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Adolphe ...
Zweig
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...   Erstellt am 02.12.2005 - 10:18Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich habe mal diesen thread aufgemacht weil ich nicht wußte wohin....

Zur Zeit des Empire war es doch Mode das die Kleidung ziemlich eng und knapp getragen wurde.
Ich habe vor kurzem noch einen kleinen Bericht gelesen, wo ein junger Offizier, nach dem er die Tanztour bei einem Fest einmal rauf und runter tanzte, auf grund seiner engen Klamotten an Schlagfluß verstarb.

Viele Zivildarsteller, aber auch Militärs, fallen mir durch die Weite ihrer Kleidung auf.(Gerade die Herren der Schöpfung) So manche Kniebundhose sitzt wie eine moderne "Knickebocker", schön weit und bequem, und damit leider auch völlig falsch.
Jacken (auch Militärröcke) sind weit und bequem geschnitten und damit ebenso falsch.
Das liegt wahrscheinlich an falschen Schnitten und völliger Unkenntnis der damaligen Fertigungstechnik.
Die Einstellung mancher Schneider ist hier an anderer Stelle schon erwähnt worden.

Welche Erfahrungen habt Ihr?





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Der Schein trügt..........

Elisabeth 
Ast
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...   Erstellt am 02.12.2005 - 11:49Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


man muss da mehr en detail gehen-
kann deshalb nur allgemein antworten :
Auf Grund anderer Schnitte , anderer Verarbeitung und anderer Gewohnheiten passte die Kleidung anderes als heute-
Das "Nicht passen , zu weit oder zu eng " hat
eine andere Optik wie heute nicht passen , zu weit bzw zu eng.


Empfehle das Betrachten und den Vergleich zeitgenössischer Portraits bzw Orignalrelikte über den Zeitraum von 1795- 1815 aus verschiedenen Ländern.









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der Unterschied zwischen Einbildung und Bildung besteht in Anstrengung und darin , daß man sich die Finger schmutzig macht .....

Republicain ...
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...   Erstellt am 05.12.2005 - 07:41Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Culottes sind halt extrem schwierig. Hier besteht das Hauptproblem im geeigneten Tuch, das nicht zu dick sein darf und dem Abwägen zwischen Einschränkung in der Bewegungsfreiheit und engem, chiquen Sitz.





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... Das Sturmläuten, das nun anheben wird, ist kein Alarmsignal, es bedeutet den Generalangriff auf die Feinde des Vaterlandes. Um sie zu besiegen, brauchen wir Mut, meine Herren, Mut und nochmals Mut; dann ist Frankreich gerettet.

Catherine ...
Zweig
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...   Erstellt am 04.01.2006 - 16:18Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Bei den Herrenröcke ist mir bisher als augenscheinigster Fehler aufgefallen, das die meisten Röcke überschnittene Schultern haben, welche im fortschreitenden 19. Jahrhundert durchaus richtig sind, jedoch im Empire völlig unpassend. Vielleicht liegt dieser Punkt ja daran, das viele Komerz-Schnitte aus den USA kommen und da von Leuten des Bürgerkriegs entworfen werden....keine Ahnung, ist nur so eine Vermutung!!!

Bei den Damen fehlt mir oftmals in der Optik ein Mieder, gerade bei den Personen, bei denen der Busen nicht da sitzt, wo er im Empire sitzen sollte. Die Kleider bekommen dadurch - in meinen Augen! - einen leicht lumpigen Tatsch, der nicht sein muss. Ich persönlich trage inzwischen unter jedem Kleid ein Mieder, da ich meine Kleider auch alle auf´s Mieder anpasse (ich muss es quasi tragen ). Tja und seitdem ich dies mache (seit ca. 2001) hat sich meine Optik auch ganz schön gewandelt...man schaut Modekupfer und Gemälde kritischer an und wird am Ende das Gefühl nicht los, das wohl so jede Dame irgendwie ihren Busen in Form brachte. Dieser Ausspruch, den man in sehr vielen Büchern findet, das das Mieder im Empire weg gefallen ist, scheint mir daher nur noch bedingt zu stimmen -> quasi nur für die Damen, welche ein Mieder nicht nötig hatten und das dürften wohl sehr wenige gewesen sein.





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"Ich were erstickt, wenn ich dieses nicht gesagt hätte" Liselotte von der Pfalz

Republicain ...
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...   Erstellt am 05.01.2006 - 07:37Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich bezeichne mich selber als entschiedenster Anhänger des Tragens des Schnürleibs bei den Damen. Zum Glück müssen sich damit ja erst unsere Spätzünder, also die Herren von 1815 herumschlagen, selber ein solches zu tragen.
Die fürchterliche Passform ist nicht in den Schnitten begründet im Cut of Men`s Clothes findet man genügend Schnitte vor Originalen. Es kommt darauf an Kaufschnittmuster auf die korrekte Silhoulette und TAILLE (!!!) anzupassen. Wenn eine Schnittmusterfirma einen Herrenhabit für von 1790-1815 verkauft sollte man schon stutzig werden und selber die feinen und zwischen 1790 und 1805 schon recht gravierenden Unterschiede, ich denke nur an die Ärmel und die Taille, herausfinden. Hier sehe ich das Hauptproblem. Komerzielle Schnittmuster werden zu oft kritik- und fantasielos kopiert. Dabei hat man als Schneider alle Freiheiten der Welt. Hauptsache es sitzt gut!





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Katja ...
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...   Erstellt am 05.01.2006 - 10:20Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ja,interessantes und wichtiges Thema!

In einigen Punkten kann ich meine Vorrednern nur zustimmen, gerade die Herrenkleidung sitzt bei den meisten nicht wirklich gut.Die überschnittenen Schultern sind das was am meisten auffällt- es sind halt auch oft moderne Sa(c)kkoschnitte die umgeändert werden.
Nur ein Beispiel: wenn ein Herr in einem modernen Anzug den Arm hebt,hebt sich das gesamte Kleidungsstück mit, das sollte in einem historischen Rock nicht der Fall sein.
Die historische Kleidung sitzt wie auf den Leib "gesprüht",zumindest den Modekupfern nach- die natürlich idealisiert sind wie unsere heutigen Modezeitschriften auch- aber ja fast unsere einizige Quelle darstellen.
Und ein netter Herr in gut sitzenden Anzügen gehört für mich schon zu den Anblicken die ich genieße!
Nein,ich fange jetzt nicht wieder von Mr.Darcy an!
(Wie wäre es einmal mit einem "wer sieht Mr.Darcy am ähnlichsten Wettbewerb"?)

Natürlich habe ich mich hauptsächlich mit der Paßform der Damenkleidung beschäftigt und bin zu genau dem anderen Schluß gekommen- ich trage kein Mieder mehr.
Früher habe ich es getragen,aber ich hatte den Eindruck es verdirbt meine Körperlinie und trägt mehr auf als das es nützt.
Natürlich habe ich die Tailliennaht ohne Mieder tiefer gelegt, aber auch den Rock enger geschnitten (nur hinten in Falten) um den Körper besser unter den Kleidern erahnen zu lassen.Zu unnatürlich erschien mir die extrem hohe Taillie und der gerade abfallende Rock.Ich mag die "schmiegsame" Optik mit fließenden Falten.Dazu gehören natürlich die eher durchsichtigen und feinen Stoffe und ein gewisser Hang zur Selbstdarstellung- zu dem ich mich hiermit als Theatermensch öffentlich bekenne!

Ich denke es gab beides- vielleicht ist meine Variante eher in Frankreich zu finden (auch eher früher,so bis 1803/05) und die andere mit festen Stoffen und Mieder in England und später in Frankreich.Das war immer mein Eindruck.

Was meint ihr dazu?

Korsett trage ich eigentlich gerne- ich plane momentan einen kleinen Ausflug ins Rokoko,da werde ich mir sicher eines zulegen!





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Elisabeth 
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...   Erstellt am 05.01.2006 - 10:45Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


"es verdirbt meine Körperlinie und trägt mehr auf als das es nützt."

was meinst Du mit "Verderben" ?

es gibt ettliches ,gerade in der Mode des eigentlichen Empire(zwischen 1804 und ca 1810 ),
das anderen ästhetischen Kriterien folgt wie die heutige Mode-
der besondere Reiz im Reenactemnet liegt zumindest für mich gerade darin ,die historische Ideale so gut als irgend möglich umzusetzen.





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Alessandra 
Ast
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...   Erstellt am 05.01.2006 - 11:04Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich vermute damit, dass sie eine bestimmte Optik anstrebt, die aber mit dem Mieder nicht erreicht.

@ Kaja: geht mir meist ähnlich - wobei ich vermute dass Tänzer, welche aus dem kl. Ballett kommen allgemein einen Vorteil haben: Mir wird regelmässig konstatiert, dass ich mich bewege, als hätte ich einen Regenschirm verschluckt (Avalée un parapluie...)

Das Mieder sorgt beim "modernen 21. Jh Menschen" dazu, die Haltung, und auch die Bewegungslimiten der Zeit nachzuempfinden.
Wenn also ein Krummsitzer (Pardon - eine bessere Umschreibung fällt mir nicht ein) - ein Kleid, welches eine grade Haltung erfordert trägt, und darin sich "modern" bewegt - ist diese moderne Person sicher besser damit geraten, ein Mieder zu tragen.

Anders verhält es sich meiner Ansicht nach, wenn jemand bereits eine "Regenschirmhaltung" hat - da wirkt ein Mieder meist wie eine zusätzliche Schicht, welche nicht grad für eine Verbesserung der Optik sorgt.





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Given two theories, take the one what is funnier.

Katja ...
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...   Erstellt am 05.01.2006 - 11:23Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Regenschirmhaltung!Klasse!

Mit "verderben" meiner Linie meine ich das ich das Gefühl habe mit Mieder dick und walzenförmig zu wirken.
Blöd ausgedrückt,aber mir fällt keine andere Formulierung ein.
Es verbreitert oben herum und sorgt dafür das das Kleid vom hoch sitzenden Busen eher steif herunter fällt,das ergibt meiner Ansicht nach eine von oben bis unten gerade Form.
Dabei sollten doch die feinen Stoffe eher die Linien das Körpers nachzeichnen- nackt ohne nackt zu sein,das erstrebe ich und finde auf vielen Modekupfern dieses Ideal wieder.Eher früher und eher in Frankreich.

Die Herren freut es natürlich, es ist auch ein Spiel mit Erotik das im Salon gerne ausgelebt wurde.

Oder wie denkt ihr über solche "Frivolitäten"





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Suzette ...
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...   Erstellt am 05.01.2006 - 11:57Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Uih Interessantes Thema, das hier gerade angeschnitten wird.

Zum Thema Mieder kann ich nur sagen, wenn man ein perfektes Figürchen hat an dem alles in den Proportionen sitzt, wie es hingehört - wie mit Verlaub, Du liebe Katja oder auch das Brittalein - kann Frau getrost ohne Mieder gehen und die erwünschte Silhouette auch durch den raffinierten Schnitt erreichen. Allerdings ist leider nicht jeder - schnief - mit einer solchen Figur ausgestattet und da muß man eben ein klein wenig der Natur nachhelfen . Mit Verlaub gesagt, glaube ich, dass trotz allem, was da so in diversen Büchern über die Unterbekleidung steht, dass zu allen Zeiten die Damen versucht haben ihre Figur modewirksam zu inszenieren mit oder ohne Hilfsmittel - ein bischen Eitelkeit liegt uns offenbar allen im Blut

Zudem kann ich Alessandra nur zustimmen, in unseren üblichen alltäglichen Bewegungsabläufen tendieren wir oder zumindest ich - auch mit Ballettschulung in Kindheit und Jugend - dazu einer vermeindlich bequemeren Haltung nachzugeben. Ein Mieder "erinnert" einen dann doch daran, wie wichtig die richtige Haltung früher gewesen ist.

Was die Passform der Kleider selbst angeht - und hier kann ich nur für die Damenkleider und mangels Erfahrung nicht für die Herrenmode sprechen - verzweifle ich schier über jedem Kleiderversuch, weil ich im Hinterkopf immer noch den Idealschnitt habe und ein Schnittmuster moderner Vorstellung habe. Aber vermutlich ist genau das, das falsche historische Denken. Die Schneiderinnen in unserer Runde werden da sicher besser als ich Bescheid wissen und mich gegebenenfalls korrigieren: Bei einer Führung im Bayrischen Nationalmuseum hat uns Frau Dr. Borkopp, die damalige Leiterin der Textilsammlung, jedenfalls erklärt, dass die meisten Kleider ohnehin ohne "Schnittmuster in unserem Sinne" nach bildlichen oder anderen Vorlagen maßgerecht auf die Person zugeschnitten wurde, die das Kleidungsstück zu tragen hatte. Je nach Qualität des Schneiders müssen dann die Ergebnisse wohl mal mehr oder weniger gut - also paßgerecht ausgefallen sein. Ist das nicht ein wenig wie bei unseren Kleidern




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