<Alfred> unregistriert
| Erstellt am 11.01.2005 - 10:22 |  |
Wo sind die Stunden
Wo sind die Stunden Der süßen Zeit, Da ich zuerst empfunden, Wie dein Lieblichkeit Mich dir verbunden? Sie sind verrauscht. Es bleibt doch dabei, Daß alle Lust vergänglich sei.
Das reine Schmerzen, So mich ergetzt Und in dem tiefen Herzen, Sein Merkmal eingesetzt, Läßt mich in Schmerzen, Du hast mir mehr als deutlich kund getan, Daß Freundlichket nicht ankern kann.
Das Andenken Der Zuckerlust Will mich in Angst versenken Es will verdammte Kost Uns zeitlich kränken. Was man geschmeckt und nicht mehr schmecken soll, Ist freudenleer und jammervoll.
Empfangne Küsse, Ambrierter Saft, Verbleibt nicht lange süße Und kommt von voller Kraft; Verrauschte Flüsse Erquicken nicht. Was unsern Geist erfreut, Entspringt aus Gegenwärtigkeit.
Ich schwamm in Freude, Der Liebe Hand Spann mir ein Kleid von Seide; Das Blatt hat sich gewandt, Ich geh im Leide, Ich wein itzund, daß Lieb und Sonnenschein Stets voller Angst und Wolken sein.
Christian Hofmann von Hofmannswaldau
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