nach dem 1. Weltkrieg, weil viele 'Kriegerwitwen' sich durch eine Schülerpension etwas dazu verdienen mußten.

Wieviele Fahrschüler es gegeben hat, wird kaum noch festzustellen sein, weil ja die letzten Zeitzeugen inzwischen verstorben sind und wohl kaum jemand darüber Buch geführt hat - vielleicht findest Du im Archiv ja noch irgendeinen Hinweis.

Am Johanneum gab es aber auch schon vor dem 1. Weltkrieg einen höheren Anteil von Schülern aus dem Landkreis. In der Chronik von 1906 (500 Jahre JoJo - demnächst können die noch einen Hunderter drauflegen!) habe ich mal eine Schülerliste gesehen, die bei vielen Schülern Wohnorte aus dem Landkreis angab. Wie hoch der Anteil von 'Landeiern' aber wirklich war, weiß ich nicht.

Auf jeden Fall hatte die Kleinbahn LG-SOL keine frühen Züge, mit denen man rechtzeitig zur Schule nach Lüneburg kommen konnte. Erst in den späteren Fahrplänen sind solche Verbindungen ausgewiesen. In den Fahrplänen der Staatsbahn sind dagegen schon vor dem 1. Weltkrieg 'Schülerzüge' mit dem Zusatz 'Nur an Schultagen' verzeichnet.




Grubert 
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...   Erstellt am 13.12.2005 - 20:28Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Moin,
habe heute im Archiv in Lüneburg diese wunderschöne Karte von 1909 ausgegraben. Alle oben beschriebenen Änderungen sind in einem Blatt eingezeichnet.

Zur Ziegelei bestand auch ein Anschluß? (Pfeil)



Quelle Archiv Landkreis Lüneburg

Gruß Grubert





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Ameisenbaer 
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...   Erstellt am 14.12.2005 - 00:11Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen



Das ist wieder Mal ein sehr interessanter Fund !

Das Gelände der Ziegelei entspricht dem heutigen MTV-Sportplatz.

Östlich der Uelzener Straße (Bahnhof Kurpark) bis zur heutigen Willy-Brandt-Straße verläuft die Bahn weitgehend auf einem Damm. Wenn es einen Anschluß gegeben hat, müßten dort noch Reste einer Rampe sichtbar sein. Allerdings ist mir von einem Anschlußgleis der Ziegelei nichts bekannt, in anderen Karten finden sich keine Hinweise.






Grubert 
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...   Erstellt am 14.12.2005 - 11:27Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Moin,
ich glaube, daß da nur ein "Farbausrutscher" bzw. Schmierfleck in der Karte ist.

Ein Anschlußgleis würde ja dann quer durch die alte Lehmgrube geführt haben - das glaube ich nicht!

Also:
Sorry, Leute Anschlußgleis Ziegelei war eine Ente.

Gruß Grubert

[Dieser Beitrag wurde am 14.12.2005 - 11:27 von Grubert aktualisiert]





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