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Krischi ...
...die mit den vielen M's


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...   Erstellt am 05.07.2014 - 22:20Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen




Bereits am 22. Juni kam Maries Sohn Evan auf die Welt. Ich habe es nicht geschafft, euch früher von ihm zu erzählen. Er ist gesund und die beiden durften auch recht schnell wieder ins Familienzentrum zurück. Maries Schwester Nora ist total angetan von ihrem Neffen und freut sich nun richtig auf ihre kleine Tochter, die in etwa sechs Wochen zur Welt kommen wird.
Bei der Geburt von Evan war ich leider nicht dabei, da ich an besagtem Sonntag keinen Dienst hatte.

So langsam wird es richtig voll und laut hier im Familienzentrum: fünf der sieben Mädchen haben inzwischen entbunden. Es ist eine ganz andere Arbeit als noch im März, als ich hier anfing. Zu Beginn meiner Arbeit war es meine Hauptaufgabe, den Mädchen die Angst vor der Geburt und dem Mutter sein zu nehmen. Inzwischen zeige ich ihnen hauptsächlich die richtigen Griffe bei Bauchschmerzen, gebe Ratschläge beim Stillen und ermahne sie, die vollen Windeln regelmäßig nach draußen zu bringen, weil es in den Zimmern doch öfter mal stinkt. Ich liebe die Aufgaben, die jetzt immer dazukommen. Madeleine macht sich (und uns und Paula!) ständig verrückt, weil sie Angst hat, dass sich Paula bei ihren ersten Laufversuchen wehtut. Sie macht sich auch Sorgen, dass sie das Familienzentrum bald verlassen muss. Paula wird in einem Monat schon ein Jahr alt. Natürlich wird kein Mädchen einfach mit ihrem Kind auf die Straße gesetzt. Madeleine und Paula dürfen so lange bleiben, wie es nötig ist.

Merle hingegen steht tatsächlich kurz vor ihrem Auszug aus dem Familienzentrum. Seit einigen Wochen ist sie wieder fest mit Laras Vater Daniel zusammen. Er gibt sich große Mühe und hat den dreien ein wunderschönes Nest in Form einer frisch renovierten und liebevoll eingerichteten drei-Zimmer-Wohnung gebaut. Die Wohnung ist nicht weit von hier entfernt und so wird Merle nach den Sommerferien ihre kleine Lara ins Kinderhaus bringen und wieder in die Schule gehen. Ich bin sehr stolz auf Merle und Daniel. Sie nehmen nicht nur ihr Leben in die Hand, sondern auch das ihrer Tochter.





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13. Februar 2012 Merlino & Murian 14. Februar 2012
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Mareike 2007 & Mileah 2009 & Moana 2009 & Mathilda 2015

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...   Erstellt am 27.07.2014 - 17:34Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Mama sein. Für die meisten Mädchen ist das auch Monate nach der Geburt noch unwirklich. Allerdings war es heute anders. Ein anderes Unwirklichkeitsgefühl? Es betraf Madeleine. Und ich kann sie ziemlich gut verstehen. Paula hat mich an Mareike erinnert.

Heute ist mal wieder ein richtig warmer Tag gewesen und deswegen haben meine Kollegin Sonja und ich schon als wir um 7 Uhr zum Dienst angetreten sind, beschlossen, dass wir einen Ausflug machen wollen. Im Zentrum gibt es einen schönen Park und was gibt es besseres, als im Sommer mit seinem Baby im Arm im weichen Gras zu sitzen und einfach mal zu entspannen?
Wir haben also die Mädchen (die noch nicht von ihrem Wecker namens "Kind" geweckt wurden) geweckt, ihnen beim Frühstück von unserer Idee erzählt und alle waren begeistert. Die jungen Mütter haben ihre Babys angezogen, Nora und Lamia haben mit Sonja und mir Brote geschmiert, Obst geschnippelt und ein paar andere Snacks eingepackt und gegen 10 Uhr ging es dann los. Neun Frauen - davon zwei Hochschwangere -, zwei Buggys und drei Kinderwagen - wir müssen ein tolles Bild abgegeben haben!

Im Park haben wir uns einen schönen Platz unter Bäumen gesucht, Decken ausgebreitet und die Dosen voller Essen verteilt. Es muss der entspannteste Dienst meines Lebens gewesen sein. Alle waren gut drauf, haben einander geholfen, ab und zu hat ein Mädchen gestillt und alle anderen haben die fremden Menschen abgeschirmt, wir haben uns unterhalten und gelacht, Lara ist zwischen uns allen herumgekrabbelt, Paula hat wackelige Laufversuche unternommen und plötzlich hat sie ganz laut und deutlich an Madeleine gerichtet "Mama" gesagt! Die anderen Mädchen haben gejubelt und sich gefreut und Madeleine hat einfach nur dagesessen, mit offenem Mund und ziemlich plötzlich ziemlich vielen Tränen in den Augen. "Paula" hat sie dann gesagt und gestrahlt, wie es nur eine Mutter kann, die das erste Wort ihrer Tochter hört. Und daraufhin hat Paula es nochmal gesagt: "Mama!" und auf Madeleine gezeigt. Und dann ist sie auf ihren kurzen, wackeligen Beinchen ganz alleine zu ihrer Mama gelaufen.

Madeleine ist vollkommen fertig mit den Nerven. Auf positive Art natürlich!


Morgen haben wir einen angekündigten Neuzugang. Ein junges Mädchen von 15 Jahren, die das Wochenende im Krankenhaus verbringen musste, weil der Kindsvater ihr in den Bauch getreten hat, als sie ihm von der Schwangerschaft erzählt hat. Davon wissen die Mädchen noch nichts - zumindest heute soll mal alles schön sein, bevor sie morgen an dem Mädchen wieder feststellen werden, wie grausam diese Welt sein kann.





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...   Erstellt am 28.07.2014 - 22:07Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen




Elsa ist erst 15 Jahre alt und bereits im 5. Monat schwanger. Bisher hat sie das vor allen geheim gehalten.

Ihr Freund - inzwischen sehr wahrscheinlich Ex - hat am vergangenen Freitag von dem Baby erfahren. Er ist vollkommen ausgetickt, hat geschrien, getobt, auf Wände und sein Bett eingeprügelt und am Ende hat er Elsa in den Bauch getreten. Als sie zu Boden ging und sich vor Schmerzen krümmte, hatte er immerhin den Anstand, einen Rettungswagen zu rufen. Den Freitagabend verbrachte Elsa mit schrecklichen Schmerzen in der Notaufnahme. Sie und das Baby wurden ausführlich untersucht und bis heute Morgen beobachtet. Beide scheinen Glück im Unglück gehabt zu haben. Verständlicherweise möchte sie nicht, dass der Ex weiß, wo sie ist. Wer weiß, was er ihr als nächstes antut. Heute haben wir Anzeige erstattet. Bei ihren Eltern ist es deswegen zu unsicher. Die beiden wissen auch erst seit Freitagabend von ihrem Großeltern-Glück. Sie wurden natürlich vom Krankenhaus benachrichtigt, weil ihre Tochter noch minderjährig ist und ernsthaft verletzt hätte sein können. Die beiden werden morgen in einem Gespräch, an dem ich teilnehmen werde, einiges mit Elsa zu klären haben und ich hoffe sehr, dass zumindest sie hinter ihrem Kind und Enkelkind stehen.

Elsa geht es sowohl körperlich als auch psychisch nicht gut. Sie hat riesige Angst, dass der Kindsvater ihr auflauern und etwas antun könnte. Die anderen Mädchen gehen damit bisher gut um. Ich hoffe, dass die Situation für niemanden zu viel wird. Für Elsa ist es jetzt erst mal wichtig, in Ruhe mit ihren Eltern zu reden, damit sie ein bisschen Unterstützung bekommt.


Aktualisierung

Am 2.12.2014 brachte Elsa genau zum ET eine gesunde Tochter zur Welt. Sie nannte sie Helene und die beiden sind jetzt, nach einem halben Jahr, ein Traumduo geworden. Bei Elsa wendet sich sowieso vieles wieder zum Guten. Sie wird bald mit Helene zu ihren Eltern ziehen und nach den Sommerferien wieder in die Schule gehen.

[Dieser Beitrag wurde am 26.06.2015 - 11:13 von Krischi aktualisiert]





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...   Erstellt am 05.11.2014 - 19:12Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen






Die Aufregung um Lamia hat heute nicht abgerissen. Nachdem die Wehen (Termin ist erst in knapp 3 Wochen) nur ein Fehlalarm waren, kam sie nicht wirklich zur Ruhe. gegen 15h bin ich dann nach Hause gegangen, aber knapp 20 Minuten später hörte ich durch das offene Küchenfester ein lautes Geschrei vom Familienzentrum her. Zeitgleich klingelte das Telefon. Als ich sah, dass es das Familienzentrum war, bin ich gleich rüber gelaufen. Lamia stand verheult hinter Ruben (einer der Erzieher), vor der Tür der Kindsvater (sah auch dezent verheult aus) und ein wütender, brüllender, wild gestikulierender junger, türkischer Mann. Er brüllte die ganze Zeit nur: "Soll sie doch rauskommen. Dann erledige ich das!" Und so weiter. Da war mir klar, dass es wohl ihr Bruder sein musste, der schon damals, als die SS heraus kam, ausgerastet ist. Ich bin erstmal an Ruben vorbei und habe Lamia ins Wohnzimmer gebracht und versucht sie zu beruhigen.
Als es an der Tür einen Knall gab, bin ich zur Tür gegangen, wo Ruben sich den Kopf hielt und im gleichen Augenblick stürmte der wütende Bruder von Lamia an mir vorbei ins Wohnzimmer. Da Ruben wieder aufgestanden ist, bin ich zu Lamia, die grade von ihrem Bruder aus dem Sessel gezerrt wurde. Ruben hat es wohl irgendwie geschafft die Polizei zu rufen, denn während ich versucht habe ihren Bruder von Lamia wegzuziehen, standen auf einmal zwei Beamten im Wohnzimmer. Die anderen Mädchen standen alle dezent verunsichert auf dme Flur, in der Küche, in ihren Zimmertüren etc. Die Polisten schafften es Lamia's Bruder aus dem Familienzentrum zu befördern und ich hatte wieder Zeit mich um Lamia zu kümmern. Sie war vollkommen aufgewühlt, weinte und ließ sich nicht anfassen. Der Kindsvater stand irgendwann auch im Raum und sagte unter Tränen, dass er dem Bruder verraten hätte, wo Lamia wäre. Er hätte ihn unter Druck gesetzt und irgendwann hätte er nachgegeben. Ich habe ihn gebeten zu gehen und auch die Polizisten, mit Lamia's Bruder auf dem Rücksitz, fuhren wieder.
Da Lamia eh in diesem Augenblick nicht mit sich reden ließ, habe ich nach Ruben gesehen, der eine Platzwunde an der Stirn hatte. Also Rettungswagen gerufen. Als ich ihm grade ein paar Tücher für das Blut geben wollte, ein Schrei aus dem Wohnzimmer - Lamia. Ich bin rüber gegangen. Diesmal definitiv kein Fehlalarm, denn sie stand in einer großen Pfütze aus Fruchtwasser. Die Aufregung war wohl zu viel.
Da es Ruben einigermaßen gut ging und ja auch noch eine weitere Kollegin anwesend war, habe ich Lamia ins Auto verfrachtet. Da war es 16:15h. Ab ins Krankenhaus. Der Weg dauerte nur 15 Minuten, aber auf der Fahrt dorthin bekam Lamia heftige Wehen, ca. mit einem Abstand von 2 Minuten. Also Gas geben, ab ins Krankenhaus.
Dort wurde Lamia in einen Untersuchungsraum gebracht. Gegen 17h hatte sie doch heftige Wehen, wo keine Minute Pause mehr zwischendurch war - also ab in den Kreissaal.
Unter Tränen und total aufgewühlt, brachte Lamia um 17:34h ihren Sohn zur Welt. Milan ist 43cm und wiegt 3005g.
Es ging alles so schnell, dass ich schon Probleme hatte dem Ganzen zu folgen. Für Lamia war es noch heftiger, denn sie weinte auch eine Stunde nach Geburt immer noch bitterlich, hatte Angst, da ihr Bruder nun ja wüsste, wo sie sei etc.
Nach einem Telefonat mit der Polizei konnte ich sie ein wenig beruhigen und nach einem Gespräch mit der Krankenschwester auf der Entbindungsstation konnten wir Lamia überzeugen, dass sie im Krankenhaus momentan am Sichersten sei, da ihr Bruder nichts von der Geburt wusste. Den Kindsvater und ihre Eltern sollten wir vorerst nicht informieren.


Ich bin jetzt endlich zu Hause, bin total ko und muss erstmal die Ereignisse des Tages verdauen.
Morgen fahre ich gleich gegen 7.30h zu Lamia und Milan und schaue, wie es ihr mittlerweile geht und wie es weitergeht. Dann setze ich mich mit Polizei und Jugendamt in Verbindung, damit abgeklärt werden kann, ob Lamia bei uns bleiben kann.

Aber die Hauptsache ist, dass es Lamia und Milan gesundheitlich gut geht und alles Andere werden wir sicherlich irgendwie in absehbarer Zeit regeln können.


Aktualisierung:
Ich fahre gleich ins Krankenhaus und hole Lamia mit Milan ab. Eine Woche waren die Beiden nun im Krankenhaus. Milan hat sich, trotz der etwas zu frühen Geburt, toll entwickelt und selbst das Stillen (wovor Lamia große Angst hatte), klappt relativ gut. Gestern hatte ich ein Gespräch mit dem Kindsvater und danach mit Lamia. Die Beiden lieben sich und wollen gemeinsam für das Kind da sein. Wie das genau aussehen soll, wissen Beide noch nicht und können es sich im Moment auch nicht vorstellen. Aber dafür ist ja das Familienzentrum da und wir werden schon eine Lösung für die Beiden finden
Der Plan der Erziehern und mit ist es, dass wir den Kindsvater Montag zu einem Gespräch ins Familienzentrum einladen. Das werden wir heute Nachmittag, wenn Lamia mit Milan wieder richtig im Familienzentrum angekommen ist,mit ihr besprechen.
Wir werden die kleine Familie schon auf einen guten Weg bringen

[Dieser Beitrag wurde am 13.11.2014 - 08:47 von Lara aktualisiert]





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Krischi ...
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...   Erstellt am 07.01.2015 - 10:59Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Wenn ich bei der Arbeit etwas vernachlässigt habe, dann ist es dieser Blog. Ich versuche mal, euch aufs Laufende zu bringen.



Der heutige Tag begann mit einem großen Geburtstagsfrühstück. Elsa wird nicht nur 16 Jahre alt, es ist auch ihr erster Geburtstag als Mama und Lara und ich haben vollkommen vergessen, euch von Helene zu erzählen. Sie ist bereits einen Monat alt und die Geburt verlief so perfekt, so störungsfrei und so schön, wie man sie sich nur vorstellen kann. Elsa war die letzten Tage vor der Geburt schon total unruhig, denn sie hat hier im Familienzentrum nur ein Mädchen Mama werden sehen und das war Lamia, bei der die Wehen durch diesen grausamen Zwischenfall mit ihrem Bruder ausgelöst wurden. Elsa hatte große Angst, dass ihr Ex auftauchen könnte, der sie im Juli krankenhausreif geprügelt, ihr in den Bauch getreten hat. Heute können wir zum Glück sagen: Helene hat die Attacke ihres Vaters gut verkraftet. Sie ist kerngesund am 2. Dezember 2014, genau am Termin, zur Welt gekommen. Mama Elsa lag nur zehn Stunden in den Wehen und hat nach Erzählungen meiner Kollegin Sonja, die mit im Krankenhaus war, alles ganz toll gemacht.

Die beiden haben sich inzwischen auch super an einander gewöhnt und Helenchen hat auch schon ihre Großeltern kennen gelernt. Nach vielen Gesprächen mit uns und ihrer Tochter konnten sie ihre Enkeltochter annehmen und werden die beiden auch bald zu sich nach Hause holen. Sie wollen für Elsa und Helene da sein und Elsa soll wieder in die Schule gehen. Der Kindsvater wurde inzwischen verurteilt: er bekam Sozialstunden und darf sich Elsa und Helene nur bis auf 100 Meter nähern.

[Dieser Beitrag wurde am 26.06.2015 - 11:09 von Krischi aktualisiert]





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...   Erstellt am 07.01.2015 - 11:26Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen




Seit dem 13.12. lebt die 17jährige Tabea im Familienzentrum. Sie hat ihre Schwangerschaft lange verdrängt und ihrer ganzen Familie vorgemacht, sie hätte nur ein wenig zugenommen. Im 8. Monat konnte sie es dann nicht mehr verheimlichen und bei ihr zuhause krachte es trotz Weihnachtsstimmung gewaltig. Laut Aussage der Eltern musste Tabea nicht wegen der Schwangerschaft das Haus verlassen, sondern weil sie sich ihnen nicht anvertraut haben. Für Mutter und Vater war das ein großer Vertrauensbruch. In ihrer Not ging Tabea zum Jugendamt und wurde uns noch am selben Tag zugeteilt. Unsere Aufgabe war es in erster Linie, Tabea auf ihr neues Leben vorzubereiten, denn sie hatte jeden Gedanken an das Baby vollkommen verdrängt, war nie zum Arzt gegangen, hatte nichts gekauft, keinen Geburtsvorbereitungskurs besucht und auch ihre Schule nicht benachrichtigt. Der erste Weg führte Tabea und mich zur Gynäkologin. Tabea erzählte mir, dass sie noch nie dort gewesen war. Mit 17 Jahren reichlich spät und sicher hätte man ihr dort auch rechtzeitig die Pille verschrieben. Aber passiert ist passiert und wir machen das beste aus der Situation. Das kleine Mädchen in Tabeas Bauch ist zum Glück gesund. Auf dem Weg zurück zum Familienzentrum machten wir einen Umweg zu einem Babyfachgeschäft, wo Tabea erste Kleidung, Schnuller, Bettwäsche, ein Spielzeug und ein Kuscheltier aussuchen durfte. Pro Familia zahlt für alle unsere Mädchen eine Erstausstattung. Betten, Wickelkommoden, Windeln und Badewannen stehen bei uns allen Mädchen zur Verfügung, das alles muss Tabea nicht extra kaufen, solange sie bei uns wohnt. Jeden Tag kann sie sich nun mehr auf ihr Baby freuen. Inzwischen gibt es Kontakt zum Kindsvater, der natürlich vollkommen überrascht war. Zum Glück hat er seit Tabea keine neue Beziehung - das hätte ihn sicher in Erklärungsnot gebracht - und möchte das Baby kennen lernen. Wir freuen uns inzwischen über jeden friedlichen Vater.

Aktualisierung:
Am 1.2.2015 hat Tabea ihre erste Tochter zur Welt gebracht und sie Enya genannt. Noch am selben Tag kam Enyas Vater Patrick mit einem riesengroßen Teddybär ins Krankenhaus. Seitdem treffen Tabea und Enya ihn regelmäßig. Wir hoffen auf eine heile Familie für die kleine Enya und darauf, dass auch Tabeas Eltern irgendwann ihre Enkelin annehmen können.

[Dieser Beitrag wurde am 26.06.2015 - 11:25 von Krischi aktualisiert]





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...   Erstellt am 07.01.2015 - 11:38Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen




Bei der erst 14 Jahre alten Rieke platzte ausgerechnet an Heiligabend die Babybombe. Schon in den vergangenen Wochen war den Eltern aufgefallen, dass ihrer Tochter ständig schlecht wurde. Als sie dann das gute Weihnachtsessen erbrechen musste, wurden die Eltern endgültig misstrauisch. Da Rieke eine recht junge Mutter hat, hat diese immer einen Schwangerschaftstest parat, den Rieke sofort machen durfte. Er war positiv und das Weihnachtsfest für die Familie gelaufen. Der Vater fand uns im Internet und rief sofort an, weil er seiner Tochter nicht in die Augen schauen konnte und alle wussten, dass eine Trennung erst mal das beste war. Ohne auf eine Zusage für die Kostenübernahme vom Jugendamt zu warten, sagte mein Kollege Robin sofort zu, dass Rieke zu uns kommen kann. Sie wurde noch am Heiligabend aus Zeuthen, einem Nachbarort, gebracht. Seitdem versucht sie, sich bei uns einzugewöhnen, was ihr aber sehr schwer fällt, weil sie mit der ganzen Situation vollkommen überfordert ist. Sie weint viel, sagt, dass es nicht sein kann, dass sie schwanger ist. Aber die Ultraschallbilder sprechen für sich: mit gerade mal 15 Jahren wird Rieke im Juli Mutter werden.

Inzwischen ist der Betrieb im Jugendamt nach den Feiertagen wieder aufgenommen worden und unser Antrag für Rieke wurde genehmigt. Sie wird nun mindestens anderthalb Jahre bei uns leben, bis zum Mutterschutz weiter in die Schule gehen ihr Baby bekommen und es großziehen und sobald Mini-Rieke 8 Wochen alt ist, wieder die Schule besuchen. Sie bekommt von uns jede Unterstützung und wurde auch von den anderen Mädchen toll aufgenommen. Besonders Fiona freut sich über eine Gleichaltrige und kann Rieke Mut machen, weil sie noch ein Jahr jünger war, als Leo Marcel auf die Welt kam.

[Dieser Beitrag wurde am 19.02.2015 - 09:29 von Krischi aktualisiert]





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...   Erstellt am 07.01.2015 - 11:51Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Leider gehören auch Abschiede zu unserem Beruf. Zum Ende des letzten Jahres haben uns zwei Mädchen samt Babys verlassen: Madeleine hat für sich und die inzwischen gar nicht mehr so kleine Paula eine hübsche Wohnung gefunden und trotz aller Ängste den Schritt in ein selbstständiges Leben gewagt. Am 2.1. war die Schlüsselübergabe, wir halfen ihr beim Umzug. Wir trauen es ihr alle zu, mit Paula alleine zu wohnen und sie kann uns ja jederzeit besuchen oder anrufen, wenn sie Fragen oder Zweifel hat.

Annika ist mit Leon zu Weihnachten zurück zu ihren Eltern gezogen. Sie kommt oft vorbei, um die anderen Mädchen zu sehen, oder ein kurzes Gespräch mit uns zu führen, aber alles in allem fühlt sie sich zuhause wieder sehr wohl, ihre Eltern greifen ihr mit Leon unter die Arme und sie wird im Sommer eine Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten beginnen.

Mit Fiona (und Leo), Nora (und Ada), Marie (und Evan), Lamia (und Milan), Elsa (und Helene), Tabea und Rieke sind zur Zeit sieben Zimmer belegt.





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...   Erstellt am 19.02.2015 - 10:07Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen




Am 16. Januar haben wir die 15jährige Susanna aufgenommen. Sie kam als Notfall aus Berlin zu uns. Eigentlich ist sie der klassische Fall: Eltern hatten nie Zeit, waren nicht für die pubertierende Tochter da, Kind holte sich Bestätigung bei Jungs, lernte "Traumprinzen" (hier namentlich Erik) kennen, wurde schwanger und zuhause rausgeschmissen. Was an diesem Fall nicht so klassisch ist, ist die Tatsache, dass Susanna nicht nur ein Baby erwartet, sondern Zwillinge. Und Zwillinge, die eine bei der Geburt 16jährige Mutter haben werden, die keinerlei Unterstützung von ihrer Familie bekommt, die sind sehr wohl ein Notfall. Susanna ist schweigsam. In den ersten Tagen hat sie kein Wort geredet. Nicht mit uns, dem Personal, nicht mit Lara, der Chefin, nicht mit den Mitbewohnerinnen. Kein einziges Wort, egal was wir versuchten. Dabei blieb es bis zum dritten Februar. Susanna war 18 Tage bei uns, als ich spät abends durch den Schnee gestapft zum Nachtdienst kam und sie mit dem Rücken zu mir vor dem schneebedeckten Rasen stehen sah. Ich schlich mich näher an sie heran und lauschte.

"Heute hat es endlich geschneit. Ich hoffe, ihr werdet Schnee genau so lieben wie ich. Wie schade, dass ihr im Sommer geboren werdet. Aber dann seid ihr im nächsten Winter schon groß genug, um euch den Schnee anzuschauen, oder? Um die Flocken fallen zu sehen. Oma und Opa haben mich nie den Flocken zuschauen lassen. Sie sagten, das ist Zeitverschwendung und ich soll lieber lernen. Aber das finde ich nicht. Ihr dürft den Flocken zuschauen so oft und so lange ihr wollt, das versprech ich euch."

Dann hat Susanna angefangen zu weinen. Ich bin zu ihr gegangen und habe sie in den Arm genommen. Zuerst war sie verlegen und wusste nicht so recht, was sie machen soll. Vermutlich wurde sie schon lange nicht mehr umarmt. Alle anderen Mädchen schliefen schon und so setzte ich mich nach der Schichtübergabe mit Susanna in ihr Zimmer und sie erzählte mir von ihrer geordneten, gradlinigen Kindheit, von dem Mangel an Spaß und Freizeit, von dem stundenlangen Lernen schon als Grundschülerin, nur "damit aus ihr mal etwas werden kann". Als ihre Eltern von der Schwangerschaft erfuhren, waren sie nicht geschockt oder wütend. Sie waren einfach nur traurig, weil mit den Zwillingen der Traum von einer erfolgreichen, studierten, reichen Tochter gestorben schien. Sie haben Susanna mit noch mehr Kälte behandelt, als sie ihr ganzes Leben schon zu ertragen hatte, bis sie ihr Tage später schließlich sagten, dass sie das Elternhaus besser verlässt. Die Eltern wollten keine Versagerin großziehen. Zum Abschied sagten sie ihr, dass es nicht ihre Absicht war, eine asoziale minderjährige Mutter zu erschaffen. Ich saß nur kopfschüttelnd in dem kleinen Zimmer im Familienzentrum und unterdrückte eine Menge Tränen.


Aktualisierung

Am 25.6.2015 brachte Susanna per geplantem Kaiserschnitt zwei hübsche kleine Jungs zur Welt. Susanna ist mit ihren 16 Jahren sehr schmal und klein und bei gleich zwei Kindern war die Belastung zu groß und die Gefahr, dass sie Wehen bekam, zu hoch, als dass sie die beiden länger hätte austragen können. So sind Felix und Lennox zwar sechs Wochen zu früh, schlagen sich bisher aber tapfer. Beide bekommen etwas Sauerstoff und liegen im Inkubator. Ich habe Susanna bewusst den Wunsch ausgeschlagen, sie ins Krankenhaus zu begleiten. Jede andere Person auf dieser Welt wäre geeigneter für einen Kaiserschnitt und Frühchen-Zwillinge gewesen als ich. So hat sie sich meine Kollegin Katrin ausgesucht, für die es die erste Geburtsbegleitung war. Susanna selbst wird für mindestens eine Woche im Krankenhaus bleiben, die Jungs wohl mindestens einen Monat. Aber die Hauptsache ist, dass es allen dreien gut geht.

[Dieser Beitrag wurde am 26.06.2015 - 11:19 von Krischi aktualisiert]





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