Lana unregistriert
| Erstellt am 09.08.2005 - 10:45 |  |
Das hier ist die erste FF die ich gelsen habe und ich liebe sie. Das ist wirklich eine unglaublich schöne Geschichte und deshalb poste ich sie hier. Ach bekomme gar nicht genug von dieser Geschichte.
Geschrieben wurde sie von (c) Kathi dankeeeee
Rasch warf sie noch einen kurzen Blick in den Spiegel, dann griff sie sich ihr Täschchen und verließ das kleine Zimmer. Vor einem Monat hatte sie ihr Appartement aufgegeben und sich dieses möblierte Zimmer bei einer netten alten Dame gemietet. Damals war klar, dass sie den Job, auf den sie lange hingearbeitet hatte, bekommen würde. Die Bank, bei der sie angestellt war und bei der sie auch vor zwei Jahren ihre Lehre als Bankkauffrau abgeschlossen hatte, suchte nämlich jemanden, der sich in die Niederlassung in New York versetzen lassen möchte. Sie hatte sofort zugesagt, ihre kleine Wohnung gekündigt und die Möbel verkauft. Dann hatte sie sich für die Zeit bis zum Abflug dieses Zimmer genommen. Der Flug nach New York war gebucht und morgen würde es losgehen. Sie würde ein komplett neues Leben anfangen. Ohne ihre Familie, die ihr diesen Erfolg ziemlich übel nahm und die ihr das Leben ohnehin schwer machte. Besonders ihr Stiefvater hatte fast einen Anfall bekommen, als sie mit ihrer Neuigkeit ankam. "Du glaubst wohl, du bist etwas besseres als wir alle!" hatte er getobt, "warte nur, wenn du dort versagst, wirst du schon angekrochen kommen. Du machst das doch nur, weil dein mieser Vater aus Amerika ist. Dem warst du nicht gut genug. Der hat deine Mutter sitzen gelassen und ist zurück in seine Heimat gegangen............" So ging es noch eine ganze Litanei weiter. Es war eigentlich das Übliche. Sie war schuld am Unglück ihrer Mutter. Eigentlich nur ein Klotz am Bein der ganzen Familie. usw,usw.... Nun, ab morgen nicht mehr. Und heute würde sie Abschied feiern. Ihre besten Freundinnen wollten heute mit ihr noch einmal um die Häuser ziehen. "Oh Gott, wie ich sie vermissen werde."dachte sich Jennifer. Immer hatten sie sie aufgemuntert, waren für sie da und nun musste sie alleine klar kommen.
Schon läutete es Sturm an der Haustüre und Frau Maier rief nach ihr: "Das ist bestimmt für dich, nehme ich doch an!" Frau Maier schaute sie an und ihr Lächeln machte Jenny wieder Mut: "Na los doch! Die Welt gehört dir Kleine! Mach dir einen schönen Abend!"
Jenny stürmte die Treppe hinunter und stürzte sich in die Arme ihrer besten Freundin Gabi. "Schön das ihr da seid Mädels! Jetzt wollen wir's noch mal so richtig krachen lassen!" Gabi kicherte und Andrea, die bereits hinter ihr stand fiel in das allgemeine Gelächter ein. "Stimmt, wenn du uns schon so schmählich im Stich lässt und dich bis nach New York absetzt, kannst du wenigstens einen richtigen Ausstand mit uns feiern. Jede von ihnen war bemüht keine Melancholie aufkommen zu lassen. Gabi und Andi wollten Jennifer den Abschied erleichtern und Jenny war bemüht sich ihre Sorgen nicht anmerken zu lassen.
"Wartet nur, wenn ich mich richtig eingelebt habe, dann kommt ihr in eurem nächsten Urlaub zu mir! Dann zeig ich euch, was im Big Apple so alles geboten ist!" Gabi, die meist Vernünftige, schubste die beiden anderen in Richtung Türe: "Los Leute, das Taxi wartet nicht ewig auf uns!" Die drei versuchten wieder mal, sich gleichzeitig durch die Türe zu quetschen, was wie üblich in heillosem Durcheinander und Gekicher endete. Der Taxifahrer dachte sich wohl sein Teil, als diese Bande bei ihm einstieg.
Die Disco in die Jennifer von ihren Freundinnen gelotst wurde, war ein richtiger In-Treff. Gabi, die sich in so etwas auskannte, meinte: "Vielleicht treffen wir hier ja einen richtigen Fußball- oder Fernsehstar!" " Mensch, Gabi, krieg dich ein, das interessiert uns doch heute gar nicht! Heute ist Jenny unsere Hauptperson - egal welcher Star hier ankommt! Capito, Mädel?" "Okay, okay! Du hast ja recht! Komm Jenny, wir suchen uns ein nettes Plätzchen an der Bar!" schrie Gabi, in dem Versuch, den Lärmpegel zu übertönen. "Macht das mal. Ich muss mal schnell für kleine Königstiger!" grölte Jennifer zurück! "Ich hoffe, die reservieren dir auf dem langen Flug die Toilette, bei deiner Miniblase!" lachte Andi. Jennifer kämpfte sich durch die Menge in Richtung Toiletten und als sie auf dem Flur noch einmal zurückschaute, um zu sehen, wo ihre Freundinnen einen Platz bekamen, rannte sie gegen einen jungen Mann. "Hoppla, Entschuldigung!" Sie blickte nach oben und .............sah in die größten und blauesten Augen, die sie je gesehen hatte. Da blieb ihr doch tatsächlich die Sprache weg. Mach wenigstens den Mund zu, dachte sie sich noch, während sie ihn anstarrte. Er grinste sie an und wurde von einem seiner Begleiter weitergezogen. Jenny stand da und schaute ihm nach. Plötzlich wurde ihr bewußt, was sie hier tat! Sie stand wahrhaftig mit offenem Mund hier im Flur und starrte einem Typen hinterher! Peinlich, peinlich! Sie klappte den Mund zu und machte sich auf den Weg zur Toilette. Auf dem Rückweg zu ihren Freundinnen suchte sie unwirkürlich nach ihm. "Mensch Mädel, lass den Quatsch! Morgen fliegst du nach New York, da kannst du heute nicht mit irgend jemandem anbandeln." dachte sie sich noch. Da erblickte sie die bereits winkende Andi. "Los komm hierher!" schien sie zu sagen, aber bei dem Lärmpegel konnte man allenfalls Lippenlesen. Sie ging hinüber zu den beiden, die einen kleinen Tisch ergattert hatten und setzte sich auf einen der Stühle. "Super Stimmung hier!" tönte es von Gabi rüber! Sie hatten ihr bereits einen undefinierbaren Drink bestellt, der aber verdammt gut schmeckte. Sie schaute sich um und entdeckte am Nebentisch den Typen, der ihren Sonnyboy von vorhin mitgezerrt hatte. Er saß schräg neben ihr und es wäre ihr zu peinlich gewesen, sich umzudrehen, umzu sehen, wer nun direkt hinter ihrem Rücken war. Sie konzentrierte sich auf Gabi und Andi und bald gab es an ihrem Tisch nur noch Gekicher und Gelächter. An diesem letzten Abend für lange Zeit holten sie viele Erinnerungen hervor und amüsierten sich köstlichst dabei. Plötzlich stand jemand neben ihrem Stuhl und tippte ihr auf die Schulter: "Hast du Lust mit mir zu tanzen?" kam die Frage und ihr Herz hüpfte bei dem Anblick. Es war der junge Mann von vorhin. "Wie kann man nur so unglaublich gut ausschauen, dass ist schon fast unanständig!" erwiderte sie und lief im selben Moment an wie eine Tomate! Das konnte nicht sein! Hatte sie das tatsächlich gesagt? Ihr Gegenüber lächelte sie leicht fragend an und drehte den Kopf dabei ein wenig schräg. Da kam ihr erst zu Bewusstsein, dass er vorhin auf Englisch gefragt hatte. Er hatte also ihren Ausrutscher Gott sei Dank nicht verstanden. Ein erleichtertes Grinsen überzog ihr Gesicht, um selben Moment regelrecht einzugefrieren, als sie hörte, wie sein Feund das ganze in etwa übersetzte. Jennifer schwitzte hier schon genug, aber die Hitze, die nun in ihr aufstieg war heftig. Sie musste in etwa die Gesichtsfarbe eines Feuerwehrautos haben! Aber auch das hübsche Gesicht vor ihr war nun ziemlich gerötet. 
--TBC--
[Dieser Beitrag wurde am 09.08.2005 - 10:49 von Lana aktualisiert]
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Lana unregistriert
| Erstellt am 09.08.2005 - 17:50 |  |
Weiter gehts 
"Ja, ich tanze gerne mit dir." Kam nun doch endlich die richtige Antwort von ihren Lippen. Elijah schätzte es eigentlich nicht, nur auf sein Aussehen reduziert zu werden, aber die Kleine so rot anlaufen zu sehen, war es das wert. Sie gefiel ihm. Sie hatte dunkles kastanienfarbenes Haar, war klein -sie ging ihm gerade bis zum Kinn- eine zierliche Figur und schöne ausdrucksvolle braune Augen. Sie stand auf und dabei fiel ihr die Handtasche herunter, die auf ihrem Schoss gelegen war. Elijah bückte sich im selben Augenblick wie Jennifer und ihre Köpfe stießen so heftig zusammen, dass Jenny auf dem Hintern landete. Sie hielt sich den Kopf und fluchte wie ein Weltmeister, was sie immer tat, wenn sie sich mal so richtig weh getan hatte. Ihr kennt das bestimmt: Man haut sich irgendwo ganz gewaltig die Zehe an, die Wasserburger steigen einem in die Augen und mit einem herzhaften Fluch wird das ganze untermalt. Nahmen die Peinlichkeiten denn heute gar kein Ende. Da saß sie nun auf dem Boden der absoluten In-Disco und hielt sich den Kopf, an dem bereits eine Beule zu wachsen begann. Elijah war froh um seine Schauspielerfahrung, denn so konnte er die Peinlichkeit und den Schmerz etwas herunter spielen. Aber er konnte bereits fühlen, dass sein linkes Auge morgen wahrscheinlich nicht nur von der Augenfarbe her blau sein würde. "Das wird ein schönes Veilchen!" Dachte er bei sich und hoffte, dass keine Presse daraus irgendeine Story machte. Er streckte Jennifer seine freie Hand entgegen - mit der anderen hielt er nämlich noch sein Auge - um ihr aufzuhelfen. Billy, Dom und Orli hielten sich inzwischen die Bäuche vor lauter Lachen. Er funkelte sie wütend an. Typisch, wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Ein Spruch seiner Mutter, der ihm augenblicklich einfiel. Aber das war ja bei den Dreien nichts Neues. Jennifer war das Gelächter gerade erst ins Bewusstsein gekommen. Sie ließ sich von dem jungen Mann aufhelfen und drehte sich mit funkelten Augen um, bereit diesen albernen Idioten den verbalen Todesstoss zu versetzen. Diese würdigten Jenny keines Blickes, sondern zeigten immer wieder auf den Burschen, der mit ihr zusammengestossen war. "Da haste wohl zu gut gezielt, Elijah!" meinte eins dieser grinsenden Ungeheuer. "Hey, Kleiner, das wird morgen ein dickes Veilchen. Noch mehr blau können wir aber bei deinen Guckern kaum noch verkraften!" Du meine Güte, was waren das für Typen. Anscheinend seine Freunde. Tja, wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr, dachte sich Jennifer. Sie brachte noch ein "Geht schon wieder! Ciao dann!" heraus und wollte sich gerade wieder setzen. Sie war ja schließlich hier um eine Abschiedsfete zu machen und nicht um irgendwelche Typen aufzureißen Doch der enttäuschte Blick, den sie nun bekam, ließ sie in ihrem Entschluss schwanken. Vielleicht ein Tänzchen, so als Abschiedsgeschenk für sie selbst. Schließlich gingen beide zur Tanzfläche und auf dem Weg tönte es in ihr Ohr: "Ich heiße Elijah und du?" "Jennifer" antwortete sie und während sie sich beide zur Musik bewegten, dachte sich Jenny, wie gut sein Name doch passte. Elijah, das hörte sich so weich an, wie der Blick seiner Augen war. "Mein Gott, was für ein toller Typ" dachte sie bei sich. "Der wäre wirklich eine Sünde wert. Soetwas triffst du bestimmt im Leben nicht wieder!" Augenblicklich fielen ihr sämtliche Predigten ihres allerliebsten Stiefvaters ein: "Du wirst die gleiche Schlampe, wie deine Mutter. Eines Tages wirst du mit einem dicken Bauch hier ankommen, aber glaub mir, dich will keiner haben!" Das wirkte wie ein Guss kalten Wassers auf sie und so war sie fast froh, als sie zurück zu den Tischen gingen. Jetzt würde jeder wieder seiner Wege gehen und das war`s. Aber ..........Überraschung......... die anderen hatten inzwischen die beiden Tische zusammengeschoben und amüsierten sich anscheinend köstlich miteinander. Die beiden wurden mit lautem Hallo begrüßt und Elijah stellte ihr seine Freunde vor: "Dieser Schönling hier ist Orlando ....... wir nennen ihn nur Orli ............ und das hier ist Dom, ein richtiger Schwerenöter, pass also gut auf, dass du nicht auf ihn hereinfällst. Der Typ hier, den man kaum versteht, das ist Billy ....... sie haben ihn tatsächlich aus Schottland herausgelassen." Jennifer stellte ihm nun auch Gabi und Andi vor. Gabi meinte zu ihr: " Da hast du aber was echt niedliches aufgegabelt!" Typisch Gabi! Nur sie konnte so einen Traumjungen als niedliches Kerlchen bezeichnen. Aber andererseits war sie eine Nummer zu groß für die meisten Jungs. Bei einer Größe von 1,75m hatte sie ein stolzes Gewicht von ..... Jenny wollte nicht schätzen, denn obwohl Gabi wirklich nicht nur ein paar Pfund zu viel hatte, war sie bildhübsch und eine Freundin, die man sich nur wünschen konnte. Außerdem war sie in festen Händen und Robert schätzte wirklich jedes Gramm an ihr. Äußerlichkeiten waren eben wirklich nicht alles. "Tut es noch weh?" wurde sie von Elijah gefragt und sie verneinte. "War nicht so wild!" gab sie zur Antwort, den Schmerz an ihrer Stirn ignorierend. Er grinste erleichtert. "Kann ich dich auf einen Drink einladen? Eine kleine Wiedergutmachung?" Dieser Blick bringt wahrscheinlich den Nordpol zum schmelzen. "Gerne!" konnte sie noch irgendwie herausbringen. Sowohl Gabi als auch Andrea staunten nicht schlecht! Seit wann ließ sich Jenny auf einen Drink einladen. Sie machte doch sonst um alle Typen einen Riesenbogen. Die Körbe, die sie schon verteilt hatte, waren legendär. Zumindestens in ihrem Bekanntenkreis. Kein Wunder, bei der Verwandtschaft und der Erziehung hatten sie immer schon gedacht. Und jetzt das! Am Abend bevor sie abflog. Eigentlich wirklich zu schade
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Lana unregistriert
| Erstellt am 09.08.2005 - 21:21 |  |
ich auch
und weiter gehts...
Es wurde ein super Abend! Die drei Ungeheuer, die sich Elijah`s Freunde nannten, entpuppten sich als absolute Stimmungskanonen! Natürlich wurde er nach wie vor geneckt, aber man bemerkte doch gleich, dass es sich einfach um absolute Vertrautheit handelte. Es war als ob er ihr kleinerer Bruder wäre, der von ihnen eine besonders "liebevolle" Aufmerksamkeit bekam. Es war schön, in diesem Kreis zu sitzen, Andi und Gabi mit ihrem Englisch auf die Sprünge zu helfen und sich als Teil des Ganzen zu fühlen. Die vier Jungs waren aber einfach zu attraktiv. Es gab viele Blicke von den anderen Gästen in der Disco. Gabi grinste immer wieder in sich hinein. Gerade zu als hätte sie ein Geheimnis, dass sie den Freundinnen noch vorenthielt. Elijah, Dom, Billy und Orli gefielen diese drei Girls. Sie waren absolut unterschiedlich. Gabi war zwar sehr füllig, aber von einer Herzlichkeit und Offenheit, die erfrischend war. Andi war groß, extrem schlank und sehr intelligent. In den Annekdoten der Mädels war sie anscheinend diejenige, die den anderen in der Schule immer wieder auf die Sprünge geholfen hatte. Jenny hatte anscheinend einen Sonderstatus bei ihnen. Auch sie war lebhaft und lustig, aber auch irgendwie zurückhaltend. Schnelle Kontakte knüpfte sie wohl nicht allzuoft. Elijah betrachtete sie immer wieder. Sie hatte Spaß, daß konnte ein Blinder erkennen, aber irgendwie war sie doch auch traurig. Sie schien die Erinnerung an diesen Abend besonders festhalten zu wollen. Aber auch ihm ging es nicht anders. Morgen würde er nach Hause fliegen und seine Freunde auch. Die nächsten Monate würden sie sich nicht sehen und auch ziemlich mit Arbeit eingedeckt sein. Jetzt hatte er auch noch ein nettes Mädchen kennengelernt und musste heute einfach nur Bye sagen. Dieses in der Welt rum kommen hatte auch seine Schattenseiten - man musste zu oft Abschied nehmen. Die Zeit verging wie im Flug und Andi meinte irgendwann: "So Leute, ich muss morgen verdammt früh raus und du auch, Jenny! Wir sollten uns langsam auf den Weg machen!" "Du hast Recht." meinte auch Gabi. "Wir nehmen uns jetzt ein Taxi und nehmen zu Hause eine Mütze voll Schlaf!" Es gab keine große Verabschiedung von den Jungs und Jenny war etwas enttäuscht. So kannte sie sich eigentlich nicht, aber sie hatte fast darauf gewartet, dass Elijah nach ihrer Telefonnummer oder einem Wiedersehen fragen würde. Er tat es aber nicht. Jenny wusste nicht, ob sie darüber enttäuscht oder erleichert sein sollte. Endlich im Taxi meinte Gabi:"Wir holen dich morgen in der Frühe ab und bringen dich zum Flughafen." "Nein, tut das bitte nicht!" antwortete Jenny, "Ich möchte mich heute Abend von euch verabschieden und rufe euch dann aus New York an. Es wird mir sonst zu schwer!" Andi sah sie an: " Okay, ich verstehe dich. Wir warten auf deinen Anruf und bis du schaust ist unser Urlaub da und wir besuchen dich!" Es gab viele Tränen bei ihrem Abschied und Jenny ging schließlich ganz verheult in ihr Zimmer. Da standen ihre gepackten Koffer und irgendwie konnte sie sich nicht auf den Abflug und New York freuen. Sie fühlte sich so unglaublich einsam!Am nächsten Morgen erwachte Jenny mit rotgeweinten Augen. Sie fühlte sich wie gerädert und hätte bestimmt verschlafen, wenn dieser penetrante Wecker nicht wie verrückt geläutet hätte. Sie stellte sich unter die Dusche und begann sich dann anzuziehen. Ein Blick in den Spiegel zeigte ihr, dass es vergeblich wäre, wenn sie versuchen würde, die Spuren ihrer durchweinten Nacht zu beseitigen. Die Frage, von woher Elijah eigentlich kam, hatte sie heute Nacht zu allem Überfluss auch noch gequält. Aber anscheinend war er doch nicht so interessiert an ihr gewesen, um mehr von sich zu erzählen. Eigentlich hatten sich in dieser Sache auch die anderen Drei zurückgehalten. Sie wusste nur, dass Billy aus Schottland stammte, das war`s. Sie schnappte sich ihre Sonnenbrille und musste dann doch grinsen - entweder würden die Leute sie für verrückt halten - es war schließlich fünf Uhr Morgens - oder für eine Prominente, die nicht erkannt werden möchte. Nach einem kleinen Frühstück, dass ihr Frau Maier regelrecht aufzwang und einem weiteren tränenreichen Abschied von der netten alten Dame, machte sich Jenny auf den Weg zum Flughafen. Die Bank hatte ihr einen Flug in der ersten Klasse reserviert. "Wirklich spendabel!" dachte sie bei sich. Sie hoffte, dass ihre Familie nicht kommen würde, denn das würde ihrer Moral heute sicher nicht gut tun. Sie war sowieso schon am Boden zerstört. "Allerdings - vielleicht würde mir ein Wiedersehen mit meiner Familie den Abschied erleichtern, denn dann wüsste ich wahrscheinlich gleich wieder, warum ich so weit weg wollte!" "Na, glaubst du also nicht mehr, dass es eine gute Idee ist nach Amerika zu gehen?" Riss sie eine laute Stimme aus ihren Gedanken. Oh Nein!!!! Sie waren da! Ihr Stiefvater, ihre Mutter und ihre Schwester! Die Lautstärke mit der er ihr diese Worte regelrecht entgegenschleuderte, ließen einige Menschen in der näheren Umgebung aufmerksam werden. Sie wurde also nicht nur mit den abwertenden Blicken ihrer Familie, sondern auch noch mit den neugierigen Blicken einiger Passanten konfrontiert. Jenny hasste es solche Aufmerksamkeit zu erregen und ihre Antwort fiel dementsprechend patzig aus: "Wie kommst du nur darauf? Ich kann es kaum erwarten, von hier wegzukommen!" Ihre Mutter schnappte nach Luft, wie ein Fisch auf dem Trockenen. "Das war ja wohl heftig, junge Dame! Wie redest du denn mit uns." Na, wie man in Wald hinein ruft, so schallt es zurück, dachte sich Jenny für sich! "Wir wollten dir nur noch einmal klarmachen, dass du von uns keine Hilfe zu erwarten hast, wenn du das jetzt durchziehst und dann in Schwierigkeiten kommst!" versuchte es ihre Mutter noch einmal. "Lass es gut sein!" meinte ihr Stiefvater, "sie hat keinerlei Verstand und wird schon sehen, wie tief sie fallen wird. Und eine wie sie wird nicht dein Glück haben, dass sie einen Mann findet, der sie trotz allem haben möchte!" "Hast du vielleicht geheult?" kam es schließlich auch noch von ihrer Schwester."du siehst richtig scheusslich aus mit dieser Sonnenbrille!" Gabi hatte mal gesagt, dass Jennifers Schwester nur neidisch auf ihr gutes Aussehen wäre, aber Jenny hatte es als Versuch aufgenommen, sie wieder einmal zu trösten. "Jenny?" Kam es auf einmal von ihrer rechten Seite und als sie erstaunt dort hinblickte, sah sie .......... "Elijah?" "Mensch Kleine, was machst du denn hier? Hat dir einer von den Jungs erzählt, dass ich heute abfliege?" "Äh, nein, ich wusste nichts davon! Ich bin selber auf dem Weg zu meinem Flieger!" "Wohin fliegst du denn?" "Nun, ich habe einen neuen Job in New York und............" Rüde wurde sie von ihrem Stiefvater unterbrochen. Der hatte natürlich kein Wort verstanden, aber aus der Freude der Beiden, sich zu sehen, sofort seine eigene Interpretation des Ganzen entwickelt. "Was wird das denn? Hast du bereits einen Typen aufgegebelt? Na mich wundert bei dir gar nichts mehr!" Sprachs, drehte sich um und ließ sie stehen. Ihre Mutter sah Elijah von oben bis unten abwertend an und meinte vor ihrem Abgang noch:"Was Besseres hast du wohl nicht gefunden! Mach bloß keinen Blödsinn!" Ihre Schwester ließ noch einen ziemlich neidischen Blick über den jungen Amerikaner schweifen und meinte dann: "Die werden schon recht haben!" Jennifer blickte zu Boden. Es war ihr so peinlich! Sicher Elijah verstand kein Wort von dem, was diese widerliche Familie gesagt hatte, aber die Blicke waren zu eindeutig gewesen und er Ton so provokant abwertend, dass Jenny am liebsten in Grund und Boden versunken wäre! "Hey, Jenny." Er fasste sie am Kinn und hob ihr Gesicht zu sich, damit sie ihm in die Augen sehen musste. Mit der anderen Hand nahm er ihr die Sonnenbrille ab und bei ihrem trostlosen Anblick konnte er sie nur noch in die Arme schließen. "Wer war denn das?" "Meine Familie." "Und jetzt flüchtest du vor ihnen? Wohin eigentlich?" "Nach New York - ich werde dort in der Niederlassung einer deutschen Bank arbeiten." "Dann fliegen wir gemeinsam dorthin! Denn ich wohne in New York!" Rief er freudig aus. Nun überzog langsam ein glückliches Lächeln Jennifers Gesicht. "Dann bin ich dort vielleicht gar nicht so alleine?" fragte sie ihn zögerlich.
Na! Jetzt nicht mehr ganz so traurig - nich wahr
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