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Mette  Star-Autor
     

Status: Offline Registriert seit: 28.12.2006 Beiträge: 716 Nachricht senden | Erstellt am 15.01.2007 - 13:41 |  |
Anmerkung: Ich hab mal versucht das in einem einschlägigen Forum als Satire zu veröffentlichen, einige haben es dann sogar gerallt dass es eine Verarsche sein soll, die anderen weniger und ich bin geflogen. Ich habs nicht mehr weitergeschrieben, weil es seinen Anfang gefunden hat als es in Finnland mal nicht dunkel wurde und ich nicht schlafen konnte, aber dann als ich wieder zuhause war hatte ich keinen Bock mehr drauf.
Ich werds euch trotzdem nicht vorenthalten *gg*.
Vier Teile, drei verschiedene Sichtweisen. Im Original war es in unterschiedlichen Farben gehalten ich versuch das hier auch mal so zu machen.
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Mette  Star-Autor
     

Status: Offline Registriert seit: 28.12.2006 Beiträge: 716 Nachricht senden | Erstellt am 15.01.2007 - 13:42 |  |
1.
Puh, manchmal frage ich mich echt, wie ich manche meiner arbeitsreichen Tage bewältigen soll! Es ist doch wirklich nicht zu verantworten, was einige Leute von einem als selbstverständlich erachten. Und dabei sollte man meinen, dass ich mit meiner Berufsausbildung und vor allem mit meinem familiären Hintergrund doch wirklich qualifiziert bin, alle Wuensche zu erfuellen, auch wenn sie noch so absurd erscheinen und dabei doch immer freundlich und ausgesucht höflich zu bleiben.
Aber halt! Ich bin schon wieder unhöflich. Habe ich doch glatt vergessen mich vorzustellen:
Mein Name ist Emilia-Patricia-Penelope von Astenstein-Herwertshausen und ich bin neunzehn Jahre alt. Meine Familie ist von altem rheinischen Adel, aber das soll keine Rolle spielen. Ich bin genauso normal aufgewachsen wie jede andere junge Frau in meinem Bekanntenkreis auch und mein Chauffeur, den ich Dank einer Sondergenehmigung mit 16 Jahren schon Auto fahren zu duerfen, schon einige Jahre nicht mehr brauche ist nie gross aufgefallen, da er gelernt hatte sich im Hintergrund zu halten. Ich fahre meine beiden Autos (einen silbergrauen Mercedes SLK den ich zu meinem 18.Geburtstag von meiner Grosstante bekommen habe und ein etwas kleineres Stadtauto, einen dunkelblauen Smart Roadster) mit sehr viel Geschick und ich bin auch schon desöfteren gefragt worden, ob mir dieses Talent ebenso in die Wiege gelegt wurde wie mein Aussehen. Ich habe lange leicht hellrötlich blonde Haare, die sich in weichen Locken um mein herzförmiges Gesicht schmiegen, das mit einem pfirsichsanften Teint gesegnet ist. Meine blaugruenen Augen spruehen nur so vor Lebensfreude und alle Leute sind gerne mit mir zusammen, da mein Humor und meine Scharfsinnigkeit genau den Geschmack aller treffen.
Ich habe eine Ausbildung zur Hotelkauffrau gemacht, da ich eines Tages das Hotels meines Patenonkels erben werde und natuerlich Bescheid wissen muss. Das diente aber nur der Grundlage, nebenbei absolviere ich ein Studium der Rechtswissenschaften, da Jura mich schon fasziniert seitdem ich ein Kind gewesen bin.
Ich schweife schon wieder ab merke ich. Das ist eine meiner wenigen schlechten Eigenschaften, sagt mein grosser Bruder mir nach. Er lebt nicht bei uns, da er nur das Ergebnis einer Affaire meines Vaters in fruehen Jahren ist. Sein Name ist Akseli Kokkonen und er ist Finne. Er ist sehr bekannt, da er Skispringer ist und jedes mal wenn er uns besuchen kommt, dann sind alle meine Bekannten hin und weg, dass ich so einen beruehmten Bruder habe. Er ist auch wirklich zu gutaussehend und nett. Mein Vater – eigentlich ja unser Vater – sagt immer, dass wir uns ähnlich wie ein Ei dem anderen sind.
Ich machte gerade die Tuer zu meinem Appartment im Schloss meiner Eltern auf, als ich mein Handy klingeln hörte. Schon am Ton hörte ich, dass es mein Bruder Axu war. Axu wird er nur von uns in der Familie genannt, oder auch von seinen Kollegen. Ich kann selbst nicht sehr viel mit seiner Sportart anfangen, doch ich kenne seine Freunde natuerlich alle.
„Hallo Bruderherz!“ begruesste ich ihn auf Finnisch, das er mir beigebracht hat und das ich, genauso wie er, fliessend beherrsche. „Was gibt es neues bei dir?“
„Schwesterchen, du wirst es nicht glauben!“ begruesste er mich ebenfalls.
„Schiess schon los ich platze schon fast!“ Ich liess mich auf mein breites Kingsizebett mit Himmel fallen und streckte meine langen Beine aus.
„Sitzt du? Du wirst umfallen, wenn du es hörst!“
„Jaja, ich bin sicher in meinem Bettchen.“ So langsam wurde ich ungeduldig.
„Also pass auf....“
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Status: Offline Registriert seit: 28.12.2006 Beiträge: 716 Nachricht senden | Erstellt am 15.01.2007 - 13:42 |  |
2.
Ich schwärme ungern von mir selbst, aber die Frauenwelt liegt mir zu Fuessen. Da dies nicht abzustreiten ist will ich das auch gar nicht erst versuchen, sondern den Tatsachen ins Gesicht sehen. Meistens beachte ich nicht, wer sich mir nähert, doch ich bemerke die bewundernden Blicke natuerlich und ab und zu schaffe ich es dann doch nicht, meinen Blick gesenkt zu lassen und sehe mir mein Gegenueber ebenfalls an. Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass keine an mein Erscheinungsbild heranreicht. Dass es aussergewöhnlich ist bekomme ich immer wieder gesagt, entweder direkt ins Gesicht, was sich leider nur viel zu wenige trauen, oder ueber einige Ecken; ich höre meine Fans tuscheln, ich höre sie giggeln und mir hinterherpfeifen. All das bestätigt mich darin, dass ich sehr gut aussehe. Meine leicht gebräunte Haut spannt sich ueber meinen sehnigen und muskulösen Körper, den ich mit einem selbstentworfenen Tattoo am Arm verschönert habe. Es bedeutet mir nicht so viel, immerhin ist es nur ein Schmuck, aber ich bin trotzdem stolz darauf. Ich mag es, die Muskeln an meinem Arm spielen zu lassen, sie bringen meine Tätowierung gut zur Geltung – oder umgekehrt.
Ich bin ein gefragter Mann – in jeder Hinsicht. Nicht nur, dass ich der weltbeste Skispringer bin und spätestens jetzt werden alle wissen, dass sie Janne Ahonen vor sich haben, nein, ich bin auch sehr begehrt in anderen Bereichen. Mein Talent beschränkt sich nicht nur auf die langen Latten, ich bin auch ein begnadeter Rennfahrer, ein witziger Unterhalter und meinem Sohn natuerlich ein liebevoller Vater. Meine wundervolle Ehefrau, Tiia, die wirklich begnadet schön ist, und mit ihren hellen Haaren wie eine Elfe wirkt, beschwert sich ab und zu, dass sie so wenig von mir hat, aber wenn man ein dermassen beschäftigter Mann ist wie ich, dann fällt es einem nicht leicht, alle Fronten zu befriedigen. Meistens schaffe ich das jedoch sehr gut.
Als ich an dem ersten warmen Sommertag des Jahres mit meinem getunten schwarzen Audi, den ich bei der Vierschanzentournee gewonnen hatte, in die breite Auffahrt meines selbstentworfenen Hauses in der Umgebung von Lahti fuhr, sah ich Tiia und Mico, meinen Sohn, schon an der Tuer stehen und mich empfangen. Sie winkten mir zu und ich fuehlte mich gleich wie zuhause, abgesehen davon, dass es das ja auch war.
Ich stieg aus, schloss ab und kam mit langen Schritten auf meine beiden Glueckskäferchen zu. Mico huepfte auf und ab und schien mir etwas erzählen zu wollen, denn er liess mich nicht einmal meine wunderschöne Frau richtig begruessen. Ich ging in die Hocke und strahlte ihn an.
„Was hast du mir zu berichten?“ fragte ich ihn umgehend, denn fast nichts ist mir wichtiger als das was mein Sohnemann mir zu sagen hat.
„Papa, du wirst es nicht glauben!“ fing er gleich an. Er trug heute sein kariertes Hemd und sah wirklich zum Anbeissen aus. „Aber Akselis Schwester kommt uns besuchen!“
Nun stand ich da wie ein begossener Pudel. Ich hatte gar nicht gewusst dass Akseli eine Schwester hatte. Und nun kam sie sogar nach Lahti. Mein Sohn musste meiner Miene wohl angesehen haben dass es mich ueberraschte, denn er kicherte hinter vorgehaltener Hand. „Du bist lustig Papa!” krähte er. „Hast du das nicht gewusst?”
Ich musste passen und schuettelte den Kopf, dass meine dunklen Locken nur so flogen.
„Nein!“
Tiia lachte nun auch ihr glockenhelles Lachen, das ich so an ihr liebe. Sie legte den kopf schief und strich ihren beiden Männern ueber die Haare. „Kommt erst einmal herein. Du auch, Janne. Ich habe essen gekocht und es soll doch nicht kalt werden.“ Sie geleitete uns hinein und schloss die gläserne Haustuere hinter uns.
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Mette  Star-Autor
     

Status: Offline Registriert seit: 28.12.2006 Beiträge: 716 Nachricht senden | Erstellt am 15.01.2007 - 13:43 |  |
3.
Ich stand am Bug der Fähre nach Hanko und liess mir den Wind durch die langen Haare wehen, die ich zwar mit einem bunten Tuch gebändigt hatte, von denen sich aber dennoch einige Strähnen gelöst hatten, die nun lustig vor sich hinflatterten.
Ich konnte es fast nicht glauben, fuhr ich doch in das Heimatland meines Bruders. Ich war aufgeregt, hatte er mir doch schon eine Menge erzählt und richtiggehend davon geschwärmt. Ich sollte bei einem guten Freund von ihm wohnen, denn er selbst hatte nur eine mässig grosse Wohnung und ich wollte es mir nicht zumuten – und er mir selbstverständlich auch nicht – auf der Klappchaiselongue im Wohnzimmer schlafen zu muessen. Und ein eigenes Bad wäre auch nicht verkehrt. Ich will nicht sagen, dass ich eitel wäre, aber eine Frau hat doch ihre Beduerfnisse.
Sobald ich mich einigermassen eingearbeitet habe – hatte ich schon erwähnt dass ich als Junior-Partnerin im Salpaus-Hotel einsteige? – werde ich natuerlich ein eigenes Haus zur Verfuegung gestellt bekommen, doch erstens ist das noch nicht beendet, man legt noch den Teakholzboden, uns zweitens soll ich mich in der ersten Zeit nicht um solch banale Dinge wie Innenausstattung kuemmern muessen, wobei ich zugestehen muss, dass ich auch hierfuer ein Händchen habe.
Ich habe bereits drei Wohnungen eingerichtet und man war sprachlos, das auch das eines meiner vielen Talente zu sein scheint. Fuer mich war es selbstverständlich meinen engen Freunden diesen Gefallen zu tun, und es hat mich nicht angestrengt.
Die Sonne schien wundervoll auf mein Gesicht herab und ich streckte es ihr entgegen, damit mich die erste Sommersonne des Jahres bereits etwas bräunen konnte. Auch wenn ich von natur aus eher einen milchigen Teint habe, so bräune ich doch sehr schnell und ebenmässig und es gibt nahezu nichts schöneres fuer mich, als auf einer Liege am Pool zu liegen und mich zu sonnen. Natuerlich liebe ich meine Arbeit ebenso sehr wie ein ruhiges Stuendchen in aller Ruhe, doch ich habe es bisher stets geschafft eine idealen Balance zwischen beidem zu finden. Meistens trage ich beim Sonnenbaden nur einen Bikini, so dass auch mein flacher Bauch gut gebräunt wird. Ich habe mir mit 14 Jahren ein dezentes Bauchnabelpiercing stechen lassen, das mittlerweile schon zu mir und meinem Körper dazugehört.
Ein Zittern durchfuhr mich auf einmal, als ich die Kueste am Horizont auftauchen sah. Das war also Finnland. Ich war aufgeregt und man sah es mir deutlich an!
4.
Manchmal fuehle ich mich einfach nur traurig und nicht von meinem Mann verstanden. Sicher, er sieht sehr gut aus und lässt es uns – seiner Familie – an nichts mangeln, dennoch vermisse ich es, von einem Mann in den Arm genommen zu werden und mit ihm ueber die Ereignisse des Tages sprechen zu können. Janne ist immer viel zu beschäftigt um sich Zeit fuer mich zu nehmen, sich welche nehmen zu können denke ich. Es gibt so viele Dinge die wichtiger sind, die ihm wichtiger sind. Ich als Ehefrau muss zurueckstecken. Aber er hat mir versprochen, dass wir wieder einen richtig schönen Urlaub zusammen haben werden, wenn der Sommer vorbei ist. So wie damals als wir auf die Seychellen geflogen sind. Dort hatten wir endlich einmal unsere Ruhe, niemand kannte ihn, er war ganz er selbst. Allerdings muss ich zugestehen, es war etwas befremdlich fuer ihn, sich frei bewegen zu können, und auch fuer mich, denn ich bin es gewöhnt, dass mein Mann von allen Seiten umschwärmt wird.
Ab und zu denke ich mir, ich habe ihn gar nicht verdient. Nicht, dass wir äusserlich nicht zusammenpassen wuerden, so wuerde ich es nicht sagen. Und als wir zusammengekommen sind, da war er auch innerlich noch ein ganz anderer. Schuechtern, verschlossen und geheimnisvoll. Ich musste ihn mir erst erobern und dann langsam Stueck fuer Stueck entpuzzlen, aber es hat sich gelohnt. Auch heute noch blitzt ab und an ein Teilchen des alten Janne auf, meistens, wenn wir zusammen nach dem Liebe machen irgendwo liegen und er anschmiegsam und schmusig wird. Dann erinnert er mich ganz an den Janne, den ich kennenlernte, als ich sechzehn gewesen bin. Er hat mir Blumen gebracht und kleine Salmiakpralinen, die ich damals so gerne mochte. Ich kann sie nicht mehr essen, weil ich davon zu sehr in die Breite gehe, aber wenn man jung ist, dann kuemmert einen das nicht so sehr. Erst wenn man älter wird und die Konkurrenz groesser. Aber das ist eine Sache, die geht mich eigentlich gar nichts an. Janne ist mein Mann und wird das bleiben. Auch wenn er ein Buch mit sieben Siegeln ist. Ich liebe ihn und habe ihn geheiratet. Komme, was wolle.
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Thea  Star-Autor
     

Status: Offline Registriert seit: 05.01.2007 Beiträge: 727 Nachricht senden | Erstellt am 15.01.2007 - 17:24 |  |
*g - schöner, unterschwelliger Spott in kleinen Dosierungen...
Du bist geflogen, sagst du?
Ich weiß wieder, warum ihc es offensichtlicher gemacht habe... 
Könnte vielleicht auch ncoh ein wneig mehr von dieser Unterschwelligkeit vertragen, zumindest der letzte Text. Der ist mir für eine Satire dann doch etwas zu ernst.
Signatur Some people think football's a matter of life or death - it's much more than that. |
Mette  Star-Autor
     

Status: Offline Registriert seit: 28.12.2006 Beiträge: 716 Nachricht senden | Erstellt am 15.01.2007 - 17:35 |  |
Ja ich glaube deswegen hab ich auch aufgehört. da wirds wohl komplexer und so. Wenn man weiß um wen es sich handelt wohl noch etwas mehr denke ich.
Jepp geflogen.Tschrmmmmmmmmmm ....
[Dieser Beitrag wurde am 15.01.2007 - 17:36 von Mette aktualisiert]
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moviemusician Moderator
         

Status: Offline Registriert seit: 29.12.2006 Beiträge: 531 Nachricht senden | Erstellt am 15.01.2007 - 22:06 |  |
Mir gefällt's... und wenn du statt Janne Ahonen einen beliebigen Fußballer unter 25 nehmen und das ganze bei FF.de reinstellen würdest, könntest du gaaanz viele Reviews kriegen 
Hach ja, so nebenbei Rechtswissenschaften - natürlich, wahrscheinlich steuert sie nebenbei auf ein Prädikatsexamen zu, macht ihr Examen schon nach dem 6. Semester und ist seit ihrer ersten Uni-Woche HiWi beim Prof. Wenn sie nicht gerade Janne verführt 
Signatur "He's a terrific player, a great guy... We're really close." - Wieso nicht gleich eine öffentliche Liebeserklärung, Stevie?
"Steven Gerrard is a brilliant midfield player with a lot of force and Xabi Alonso complements him perfectly." - even Ronaldinho noticed
J.F.T. 96 - YNWA
http://mira-miracle.livejournal.com/ |
Mette  Star-Autor
     

Status: Offline Registriert seit: 28.12.2006 Beiträge: 716 Nachricht senden | Erstellt am 16.01.2007 - 11:22 |  |
Ja wahrscheinlich. Aber ich kann da keinen anderen einsetzen weils dann nicht mehr passt. Außerdem hab ich von anderen nicht soviel ahnung dass ich es umschreiben könnte, deswegen hab ich es nur hier reingestellt. Es war ja auch fürn Skisprungforum gedacht.
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