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HausMaranatha ...



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...   Erstellt am 26.08.2007 - 11:30Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


In einem konkreten Fall wird die Frage gestellt, ob das vorhandene Personal ausreichend ist oder nicht. Die Grunddaten für Sachsen sind folgende:

Pfl.St. 1 wird die BW Anzahl durch 4,65 gerechnet
Pfl.St. 2 wird die BW Anzahl durch 3,00 gerechnet
Pfl.St. 3 wird die BW Anzahl durch 2,00 gerechnet

Würde also als Bsp.ergeben 1o*1= 2,15 MA, 16*2= 5,33 MA u. 3*3=1,5 MA zusammen sind das 8,98 MA. Nun die Frage:

Sind die 8,98 MA alles 100 % MA?

Im konkreten Fall stehen folgende MA zur Verfügung:
4 PFK zu 100%
1 PFK zu 50%
1 PH zu 100 %
2 PH zu 80 %
1 PH zu 60 %
1 Azubi zu 100%

Könnt ihr mir hier bitte weiterhelfen? Wir sind im Spätdienst nur zu 2.

Vorhanden sind 100 % = 8,98 Planstellen (das sind immer Vollzeitstellen). Der Bedarf bezieht sich auf die gesamte Einrichtung einschließlich PDL und Nachtwachen! Entsprechend der augenblicklichen Rechtsprechung sind mindestens 5 Planstellen an Fachkräften vorzuhalten, der Rest kann, wenn er unter 50 % der Gesamtstellen liegt durch ungelernte Kräfte abgedeckt werden, soweit die Fachkräfte als ausreichend bezeichnet werden können.

In deinem Beispiel sind von den 8,98 Planstellen 5 Planstellen mit Fachkräften zu besetzen, verbleiben für Ungelernte noch 3,98 Planstellen.

Für die Nachtwache sind mindestens je eine Fachkraft erforderlich, so daß für den Tagdienst noch 3 Fachkräfte zur Verfügung stehen. Die PDL wird mit ca. 0,2 Planstellen für leitende Aufgaben und mit 0,8 Planstellen in der Pflege berechnet. Somit sind in jeder Tagschicht 1,4 Planstellen mit Fachkräften besetzt. die Ungelernten verteilen sich mit je 1,99 (2) Planstellen auf den Tagdienst.

Da in den meisten Einrichtungen die grundpflegerischen Tätigkeiten in aller Regel im Frühdienst erledigt werden, wird die Verteilung der Pflegekräfte wohl so geregelt sein, daß 1,8 Planstellen Fachkräfte und 1 Planstelle Ungelernte - zusammen also 2,8 Planstellen (3 Mitarbeiter) - im Frühdienst arbeiten und 1 Planstelle Fachkraft mit 1 Planstelle Ungelernte - zusammen also 2 Planstellen (2 Mitarbeiter) im Spätdienst.

Bei dieser Besetzung darf kein Mitarbeiter Urlaub machen oder krank werden, wenn nicht eine gefährliche Pflege die Folge sein soll. Begründung:

In Pflegestufe 1 liegt der pflegerische Bedarf zwischen 45 und 119 Minuten. Der realistische durchschnittliche Aufwand bei gesetzeskonformer aktivierender Pflege liegt bei 67 Minuten. 10 *67 Minuten = 670 Minuten oder 7 Stunden und 10 Minuten.

In der Pflegestufe 2 liegt der pflegerische Bedarf zwischen 120 und 240 Minunten. Der realistische durchschnittliche Aufwand bei gesetzeskonformer aktivierender Pflege liegt bei 184 Minuten. 16*184 Minuten = 2.944 Minuten oder 49 Stunden und 4 Minuten.

n der Pflegestufe 3 liegt der pflegerische Bedarf zwischen 240 und 1.440 Minunten. Der realistische durchschnittliche Aufwand bei gesetzeskonformer aktivierender Pflege liegt bei 360 Minuten. 3*360 Minuten = 1080 Minuten oder 18 Stunden.

Hieraus ergibt sich ein verfügbarer pflegerischer Gesamtbedarf von täglich 74 Stunden und 14 Minuten. Da der übliche pflegerische Bedarf am Tag höher liegt als in der Nacht, ist von einer realistischen Verteilung von 70 % am Tag und 30 % in der Nacht auszugehen.

In der Nacht werden pflegerisch 22 Stunden und 16 Minuten benötigt, oder bei einer Schichtlänge von 10 Stunden 2,2 Planstellen, bei einer Schichtlänge von 8 Stunden 2,78 Planstellen.

Im Tagdienst werden pflegerisch 52 Stunden benötigt, oder bei einer Schichtlänge von 6,5 Stunden 8 Planstellen, bei einer Schichtlänge von 8 Stunden 6,5 Planstellen.

Von den vorhandenen 8.98 Planstellen entfallen zwingend mindestens 2,2 Planstellen auf die Nacht, sodaß für den Tagdienst noch 6,78 Planstellen verfügbar wären. bei einer Schichtlänge von 8 Stunden würden diese Planstellen gerade noch ausreichen. Bei einer Schichtlänge von 6,5 Stunden fehlen definitiv 1,5 Planstellen.

Achtung! Ändern sich die realen Verhältnisse nach oben oder unten, werden also mehr oder weniger Stunden benötigt, erhöht oder senkt sich auch der Personalbedarf. Hierbei ist zu beachten, daß kurzfristige Veränderungen in der Regel mit dem bestehenden Personalstand ausgeglichen werden, bei längerfristiger Veränderung eine Anpassung erforderlich ist.

Johannes

[Dieser Beitrag wurde am 26.08.2007 - 13:24 von HausMaranatha aktualisiert]





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