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...   Erstellt am 15.03.2006 - 14:58Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Wir essen uns krank

Übergewicht hat sich zur neuen Volksseuche entwickelt
Von Franz Alt


"Was bringt den Doktor um sein Brot?
a - die Gesundheit b - der Tod

So hält er uns, auf dass er lebe,
zwischen beiden in der Schwebe."


Eugen Roths Ärztelästerung gilt auch für die heutigen Mediziner: Sie wissen von vielem etwas, aber fast nichts über das Wichtigste für unsere Gesundheit, nämlich über gutes und richtiges Essen für ein lustvolles und langes Leben. Die Ärzteausbildung in Deutschland und Europa sieht den Zusammenhang zwischen gesundem Essen und Gesundheit so gut wie nicht und lehrt ihn auch nicht. Deshalb konnte sich unsere Landwirtschaft zu einer Chemie-Landwirtschaft entwickeln, und deshalb konnte die frühere Lebens-Mittel-Produktion zu einer Nahrungs-Mittel-Produktion verkommen, deren Produkte zwar satt machen, aber immer weniger Mittel zum Leben sind.

Lebendiges ist kaum noch in ihnen enthalten. "Masse statt Klasse", "Hauptsache satt" und "Hauptsache billig", heißt das Motto der Nahrungsmittelproduktion. Hauptsächlich deshalb steigen die Gesundheitskosten, die eigentlich Krankheitskosten sind, ins Unbezahlbare. Jede neue Gesundheitsministerin weiß davon ein Lied zu singen.

Vergessen wurde die Grunderkenntnis jeder Biologie: Nur Leben kann Leben weitergeben. Der Begründer der traditionellen ayurvedischen Medizin in Indien, Caraka Samhirta, hat vor 2100 Jahren gelehrt: "Allein durch gute Nahrung gedeiht der Mensch, schlechte Nahrung hingegen ruft Krankheit hervor." Voraussetzungen für die Gesundheit aller Lebewesen sind gesunde Böden, gute Luft und sauberes Wasser. Der griechische Arzt Hippokrates schon 400 Jahre vor Samhirta:

"Eure Lebensmittel sollen eure Heilmittel sein, und eure Heilmittel sollen eure Lebensmittel sein."

Wir müssen zurzeit in Deutschland jedes Jahr 75 Milliarden Euro für Gesundheits-Reparatur-Kosten wegen falscher Ernährung ausgeben. Das heißt: Wir essen uns krank. Rund die Hälfte der Deutschen hat Übergewicht - sogar schon jedes dritte siebenjährige Kind. Das Deutsche Institut für Ernährungsmedizin und Diätetik in Berlin sagt voraus, dass falsche Ernährung in Zukunft verstärkt tödliche Krankheiten verursachen wird. Die Berliner Wissenschaftler: "Zurzeit sind 64 Prozent der Todesfälle in Deutschland direkt oder indirekt auf Krankheiten zurückzuführen, die durch falsche Ernährung bedingt sind." Die häufigsten Folgen falscher Ernährung seien Herz-Kreislauf-Erkrankungen (39,4 Prozent) gefolgt von Karies (24,2 Prozent). Allein diese beiden Krankheiten verursachen jedes Jahr 75 Milliarden Euro. Und Übergewicht habe sich zur Volksseuche entwickelt. Eine der Hauptursachen der falschen Ernährung und ihrer erschreckenden Folgen ist die Liebe zu Fastfood. Wir essen zu viel, zu schnell, zu fett und zu süß.

Was wir heute essen, hat Auswirkungen auf unsere Gesundheit noch in 30 Jahren, sagte der Arzt und Vater der deutschen "Ernährungsberater" Dr. Max Otto Bruker. Mit seiner langjährigen Erfahrung als Chefarzt mehrerer Krankenhäuser war Bruker davon überzeugt, dass die ihrer Vitalität beraubte Ernährung fast alle Zivilisationskrankheiten bedingt oder mitverursacht, hauptsächlich Krebs, Herz- und Kreislauf-Erkrankungen sowie Rheuma. Dr. Bruker – er starb im Januar 2001 – sagte am Ende seines langen Lebens:

"Es ist ein tragisches Kapitel menschlicher Geschichte, dass der Mensch sich so weit hat beeinflussen lassen, dass er der Nahrung umso mehr traut, je unnatürlicher und künstlicher sie ist - und dass er sich das Misstrauen zu allen Lebensmitteln, wie sie die Natur uns beschert, so fest hat einpflanzen lassen, dass er eher zu Grunde geht, als diese Haltung aufzugeben. Dass er dieses Misstrauen zur Schöpfung selbst nicht als Unrecht und widersinnig empfindet, ist ein Zeichen dafür, wie weit er sich durch ständige Fehlinformationen seinen Instinkt hat nehmen lassen." Kaum etwas verändern wir so langsam wie unsere Essensgewohnheiten. Aber langsam und sicher verändern Essensgewohnheiten uns.

Die McDonald’s-Kultur unserer Zeit präpariert eine gesundheitliche und finanzielle Zeitbombe: Was wir damit der heutigen jungen Generation durch Verabreichen von toter Nahrung antun, ist gesundheitlich nicht zu verantworten und die Krankheitskosten dafür werden schon in wenigen Jahrzehnten nicht mehr zu bezahlen sein.

Ein positives Beispiel: Früher galt das "Waldviertel" als das Armenhaus Österreichs. Doch das hat sich gründlich geändert, obwohl hier noch 25 Prozent der Bevölkerung in der Land- und Forstwirtschaft beschäftigt sind. Fast alle wirtschaften ökologisch. Das "Waldviertel" gilt heute als das Delikatessengeschäft Europas. Eine geglückte Verbindung von nahezu 100 Prozent ökologischem Landbau, sozialverträglichem Tourismus, unzerstörter Natur, gesunder Küche und dem Bekenntnis zur eigenen kulturell-religiösen Tradition hat das "Waldviertel" inzwischen zu einem touristischen Geheimtipp, zur europäischen Musterregion und zu einem Prototyp für ein ländliches ökologisches Wirtschaftswunder werden lassen.

Das "Waldviertel" in Österreich ist die erste komplette Öko-Region Europas - die Umstellung der gesamten Region auf "Bio" hat ökonomische, ökologische und soziale Vorteile gebracht. Voraussetzung für diese Entwicklung war freilich, dass sich schon 1992 bei Umfragen über 90 Prozent der österreichischen Bevölkerung für eine Ökologisierung der Landwirtschaft ausgesprochen haben.

Ein Biobauer erzählte mir diese Geschichte: Er verkaufe seine Biolebensmittel in seinem Hofladen. Eines Tages kommt eine Frau zu ihm und verlangt Bio-Möhren. Er sieht aber, dass sie in ihrer Aldi-Tasche schon herkömmlich angebaute Möhren hatte. Neugierig geworden fragt er: "Warum wollen Sie denn meine teuren Biomöhren - Sie haben doch in Ihrer Tasche schon billige Aldi-Möhren?" Die Kundin sagte: "Wissen Sie, wir haben einen Hasen zu Hause, und der frisst nur Biomöhren. Meine Familie bekommt die Aldi-Möhren." Was lehrt uns diese Geschichte? Hasen würden Bio kaufen!




Quelle


[Dieser Beitrag wurde am 15.03.2006 - 15:00 von lebenslust aktualisiert]





Signatur
Andre Voigt, Gesundheitsberater für Zellular Medizin
Repräsentant des AEVU (Allg. Europ. Verbund f. Umweltschutz )
Freiberger Strasse 1, 09544 Neuhausen
Tel: 037361 14836 oder 49991 Fax: 037361 15786 mobil: 0173 378 25 18
Home , AEVU Zukunfts-Allianz ; Zukunftsreport


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