| Ersteller | Thema » Beitrag als Abo bestellen |  |
SchmerlenAndy unregistriert
| Erstellt am 04.10.2009 - 11:34 |  |
Hallo,
nachdem ich ja schon seit Jahren Wein mache - und das sehr erfolgreich - habe ich noch immer ein kleines Problemchen das mich etwas stört, vielleicht hat jemand eine Lösung...
Egal wie lange ich einen Wein im Ballon abklären lasse, sobald ich ihn in die Flasche fülle und einige Zeit stehen lasse, bildet sich immer ein hauchfeiner "Nebel" am Glasboden. Ich habe manchmal das Gefühl, das erst durch den Druck, den der Korken in der Flasche aufbaut, sich auch noch die letzten Schwebeteilchen/Hefereste absetzen.
Bei Fruchtweinen wie Pflaume, Mirabelle und co soll man ja zügig von der Hefe abziehen und schwefeln, damit er nicht verdirbt - aber was ist zügig genug?
Ich habe versucht, den Wein (hier Traube) 1 Jahr im Ballon stehen zu lassen und erst dann in Flaschen zu füllen, habe ihn zuvor sogar noch gefiltert, und dennoch hat sich in der Flasche nach 1/2 Jahr ein ganz leichter Nebel angesetzt. Bei Wein aus dem Weinhandel habe ich das noch nie gesehen, selbst wenn ich ihn bei mir noch bewegungslos 1-2 Jahre stehen lasse.
Kann mir jemand sagen, ob es eine Möglichkeit gibt, dieses kleine "Problemchen" zu lösen?
|
|
|
Tompson 1000 Liter Wein
    

Status: Offline Registriert seit: 10.05.2004 Beiträge: 3655 Nachricht senden | Erstellt am 04.10.2009 - 12:32 |  |
Die Lösung heißt schlicht und ergreifend filtern 
Obwohl es auch hier Freunde der Klärung gibt und ich von denen bereits Weine ohne Bodensatz hatte. Aber sicher ist man wohl nur mit der Filterei. 
Nach Deiner Schilderung könnte ich mir vorstellen, das Du noch während der letzten Zuckungen der Gärung abzuiehst und deswegen der Gärvorgang - schleichend und nicht mit dem Auge beobachtbar - über einen laaaaangen Zeitraum weiterläuft.
Signatur Der liebe Gott schuf den Menschen aus Lehm.
Der Mensch schuf den Wein aus Reben.
Also: Halten wir den Lehm schön feucht... |
fibroin  5000 Liter Wein
     

Status: Offline Registriert seit: 25.05.2004 Beiträge: 6309 Nachricht senden | Erstellt am 04.10.2009 - 13:49 |  |
Du schreibst, du würdest auch filtern. Mit was hast du gefiltert? Mit einem Weinfilter?
Wie Tomsosn schreibt, hilft Filtern, aber nur mit Weinfilter und als letzte Filteraktion Sterilfilten, die auch die Hefen entfernen. Dann wird der Wein klar und bleibt klar.
Es gibts zwar noch Besonderheiten, dass auch gefilterte Weine später Depots bilden, aber das ist eine Ausnahme. Viel Tannin oder Weinsteinbildung wären zu nennen.
Signatur Wenn du dich wohlfühlst, mache dir keine Sorgen. Das geht wieder vorbei. |
Fruchtweinkeller  Administrator
         

Status: Offline Registriert seit: 29.03.2004 Beiträge: 14306 Nachricht senden | Erstellt am 04.10.2009 - 18:38 |  |
Die Frage ist was genau den Bodensatz bildet. Bei einer Nachgärung (Hefebodensatz) würde ich CO2-Bildung erwarten. Antigel verwendest du? Dann kann man Pektin (das in gelöster Forum durch den Filter schlagen kann) eigentlich auch ausschließen.
Letzte Idee: Kann es an den Korken/Verkorker liegen (leichter Abrieb vom Korken)?
Signatur Jede Null verzehnfacht das Problem.
(Graf Fito)
Sorry, aber ich antworte nicht auf PMs, die inhaltlich ins Forum gehören! |
SchmerlenAndy unregistriert
| Erstellt am 04.10.2009 - 19:08 |  |
Hm, wie gesagt habe ich das auch bei einem Wein der augenscheinlich klar war und in diesem Zustand noch ein Jahr im Ballon war.
Die Gährung war auf jeden Fall abgeschlossen bei diesem Wein, ich verschließe den Ballon mit einer CO2 dichten Folie wenn ich keine Bewegung mehr feststellen kann, da sieht man wenn sich die Folie noch aufblähen sollte.
Ich denke eher, das fibroin wohl recht haben könnte - ich habe mir von meinem Neffen einen Filter drehen lassen (also eine Aufnahme für Filtermedien) der besser ist als die Dinger die man kaufen kann, allerdings habe ich wohl kein geeignetes Filtermaterial erwischt.
Kaffeefilter und Papier sind vielleicht doch nicht geeignet...
Wie Sterilfiltern funktioniert weiss ich noch nicht, aber ich gucke gleich mal auf der Seite nach, steht da sicher beschrieben.
Wie gesagt, mich persönlich stört der leichte Satz nicht, ist nur unangenehm wenn man den verschenken will.
|
SchmerlenAndy unregistriert
| Erstellt am 04.10.2009 - 19:17 |  |
Hi, nein ich versuche, so wenig Zusätze wie möglich zu verwenden, weil ich meine das man sich schon so genug ungesunde Zusatzstoffe ins Essen schüttet.
Klärmittel verwende ich normal nur dann, wenn der Wein darauf schließen lässt, das er nicht von selbst abklärt. Also meistens bei Pflaumenähnlichen Früchten, und grade bei diesen Weinen tritt das Problem auch verstärkt auf.
Ich verwende Kunststoffkorken, und zwar die mit der weichen Oberfläche (gibt ja verschiedene) Abrieb kann ich mir nicht vorstellen.
Übrigens habe ich bei einem Weisswein mal ein paar Flaschen mit echtem Kork gemacht, davon war ich aber sehr enttäuscht, die Qualität war sehr schlecht, in fast jeder Flasche waren Brösel trotz einweichen und Waschen... 
Ich habe so einen Handverkorker mit einer Verjüngung aus glattem Kunststoff, kann auch kein Abrieb sein.
|
Fruchtweinkeller  Administrator
         

Status: Offline Registriert seit: 29.03.2004 Beiträge: 14306 Nachricht senden | Erstellt am 04.10.2009 - 20:07 |  |
Also kein Antigel/Pektinasen? Dann dürfte es sich um ausfallendes Pektin handeln. Ohne Antigel wirst du das auch durch Filtration nicht los werden.
Kleine Bemerkung am Rande bezüglich der möglicherweise "ungesunden Zusatzstoffe": Auch Hefen produzieren Pektinasen, aber leider oft zu wenig um das Pektin vollständig zu spalten.
Bezüglich Korken: Dann hast du billige Korken erwischt, hier sollte man nicht zu sehr sparen. Bei Brouwland gibt es Hinweise zur Haltbarkeit der Korken.
Signatur Jede Null verzehnfacht das Problem.
(Graf Fito)
Sorry, aber ich antworte nicht auf PMs, die inhaltlich ins Forum gehören! |
Josef  1000 Liter Wein
    

Status: Offline Registriert seit: 06.02.2005 Beiträge: 2610 Nachricht senden | Erstellt am 04.10.2009 - 22:51 |  |
Wenn du wirklich versucht hast mit Kaffeefiltern die filtration durchzuführen, dann wundert mich nichts.
Filterscheiben zum Sterilfiltern sind zB. diese
|
Ehli  500 Liter Wein
   

Status: Offline Registriert seit: 01.11.2006 Beiträge: 827 Nachricht senden | Erstellt am 04.10.2009 - 23:14 |  |
Jetzt kommt der 3. Andy ins Spiel 
Wie Ihr wisst bin ich eingeschworener Filterfreak aber musste bedauerlicherweise feststellen, daß das auch nicht alle Probleme in Bezug auf Trub löst.
Selbst eine Nachgärung hab ich mir schon trotz EK filtern eingefangem. Gelle Cheffe Ich schieb's noch immer auf die Quali der Korken.
Aber selbst bei meiner Quitte (ich weiß nicht ob die viel Tannin haben, denke aber nicht) habe ich jetzt nach einem Jahr in allen Flaschen einen feinen sehr festen hauchdünnen Satz in den liegenden Flaschen.
Hefe ist das definitiv nicht. Weder das kleinste Anzeichen einer Nachgärung noch gechmacklich. Der Wein ist aber harmonischer, runder geworden.
Ich nehm's halt einfach hin und dekantiere vorsichtig, dann bleibt das in der Flasche.
Andy
|
SchmerlenAndy unregistriert
| Erstellt am 05.10.2009 - 16:53 |  |
Hallo Josef,
mir ist natürlich klar, das Kaffeefilter und Papierfilter nicht optomal sind, aber:
Josef schrieb
Wenn du wirklich versucht hast mit Kaffeefiltern die filtration durchzuführen, dann wundert mich nichts.
Filterscheiben zum Sterilfiltern sind zB. diese
|
da ich jetzt weiss, was ihr unter "sterilfiltern" versteht, kann ich mich eines breiten Grinsens nicht erwehren: Das Wort "Steril" bedeutete so, wie ich es bei euch immer verstehe, das nichts von der Hefe durch gehen würde, aber das ist FALSCH!
Steril bedeutet bei Euren Filtern, dass die steril waren, als sie verpackt wurden - das ist auch schon alles.
Das Wort Sterilfilter ist also irreführend benutzt worden, viel wichtiger wäre für mich zu wissen, wie hoch die Durchlässigkeit dieser Filter tatsächlich ist bzw bis zu welcher Partikelgröße sie arbeiten, aber das habe ich bisher noch nicht herausgefunden. Blas mal durch ein Blatt Schreibpapier und durch einen deiner Filter, ich bin sicher, dass du bei dem Schreibpapier mehr Probleme hast und demnach dort weniger Schwebeteilchen durchkommen...
Meine Einweghandschuhe und Korken sind auch steril, wenn ich sie bekomme, ebenso mein Arbeitsgerät und wenn ich will auch meine Kaffeefilter, das sagt aber nichts aus über die Filtereigenschaften...
Ich hatte gedacht, das eventuell ein Aktivkohlefilter das Problem lösen könnte, natürlich geht damit auch Geschmack verloren, meine hoffnung war ja der wunderliche Sterilfilter - leider bin ich davon sehr enttäuscht. 
|