Dungeonmaster ~~~~~~~~~~

Status: Offline Registriert seit: 25.06.2005 Beiträge: 923 Nachricht senden | Erstellt am 05.03.2006 - 23:41 |  |
Ein Gasthaus am Hafen von Westgate nach Anbruch der Dunkelheit. Im Schankraum liegt in einer dreckigen Ecke das alte Aussenschild, auf dem noch "The Gentleman Inn" zu lesen ist. Draussen schwingt langsam im Wind das neue, das die neuen Besetzer des Hauses, die Nightmask, jetzt aufgehängt haben. Auf ihm ist der neue Name des Gasthofs zu lesen: "Zum glorreichen Zwielicht".
Im Konferenzzimmer, vor dem noch vor kurzen die großen Coups der schwarzen Hand geplant wurden, betrachtet eine große Gestalt einen Haufen von Dokumenten, zusammengetragenen Schätzen, Waffen und anderen Fundstücken. Er ist in Westgate nur als "Ritter des Zwielichts" bekannt. Er trägt eine Vollplattenrüstung aus schwarzem Stahl, von der eine grauer Feldmarschal Umhang hängt, die ihm nur bis zu den Knien reicht. Sein Helm hat ein Vollvisier, das er nie in der Gegenwart von Untergebenen öffnet. Die Augenpartie des Visiers ist einer Dominomaske nachempfunden - ein Zugeständnis an seine Herren der Nacht, die die Unterwelt von Westgate regieren.
"Mehr ist das nicht? Das ist ja lächerlich." höhnt der dunkle Ritter als er mit seinem Schwert, aus dem Schlieren aus lebendigen Schatten tanzen, in den gesammelten Fundstücken aus dem ehemaligen Hauptquartier stochert. Er schätzt den Wert aller Gegenstände auf ca. 100.000. "Zuwenig." knurrt er.
"Sir.." entschuldigt sich eine Stimme hinter ihm. Ein Zwerg, der eine Dominomaske trägt, hat das Konferenzzimmer betreten und hält seinem dunklen Herrn unterwürfig einen seltsam geformten Panzerhelm hin, der auf den Kopf eines Reptils statt eines Humanoiden passen würde.
"Was ist mit der untoten Yuanti?" tönt es blechern hinter dem Stahlvisier des Ritters.
"Unsere Kleriker haben sie unter Ihre Kontrolle gebracht." ist die Antwort des Zwergs. "Aber sie hat einen von uns das Leben gekostet."
Unberührt antwortet sein Herr: "Wir haben die Yuanti. Das ist doch schon etwas. Sonst irgendetwas?"
"Das Labor im unteren Stockwerk haben wir sichergestellt. Es wird uns von grossem Nutzen sein. Wir haben eine weitere Person verloren, als sie ebenfalls zu Stein wurde, als sie eines der Zimmer öffnete. Hartnäckige Falle daran. Die Schatzkammer aufzubrechen war da nicht so schwer. Da war bereits eine der heftigeren Fallen deaktiviert - hat es einfacher gemacht. Wir haben noch einen Shar Gebetsschrein gefunden, jede Mange Waffen, halbfertige Gifte und eine Giftübersicht, die seltsame Schreie von sich gibt und noch anderen magischen Kram. Wir haben in dem Zimmer, wo es so verbrannt riecht und das Diebeswerkzeug eingelagert war jede Menge alchemistische und mechanische Dinge gefunden. Wir müssen aber noch herausfinden was das alles ist. Ausserdem noch.... ach ja, die alte Vettel Johanna hockt ganz unten in einem Käfig und wimmert. Den kleinen Halbork haben wir mit dazugesteckt. Den geheimen Tunnel zu dem anderen Lagerhaus lassen wir streng bewachen. Bisher ist aber kein anderer der schwarzen Hand dort aufgetaucht. Die haben bestimmt irgendein Alarmzeichen gegeben. Die Mitglieder scheinen sich von ihrem Gildenhaus fern zu halten. Hat sich bestimmt schon rumgesprochen."
"Was ist mit dem Gnom?"
Bevor der Zwerg antworten kann betritt hinter ihm ein weiterer Vorgesetzter in der Nightmask-Hierarchie den Raum. Als der Zwerg ihn trotz dessen Dominomaske als den Vampir erkennt, den man "Count of Storms" nennt, verbeugt er sich ehrfürchtig vor dem Neuankömmling. Der Count deutet dem Zwerg das Zimmer verlassen, was dieser auch prompt ohne weiteres zögern tut die Tür hinter sich schliessend.
"Was ist mit den Köpfen der schwarzen Hand? Die Spezialisten?" fragt der Ritter des Zwielichts ihn.
Der Count lächelt breit und seine spitzen Vampireckzähne blitzen dabei auf. "Die meisten waren leider bei unserer Übernahme über die Stadt verstreut. Wir haben nur den Großteil der Lakaien erwischt. Vier der Tölpel habe ich in der Gestalt ihres Gildenmeisters Amurayi auf eine Todesmission geschickt. Da sind sie aber nicht aufgetaucht." Der Count verzeiht etwas verlegen das Gesicht. "Sie scheinen wohl etwas gewittert zu haben. Der Kern der schwarzen Hand ist aber zerschlagen. Es ist vorbei!"
Der Ritter antwortet darauf nicht. Er betrachtet nachdenklich die Beutestücke, die aus allen Räumen der ehemaligen Diebesgilde zusammengetragen wurden.
"Ihr irrt euch, verehrter Draegan Guldar."
Der Count zuckt über die Respektlosigkeit zusammen seinen wahren Namen während einer Operation zu nennen. "Wie könnt Ihr es wagen?" zischt er den dunklen Ritter an und schaut hastig zurück zur Tür um sicher zu gehen, dass niemand sie gehört hat.
Das aufbrausende Gehabe des Count ignorierend fährt sein Gegenüber unbeirrt fort: "Wir haben Amurayi in unserer Gefangenschaft. Das Bordell der Truppe und das Schiff, die Black Onyx, brennen und die Zahl der Toten unter unseren Gegnern ist beachtlich. Aber es ist noch nicht vorbei."
Er hebt sein Schwert, führt es langsam entlang des Regals im Konferenzzimmer und wirft dabei eine Trophäe nach der anderen zu Boden, die die schwarze Hand gesammelt hat. Bei der letzten in der Reihe, der kopflosen Statue des Königs Verovan, hält er kurz inne. Dann schlägt sie wütend mit einem Hieb in kleine Stücke.
"Solange noch diejenigen, die dafür verantwortlich sind, dass wir herbe Verluste einfahren mussten, am Leben sind, ist es noch nicht vorbei. Der Krieg in den Schatten hat gerade erst begonnen."
[Dieser Beitrag wurde am 06.03.2006 - 02:12 von Dungeonmaster aktualisiert]
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Simon  Schreiber Level 8
  

Status: Offline Registriert seit: 27.06.2005 Beiträge: 307 Nachricht senden | Erstellt am 15.03.2006 - 21:25 |  |
"Da hinten ist er !"
Die Rufe der schwer atmenden Stadtwache fanden ein schnelles Echo, als zwei kräftig gebaute Burschen mit gezückten Schwertern in die kleine Gasse einbogen, und sich stampfend und pustend vor Anstrengung dem ersten Wachsoldaten näherten.
Über den aus festgestretener Erde bestehenden Boden der schmutzigen Sackgasse kamen die Drei Männer mit einem gehässigen Grinsen auf den dunkelhaarigen Halbling zu, der sich gehetzt nach allen Seiten umschaute !. Über seiner Schulter hing der hastig festgezurrte schwarze Sack, aus dessen Öffnung oben noch der Fuß eines silbernen Kerzenleuchters herausragte, und sein Gesicht war mit einer schwarzen Tuchmaske verdeckt, durch die nur seine hellblauen Augen zu sehen waren.
Jene Augen blickten sich nun gehetzt nach allen Seiten um, flitzten zu den unüberwindbar hohen Wänden, und den verschlossenen Türen, an denen seine kleine Hand eben noch erfolglos gerüttelt hatte.
Warum zur Hölle hatte er sich nie intensiver mit der Kunst des Schlösseröffnens beschäftigt ? Es schien nun also der Tag gekommen von dem sein Lehrmeister Simon immer gesprochen hatte : Der Tag an dem euch ein Dietrich das Leben retten könnte.
Könnte !
Klar hatte Mickey Dietriche dabei, und die lagen auch gut verstaut in seinem Sack. Ganz unten, unter dem Kerzenständer, unter der kleinen Jadestatue und vor allem unter der Schwarzen Tarndecke die er extra dabeihatte. Aussichtslos da schnell genug dranzukommen.
Die 3 Stadtgardisten bildeten nun eine geschlossene Front zwischen ihm und dem einzigen Ausweg.
Es waren die übelsten Gesellen die Westgates Schutzmacht zu bieten hatte, und aus den stummelbezahnten Mündern drang der faulige Geruch von Kohlsuppe und Zwiebeln zu ihm, als die Männer ihre sichere Beute angrinsten :
"Na Kleiner, ich glaube heute haben wir uns eine Beförderung verdient... einen Dieb gefasst wie er mit der Beute fliehen wollte... wie gut dass wir ihn auf der Flucht erschlagen konnten, den Hund !"
Lautes Gelächter liess Mickey das Blut in den Adern gefrieren. Sie wollten ihn töten. Er würde nun hier sterben, hier in dieser Gasse.
Mickeys Beine gaben ein wenig nach. Er war erschöpft - die erste Stadtwache hatte er noch überlisten können, zwei weitere hatte er mit geschickten Manövern umlaufen können die einem Kunstturner zu Ehre gereicht hätten, und einen vierten hatte er schliesslich sogar im Kampfrausch erschlagen... doch dann war er, völlig ausgelaugt, diesen dreien in die Arme gelaufen.
Sollte es so enden ?
Er stand nun mit dem Rücken zur dunkelbraunen Steinwand des Hinterhauses, und seine Häscher waren auf Armeslänge an ihn heran, als er aus den Augenwinkeln plötzlich einen Schatten sah. Gerade wollte der eine der Stadtgardisten Mickey am Kragen packen, da wurde es urplötzlich stockfinster, so dass auch Mickey nicht mehr die Hand vor Augen sehen konnte.
Ängstlich kauerte er am Boden, als vor und neben ihm plötzlich das Geräusch von Schwertern die aus ihrer Scheide gezogen werden, ein gurgelndes Röcheln, und verzweifelte Schreie aus den Kehlen zu hören waren, die ihn eben noch verlacht hatten. Mickey hörte den widerliche Klang von Stahl der in Fleisch einfährt, von einer Klinge die Haut und Organe zerschnitt und sich mit hässlichem Schaben durch Rippenknochen schob.
Die Schreie brachen ab, ein Körper fiel auf ihn, etwas schweres streifte seinen Kopf - dann war es mit einem Mal wieder totenstill.
Mickey hockte an die Wand gepresst, den Sack mit der Beute auf dem Schoss umklammert und mit weitaufgerissenen Augen, als sich die Schwärze langsam lichtete, und einem seltsamen dunklen Nebel Platz machte, der zumindest eine Ahnung von Restlicht in der Gasse zuließ.
Aus der Dunkelheit vor ihm schälte sich die Silhoutte einer Gestalt, die mit ruhigen Schritten auf ihn zutrat... die Gestalt war komplett schwarz, und Mickey konnte in seinen seltsamen großen Händen jeweils ein Kurzschwert oder einen Dolch erkennen die sanft magisch glühten, nun aber verloschen. Die Gestalt sprach mit dunkler Stimme die keine Spur jeglicher Anstrengung erkennen liess, und Mickey konnte vage die vertrauten und doch so unmenschlichen Gesichtszüge seines dämonischen Lehrmeisters erkennen, als er sich nun immer noch zitternd an die schmutzige Ziegelsteinwand presste.
Der entartete Tiefling steckte in einer schnellen fliessenden Bewegung seine Waffen weg, und zog die schwere schwarze Stoffmaske vom Gesicht :"Ist dir kalt mickey ... ? du zitterst ja !"
Seine Ölige Stimme strafte die vorgeblich fürsorglichen Worte Lügen, und Mickeys Todesangst vor seinen Häschern wandelte sich nahtlos in Todesangst vor seinem ehemaligen Lehrmeister : Was wenn der scheußliche Tiefling ihn verdächtigte zu den Nightmask übergeaufen zu sein, wie es einige andere getan hatten, nachdem die schwarze Hand und alle ihre Dependancen in einem einzigen Schlag vernichtet worden waren ?
"Herr , ich... ich... ich war nicht bei den Nightmask. Ich schwöre es, bei Mask, es ist wahr. Ich wusste nur nicht wo ich euch finden kann, und ich musste ja Geld bekommen.. bitte - so glaubt mir doch !"
sein Blick fiel auf die Reißzähne im Maul der niederhöllischen Kreatur , die einst einem Mensch geähnelt hatte, und die nun mit diesem Maul versuchte zu lächeln.
Es kam nur eine Grimasse dabei heraus, und Mickey fragte sich ob er sich nicht doch hätte von den Wachen erschlagen lassen sollen, dann wäre es wenigstens schnell vorbei gewesen.
"Du kannst froh sein dass ich dich gefunden habe , Mickey" der Halbling hasste die Art wie Simon seinen Namen aussprach, denn es erinnert ihn immer an das Knurren eines Raubtieres. "Sonst wäre dir hier noch etwas zugestossen."
Mickey versuchte vergeblich in der Wand zu versinken, das Blut pochte in seinen Schläfen. Einmal hatte er gesehen wie Simon einen Gegner mit den bloßen Händen, die eher Klauen waren, zerissen hatte, und unter den Jungdieben der Gilde hatte sich einst hartnäckig das Gerücht gehalten, er habe einem Wachmann bei lebendigem Leibe das Herz mit der bloßen Hand aus dem Leibe gerissen !
Ein leichter Wind kam auf, und in der kurzen Stille zwischen den ungleichen Männern konnte Mickey sehen wie Simon ihn musterte.
"Du trägst noch immer unsere Maske, wie ich sehe" Die Stimme des Tieflings war nun deutlich ruhiger, und etwas von der drohenden Spannung die die beiden umgeben hatte löste sich. Auch Mickey gestattete sich kurz durchzuatmen, offenbar hatte er eine Chance hier lebend herauszukommen :"Nun , es war eine gute Maske Herr..."
Das stimmte sogar gleich in zweierlei Hisicht ; zum einen war die Maske aus stabilem und rutschfestem Stoff geschneidert, und sass wirklich exzellent, zum anderen hatte er bei der schwarzen Hand das meiste gelernt was er wusste.
Er hatte den Gebrauch mit seinem großen Schwert geübt, hatte gelernt wie man sich schnell und flink im Kampf bewegte, und hatte sogar bei Albinorath einige Zaubertricks aufgeschnappt.
Ruhe kehrte wieder für einen kurzen Augenblick ein, und Mickey wunderte sich nun zum ersten Mal darüber dass niemand mehr in die Gasse kam - hatte niemand die Wachen schreien hören ?
"Nun Mickey, ich denke diese kleine Begebenheit hier hat dir gezeigt wo dein Platz sein sollte..."
Simon ließ den Satz in der Luft hängen, und nahm einem der toten Gardisten eine silberne Halskette ab, die er nach kurzer Betrachtung dem Halbling zuwarf :"In dieser Stadt gibt es wenig Chancen für Diebe die alleine arbeiten."
Mickey zögerte nicht lange :"Gut... ja.. klar, aber .... aber wo soll ich hingehen, wo kann ich euch treffen... wir brauchen Ausrüstung, und einen Hehler..."
Das offenkundig zufriedene Grinsen des Tieflings unterbrach seinen Redeschwall :
" Ich sehe schon, du hast verstanden worum es geht. Tauch ersteinmal unter, und versuche herauszufinden wer nicht übergelaufen ist.. sammle ein paar unserer Leute, und haltet euch bedeckt. Ich werde auf dich zukommen wenn es soweit ist !"
Dann wallte mit einem Male wieder Schwärze auf, und als sie verschwunden war stand Mickey mit seinem Beutesack und der silbernen Kette alleine in der trüben Gasse.
Und vor ihm die drei Leichen, deren blutleere Augen noch erschreckt in den Himmel starrten, als blickten sie noch immer auf das Grauen welches zwischen sie gefahren war, und ihnen das Leben genommen hatte.
Signatur grüße, Sascha (einstmals mit dem Char "Simon" in Westgate bekannt) |
Thurel  Schreiber Level 7
 

Status: Offline Registriert seit: 05.07.2005 Beiträge: 255 Nachricht senden | Erstellt am 18.03.2006 - 04:29 |  |
Timmy blickte sich noch einmal hektisch um, ob ihm auch wirklich niemand gefolgt war. Er hatte diese Nacht gute Beute gemacht - einige Geldbeutel in der Taverne und ein paar gut erhaltene Einrichtungsgegenstände auf seinem Streifzug. Irgendwie hatte er nun allerdings das ungute Gefühl, er würde verfolgt, konnte aber niemanden feststellen. Also suchte er sich einen kleinen Vorbau, der das leichte Mondlicht in dieser Halbmondnacht gänzlich abschirmte. In seinem Schwarzen Anzug und mit dem schwarzen Tuch vor dem Gesicht war er nun nicht mehr zu erkennen. In der Kunst des Verschmelzens mit den Schatten war er trotz seiner relativen Unerfahrenheit sehr geübt - das brauchte er auch zum Überleben, denn Kämpfen war nicht unbedingt sein Metier. Schon unzählige male hatte er die Stadtwachen direkt vor ihrer Nase bestohlen oder war unter ihren Augen einfach verschwunden. Auch Worte zählte Timmy schon seit seiner Jugend zu seinen Freunden und er war schon mit so mancher Lüge davongekommen. Doch aus Kämpfen ist er stets geflüchtet.
Nachdem er nach einer Weile mit den Schatten förmlich verschmolzen war, sich aber nichts weiter regte, bewegte er sich langsam und vorsichtig weiter - stets in der Deckung der Schatten. Nach ein paar Minuten war er in dem kleinen Unterschlupf angekommen, den er für diese Woche als Stützpunkt nutzte. Der Keller eines alten, verlassenen Hauses in einem der schlimmeren Viertel Westgates. Die einzigen Mitbewohner waren hier Ratten und Kellerasseln, doch das war wohl das kleinere Übel, gegenüber den Stadtwachen und den Nightmask. Vor ein paar Tage war er sogar einem kleinen Einbruchstrupp von Nightmasks in die Arme gelaufen, als sie in die selbe Wohnung einsteigen wollten. Glücklicherweise waren diese Anfänger nicht besonders helle und kauften ihm die Story ab, dass er auch zu den Nightmask gehöre (eine Dominomaske zur Sicherheit mit sich zu führen zahlt sich aus) und sich wohl in der Adresse geirrt hat - weswegen er natürlich auch seine Kollegen verfehlt hat.
"Endlich", dachte er, "endlich wieder in Sicherheit", als er die kleine Falltür, die direkt zu seinem Keller führte, erreichte. Als er sie grade leise öffnen wollte, merkte er, dass das kleine Blatt, dass er beim verlassen wie zufällig in die Tür eingeklemmt hatte, fehlte - jemand war hier gewesen. Nur einen Augenblick später hörte er hinter sich auch schon das leichte abfedern von einigen Paaren geschickter Füße, die grade nach einem Sprung gelandet waren. "Verdammt" dachte er bei sich, "eine Falle". Als er sich umblickte, war er bereits von 5-6 Nightmask in der ansonsten nach beiden Seiten offenen Gasse umzingelt. Einer, scheinbar der Anführer des Trupps, Schritt ein Stückchen auf ihn zu und begann mit leicht flüsternder Stimme zu sprechen: "Du agierst ohne ... Genehmigung ... in unserem Revier. Das können wir nicht zulassen. Zahl wie jeder andere oder stirb!". Kurz blickte Timmy sich auf der Suche nach einer Fluchtmöglichkeit oder einem geeigneten Versteck um, doch leider hatte er das bei der Wahl seines Unterschlupfs nicht berücksichtigt. "Nein, nein, mein Freund, ihr irrt euch. Ich bin nur noch neu in unserer kleinen Gemeinschaft und wollte grade die Beute abliefern, aber irgendwie hab ich mich wohl verlaufen." Um diese Behauptung zu bekräftigen, zog er aus einer Falte seiner Kleidung eine schwarze Dominomaske und wedelte nervös mit ihr rum.
Der Nightmask stutzte einen kleinen Moment und zeigte auf einmal auf den Boden neben Timmy. "Ahhh, haben wir also doch noch nicht alle von euch erwischt. Die Zeit eurer kleinen Gilde ist vorbei!" Kurz warf er einen Blick neben sich - das Zeichen der Schwarzen Hand lag gut erkennbar auf dem Boden "Verdammt, es muss mir mit rausgefallen sein" dachte er noch, als der Anführer der Gruppe anfing, mit bedächtigen Schritten auf ihn zu zu gehen und seine Messer zog, gefolgt vom Rest der Nightmask.
Diesen Kampf konnte er nicht gewinnen. Timmy ließ sich auf seine Knie fallen und erwartete den sicheren Tod, während er ein letztes Mal zu Mask betete "Diese Gaben sind für dich, Herr der Schatten. Laß mich dir in der Nachwelt weiter ein treuer Diener sein."
Wie als Antwort zog plötzlich dichter Nebel in der Gasse auf und nur einen Moment später schoss plötzlich aus dem Boden eine Kuppelförmige Mauer, die Timmy und alle Nightmask einschloss. "Was zum ... wie hast du ..." entglitt es dem verwirtten Nightmask, bevor es schlagartig Kalt um sie herum wurde. An Gesicht und Körper des eben noch so bedrohlichen Nightmask bildeten sich urplötzlich Eiszapfen und er konnte sich kaum noch bewegen. Durch den Nebel konnte Timmy nur ein eisiges Knirschen hören - scheinbar hatte die restlichen Nightmask das gleiche Schicksal ereilt.
Timmy zitterte nun noch mehr als vorher schon, doch außer dem Klappern seiner Zähne war es für einen Moment ruhig. Dann drang eine Stimme durch den Nebel, die Timmy vertraut vorkam. Erst ein leises Lachen, dann deutliches Gelächter. Der noch nicht ganz bewegungsunfähige Anführer drehte sich langsam knirschend um "Was ... verdammt ... nochmal .... wer .... wagt es... ?". Mit deutlichen Schritten trat nun eine in schwarze Tücher Gehüllte, groß gebaute Gestalt aus dem Nebel. Sie trug eine Maske, die genau nach dem Zeichen Masks geschnitten war und ein Schild mit dem schwarzen Abdruck einer Hand. "Ihr irrt euch, mein einfältiger Freund. UNSERE Zeit beginnt grade erst." erklang seine warme und fast freundlich scheinende Stimme. "Na warte, dir werd ich's zeigen, du möchtegern" erwiederte der Nightmask und versuchte, die schwarze Gestalt anzugreifen, doch er konnte es einfach nicht. So sehr er es auch wollte, sobald er die Klinge in seine Richtung führte, verließ seine Hand der Mut und er wurde von einem Gefühl des Zweifels überwältigt. Die dunkle Gestalt stand nur da und lachte leise, bevor sich der Nebel nach einer kleinen Handbewegung auf einmal auflöste und den Blick auf mehrere Eissäulen freigab, die wohl mal Nightmask waren. Außerdem gab der Nebel den Blick auf eine rießige, vierbeinige Form aus purem Eis frei, die ihr eisige Maul öffnete und sich auf den Nightmask zubewegte. Mit einigen mächtigen Klauenhieben zerfleischte es sein vergeblich nach einem Ausgang suchendes Opfer und zertrümmerte die zu Eis gewordenen Nightmask, bevor es mit einem platschen zu einer Pfütze auf dem Boden wurde.
Zu einem kleinen Häufchen Elend in der Ecke zusammengekauert schaute Timmy sich beängstigt um. "Du solltest bei der Wahl deiner Verstecke etwas vorsichtiger sein, mein kleiner Freund." warnte ihn sein Retter. Nun, da Timmy sich sicher war, dass es sich nur um Thurel handeln kann, kehrte langsam der Mut in seine Knochen zurück. "Ja, natürlich, ihr habt Recht." Er war zwar nicht direkt ein Schüler von Thurel, wurde aber eine Zeit lang von ihm in der Kunst des verhandelns unterwiesen. Außerdem hatte er ihn immer für seine Ausstrahlung und seine Redegewandheit bewundert.
"Ich werde mir sofort etwas neues, sicheres suchen." - "Das ist gut. Und halte dich bereit - schon bald wirst du wieder von uns hören. Bis dahin - bleib am Leben."
Und ohne etwas weiter zu sagen, ließ Thurel wieder Nebel aufkommen und die steinerne Halbkugel um die beiden herum im Boden versinken - die Überreste der Nightmasks mit verschlingend. Nach einer kurzen Bewegung eines Ringfingers verschwand er im bewölkten Nachthimmel.
Signatur "Mask belohnt die, die sich behaupten - und das werden wir sein."
Living Greyhawk Char: Ciryon Meliamne, Ranger |