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VeraTischbein ...
Garnele
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...   Erstellt am 18.11.2008 - 20:42Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Wohnung


Eine merkwürdig eingerichtete 4-Zimmer-Wohnung, den hohen Wänden nach zu urteilen wohl ein Altbau. Blickt man aus dem Fenster, kann man feststellen, dass man sich im dritten Stock eines unauffälligen Mehrfamilienhauses befindet, das an einer wenig befahrenen Einbahnstraße steht. Die vielen Hausdächer, über die man hinweg sehen kann, lassen darauf schließen, dass man sich in einer Großstadt befindet, welche, ist aber nicht auszumachen.

Das seltsame an der Einrichtung ist zum einen der Farbton - alles ist weiß oder grau - und zum anderen die Tatsache, dass hier jemand ganz offensichtlich etwas gegen Dekoration und überflüssigen Schnickschnack wie Blumenvasen, Bilder und Vorhänge zu haben scheint. Jedenfalls sehen so der Flur, die Küche, das Bad und eines der beiden Schlafzimmer aus - bei dem anderen sowie dem Wohnzimmer stößt man dagegen auf eine völlig andere, buntere Stilrichtung.





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VeraTischbein ...
Garnele
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...   Erstellt am 18.11.2008 - 21:00Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Mit einer schnellen, gut geübten Bewegung band Vera ihr blondes, von grauen Strähnen durchzogenes Haar zu einem Knoten im Nacken, damit es ihr ja nicht ins Gesicht fallen konnte. Einen Moment lang musterte sie sich selbst in dem hohen Spiegel an ihrer Schrankwand, und was sie sah, machte sie zufrieden: Sicherlich, die Falten um ihren Mund herum und an der Stirn waren recht ausgeprägt, aber sie machte dadurch einen viel strengeren Eindruck – wobei das graue Kostüm sehr hilfreich war. Zufrieden stimmte sie auch die praktische Möbelierung in ihrem Schlafzimmer, die schlicht war und ohne jeglichen Firlefanz auskam, für den sie so wenig Verständnis aufbringen konnte. Nun, sie hatte gar keine Zeit, sich länger damit auseinander zu setzen, es war wohl an der Zeit, sich in die Küche zu begeben...

Einmal durch die Tür, ein paar Schritte den Flur entlang und schon war sie angelangt. Schweigend befahl sie mit dem Zauberstab einer Kanne, Kaffee zu zu bereiten, um sich dann mit missbilligender Miene an den Tisch zu setzen. Wie nicht anders zu erwarten, schien Albhart noch zu schlafen; es war wirklich ein Kreuz mit ihm als Ehemann. Musste man erwähnen, dass sie nicht viel für ihn übrig hatte? Die getrennten Schlafzimmer sprachen ohnehin dafür.





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AlbhartMansfeld 
Sprotte
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...   Erstellt am 18.11.2008 - 21:20Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Albhart erwachte, als er seine Frau im Haus herumhantieren hörte. Es war im Grunde jeden Tag dasselbe. Sie konnte einfach nicht lange schlafen und sie konnte ihn genauso wenig lange schlafen lassen. Albhart hatte sich daran gewöhnt und ließ sich Zeit, um aus dem Bett zu kommen und sein Schlafzimmer in Richtung Bad zu verlassen.

Manchmal, wenn er durch den Flur seiner Wohnung lief, hatte er das Gefühl, sie würden in einer geschlossenen Anstalt leben, so steril wie vieles wirkte. Am Anfang ihrer Ehe hatte er versucht, den einen oder anderen persönlichen Akzent in ihrer Wohnung zu setzen, doch bis auf das Wohnzimmer, das ohnehin er mehr bewohnte als Vera von Mansfeld, war er kläglich gescheitert. In diesem Haus hatte seine Frau das Sagen und seine Frau mochte keinen überflüssigen Schnickschnack.

Albhart duschte, putzte sich die Zähne und zog seine schlichte dunkle Robe über. Ein Blick in den Spiegel zeigte ihm einen mehr bedrohlich übergewichtig wirkenden Zauberer Ende Vierzig mit roten Haaren und schleichenden Geheimratsecken. Er mochte Spiegel nicht. Er hatte sie noch nie gemocht.

Albhart seufzte stumm und ging hinüber in die Küche. Je eher er frühstückte, desto eher kam er aus dem Haus. Er hatte gewusst, dass es nicht leicht werden würde, mit Vera eine Ehe zu führen. Aber wenn die Wahl gewesen war, alleine zu leben oder mit einem anderen Menschen, war Vera auf einmal eine ganz gute Wahl gewesen. Sie mochte ständig an ihm Herumnörgeln, aber sie hatte ihn geheiratet. Vermutlich, weil er ihr einen gut bezahlten Beruf als Professor der Arithmantik and er Blocksberg-Universität vorweisen konnte und ihr all die Dinge kaufte, die sie gerne haben wollte - vor allem Bücher...teure Bücher. Vielleicht gab es aber auch einen anderen Grund, der sich Albhart nicht erschloss.

"Guten Morgen, Vera", begrüßte er seine Frau und bemühte sich, freundlich zu wirken auch wenn ihr Gesicht eine Begrüßung der unangenehmen Art zeigte. Hoffentlich hatte er heute noch nichts falsch gemacht, außer nicht vor ihr aufgestanden zu sein. Hatte er die angebrochene Packung Schokoladentafeln im Wohnzimmer stehen gelassen? Oder hatte sie bemerkt, dass er in den Gefrierschrank schon wieder zwei Packungen Karamell-Knistereis gelegt hatte, obwohl sie ihm Süßigkeiten streng verboten hatte?





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VeraTischbein ...
Garnele
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...   Erstellt am 19.11.2008 - 17:34Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Kaum war ihr Kaffee fertig und dampfte aus ihrer Tasse (was Vera störte), konnte sie hören, wie Albhart durch die Wohnung ging, was ihre Laune auch nicht gerade hob. Wieso war sie noch mal so blöd gewesen, ihn zu heiraten? Ach ja: Sie musste an jemanden ihre Aggressionen auslassen, der sie nicht feuern oder anzeigen konnte wie beispielsweise ihr Chef; und außerdem verdiente er nicht schlecht, was man von ihr nicht behaupten konnte – sicher, sie war sehr ehrgeizig und intelligent, aber wegen ihrer Art wurde sie bei Beförderungen oft übergangen und man hatte ihr bereits zweimal gekündigt, was sich bei den darauf folgenden Bewerbungsgesprächen natürlich wenig positiv ausgewirkt hatte. Aber ihrer Meinung nach war sie an nichts von all dem Schuld, sondern die Dummheit der restlichen Menschheit. Im Grunde hatte sich ihre Einstellung seit ihrer Kindheit nicht mehr großartig verändert, worauf sie stolz war und was ansonsten nur verabscheuenswert war. Und da war er schon, der Herr von Mansfeld, mit einer freundlichen Begrüßung, die mehr als fehl am Platz war.

Statt etwas zu antworten schnaubte sie nur abfällig und starrte weiterhin missmutig in die braune Flüssigkeit. Sie hatte nicht vor, etwas zu essen (sie aß morgens nie) und den Kaffee wollte sie eigentlich auch nicht, nur wusste sie genau, was Albhart am liebsten in sich hinein stopfen würde, wenn sie nicht aufpassen würde. Es ging ihr nicht um seine Gesundheit – die war ihr egal – sondern darum, dass sie sich eben ab und zu doch mit ihm sehen lassen musste beziehungsweise es ja einigen Leuten bekannt war, dass sie verheiratet waren. Er war übergewichtig genug (sie war untergewichtig, aber das fiel ihr nicht auf), es war bereits peinlich mit ihm. „Wenn du widerliche Gummibärchen kaufst, solltest du nicht so blöd sein und die Quittung in deiner Jackentasche lassen.“, riet sie voll Sarkasmus.





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AlbhartMansfeld 
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...   Erstellt am 20.11.2008 - 22:23Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Oh...sie hatte also etwas gefunden. Natürlich hatte sie etwas gefunden. Vera würde immer etwas finden. Sie war sehr penibel. Albhart musste ihr das als positive Eigenschaft zugestehen und er versuchte immer, positive Eigenschaften an seiner Frau zu finden. Er hatte überhaupt immer versucht, positive Dinge all das negative überlagern zu lassen, schon zu Schulzeiten. Albhart war zu harmoniesüchtig, um wirklich gegen jemanden aufzubegehren oder schlechtes in ihm zu sehen.

"Das...tut mir leid, Vera", meinte er geknickt und nahm sich ebenfalls einen Kaffe. Ob ein Knäckebrot mit Käse wohl in ihren Augen wohl gnädig als ein gutes Frühstück durchgehen würde? Er musste irgendetwas essen, bevor er an die Uni flohpulverte. Er würde sonst sicher umkippen, bevor er seine erste Vorlesung halten würde und danach Brunchen konnte. "Es war" - Unglücklicher Weise konnte er noch immer nicht wirklich lügen - "keine Absicht. Es ist so über mich gekommen." Oh, ja, Albhart von Mansfeld war der perfekte Pantoffelheld...





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