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jenn ...



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...   Erstellt am 03.02.2007 - 01:00Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Sorry, ich weiß nicht ob ich ob ich hier richtig bin.
Eigentlich mag ich das Wort Messie nicht gerade und bei meiner Familie geht es auch nicht um Verwahrlosung oder Vermüllung, Problem ist das zwanghafte Sammeln und nicht wegwerfen können bei meinem Vater. Ähnlich wie ich will er immer mehr perfekt machen und räumen als möglich ist. Ich bin damit großgeworden, dass man nicht mal eben Besuch bekommen kann und hatte auch so meine eigenen Schwierigkeiten, als ich später selber eine Wohnung hatte. Bei meinem Vater sind es hauptsächlich Prospekte, er trägt jeden Tag einen Haufen mit nach Hause und sortiert sich kaputt. Meine Mutter stichelt wie immer und macht ihm Vorwürfe, was ihn wiederrum noch sturer werden lässt. Dabei ist sie selber in sehr vielem nicht anders. Naja, sie überredet mich jedenfalls ständig dazu vorbeizukommen und "aufzuräumen", wenn keiner da ist, weil sie es nicht mehr aushält und nicht mehr kann vor Verzweiflung. Aber jeder Raum, den ich freiräume ist kurz darauf wieder zugebaut. Jetzt soll ich meinem Vater anfangen die Vorwürfe zu machen, aber das schaff ich irgendwie nicht.
Ich weiß nicht, wie ich ihnen noch helfen soll. Was würdet ihr tun?

[Dieser Beitrag wurde am 03.02.2007 - 01:31 von jenn aktualisiert]





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Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist.

freeda 



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...   Erstellt am 03.02.2007 - 02:38Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Kenn ich gut, Jenn, bin selbst ein verkappter Messie und muß mich manchmal ziemlich heftig zusammenreißen, damit es nicht ausartet.
Erst mal hör auf, daß DU aufräumst. Mach es mit Deiner Mama gemeinsam. Aufräumen kann man nur lernen, indem man es selbst tut. Nehmt Euch anfangs nur einen Teilbereich der Wohnung vor - ein Zimmer oder auch nur einen Schrank, Hauptsache ein Anfang - der komplett leer geräumt wird. Dann nehmt jedes Teil in die Hand und sie soll sich folgende Fragen stellen:
1. Finde ich das Teil besonders schön oder besonders nützlich?
2. Habe ich es die letzten zwölf Monate gebraucht?
3. Werde ich es die nächsten zwölf Monate brauchen?
4. Was würde schlimmsten Falls passieren, wenn es nicht mehr da wäre?
Nach eigener Erfahrung wird sie 100e von Ausreden finden, das Zeug zu behalten, aber man muß die Sache rational sehen. Und das ist Dein Part. Spiel das Gewissen. Das kann teilweise recht hart werden. Vielleicht auch nicht, wenn ihr Leidensdruck schon so groß ist, daß sie Dich um Hilfe ruft. An die entrümpelten Möbel klebst Du ein Pappschild "Krempelfreie Zone". Hört sich lächerlich an, hilft aber. Kommt Besuch, werden die Schilder natürlich abgenommen.

Mit Deinem Paps würd ich an Deiner Stelle schon mal reden. Ich hatte einige Jahre den Spleen, Reiseprospekte zu sammeln. Jeden Kontinent, jeweils von verschiedenen Anbietern und gleich über mehrere Saisonen hinweg. Bildete mir ein, das brauch ich, um Preise zu vergleichen. Das Zeug wucherte nur so im Laufe der Zeit. Es war total irrational von mir. Ich hatte z.B. nie die Absicht, nach Australien zu fliegen, aber trotzdem hob ich die Prospekte auf.
Was für eine Art Prospekte sammelt Dein Papa? Manche sind bestimmt schon veraltet, die könnte er als erstes aussortieren für den Anfang. Jede Firma hat normalerweise eine Internetseite, wo Waren und Dienstleistungen dargestellt werden. Zeig ihm das mal.
Noch schwerer wird sein ihm zu verdeutlichen, daß er aussortieren und mit dem Sammeln aufhören muß. Sag ihm dezent, daß die Familie darunter leidet. Sammler kleben normalerweise wie Pattex an dem gesammelten Krempel.




Quirie ...
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...   Erstellt am 03.02.2007 - 12:38Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Das scheint mir weniger ein Ordnungsproblem zu sein als ein Problem in der Ehe Deiner Eltern.

Versuche Dich zu erinnern, wie es in Deiner Kindheit war. Ob Du da auch ständig in die Auseinandersetzungen Deiner Eltern hineingezogen wurdest. Das solltest Du schnellstens abstellen und Deiner Mutter liebevoll, aber deutlich klarmachen, dass Du ihr so, wie sie es sich vorstellt, nicht helfen kannst. Nur dann wird sie sich vielleicht wirkliche Hilfe suchen, beispielsweise bei einer Eheberatung oder einem psychologischen Dienst.
Du kannst es nämlich wirklich nicht, denke ich.

Und noch eine Frage, wie alt sind Deine Eltern? Du wirst sie kaum noch groß ändern können.
Möglicherweise ist es tatsächlich auch der Anfang eines gesundheitlichen Problems.Du könntest mit dem Arzt Deiner Eltern darüber sprechen.

Und denke auch daran, dass Ordnung ein relativer Begriff ist. Was dem einen als Unordnung erscheint, braucht der andere, um sich wohlzufühlen.

LG Quirie





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Wolf, Amaroq, zum Vater nehme ich dich. Meine Füße laufen, weil du bist.
Mein Herz schlägt, weil du bist. Lieben kann ich, weil du bist.(aus "Julie von den Wölfen", Jean Craighead George)

jenn ...



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...   Erstellt am 03.02.2007 - 13:39Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Sie sind 52 und 57. Leider weiß ich, dass sich meine Eltern keine andere Hilfe holen würden. Meine Mutter geht so lange ich denken kann zu keinem Arzt, aus Überzeugung, dass sie dann erst recht richtig krank wird.
Eheberatung oder Psychologen lehnen sie ab, genauso wie eine Trennung.
Die Situation zwischen den beiden war schon immer sehr angespannt und ich habe versucht das nie zu sehr an mich rankommen zu lassen. Mit den Jahren wurde es immer krasser und hätten sie jetzt nicht ihren Enkel gäbe es für sie keine Hoffnung im Leben, habe ich oft das Gefühl.
Mit ihnen zusammen aufräumen war für mich bisher Horror und die Diskussionen zu anstrengend, aber ich muss wahrscheinlich anders rangehen!





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Quirie ...
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...   Erstellt am 04.02.2007 - 14:03Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


jenn schrieb

    .........
    Mit ihnen zusammen aufräumen war für mich bisher Horror und die Diskussionen zu anstrengend, aber ich muss wahrscheinlich anders rangehen!


Das ist, finde ich, ein sehr guter Gedanke. Auch wenn es zuerst schwer sein wird, denn sie werden zunächst nicht verstehen, dass Du in diesem Beziehungsmuster nicht mehr mitmachst. Aber Du schaffst das schon. Hast ja Deinen Kleinen.

Ich drücke Dir die Daumen.

Und....57 ist so alt noch nicht.

So alt bin ich selbst. Da kann man seinen Haushalt noch ganz gut in Ordnung halten. Auch wenn es nicht das ist, was mir am meisten Spaß bringt.

Meine Nachbarin wird in diesem Jahr neunzig und kauft noch für sich selbst ein.


LG Quirie





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Diana ...



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...   Erstellt am 04.02.2007 - 17:20Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Ich bin ordentlich und komme aus einer ordentlichen Familie, vielleicht kann ich deshalb nicht wirklich zu einer Lösung beitragen.

Ich würde Papa ein Schrankfach oder eine Schublade für seine Prospekte zugestehen. Alle Prospekte, die woanders herumliegen, dürfen von jedem und ohne zu fragen weggeschmissen werden.

Ich mußte mit meinem Mann immer um seine alten Klamotten kämpfen. Schließlich war es mir zu blöd und ich habe alte und kaputte Klamotten einfach entsorgt ohne ihn zu fragen. Er hat auch nie mehr nach den Klamotten gefragt. Ich bin sicher, er hat sie vergessen. Sie waren ihm nicht wirklich wichtig, er konnte sie nur nicht wegschmeißen.





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Alles was du besitzt, besitzt auch dich.

jenn ...



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...   Erstellt am 05.02.2007 - 16:57Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Ich weiß nicht, ob man es so beschreiben kann, aber unsere Familie ist auch ordentlich, aber ohne Plan. Wenn ich z.B. bei meiner Oma im Haus bin ist alles streng organisiert. Sie scheucht einen von einer Sache zur anderen zum Wischen und Putzen usw. und kann selber nicht ruhig sitzen bleiben. Dagegen haben meine Eltern aber einfach zu viele Sachen und am liebsten soll man bei ihnen alles gleichzeitig erledigen. Meine Mutter wird dabei hysterisch und bringt nichts wirklich zu Ende. Komme dann nicht an sie ran und es fällt mir dann natürlich leichter im Alleingang klar Schiff zu machen und dabei abgelaufene Fahrpläne, Programme und doppelte Prospekte, ausgediente Sachen usw. zu entsorgen. Merken, was ihnen danach fehlt tuen sie gar nicht. Nur leider wird ja von beiden immer wieder rangeschafft. Bei meiner Mutter sind es die Sonderangebote. Sie sieht nicht, dass es keine Schnäppchen mehr sind, wenn man alles doppelt und dreifach hat.
Der Spruch: "Alles was du besitzt, besitzt auch dich." trifft es sehr gut.





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Quirie ...
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...   Erstellt am 06.02.2007 - 12:13Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


So hat auch jeder seine Art. Ich habe noch nie gern geputzt, im Gegensatz zum Kochen, und so habe ich mir angewöhnt, "nebenbei" zu putzen. Für viele würde das total chaotisch wirken. Aber ich komme damit klar.

Wenn ich, so wie jetzt am PC sitze, mache ich zwischendurch eine Pause und wasche mal eben das Geschirr ab. Dann gehe ich wieder zu etwas über, was mir Spaß bringt. Und dann wird zum Beispiel Staub gesaugt. So überliste ich meine eigenen inneren Widerstände.

LG Quirie





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