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Justine_de_Farinot ...
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...   Erstellt am 14.03.2006 - 00:10Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


MadameKaya schrieb

    Auch noch wach? freut mich das es dir gefällt. Ich muß gestehen, das ich erst wieder ruhig schlafen kann und den Alltag ertragen kann, wenn ich mir alles von der Seele geschrieben habe.



    Eure Madame Kaya


Aber ja, nach diesen aufregenden Schilderungen kann ich kaum zum Schlafe finden...

MadameKaya schrieb

    Er lebt noch - Monsieur Kaya hatte seine Forderung nach Satisfaction nach einer Walzerrunde mit Madame de Farinot im Arm schnell vergessen.


Oh, meine Liebe, bei derartigen Indiskretionen bin versucht zu erröten
Wenn dies meine selige Großmutter noch erlebt hätte, sie hätte mich verstoßen!!!
Dieser neumodische Tanz ist wirklich unerhört unanständig - aber Plaisir bereitet es doch, ihn zu tanzen





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Der Charakter offenbart sich nicht an großen Taten; an Kleinigkeiten zeigt sich die Natur des Menschen.
(Rousseau)

MadameKaya ...
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...   Erstellt am 14.03.2006 - 00:12Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Meine Lieben eure Bemerkungen sind nicht minder amüsant!

Da es in meinem Busen weiterhin stürmt und drängt muß ich weiterschreiben auch wenn die Feder schon unlustig über das Papier kratzt...





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Es gibt kein echtes Leben im Falschen...

MadameKaya ...
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...   Erstellt am 14.03.2006 - 00:42Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Fortsetzung.

Geduld liebe Tante, die Beschreibung der neusten Pariser Moden erfolgt bald.

Allgemein läßt sich vermerken, das sich die Damen nicht von der Schleppe trennen können, auch wenn Leroy schon letzte Saison die schleppenlose Silhoutte lancierte.
Die Farbpalette war nicht mehr nur von weiß dominiert, Nil-grün bis Mai-grün , rot bis rosa , Eierschale und Sahara kleideten die Damen vortrefflich.

Da meine Hände ermüden würden, angesichts der "Stoff -Fülle" schreibe ich nur ein paar Kostproben.

Justine de Farinot in rosenholzfarbener Musselinrobe, den Ausschnitt mit Rüschen desselben Materials ausgeputzt, dazu als Kopfschmuck Marzipanrosen.

Die Mac Dougall in cremfarbener und grüner Seide aus Spittalfields (wenn das der Kaiser wüßte..), ein Geschenk ihrer schottischen Cousine übrigens. Dazu Federn und Perlenschmuck.

Die stets elegantete Leonore Aimee in elfenbeinfarbener Cashmere Robe mit Paisley Borte am Saum. Die Ärmel und der Ausschnitt reichlich mit Flußperlen garniert.

Spinnwebzarter Wollmusselin bei Madame Isabell und Madame de Antberg als Flora in besticktem grünen Organza.

Madame Pierette Cofflet trägt den unverwüstlichen Turban, welcher ihren Charakterkopf auf das vortrefflichste zur Geltung bringt.

Die schöne Generalin ,auf das raffinierteste gekleidet wie immer, erstrahlt in besticktem hauchzartem unter Wasser gewebten Musselin. Jetzt - 1806, wie alle Damen, der neue Anstand hat sich durchgesetzt, mit Chemise. Wir kennen sie ja noch ganz anders...

Kombiniert mit einem prachtvollen fein geschnittenen Gemmenschmuck hat ihre Erscheinug den gewissen Pariser Chic mit dem sich die Preußinnen und Östereicherinnen gar schwer tun.

Ich sah zu , das ich an diesem Abend weit von ihr entfernt saß, ich selbst trug das griechisch-römische kombiniert mit dem schwedischen Schmuck. Welcher mich leider zur "Notre Dame de la Colifichet" machte.


Die Herren verblassten natürlich neben so viel Anmut , Liebreiz und Schönheit, es sei denn sie kompensierten diesen Mangel mit reichlich Gold, blinkenden Knöpfen , silbernem Frosche auf dem Spazierstock oder überlangen Chatelaines . Ausgestopfte Waden sah ich zu meiner großen Erleichterung nicht mehr. Diese häßliche Mode wurde wohl aufgegegeben...

Wir paarten uns ( will meinen wir bildeten Paare) und marschierten im Gänsemarsch Richtung Jagdssal, wo das Büüüfeee auf uns wartete.

Liebe Tante bevor mein Kopf noch mehr wirre Gedanken zu Papier bringt schließe ich für heute und verbleibe ,mit den empfindsamsten Grüßen

Deine dich liebende Nichte

[Dieser Beitrag wurde am 14.03.2006 - 02:02 von MadameKaya aktualisiert]





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Es gibt kein echtes Leben im Falschen...

Republicain ...
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...   Erstellt am 14.03.2006 - 07:33Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


So sollten die Jahre des Friedens und des Glückes, der Freiheit des Geistes so rasch verstrichen sein, daß Sie die Feste die vordem, in der Zeit der entsetzlichen Tyrannei des Unbestechlichen zu seiner Lobhudelei und seinem Ende begangen wurden vergasen. Erklingt nicht mehr in ihrem Ohr die "L'hyme à l'être Suprême" (Hymne ans höchste Wesen"), die von in zartem Weiß, die schönsten Bänder in den Farben der Trikolore um die jugendlichen Körper geschwungenen, gekleideten Mädchen geträllert wurde?
Sie wissen wie leicht ich mich irritieren lasse. Ich will es alß eine glückliche Beeinflussung erkennen, wenn die graue Zeit der Tyrannei von Ihnen verdrängt worden und vielleicht allzuschnell der Glanz der Freiheiten, welche uns das unübertreffliche Exekutivdirektorium gewährte, verblassen ließ.

Votre très humble et très obèissant Serviteur

Jean-André du Jard





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... Das Sturmläuten, das nun anheben wird, ist kein Alarmsignal, es bedeutet den Generalangriff auf die Feinde des Vaterlandes. Um sie zu besiegen, brauchen wir Mut, meine Herren, Mut und nochmals Mut; dann ist Frankreich gerettet.

Suzette ...
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...   Erstellt am 14.03.2006 - 11:33Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Einfach superbe, meine Liebe, weiter so....ich amüsiere mich gar köstlich über ihre treffenden Bemerkungen und harre begierig der Fortsetzung ihrer Schilderung.....

Die Ihrige,
Suzette




MadameKaya ...
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...   Erstellt am 14.03.2006 - 15:08Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Freut mich, das euch meine langatmigen aber hoffentlich kurzweiligen Ergüsse amüsieren. Letzte Nacht waren meine Träume auch schon weniger wirr und die liebe Seele fand ihre wohlverdiente Ruh, was mich allerdings nicht davon abhalten soll nicht endlich weiter zu schreiben.
Mein lieber Du Jard
Wie wäre es mit einem Zeilitzheim 1789 bis 1794 (für mich bitte bis 1799) ?Dann können wir die vergangene Jugend aufleben lassen , ungeniert Bier aus Flaschen trinken, Lieder zum besten geben und die Putten von des Adels Stuckdecken schlagen, auf dem heimeligen Dorfplatz den Freiheitsbaum aufstellen und die Dorfbewohner zu einem Ringelreihen um denselben auffordern.

an alle: Bitte gebt mir Bescheid, wenn ihr etwas in meinem Bericht geändert haben wollt bzw. eure Namen falsch geschrieben sind oder ich sie verwechselt .habe.

[Dieser Beitrag wurde am 14.03.2006 - 15:13 von MadameKaya aktualisiert]





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Es gibt kein echtes Leben im Falschen...

Nanny ...
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...   Erstellt am 14.03.2006 - 15:11Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Liebe Mme Kaya,
bitte ändern Sie Nichts! Ich amüsiere mich köstlich!
Liebe Grüße
Nanny




Republicain ...
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...   Erstellt am 14.03.2006 - 15:54Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Sie wissen um meine absolute Ergebenheit und Freude, die Sie leichterdings mit solchen Sätzen in mir erwecken, Mme Kaya.
Kaufen wir das Schloss mit unseren Assignaten, solange sie noch % ihres Wertes haben!
Vive la Constitution!





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... Das Sturmläuten, das nun anheben wird, ist kein Alarmsignal, es bedeutet den Generalangriff auf die Feinde des Vaterlandes. Um sie zu besiegen, brauchen wir Mut, meine Herren, Mut und nochmals Mut; dann ist Frankreich gerettet.

MadameKaya ...
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...   Erstellt am 14.03.2006 - 15:55Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Fortsetzung:

Das Souper ist köstlich und schnell befinden wir uns in gelöster Stimmung.

Zu meiner großen Freude entspinnt sich ein angeregte Conversation zwischen dem Comte Charette , Madame Emily , der Frau Doktorin ( leider immer noch keine Indiskretion über die Murat)und meiner Wenigkeit.

Wir errötern eifrig die Frage warum der legitime Hochadels Deutschlands so erfolglos und häßlich ( man denke nur an diesen degenerierten Hohenzollernprinzen oder den Froschkönig aus S.L., dem die Epouse weggelaufen ist)und die französischen Parvenues dagegen so erfolgreich und gutaussehend sind.

Nach beendigtem Souper begann das Abendprogramm:

Mademoiselle Valerie zeigt Talent beim Violine fideln und die Mac Dougall sang irische, SCHOTTISCHE und gälische (sehr ungewöhnlich für meine Ohren) Lieder, mit ihrer schönen Stimme und der ausdrucksvollen Mimik löste sie die empfindsamsten Gefühle bei mir aus..

Wie du dir sicherlich vorstellen kannst, mußten unsere Charaden herhalten und das Thalia Ensemble gab sein Bestes.

Wir durchschritten schnell die römische Historie und ließen Äneas, Dido, Hannibal , Cäsar und Cleopatra erscheinen und boten einen spektakulären Vesuv Ausbruch.

Du hättest sie sehen müssen meine lieben Freunde Erdannibal, Cleotina, Vulkania und Brittafant!

Als ich nach erfolgter Aufführung an meinem Platz zrückging lag unter meinem Fächer zu meiner Verwunderung folgendes Billet:
_________________________________________________________

GRAND EVENEMENT DE LA MYSTERE DE L ÉGYPTE

Werte Freunde,

hiermit beehren wir uns. Sie zu einer exceptionellen Soiree zur mitternächtlichen Stunde einzuladen. Der Ort muß geheim bleiben, wird ihnen aber rechtzeitig bekannt gegeben.

Nur eine Bitte: Da dies eine sehr geheime und delikate Angelegenheit ist, bitten wir sie, nicht jedem, noch nicht einmal ihren freunden davon zu erzählen.

Zarte Seelen seien ausdrücklich gewarnt und sollten nur in beschützender Begleitung erscheinen. Jedoch bietete diese Versammlung Außergewöhnliches von hohem wissentschaftlichen Nutzen. Wir versprechen die Befriedigung der Neugier nach Exotischem nach großer Erkenntnis und allumfassender Weisheit längst vergangener Kulturen.
Sie werden verstehen, das unsere namen im Moment geheim bleiben müssen und wir freuen uns. Sie in unserer auserwählten Runde zu erwarten.

____________________________________________________

Es war um die elfte Stunde und um unsere aufgewühlten Seelen zu beruhigen beschlossen wir die Wartezeit bis Mitternacht mit Tanz zu vertreiben.

Gesagt , getan, die Tische wurden zur Seite geschoben, die Schleppen hochgenommen, der Major Domus ergriff den Taktstock und wir walzten vergnüglich los...

Plötzlich wurden wir von Madame Isabel vor das Schloßportal gebeten.
Eine besondere Überraschung wartete auf uns:

Madame Isabell und Monsieur Andreas zeigten uns ein physikalisches Phänomen das in Frankreich vor einiger Zeit von einem gewissen Monsieur Montgolfiere erfunden wurde.

Ein mit heißer Luft gefüllter Papiersack erhebt sich in die Luft , steigt höher und höher und wird von den Winden weitertransportiert. Wenn man ihn größer dimensionert können sogar Gegenstände und , stell dir vor(!), Personen befördert werden.

Monsieur Andreas erklärte mir das Phänomen damit, das heiße Luft leichter als kalte ist und dieses Prinzip den Antrieb des Ballons ausmacht.

Das mit der Luft habe ich nicht wirklich verstanden , wie kann etwas das unsichtbar ist schwer sein?

Allein, du siehst dein amüsierssssüchtige Nichte hat durchaus Interesse an Naturwissenschaft, auch wenn es ich für eine Dame nicht schickt.

[Dieser Beitrag wurde am 14.03.2006 - 22:54 von MadameKaya aktualisiert]





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Republicain ...
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...   Erstellt am 14.03.2006 - 16:04Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich meinte natürlich 50% ihres Wertes!





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