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Witchking ...
Heerführer von Minas Tirith
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...   Erstellt am 25.01.2005 - 16:12Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Der Prinz von Hithlum


Dies ist die Geschichte eines Ostlings, der in den Krieg zog, um sein Schicksaal das von Mittelerde für immer zu verändern. Als Sohn des Königs und nach den Gesetzten eines Landes dazu bestimmt ein Heer nach Mordor zu führen und Sieg und Ehre zurückzubringen.


Erstes Kapitel

KHAMÛLS RÜCKKEHR

Es war die Nacht in der er das erste Mal schweißgebadet und zitternd erwachte. Ein eisiger Windhauch hatte die Kerze nebst seinem Bett erlischen lassen. Kälte. Stille. Er wagte nicht die Lieder zu schließen und schlief nach Stunden wie tot mit offenen Augen ein.
Am nächsten Morgen, die Strahlen der Mittagssonne schmälzten die letzten Reste des in der Nacht gefrorenen Taus weg, schob er die dicken Samtvorhänge beiseite und trat er auf den Balkon. Der Marktplatz war wie leergefegt und herumliegende Waren und zerbrochene Krüge zeugten von einer unruhigen Nacht.
„Barad- Dur“, presste er fast schmerzhaft durch seine trockenen Lippen und hoffend, dass es niemand hörte. Selbst so weit nördlich konnte man die Regungen des dunklen Turms wahrnehmen. Asche bedeckte den fernen Horizont und ließ nur erahnen, was sich dahinter verbarg. Heute Nacht würde Er kommen. Heute würde Er den Hof erreichen und die Nachricht bringen, die ihn seit Wochen nicht schlafen ließ. Heute würde sich sein Schicksaal zum Schlechten wenden und Morgen würde nichts mehr sein wie Heute.
Niemand, nicht einmal sein Vater würde Heute nach ihm verlangen. Stunden und Stunden gingen ins Land. Die Sonne küsste die Erde zum Abschied und warf ihr letztes Licht auf den Balkon, auf dem er noch immer stand und nach Süden blickte.
Er ging zu Bett, ängstlich und hellwach legte er sich hin und zündete die Kerze wieder an. Bleich und kränklich wirkend, atmete er hektisch, wissend, dass jeder nächste Zug der Letzte sein könnte. Dann um Mitternacht, als der Mond hinter dem Rauch verschwunden war, hörte er von weit her die Hufe eines Pferdes auf das Straßenpflaster schlagen. Näher. Die Tritte hallten vom Marktplatz in sein Zimmer. Starr vor Angst und ohne Herzschlag zogen wie in Trance seine Hände die Bettdecke zurück und sein Körper erhob sich langsam, wie nach Jahrtausend langem schlaf. Etwas zog ihn, gegen seinen Willen zum Balkon und er wollte nicht hinsehen, aber wie von Dämonen besessen, starrte er hinunter auf den Marktplatz. Nichts. Der Reiter war in den Palast geritten. Als er sich fing und seine Augen vom Marktplatz wenden wollte, sah er ihn zum ersten Mal. Der Rappe trug seinen Herrn über den Marktplatz. Schwarz wie die Nacht schienen Tier und Reiter Nacht zu verschmelzen, nur das Silber der Rüstungen ließ sie schimmern, wie die Sterne am Himmel. „Nazgûl“, dachte er. Sein Herz schlug nun schneller als jeder Ritt und er hoffte das er es nicht bemerkte, doch als der Bote gerade zum Galopp ansetzten wollte, drehte er sich herum und er sah, wie aus dem Dunklem unter der Kapuze zwei Augen, wie Rubine aufleuchteten und eine Stimme, heiser und ächzend wie Metall zum Balkon herauf schrie:
„Prinz der Ostlinge- Folge deinem Schicksaal!“
Im Thronsaal, saß der Rat am großen Tisch und flüsterte Leise untereinander im Dunklen.
Das Licht der Kerze ließ sie verstummen. Er trat an das Ende, gegenüber dem Thron, auf dem der König saß und stellte die Kerze darauf. „der Prinz ist hier, eure Majestät.“ Flüsterte eine Diener seinem König ins Ohr. „Ich kann seine Angst riechen und seine Furcht hören, aber sehen kann ich ihn nicht! Macht Licht, ihr die mir huldigen.“ Und es wurde hell im Saal. 12 Mitglieder des hohen Rats und der König blickten auf den Prinzen. „Du hast ihn nicht gesehen? Ich saß auf meinem Thron, als er kam. Wo warst du? Du hättest bei mir sein sollen. Was soll er von unserem Volk denken, wenn der Prinz feige in seinem Bette liegt und die Decke über den Kopf zieht?“ „Ich habe ihn gesehen, Vater. Er schickte mich zu dir.“
Der alte Mann gab mit zitternden Händen das Schriftstück einem Diener, der es vor dem Prinzen auf den Tisch legte. „Lies es!“, befahl ihm der König. Er blickte auf das Sigel und dann wieder auf seinen Vater: „Ich brauche es nicht zu lesen, ich weiß was darin steht. Sauron ruft uns nach Mordor. Es wird Krieg in Mittelerde geben.“ Stille. Dann, nach langem Schweigen, sagt der König: „Du bist mein Sohn. Ich wünschte es wäre anders, aber ist nun einmal so. Du wirst mein Heer in den nach Mordor und in den Krieg führen. So will es das Gesetz. Nun geh und bereite alles für deine Reise vor.“ Und er ging in sein Schlafgemach und kleidete sich in seine prächtigsten Gewänder. Dann ging er in den Garten hinter dem Palast. Hinter der großen Hecke, weit weg vom Palast setzte er sich auf die Bank wartete er. Es verging wenig zeit, bis sich jemand zu ihm gesellte und seine Hand ergriff. Doch er zog sie Weg und fing an zu weinen. Weinte sich seinen Schmerz von der Seele und seine Sorgen rein. „Haradir, warum weinst du?“ fragte eine schöne Stimme. Und der Prinz drehte sich zu ihr und sprach: „Weil ich sterben werde. Und weil ich dich nie wieder sehen werde. Weil ich nie wieder dein Lächeln und deinen süßen Mund sehen kann und weil es für mein Volk eine Zukunft gibt. Darum weine ich, Haladur.“ Stille. Die Vögel zwitscherten ein Klagelied, während die Beiden sich in die Arme fielen und miteinander weinten. „Prinz, du bist die Hoffnung für unser Volk, du wirst uns Anführen, wenn dein Vater nicht mehr ist. Melkor wird dich auf deiner Reise beschützen und dich Leiten und in deinem Herzen werde ich immer bei dir sein.“ Haradir sah sie lange an und flüsterte ihr ins Ohr:“ Du bist das Licht, das mich leitet und mich beschützen wird.“ Dann erhob er sich und küsste sie zum Abschied, wie er es nie vorher getan hatte und es nie wieder getan hat und ging zurück zum Palast. Als er den Garten beinahe verlassen hatte, bemerkte er jemanden und ging auf ihn zu. Melchair schnitt gerade die Rosen und lächelte ihn an. „Warst du wieder bei deiner Geliebten?“ „Das letzte Mal wohl, dass ich etwas anderes als Leid spüre. Ja.“ „Und du weiß schon, dass du ein Prinz bist und sie nur eine Dienerin?“ Sie standen sich gegenüber und der Haradir lächelte gequält. „Mein Vater liebte auch eine, die nicht für ihn bestimmt war.“ „Und was wurde aus ihr? Tod ist sie jetzt und ihr Kind steht in der Hierarchie vor einem seinem Bruder, dessen Eltern beide Adelig sind.“ „Wie sehr ich mit meinem Bruder tauschen würde, weißt du wohl genau. Nichts wiegt schwerer als das Erbe eines Königs.“ Melchair roch an einer Rose und sagte nicht mehr. „Ich werde dann wohl jetzt gehen. Der dunkle Herrscher ruft.“ Melchair nickte.
Der Prinz ging in den Palast zurück. Auf dem Weg zur Waffenkammer versperrte ihm jemand den Weg. „Kurka, mein Bruder. Bist du gekommen um dich von mir zu verabschieden?“
„Du bist nicht mein Bruder, Sohn einer Bettlerin! Ich hätte an deiner Stelle gehen dürfen.“
„Du weist, dass ich nicht gehen will, Kurka. Und Brüder sind wir vom selben Vater.“ „Ein Vater, der blind sein muss, um eine Kind wie dich sein Heer führen zu lassen.“ „Ich habe Angst, Bruder.“ „Angst, wovor? Vor schmerzen, vor den Orks oder vor Dreck an deinen Gewändern?“ „Davor, Vater zu enttäuschen.“ „Vater wird niemals von dir enttäuscht sein. Du bist sein erster Sohn, sein ganzer Stolz. Komm mit in die Waffenammer.“ Kurkas Zorn legte sich, als er seinem Bruder in die Goldene Rüstung half und ihm die Flaggen-Hellebarde, mit dem Zeichen der Roten Schlange gab. Haradir trat in den Thronsaal, wo ihn der Rat schon erwartete. Sie sprachen feierliche Worte und huldigten ihrem König, wie in alten Zeiten, doch es verbarg nicht die Angst in ihren Gesichtern. Als der Prinz mit seinem Vater allein war, sprachen sie noch ein paar letzte Worte miteinander, die der Prinz nie vergas: „Du wirst Stolz auf mich sein, Vater! Ich werde Ehre und Ruhm zurück bringen“ „Ehre und Ruhm? Alles was du mir brachtest war die Sorge um die Zukunft meines Landes. Wie kann ich Stolz auf dich sein, wo ich mich doch für dich schäme?“


Zweites Kapitel

DER LETZTE BRIEF


Haradir studierte in seinen Gemächern den Weg, den das Heer nach Mordor nehmen würde, als Melchair herein trat. „Ihr habt nach mir Verlangt, mein Prinz?“ und er wollte sich gerade nieder knien, doch dann tat er es auf das Zeichen des Prinzen doch nicht. „Ich müsste vor Euch niederknien, Melchair!“ Haradir stand auf und ging hinüber zum Balkon. Er berührte sanft die Vorhänge, die leicht im Wind wehten. „So viele werden gehen. So viele werden nicht zurückkehren. “ Melchair sah über die Studien des Prinzen und sprach, in seinen Gedanken verloren: „Nicht alle werden sterben, denn nicht alle müssen sterben, mein Prinz. Wenn ihr sie anführt, folgen sie euch blind in den Tod, aber…“ „Sprecht aus, was ihr denkt, Melchair, denn weil ihr es immer tut, höre ich Euch an.“ Melchair stand auf und legte dem Prinzen seine Hände auf die Schulter. „Haradir, du vermagst in meine Seele zu blicken, so sehe was ich sehe.“ „Tod. Und Krieg. Das ist, was ich sehe, Melchair!“ „Nein, Prinz. Das ist was ihr sehen müsst, weil Eure Angst es nicht zulässt, dass ihr seht was ihr wollt.“ Haradir löste sich aus dem Griff Melchairs. „Ich sehe große Gärten und Menschen aus ganz Mittelerde, wie sie die öden unseres Landes zu prächtigen Oasen machen.“ Melchair sah den Prinzen erwartungsvoll an. „Und? Was seht ihr noch?“ „Eine Zukunft für Hithlum“.
„Und einen weisen König, der gerecht und friedvoll über alles wacht.“ „ja, Melchair. Aber so wird es nie sein. Nie werden Fremde in unser Land kommen, ohne uns als Sklaven zu dienen.“ „Euer Wille geschieht, Prinz. Denn ihr werdet der König werden. Das ist es, was ich in Eurer Seele sehen kann.“ „Und ich sehe in Eurer Seele, wie die Magie in unser Land zurückkehrt, nicht wahr, Zauberer?“ Melchair lächelte und als auch Haradir lächelte fingen sie beide an zu lachen und für einen Moment schien alle Angst in Haradir wie weg geweht.
„Was geschieht mit Eurem Bruder?“ „Was soll mit ihm geschehen? Er bleibt hier und erfüllt an meiner Stelle die Pflichten des Nachfolgers des Königs.“ „Ihr meint nicht, dass er zu einer Gefahr werden kann?“ „Kurka ist keine Gefahr, sondern eine Bereicherung für Hithlum. Geht jetzt, Melchair und nehmt dieses hier mit.“
Als Melchair verschwunden war, trat der Prinz auf den Balkon. Die Soldaten des Reiches hatten sich zur Heerschau versammelt und riefen die alten Schlachtrufe zu ihm herauf. Hörner ertönten und läuteten den gewaltigsten Marsch in der Geschichte von Hithlum ein. Der Prinz zog vorweg seinen Mannen durch die Straßen der Stadt und bevor die schweren Torflügel zurück schwenkten, sah noch ein letztes mal das Licht, welches sein Herz erleuchtete.

Meine Liebste Haladur,
Ich bin noch nicht fort, da vermisse ich dich schon. Wie sehr werde ich mich erst nach dir sehnen, wenn ich weit weg von allen bin, was ich hinter mir ließ. Und welchen Schmerz durch Holz Stahl ich auch ertragen muss, so ist von dir getrennt zu werden, doch der Größter. Durch welche Wüste ich auch wandere, durch welche Steppe ich auch gehen mag, ich werde immer bei dir sein. Ich halte dich in meinem Herzen fest, wie meinen Säbel im Kampf. Und wenn ich nicht zurückkehre, mein liebe Haladur, so gedenke mir auf ewig, wie ich dir gedenke,
für immer dein Prinz

Im Schutze der Dunkelheit huschte eine Gestallt durch die Stadt. Regen füllte die Kanäle seitlich der Straßen und die Tropfen prasselten auf das Pflaster. Durch keinen Lichtschein ging der Schatten und wich jedem Lichtkegel der Kerzen in den Fenstern den Häusern aus. Er schob sich an der Mauer entlang zum Tor, hinter den Wachen hindurch an der Außenmauer weiter, bis niemand seine Flucht bemerkte.
Ein zweiter Schatten verschwand in den Stallungen. Melchair schob die Kapuze zurück und blickte auf die schmale Auswahl von Pferden. Nur die Kleinsten und Kranke ließ das Heer zurück. Auch ein krankes Pferd ist ein Pferd, dachte sich der alte Mann und löste die Zügel eines schwarzen mit Narben übersäten Rappens. „Halt, Wer da? Gib dich zu erkennen!“ Eine Wache hatte den Zauberer überrascht und hielt seine Hellebarde an seinen Nacken. Melchair grummelte ein paar unverständliche Worte und kurz darauf Ritt er auf das Stadttor zu, während die Wache im Stall unfähig sich zu rühren hinterher blickte. Auf dem Weg zum Tor sollte Melchair nicht zum letzten Mal erleben, dass der Hengst nicht wegen einer Krankheit zurück gelassen wurde, denn er führte seinen Reiter gemütlich an den erstaunten Torwachen vorbei und trabte erst los, als diese hinter ihnen her rannten.







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