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Elisabeth 
Ast
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...   Erstellt am 06.01.2006 - 06:43Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


klar das Thema Ästhetik und das Thema Kleideroptik sind untrennbar miteinander verbunden

Eigener Stil,bieder , erotisch , sportlich ,elegant,was weiß ich, entwickelt sich von selber. Diese Vielfalt ist, ganz im Unterschied zum Militär,eine der Stärken der Zivildarstellung -

für mich bestand und besteht immernoch der Reiz im Reenactment darin ,mich den ästhetischen Kriterien
der darzustellenden Epoche zuzuwenden. Was bedeutete bieder,erotisch ,sportlich etc vor 200 Jahren-
Warum sollte ich die Zeit wechseln und den ganzen Aufwand betreiben- wenn im Prinzip doch alles genauso ist wie heute ?

Dazu gehört allerdings Mut.....

gut zurück zu Silhouette-
Sie ist es ,die den Stil der Epoche prägt-
nur ein Beispiel von vielen-
Frau Sandrock als Fürstin in " Der Kongress tanzt " So wie ich die Damen von der Bühne in Erinnerung habe, wird sie sich selber in einem 1810 Unterbau unwohl,unattraktiv gefühlt und deshalb auf ihr gewohntes bestanden haben. Der Effekt ist die Optik nicht des Empires sondern der Jahrhundertwende.













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der Unterschied zwischen Einbildung und Bildung besteht in Anstrengung und darin , daß man sich die Finger schmutzig macht .....

Catherine ...
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...   Erstellt am 06.01.2006 - 18:17Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Also wenn ich meine Modekupfer anschaue und diese mit meiner eigenen Silouette (geschnürrt und im Kleid), dann mag ich mein Kurzmieder gar nicht mehr hergeben. Von der Seite fällt mir persönlich sehr häufig auf, das ab der Taillennaht der Busen fast V-förmig aufragt (ist das jetzt verständlich???). Diese schöne V-Form bekommt man nach meinen Erfahrungen am besten mit einem gut sitzenden (Kurz-)Mieder ohne Frontscheit (die nette Holzlatte zwischen dem Busen....grrr) hin. In der Tat wird man - es mutet falsch an, ist es aber durchaus nicht - ohne diesen Frontscheit weit weniger breit obenherum, als mit.
Der Vorteil dieser Kurzmieder ist übrigens, das sie den Busen schön formen, aber sonst nicht weiter einschränken -> auf Haltung (gerader Sitz und Bauch einziehen) muß dann jedoch wieder selbst geachtet werden.
Meine Empfehlung: Wer bisher mit Langmiedern nicht glücklich geworden ist, sein Busen nach dem eigenen Empfinden der Formung bedarf, sollte durchaus mal ein Kurzmieder mit Frontschnürrung probieren. Dies ist durchaus sehr bequem und praktisch obendrein (eigenes ankleiden!!!)


Die Haltung, um etwas abzuschweifen, ist übrigens in meinen Augen bei manchen der größere Schwachpunkt. Die Kleidung kann noch so korrekt sein in Stoff, Farbe, Schnitt und Paßform, aber wenn die Haltung eher an Mrs. Flotter erinnert, ist alles verloren. Zu meinem Bedauern mußte ich schon oft mit ansehen, wie einige Personen (egal ob Männlein oder Weiblein) sich auf Sitzmöbeln hinlungerten oder liefen, als wäre ihr ganzer Körper aus Pudding.....grrrrr Schauer

In meinen Augen wird die richtige Optik (um zum Thema Ästhetik zurück zu kommen) erst dann gewonnen, wenn die Kleidung im Stil der Person entsprechend angepaßt wurde - ganz wichtiger Punkt! - und diese Person sich dann auch entsprechend zu bewegen weiß. Alles andere ist meist Murks.





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"Ich were erstickt, wenn ich dieses nicht gesagt hätte" Liselotte von der Pfalz

Justine_de_Farinot ...
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...   Erstellt am 06.01.2006 - 20:31Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Das stimmt, gerade die Empirekleider in ihrer schlichten Eleganz muß man mit Anmut tragen, sonst wird frau selbst im schönsten Kleid wie ein Bauerntrampel aussehen
Bestes Beispiel aus der Filmwelt ist für mich leider immer Julia Roberts, die Gute sollte nur Jeans und Pulli tragen, sie kann durch ihre Haltung und die schlaksigen Bewegungen keine "historische" Person überzeugend darstellen.





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Der Charakter offenbart sich nicht an großen Taten; an Kleinigkeiten zeigt sich die Natur des Menschen.
(Rousseau)

Elisabeth 
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...   Erstellt am 07.01.2006 - 06:30Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


wobei , die schlacksige Haltung von Frau Roberts ganz hervorragend die Epoche der 2.Hälfte des XX JH darstellt

Kann gut verstehen , wenn man das Korsett als unbequem empfindet, sicher musste frau von klein auf daran gewohnt sein-
Im Hochempire beklagen sich nicht wenige über die Entwicklung von der in der tat korsettlosen Mode des Deshabillee um 1790 zum rigiden Schnürleib des Biedermeier.
Es sei erwähnt , daß um 1804 die elastischen Eigenschaften des Kautschuck entdeckt und im Korsettbereich eingesetzt wurden ( Corset a la Ninon )-
Es sind nur wenige Korsetts aus dem Empire erhalten geblieben-darunter ein kurzes und ein langes bis zu den Hüften reichendes-In manchen Kleidern ist lediglich eine "Bruststütze" eingebaut.In Bath hängen Kleider , bei denen die Naht nicht unter dem Busen , sondern quer darüber läuft ,um so den Oberkörper kurz und kindlich erscheinen zu lassen-
Katja , du bist durchaus nicht die erste, die Problemen mit der zwar klassischen ,aber für erwachsene Frauen unkleidsamen Silhouette hat -letztlich hat das dazu geführt ,daß sich die hohe - (spätestens ) ab 1807 wieder auf den Weg in Richtung natürliche Taille gemacht hat-






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Republicain ...
Dieses Baums Blatt
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...   Erstellt am 11.01.2006 - 07:29Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Das mit dem Hinlungern ist so ein schwieriges Ding. Selbst bei einem Engländer wie Gainsborough gibt es nicht nur einen Capt. Wades mit Hohlkreuz sondern auch in sich gesackte Herren, die dergestalt lässig wirken wollen. Ähnlich ist es bei Bildern des berühmten Longhi. Roland Trinquesse zeigt in seinem "Interieur mit einem Herren und zwei Damen" nun einen galanten Elegant der sich wirklich auf seinen Stuhl gelümmelt hat, passt ja auch sehr gut zum Betrachten einer Dame bei ihrer Toilette (1776). Im Empire mag diese GESPIELTE Lässigkeit bisweilen beim Herren gewichen sein. Es ist wohl schwierig den rechten Mittelweg zu finden.





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... Das Sturmläuten, das nun anheben wird, ist kein Alarmsignal, es bedeutet den Generalangriff auf die Feinde des Vaterlandes. Um sie zu besiegen, brauchen wir Mut, meine Herren, Mut und nochmals Mut; dann ist Frankreich gerettet.

Citoyenne ...
Der Blätter zwey
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...   Erstellt am 11.01.2006 - 12:04Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


@Justine: zur Jane aus BBCs P&P. Irgendwo habe ich mal ein Bild gesehen aus dem Empire, auf dem eine Dame abgebildet ist, die der Schauspielerin wie aus dem Gesicht geschnitten aussieht.

Zu den Miedern, oder wollen wir besser sagen Schnürleibern. Ich glaube ich habe das schon an anderer Stelle erwähnt, aber unter dem Kleid aus PoF (1806 Frock), das ich 1:1 nachgenäht habe, muss auch ich mit Größe 70A ein Schnürleib tragen, da mir sonst nach 5 minuten das Taillenband unter der Achsel hängt, da die Taille eben schon über dem Busenansatz hängt und entsprechend leicht verrutscht. Und ich glaube ich mache nicht besonders oft Bewegungen für die die Sachen nicht gemacht waren. Ich denke mal ich bin was andere Passformen angeht recht hart im Nehmen in meinen 1780er Sachen kann ich bis auf der Chemise-à-la-reine die Arme kaum über 45° heben... und die Ellenbogen nicht gänzlich anwinkeln, damit die Optik der schmalen Arme nicht futsch geht, bei zu weiten Ärmeln...
Leider wurde ich als Kind nicht ins Ballett geschickt, weswegen ich um meiner grausigen Haltung abhilfe zu verschaffen sehr enge weithinten angesetzte Träger an die Korsetts nähen muss ;-(

Vor den Boilly Gemälden stand ich übrigens auch schon rätselnd, klar, die Damen sehen gerade zu nackt aus, aber mal ehrlich, diese Sillhouetten trotzen doch jeder Schwerkraft...

Wo wir gerade beim Thema sind, hat eigentlich schon mal jemand ein original oder ein Gemälde/Stich gesehen auf dem man diese vielzitierten, rätselhaften, Trikot-Anzüge sehen kann, die angeblich getragen wurden, um den "Nackig-Look" zu erzeugen??




Suzette ...
Zweig
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...   Erstellt am 11.01.2006 - 13:16Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


@citoyenne: Vor den Boilly Gemälden stand ich übrigens auch schon rätselnd, klar, die Damen sehen gerade zu nackt aus, aber mal ehrlich, diese Sillhouetten trotzen doch jeder Schwerkraft...

Ich glaube, dass ist eben der Punkt den man bei Gemälden als Quelle immer berücksichtigen muß. Es handelt sich eben um kein Photo das "die" Realität darstellen will, sondern um Kunst. Da wird eben "geschönt", verändert, weggelassen u.ä., was das Zeug hält, um eben eine bestimmte "Aussage" zu erreichen. Oder wie kürzlich mein Chef bei einer Diskussion meinte: "Wenn man der Nike von Samothrake die Kleider wegnehmen würde, könnte man die ganze Skulptur wegwerfen - da stimmt überhaupt nichts!"




Elisabeth 
Ast
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...   Erstellt am 11.01.2006 - 15:00Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


"Wo wir gerade beim Thema sind, hat eigentlich schon mal jemand ein original oder ein Gemälde/Stich gesehen auf dem man diese vielzitierten, rätselhaften, Trikot-Anzüge sehen kann, die angeblich getragen wurden, um den "Nackig-Look" zu erzeugen?? "


es gibt eine Karikatur ,die zwei Damen in besagten Trikots ,die unter hauchdünnen Chemisen getragen werden,zeigt-
DasBidl idt gerade nicht auffindbar , meine mich zu entsinnen,daß die Trikots an Catsuits erinnern-
An der vorderen Mitte ist eineArt Miederverschnürung zu erkennen,
dito an den Knöcheln-





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Justine_de_Farinot ...
Administrator
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...   Erstellt am 11.01.2006 - 17:14Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich habe in meinen Sammlungen gerade ein Bild mit einer Dame gefunden, ich meine mich aber auch zu erinnern, daß es noch ein Bild gibt, auf dem zwei (?) Damen von hinten zu sehen sind!
Hier aber schon mal das eine:


Tja, man liest es immer wieder in Büchern, daß die Damen diese Trikots trugen, das werden aber sicher auch nur die mutigsten getan haben...also ich würde mich das auch nicht trauen!





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(Rousseau)

Nanny ...
Dieses Baums Blatt
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...   Erstellt am 11.01.2006 - 22:50Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich würde mich das auch nicht trauen. Doch zeigt dieser Kupferstich deutlich, das diese Dame eigentlich mehr Richtung "Rubens" geht. Also das moderne "dünne" Schönheitsideal von heute gar nicht so der Renner ist/war. (Wie beruhigend für mich! Ganz normalgewachsene Frauen!)




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