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windjob 

Status: Offline Registriert seit: 21.09.2006 Beiträge: 86 Nachricht senden | Erstellt am 27.03.2008 - 05:31 |  |
Hallo an alle Karibiksegler,
habe heute im Fernsehen einen jungen Atlantiküberquerer gehört, der von schlimmen Zuständen in der Karibik geredet hat. Schiffe würden fast täglich ausgeraubt. Man müsse alles anketten. Wenn man die Hilfe der Boatboys nicht annimmt würden Leinen durchgeschnitten und und ... Ist die Situation wirklich soo schlimm oder ist es mal wieder eine der leider viel zu häufigen Übertreibungen. Bitte um eine objektive Meinung.
MuS
Klaus
Signatur "There are Good Ships and there are Wood Ships,
the Ships that sail the Sea.
But the best Ships are Friendships and may they always be." |
Bernd 

Status: Offline Registriert seit: 06.11.2005 Beiträge: 290 Nachricht senden | Erstellt am 27.03.2008 - 12:59 |  |
windjob schrieb
......................
oder ist es mal wieder eine der leider viel zu häufigen Übertreibungen.
......................
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Hallo Klaus,
ganz sicher ist es das. Wuerde mich nun interessieren auf welchem Fernsehsender das gekommen sein soll. Ein serioeser wird es wohl nicht gewesen sein.
Uns ist dort in 12 Jahren nie ein Haar gekruemmt worden. Dinghi anketten ist natuerlich richtig, das gilt aber nicht nur in der Karibik!
Die Boatboys koennen ein bischen laestig sein, aber mit einem Laecheln wird man sie eher los als mit Geschimpfe. Ab Martinique nordwaerts sind sie auch sowieso kein Thema mehr, und suedlich davon wuerden sie mir direkt fehlen, wenn sie nicht da waeren.
Wenn Du im Mittelmeer herumfaehrst kann es Dir in seltenen Ausnahmefaellen auch passieren dass Du besch... wirst, c´est la vie.
Selbst wenn Du theoretisch allen Boatboys einen kleinen tip geben wuerdest waere es immer noch billiger (und tausendmal schoener) als Malle in der Hochsaison!
[Dieser Beitrag wurde am 27.03.2008 - 14:01 von Bernd aktualisiert]
Signatur Gruss
Bernd |
Caspilot 

Status: Offline Registriert seit: 05.11.2005 Beiträge: 394 Nachricht senden | Erstellt am 27.03.2008 - 13:32 |  |
Ich kann Bernd nur bestätigen.
Seit mehreren Jahren sind zumindest in den Kleinen Antillen keine gravierenden Vorkommnisse mehr bekannt geworden.
Dinghies und ABs mit Kette oder Drahtseil sichern und das Schiff nicht unverschlossen vor Anker oder in der Marina liegen lassen, sollte allerdings (wie überall) obligatorisch sein.
Die Boatboys in Dominica sind organisiert und auf keinen Fall aufdringlich, was für ihre Kollegen in St. Vincent leider nicht gilt. Beim Ankern in einigen abgelegenen Buchten (Chateau Bellair und Cumberland Bay) ist Vorsicht geboten.
Wäre interessant zu hören, auf welchem Sender welcher Segler zu diesem Thema gesprochen hat. Kannst Du mehr dazu sagen? Es war doch wohl nicht gester Abend bei Raab?
In Venezuela ist allerdings Vorsicht geboten. Zwar handelt es sich bei den meisten Übergriffen auf Yachten um Diebstahl von Außenbordern und Dinghies, es passieren allerdings auch Angriffe bei denen Waffen eingesetzt werden. Allein in der Januarausgabe des Caribbean Compass war von 5 Attacken auf ankernde Segler die Rede, wobei ein Skipper angeschossen worden sein soll.
Wer unbedingt nach Venezuela will oder muss, aufpassen!
Fair winds
Caspilot
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triniandy 

Status: Offline Registriert seit: 11.05.2006 Beiträge: 107 Nachricht senden | Erstellt am 27.03.2008 - 19:20 |  |
Klaus,
auch ich halte das Gesagte fuer weit uebertrieben.
Leider versauen solche Berichte immer wieder den Ruf der Karibik.
Als TO Stuetzpunkleiter in Trinidad kann ich sagen, dass hier vor Ort die von meinen "Vorrednern" genannten Vorsichtsmassnahmen in aller Regel voellig ausreichen.
Die in 2006 gehaeuft aufgetretenen Dinghi-Diebstaehle sind stark abgeflaut. Auch habe ich nichts mehr von Raubueberfaellen oder aehnlichem
gehoert.
In den letzten Monaten sind in Trinidad ein Dinghi gestohlen und ein alleinsegelnder "Herr" von einer Prostituierten bestohlen worden.
Fuer Tobago gilt im Wesentlichen das gleiche. Das Anketten von Dinghis und Aussenbordern empfielt sich in jedem Fall.
Vor einiger Zeit hoerte ich von einem "gestohlenen" Dinghi in Tobago. Die Wahrheit kam aber rasch zu Tage. Der Skipper hatte in einer Bar viel zu tief ins Glas geschaut und bei Rueckkehr an Bord den richtigen Knoten fuer die Festmacherleine des Dinghis nicht mehr geschafft.
Das Dinghi wurde am Tag darauf, weit abgetrieben, von Fischern zufaellig gefunden und zurueckgebracht.
Fuer Venezuela gilt, dass die Nordkueste zwischen Margarita und Trinidad unbedingt zu meiden und in grossem Abstand zu passieren ist.
An anderer Stelle in diesem Forum kann man entsprechendes nachlesen.
Fuer Margarita selbst gelten m.E. die gleichen Vorsichtsmassregeln wie anderswo auch (und wie von Bernd und Caspilot beschrieben).
In den Tobago Keys wird jetzt eine offizielle Gebuehr verlangt. Dafuer ist man dort aber auch die Boat Boys los, die nur noch auf Anforderung zum Boot kommen, wenn man etwas kaufen moechte.
Wer ganz sicher gehen will, sollte vielleicht ueber die Anschaffung einer elektronischen oder auch "vierbeinigen" Alarmanlage (Hund) nachdenken.
Gruesse aus Trinidad
Andy
Signatur Andreas "Andy" Kretzschmar
Trans Ocean e.V., Trinidad W.I.
ELECTROPICS Marine Services Ltd.
Chaguaramas, Trinidad |
Caspilot 

Status: Offline Registriert seit: 05.11.2005 Beiträge: 394 Nachricht senden | Erstellt am 27.03.2008 - 22:15 |  |
Es handelt sich um die Sendung von Stefan Raab, der gestern Abend Johannes Erdmann zu Gast hatte.
Johannes Erdmann segelte 2006 einhand über den Atlantik.
Ihm selbst ist während seines Karibik-Aufenthalts nichts passiert, zumal er die meiste Zeit wegen einer Reparatur in St. Lucia an Land vrbrachte.
Er sprach in der Sendung (die u.a. sein Buch und seine DVD promoten soll) von Vorfällen, die ihm von anderen Seglern erzählt wurden. Er wurde natürlich, wie alle Neuankömmlinge, über in Europa meist weniger beachtete (aber durchaus erforderliche) Vorsichtsmaßnahmen informiert und hat daraus seine Schlüsse gezogen.
Dabei ist offenbar das eine oder andere etwas plakativ ausgefallen.
Ich würde die Show von Raab und das Interview mit Johannes, der übrigens ein sympatischer Bursche ist, als Unterhaltung und weniger als Informationsquelle für potentielle Karibik-Segler werten.
Also: "Much Ado About Nothing".
Fair winds
Caspilot
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windjob 

Status: Offline Registriert seit: 21.09.2006 Beiträge: 86 Nachricht senden | Erstellt am 29.03.2008 - 05:21 |  |
Vielen Dank für die vielen positiven Antworten. Es war tatsächlich die Sendung von Raab. Ich hatte zwar fast vermutet, dass es die üblichen und lästigen Übertreibungen sind und wollte nur sichergehen weil wir auch den Weg in die Karibik planen. Ich finde es nur schade, dass dadurch ein schönes Revier schlecht geredet wird. Aber dies haben wir hier im MM auch erlebt und erleben es oft immer noch.
MuS
Klaus
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Caspilot 

Status: Offline Registriert seit: 05.11.2005 Beiträge: 394 Nachricht senden | Erstellt am 29.03.2008 - 15:21 |  |
Hallo Claus,
leg' Dir zur Vorbereitung Deiner Reise die Führer von Chris Doyle oder Don Street zu.
Als Ergänzung würde ich den "travel survival kit" Eastern Caribbean von Lonely Planet empfehlen.
Dort lernst Du mehr als bei Raab und kannst Dir schon vorbereitend nebenbei Dein Englisch etwas praxisbezogen aufpolieren.
Ich möchte jedem empfehlen, ohne zumindest rudimentäre Englischkenntnisse nicht loszufahren. Die Sprache erschließt einem Land und Leute und verhindert Missverständnisse und Fehleinschätzungen.
Ohne eine gewissen Kenntnis der Historie der einzelnen Inseln und ihrer Bewohner wird man in vielen Fällen die heutige Realität nur schwierig beurteilen können.
Fair winds
Caspilot
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Maverick

Status: Offline Registriert seit: 01.04.2008 Beiträge: 1 Nachricht senden | Erstellt am 01.04.2008 - 20:01 |  |
Hallo,
tut mir leid, wenn meine Beschreibung der Karibik in der Sendung sehr negativ wirkte, das habe ich eigentlich gar nicht so gemeint. Das Ding war, dass ich "mein Bild" von der Karibik größtenteils auf 2 Monate auf dem Trockenen im Boatyard von St. Lucia stütze, die ich - bis auf einige sehr wertvolle Bekanntschaften - alles andere als schön empfand. Mein Boot war ein Wrack, ich brauchte dringend Ersatzteile (unter anderem ein Getriebe aus Deutschland) und das war ganz schön schwer zu organisieren. Die "wahre Karibik" habe ich leider nur für 2 Wochen gesehen, bevor ich aus Zeitmangel auf Kurs Nord gegangen bin und weiter auf die Bahamas - die im Vergleich zur Karibik für mich einfach ein Traum von größtenteils unbewohnten Inseln, wunderbaren flachen Ankerbuchten (ich konnte mit einem Tiefgang von 1 m fast immer an Land laufen!) und vor allem - ohne Boatboys und Leuten, die mir ständig Bananen verkaufen wollten, die konnte ich langsam nicht mehr sehen 
Fall ich also Verwirrung gestiftet habe, tut es mir sehr leid. Die Verhältnisse in der Karibik sind zwar nicht so traumhaft, wie ICH sie mir zuvor vorgestellt hatte (nämlich in etwa so, wie ich es später auf den Bahamas und vor allem Exumas vorgefunden habe...). Wiedergegeben habe ich in der Sendung tatsächlich nur die Karibikgeschichten, die ich von anderen Seglern (teils aus persönlicher Erfahrung und aus ständigen Warnungen...) gehört habe, aber mir ist, Gott sei dank! - nichts schlimmeres passiert. Ich glaube, ich würde in der Karibik auf der nächten Reise auch nur einen kurzen Stop einlegen, weil ich die Bahamas sehr viel schöner finde. Aber dennoch gibt es auch in der Karibik sehr viele schöne Gegenden - eine Reise wert ist diese Gegend allemale! 
Mit Gruß aus Kiel,
Johannes Erdmann
[Dieser Beitrag wurde am 01.04.2008 - 20:25 von Maverick aktualisiert]
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Pilot 

Status: Offline Registriert seit: 07.12.2005 Beiträge: 196 Nachricht senden | Erstellt am 02.04.2008 - 13:31 |  |
PSSSSST,
nicht soviel von den Exumas schwärmen! Sonst wird es doch noch wie die "Karibik".
Übermorgen ghet es Richtung Georgetown! Noch jemand in der gegend?
Fair winds
Signatur Segeln ist wie Fliegen, nur nicht so schnell!
http://www.sailblogs.com/member/cat-relax/ |
windjob 

Status: Offline Registriert seit: 21.09.2006 Beiträge: 86 Nachricht senden | Erstellt am 03.04.2008 - 07:50 |  |
Caspilot schrieb
Hallo Claus,
leg' Dir zur Vorbereitung Deiner Reise die Führer von Chris Doyle oder Don Street zu.
Als Ergänzung würde ich den "travel survival kit" Eastern Caribbean von Lonely Planet empfehlen.
Fair winds
Caspilot
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Hallo Caspilot,
vielen Dank für die Tipps. Denke wir werden es nächstes Jahr anpacken. Englisch ist kein Problem. Habe 30 Jahre bei Amerikanischen Firmen gearbeitet. Die ganzen Antworten haben mich wieder positiv gestimmt.
MuS
Klaus
Signatur "There are Good Ships and there are Wood Ships,
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