Ginns  Literaturkenner

Status: Offline Registriert seit: 16.11.2006 Beiträge: 310 Nachricht senden | Erstellt am 17.12.2006 - 15:09 |  |
Lähmende Angst machte sich in ihr breit.
Sie war zu unvorsichtig gewesen!
Dann hörte sie seine Worte. Er wollte ihr nichts tun... Er hatte Familie. Leicht nickte sie.
"Ich werde es ihm ausrichten..."
Am Liebsten htte sie ihm gesagt, dass sie ihn verstehen konnte, was die Familie betraf.
Schließlich war sie eine Zurückgebliebene, verlassen von ihren Eltern und Brüdern.
"Passt auf Eure Familie auf, der Krieg wird noch viele Opfer fordern", sagte sie leise, mehr zu sich selber als zu dem Dämonen.
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Lykanthrop  Administrator
      

Status: Offline Registriert seit: 07.09.2006 Beiträge: 2090 Nachricht senden | Erstellt am 17.12.2006 - 15:12 |  |
"Und jetzt lauf", sprach er. "Bitte."
Er löste das Messer, in der heimlichen Hoffnung, dass sie wirklich gehen würde und wand sich ab. Ja, er wagte es sogar, ihr den Rücken zu kehren und versank schwer atmend in den Erinnerungen an seine Frau und seine beiden Söhne, von denen er bereits viel zu lange getrennt war.
Der Tag der Abrechnung würde kommen. Nur heute nicht.
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Ist Realität nur die Folge der Notwendigkeit..? |
Ginns  Literaturkenner

Status: Offline Registriert seit: 16.11.2006 Beiträge: 310 Nachricht senden | Erstellt am 17.12.2006 - 15:37 |  |
Am Nachtmittag kam sie im LAger an. Unruhe hatte sich in ihr breit gemacht, Hoffentlich würde sie nicht bestraft werden... ODer wenigstens nicht allzu schwer.
Ein Soldat, der sie anscheinend schon erwartet hatte, brachte sie zum Zelt des Tuppenführers.
Hibbelig vor Aufregung trat sie ein. Alayn, so hieß der Truppenführer, erwartete sie bereits.
Schnell verneigte Lily sich.
"Hast du etwas herausgefunden, Kind?", sprach er sie harsch an. Lily spürte, wie Alayn in ihre Gedanken eindrang.
Es war unangenehm, aber nicht schmerzhaft. Wenn sie sie wehren würde, würde es das aber werden.
Außerdem war Wehren sinnlos.
Alayn würde so oder so dahinter kommen, also zeigte sie ihm das Erlebte.
Alay verengte die Augen zu schmalen Schlitzen.
"DU HAST IHN DAVONKOMMEN LASSEN!", brüllte er.
Lilith zuckte zusammen.
"Aber du bist noch ung und unerfahren", meinte Alayn sofort danach mit ziemlich sanfter Stimme, womit Lily überhaupt nicht gerechnet hatte.
"ICh entscheide über deine endgültige Bestrafung in drei Tagen...
Solange bekommst du nur noch halbe Ration."
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Lykanthrop  Administrator
      

Status: Offline Registriert seit: 07.09.2006 Beiträge: 2090 Nachricht senden | Erstellt am 17.12.2006 - 15:50 |  |
"Oh Gott, du lebst!"
Erschöpft sank Whisper in die Arme seiner Liebsten, schloss sie fest darin ein und drückte einen sanften Kuss auf ihre Stirn.
"Unkraut vergeht, aber ich nicht", erwiderte er mit einem müden Lächeln. "Lass mich ausruhen. Ich bin diesmal verwundet worden und sehr schwach. Sei sorgsam mit mir und lass mich etwas ausruhen. In drei Tagen muss ich im Kristallwald eine Schlacht kämpfen, die mich alle Kraft kosten wird."
"Dann geh nicht!", bat seine Frau, Eleana sanft. "Bleib bei uns.."
Whisper seufzte. "Das kann ich nicht. Wenn ich mein Wort nicht halte, wird das Blut eines jungen Mädchens vergossen. Sie ließ mich laufen. Nun lass mich schlafen und in drei Tagen wird sich das Antlitz des Waldes wandeln.."
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Lykanthrop  Administrator
      

Status: Offline Registriert seit: 07.09.2006 Beiträge: 2090 Nachricht senden | Erstellt am 18.12.2006 - 18:21 |  |
"Ich bin des Wartens müde", sprach Whisper ehrlich und war erstaunt, wie müde und abgeschlafft seine Stimme nach der langen Zeit des Krieges und Kämpfens war. "Und ich bin es leid darauf warten zu müssen, ein Messer in den Rücken gebohrt zu bekommen. Wähle und miss dich mit mir und lass es anschließend vorüber sein, damit ich zu meiner Familie zurückkehren kann."
Alayn lachte. Und etwas in der Art, wie sein böes, kaltherziges Lachen von den Bäumen hallte sagte Whisper, dass etwas geschehen war, das sein Leben für immer verändern würde.
"Bis du zu deiner Familie zurückgekehrt bist, gibt es diese nicht mehr. Du hättest den wahren Weg wählen und dein Weib und deine Kinder schützen sollen, solange du Zeit dazu hattest. Nun bist du hier und meine Schergen haben längst dein Haus mitsamt allen Geschöpfen, die du liebtest, niedergebrannt und ausgelöscht."
Ein Ruck fuhr durch Whispers Leib. Es schmerzte. Und zugleich breitete sich ein lähmendes Gefühl der Schwere über seine Muskeln aus. "Lüge, alles Lüge!", wehrte er sich. Doch als er in Alayns Gesicht blickte begriff er, dass dieser die Wahrheit sprach.
Ein feuriger, alles vernichtender Schmerz zog sich in tiefen, stechenden Bewegungen von seinem Herzen fort und breitete sich rasend schnell über seinen Körper und seine Seele aus. Es lähmte ihn, ließ ihn keuchen und Tränen in seine Augen treten.
"Wenn du es wagst, meiner Familie auch nur ein Haar zu krümmen, dann werde ich dich jagen, bis ans Ende meiner Tage. Und lass dir gesagt sein, Alayn, nichts was du je erlitten hast, wird vergleichbar sein mit dem Schmerz, den du leiden wirst, wenn ich dich finde."
Alayns Lächeln gefror. Es mischte sich ein Ausdruck, der weder Angst noch Zorn war und doch beides beinhaltete in sein Gesicht, während er die Hand hob und auf Whispers Leib wies. "Töte ihn."
Es geschah schnell. Beinahe zu schnell für Whispers vor Schmerz und Trauer getrübte Seele, doch es geschah und der Krieger regierte.
Mühsam hob er sein Schwert vom Boden auf und schlug zu. Ein einziger Schlag genügte, um den Krieger, der es gewagt hatte, die Waffe gegen ihn zu erheben, zu Asche und Staub zu verbrennen.
Doch für einen Ausbruch des Jubels blieb keine Zeit.
"Kämpfe!", fauchte Whisper unter Tränen und trat auf Alayn zu, doch dieser hob abwehrend die Hand und setzte ein hinterhältiges Grinsen auf.
"Töte mich. Aber vielleicht fehlen dir dadurch jene Minuten, die du brauchst, um deine Familie zu retten. Und unser Kampf ist jetzt nicht mehr wichtig. Ich weiß, du wirst mich finden. Doch jetzt laufe, Whisper aus Schattenland! Laufe und versuche jene zu retten, die du verraten hast!"
Sein Lachen hallte über die Lichtung.
"Dein Blut wird die Erde tränken, wenn ich sie tot vorfinde!", schrie Whisper und verschwand in der Schattenwelt; jedoch nicht, ohne Lillith einen zornigen Blick zuzuwerfen, denn auch sie hatte ihn und seine Familie verraten.
In der Dimension der Finsternis war er schneller und weniger, doch die Zeit arbeitete unaufhaltsam gegen ihn. Schweiß stand auf seiner Stirn, als das Feld, das irgendwo in seinem Kern, sein Haus beherbergte, vor ihm auftauchte.
Blitzschnell löste er sich aus den Schatten, nahm seine menschliche Gestalt an und rannte schnellen Schrittes, bis er die dicken, schwarzen Rauchwolken sah, die am Horizond, wie dunkle Türme, aufragte und weinend zusammensackte.
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