WHISPER  Hohepriesterin
       

Status: Offline Registriert seit: 21.04.2005 Beiträge: 2710 Nachricht senden | Erstellt am 07.07.2005 - 16:43 |  |
Zaubersprüche - Zauberworte Selbst die Wissenschaft hat sich mit ihnen beschäftigt, v.a. die Allchemie, die Metaphysik, die Theologie und Religionswissenschaft. Es wird vermutet, dass Zaubersprüche sich zunächst an übernatürliche Wesen richteten, und kaum von Gebeten zu trennen waren, später wurden daraus Beschwörungen mit Erfüllungszwang. Besonders dem Namen der betreffenden Wesenheiten wurde dabei große magische Wirkungszugesprochen, viele Vorstellungen von der Funktionsweise der Magie basieren auf der Vorstellung, dass man alles beherrschen und/oder verzaubern könne, dessen wahren Namen man kenne. In vielen Kulturen wird daher der wahre Name eines Menschen geheimgehalten, in manchen Religionen (wie dem Islam) oder Geheimwissenschaften (wie der Kabbala) spielen die Namen Gottes eine große Rolle. Seitdem Magie eher wissenschaftlich verstanden wird (z.B. bei Harry Potter) bestehen Zaubersprüche meist nur noch aus Befehlen an die Umwelt, deren Erfüllung sich automatisch einstellen soll, ohne dass Götter, Geister oder Dämonen damit befasst sind. Die Macht liegt dabei im Wort; wurde dem Wort doch an sich schon immer eine besondere, manchmal sogar göttliche Wirkung zugesprochen, man denke nur an den beginn des Johannesevangeliums:"Am Anfang war das Wort..." Viele Philosophen sprachen dem Wort magische oder sogar göttliche Kräfte zu, der Neuplatoniker Jamblichos eine umso stärkere, je fremdartiger sie lauteten. Der Theologe und Philosoph Pierre Poiret (1646-1719) vermutete, dass der Mensch ursprünglich alle Kreaturen durch seine Stimme beherrschen konnte. "Es ist blos eine Erneuerung der ersten reinen Natur des Menschen, wenn die Heiligen der alten Zeiten so große Dinge thaten, wenn Noah die Thiere in die Arche zu sich rief, Josua der Sonne, Mose dem rothen Meer gebot. Denn der Mensch hat die Sprache nicht empfangen, um seines Gleichen seine Gedanken mitzutheilen, sondern um sich die Natur dadurch unterthänig zu machen." Sprache also in erster Funktion als magisches Instrument. Zaubersprüche sind schon aus dem Altertum belegt, etwa aus den Zeiten ägyptischer Alchemisten, in Wortlaut u. Wirkung jedoch kaum bekannt. Anders bei den Germanen, die diese wahrscheinlich auch in Runen einritzten. Man leitet das Wort Zauber deshalb auch ab vom althochdeutschen zoubar, einer Bezeichnung der roten Farbe, mit der die eingeritzten Runen bestrichen wurden. Und das englische Wort für Zauberspruch, spell, kommt vom angelsächsischen speld, Span, Splitter, das auch das Runentäfelchen bezeichnete. Bekannt sind auch die "Merseburger Zaubersprüche ", die wahrscheinlich aus dem 8. Jh. stammen, hier der Zweite, ein Blut- und Wundsegen, der das Blut zum Stillstand bringen soll: Phol und Wotan ritten durchs Gehölz, da brach des Balders Fohlen sich den Fuß, da besprachens Sindgund und Sunna, deren Schwester, da besprach es Wotan, so gut ers vermochte: Wie der Bruch im Bein, so der Bruch im Blut, so der Bruch des Gliedes: Knochen zu Knochen, Blut zu Blut, Glied an Glied, als seien sie verbunden. Oft findet man in den Zaubersprüchen aus alten oder fremden Sprachen übernommene oder auch erfundene Namen oder Worte, wie im altenglischen Segen der Feldfrüchte "erce erce erce eorthan modor". Bereits in der Antike wurden die "Ephesischen Worte" ASKION KATASKION LIX TETRAX DAMNAMENEUS AISION als Exorzismus oder Schutzzauber verwandt, seit dem MA rätselt man über die geheime Bedeutung der SATOR-Formel (siehe unter diesem Titel). In den beliebten Potter-Büchern basieren die meisten Zaubersprüche/-worte auf lateinischen bzw. englischen Formulierungen.Viele Zauber können bei der Autorin auch von erfahrenen und/oder mächtigen Hexen oder Zauberern aber auch nonverbal funktionieren. Weitere bekannte Zauberworte: Abrakadabra (stammt wahrscheinlich aus Altägypten, siehe unter diesem Titel) Hokus Pokus (hoc est corpus meum, blasphemische Abwandlung, siehe unter diesem Titel) Simsalabim (???)
Quelle: Incantatio-Zaubersprüche und Zauberworte
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WHISPER  Hohepriesterin
       

Status: Offline Registriert seit: 21.04.2005 Beiträge: 2710 Nachricht senden | Erstellt am 08.07.2005 - 13:14 |  |
DIE MERSEBURGER ZAUBERSPRÜCHE
....heissen nach dem Ort der Überlieferung. 1841 wurden sie in der Bibliothek des Domkapitels Merseburg in einer theologischen Handschrift des 9./10. Jh. gefunden. Die beiden Formeln sind die einzigen Zeugen germanischer-heidnischer Religiosität in althochdeutscher Sprache. Beide Sprüche sind zweigliedrig. Einem episch-erzählenden Einleitungsteil , der ein früheres Ereignis schildert, folgt die eigentliche magische Beschwörung. Die Sprüche stellen in ihrer Form ein Übergangswerk dar, die Langzeilen teils Stabreim, teils schon Endreim, der in der christl. Dichtung des 9. Jh. erfunden wurde. In der vorchristl. heidnisch germanischen Frühzeit dienten die Zaubersprüche dazu "durch die Macht des gebundenen Wortes die magischen Kräfte, die sich der Mensch dienstbar machen will, nutzbar zu machen. Speziell aus dem germanischen Sprachraum sind Zaubersprüche in grosser Zahl überliefert. Diese stammen jedoch aus dem MA und sind daher christl. geprägt bzw. beeinflusst. Das Einzigartige der Merseburger Zaubersprüche ist, dass sie ihren vorchristl. Ursprung (vor 750 n. Chr.) noch in sehr reiner Form reflektieren. Sie wurden im 10. Jh. von einem schreibkundigen Kleriker (wahrscheinl. aus dem Kloster Fulda) auf eine freigebliebene Seite eines liturgischen Buches eingetragen, der Zweck ist unbekannt. So wurden uns die Zaubersprüche in karolingischen Minuskeln auf dem Vorsatzblatt eines lateinischen Sakramentes überliefert. In der Neuzeit wurden die Merseburger Zaubersprüche berühmt durch die Bewertung der Brüder Grimm : " Gelegen zwischen Leipzig, Halle und Jena ist die reichhaltige Bibliothek des Domkapitels zu Merseburg von Gelehrten oft besucht und genutzt worden. Alle sind an einem Codex vorbeigegangen, der ihnen, falls sie ihn näher zur Hand nahmen, nur bekannte kirchliche Stücke zu gewähren schien, jetzt aber, nach seinem ganzen Inhalt gewürdigt, ein Kleinod bilden wird, welchem die berühmtesten Bibliotheken nichts an die Seite zu setzen haben." Später wurden die Zaubersprüche dann von den Brüdern Grimm in der Ausgabe " Über zwei entdeckte Gedichte aus der Zeit deutschen Heldenthums" 1842 veröffentlicht. Sie werden nun in der Merseburger Domstiftsbibliothek aufbewahrt.
Quellen: mehrere, u.a. Wikipedia
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