Wege aus der Essstörung - das Forum für eine tolerante und offene Diskussion rund um das Thema und Erfahrungsaustausch über Wege aus der ES. ************************************************************************************************************************************************************************************************************************************* Wir freuen uns auf einen regen Austausch mit Esssüchtigen, die auf dem Weg aus der Esssucht sind und mit ehemaligen Esssüchtigen, die dabei sind nach dem psychischen jetzt auch den körperlichen Ballast abzuwerfen. Wir wollen uns gegenseitig auf diesem Weg unterstützen. Führt Euer Online-Tagebuch bei uns, gebt Euch gegenseitig Tipps und Tricks und Feedback zu dem, was bei Euch so läuft. Gemeinsam sind wir stark!!

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Solitude ...
Vorsicht - Freigeist :-))
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...   Erstellt am 14.03.2006 - 15:18Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


In meinem Leben haben sich viele Dinge drastisch verändert.
Der Auslöser dafür liegt alleine in meiner veränderten Selbstwahrnehmung und der veränderten Wahrnehmung meiner Umgebung.

Vor der Therapie war mein Selbstbild und das von meiner Umwelt:

  • Ich muss mich anstrengen - besser sein als andere - damit ich mir Anerkennung und Zuneigung "verdiene"

  • Ich verdiene keine Liebe, ich bin kein liebenswerter Mensch

  • Wenn ich etwas gut gemacht haben will, muss ich es selber machen.

  • Alles, was ich mache, muss 150%ig sein damit es gut ist.

  • Über Familienangelegenheiten redet man nicht mit Außenstehenden.



Heute weiß ich:
  • Ich muss mir Zuneigung nicht über Leistung verdienen. Liebe und Freundschaft sind Geschenke, die man einfach so bekommt.

  • Ich verdiene Liebe und bin ein liebenswerter Mensch

  • Ich kann Arbeiten delegieren und von anderen erledigen lassen und es ist trotzdem gut getan.

  • Ich habe ein Anrecht auf Freizeit und Urlaub und darf es mir richtig gut gehen lassen.

  • Mit einem Arzt oder Therapeuten darf (kann und soll) man über Familienangelegenheiten reden, wenn diese Dinge einen belasten.



Ich wünsche Euch - Schritt für Schritt - dass ihr diese Erfahrungen auch machen könnt.

Die veränderten Wahrnehmungen führen zu verändertem Verhalten.
Heute kann ich Arbeiten delegieren und mir den Freiraum verschaffen, den ich brauche.
Heute kann ich die Liebe meines Mannes erst wirklich sehen (weil ich mich selber erst jetzt richtig wahrnehme...) und sie wertschätzen.
Heute kann ich für mich und meinen Körper sorgen und fühle mich in meiner Haut wohl

Ach ja, und ich habe einiges abgenommen...aber das ist bei weitem nicht das Wichtigste in dieser ganzen Liste

Liebe Grüße und genießt die Sonnenstrahlen

Soli





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Der Weg zu mir selbst war der schwerste, den ich je gegangen bin aber auch der lohnendste, weil er mich auch zu Dir geführt hat.
(von mir für Dich )

Sunny 
on her way to the sunny side of life...
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...   Erstellt am 16.03.2006 - 22:22Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Eine beeindruckende Liste, Soli

Das mit dem Arbeiten auch mal delegieren können und nicht immer alles hundertfünfzigprozentig machen zu wollen, da muss ich noch dran

Aber ich arbeite dran




Sunny 
on her way to the sunny side of life...
............



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...   Erstellt am 02.05.2006 - 02:25Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich verdiene Liebe und bin ein liebenswerter Mensch...ich bin dabei diesen Punkt zu kapieren




Solitude ...
Vorsicht - Freigeist :-))
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...   Erstellt am 02.05.2006 - 07:18Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Wie schön!!!
Du machst eine so positive Entwicklung durch im Moment, ich freue mich sehr für Dich





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Der Weg zu mir selbst war der schwerste, den ich je gegangen bin aber auch der lohnendste, weil er mich auch zu Dir geführt hat.
(von mir für Dich )

Omega ...
bleibt ein Weilchen...
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...   Erstellt am 02.05.2006 - 16:25Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Interessanter Weise interessieren mich die Meinungen fremder Leute auf der Strasse nicht mehr. Hab ich einen "schlechten" Tag, sehe ich zwar ihre Blicke, bzw. nehme diese wahr, aber das schlägt dann bei mir eher in Richtung Aggression um. Nicht so wie früher, wo ich in solchen Situationen am liebsten den nächsten Gullideckel gehoben und mich verkrochen hätte.

Bei Menschen, die ich kenne, wird es dann schon komplizierter
Die "klopfe" ich auf ihre Bedürfnisse ab und dränge mich regelrecht auf - und dann hänge ich in der Ecke, wenn jedermann mein "Angebot" animmt und ich leer und ausgelaugt bin.

Deshalb klappen diese Punkte:

# Ich muss mir Zuneigung nicht über Leistung verdienen. Liebe und Freundschaft sind Geschenke, die man einfach so bekommt.

# Ich verdiene Liebe und bin ein liebenswerter Mensch


noch nicht so ganz


(Obwohl ich für mich und im Grunde genommen weiß, daß ich Liebenswert bin)





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Grade weil wir alle in einem Boot sitzen, ist es schön, daß nicht jeder auf meiner Seite steht.

Solitude ...
Vorsicht - Freigeist :-))
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...   Erstellt am 02.05.2006 - 19:47Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Aggression, die sich nicht mehr gegen Dich richtet ist prinzipiell schon mal besser
Ich kann absolut nicht mitreden was das "blöd angemacht" werden angeht, weil ich selbst in meinen dicksten Zeiten so etwas (glücklicherweise) nie erlebt habe.
Rückblickend würde ich sagen, dass es auch sehr viel mit dem eigenen Auftreten zu tun hat. Ich habe sicher nie wie ein leichtes Opfer gewirkt.
Es gibt da auf jeden Fall einen Zusammenhang. Deshalb wird z.B. auch Frauen geraten selbstbewusst mit geradem Rücken, mit weit ausgreifenden festen Schritten durch dunkle Parkhäuser zu gehen, um etwaige Angreifer gar nicht erst durch verschüchtertes Auftreten zu ermutigen.

Und was die Blicke anderer Menschen ganz im Allgemeinen angeht: der Mensch ist so gestrickt...er schaut gerne, er lästert gerne...über Menschen, die etwas haben, das anders oder auffällig ist.
Wenn das Selbstbewusstsein eines Menschen gesund ist, steht er da insofern darüber als er weiß, dass dieses "Schauen" nicht ihm ganz persönlich gilt sondern eher allgemeiner, neugieriger Natur ist.
Wenn das Selbstbewusstsein im Keller ist, verletzt jeder Blick als persönliche Kritik. Jede Lästerei wird ebenfalls als persönlicher Angriff gewertet.

Eben dieses mangelnde Selbstwertgefühl führt auch dazu, dass man sich durch Perfektionismus im Job (besser sein als alle anderen...), durch besondere Freundschaftsleistungen (wenn ich immer da bin, alles für andere mache, dann mögen sie mich...), die Anerkennung verschaffen will, nach der man (früher als Kind) so lange vergeblich gesucht hat.

Die Ursachen für das schlechte Selbstbild, das mangelnde Selbstwertgefühl liegen fast immer in der Kindheit und können durch Therapie meistens aufgelöst werden, wenn man sich den Ursachen stellt.
Der Nachreifungsprozess, in dem man lernt, sich als erwachsenen Menschen selbst wertzuschätzen und das "innere Kind" zu schützen ist Voraussetzung in der Überwindung der ES, da auch diese (meiner Meinung nach) eine gegen sich selbst gerichtete Aggressionsstörung ist.

Und in der Therapie kann dann die Erkenntnis, dass man ein liebenswerter Mensch ist auch vom Kopf in den Bauch sacken und dann wirklich gelebt werden.





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