mam Moderatorin a.D.
  

Status: Offline Registriert seit: 29.06.2006 Beiträge: 572 Nachricht senden | Erstellt am 13.09.2006 - 18:21 |  |
Ein ganz normaler Tag
Es ist 6:30 Uhr. Ich sitze am Frühstückstisch und versuche ein riesiges Stück komprimierter Frühstückszerealien in mich hineinzustopfen. Tapfer schlage ich immer wieder meine knirschenden Zähne in das Ungetüm. Der Staub wirbelt auf und die Krümel landen auf den Tisch, dem Fußboden und in meine Kaffeetasse.
Mein überdurchschnittlich intelligenter, zwölfjähriger Sohn kommt frisch gewaschen und mit einem Mittelscheitel versehen in die Küche und befreit mich mit einem verständnisvollen Lächeln von diesem Betonblock.
„Aber Mutti, ein gesundes Frühstück kannst du jetzt auch einfacher haben.“ Mit diesen so überaus klugen Worten stellt er ein Schüsselchen mit Cornflakes auf den Tisch und gießt schwungvoll die gute Vollmilch dazu. Was würde ich nur ohne ihn machen?
Mein Mann kommt in die Küche und sucht die Schlüssel seines neuen Mercedes. Ich werfe sie ihm an den Kopf, damit er später noch die Möglichkeit hat, mit einem überaus netten Zwillingspärchen in die Apotheke gehen zu können, um sich dort über ein Schmerzmittel von Ratiopharm beraten zu lassen.
Laut Statistik hat jede deutsche Familie 1,4 Kinder und ich suche vergebens meine Tochter. Ich frage mich jeden Tag aufs neue, wo sie nur stecken könnte.
Mit einem großen Korb verdreckter Wäsche bewaffnet, betrete ich das Treppenhaus, um mich in die Waschküche zu begeben. So, wie jeden Tag, erwarten mich hier schon die schludrigen Nachbarinnen, um sich die Frage zu stellen, ob denn mein Waschpulver stark genug wäre, all die bösen Fleckenzwerge entfernen zu können.
Aber schlau, wie ich nun einmal bin, verwende ich immerhin das neue Spee, worüber die Giftspritzen beleidigt ihre übertrieben stark geschminkten Nasen rümpfen.
Mit der neuen Kraftformel von Spee kann ich die blütenweiße Wäsche schon nach genau dreieinhalb Sekunden aus dem Trockner ziehen.
Nun ist es Zeit, sich meinem einträglichen Nebenverdienst zuzuwenden. Mit einem praktischen Handkoffer bewaffnet läute ich an der Haustür eines schönen Bungalows. Eine Hausfrau in weißer Schürze öffnet mir und schon nach nur einem einzigen Satz kann ich sie von der Wichtigkeit meines Produktes überzeugen. Sie bittet mich auf einen Kaffee herein, der schon, oh Wunder, frisch dampfend auf dem Tisch steht.
Diese Frau scheint zu jeder Tageszeit bestens auf Besuch eingestellt zu sein.
Freudestrahlend kauft sie mir die ganze Produktpalette von Avon ab und überlegt, ob sie in Zukunft auch eine Avonberaterin werden sollte. Immerhin ist der Markt so ergiebig und die Verdienstmöglichkeiten unbegrenzt. Aber das besprechen wir auf der nächsten Tupperware – Party.
Mit der neu erworbenen Provision eile ich in den nächsten EDEKA – Markt und kaufe mir eine Großpackung Knoppers, denn schließlich ist es schon fast halb Zehn in Deutschland. Ich vergesse auch nicht das neue gefrorene Gemüse von Iglo zu kaufen, denn etwas Knackiges wollen wir doch alle.
Vor dem Laden lungert schon wieder dieser Typ herum, dem ich in einem Interview vor laufender Kamera mein Statement zu Knoppers abgeben muss.
Danach eile ich nach Hause, um das Essen vorzubereiten. Mein Mann steht schon im Garten und mäht den Rasen. Seit wir bei der HAMBURG – MANNHEIMER versichert sind, brauchen wir nur noch Halbtags zu arbeiten.
Als unser Sohn ihn um Taschengeld für etwas Süßes anbettelt, ermahnt er ihn, sich aber nur die gute Kinderschokolade zu kaufen. Das Dummerchen kann ja nicht ahnen, dass ich ihm schon ein Überraschungsei mitgebracht habe.
Da hat er gleich drei Sachen auf einmal: etwas Süßes, eine Überraschung und was zum Spielen.
Nach dem Kochen rufe ich ein paar Mal in den Garten hinaus: „Das Essen ist fertig!“ aber niemand reagiert. Da fällt mir der Zaubersatz wieder ein und ich rufe: „Miraculi ist fertig ...“ und schon stürzen sich meine Männer an den Tisch.
Nach diesem unvergleichlichem Genuss fährt mein Mann mit seinem besten Freund an einen idyllischen See zum Angeln. Dort erklärt er ihm die Vorteile von Fielmann.
Am Abend sind wir auf einer Party eingeladen. Man teilt uns mehrmals ein paar Liebkosungen zu, natürlich nur von FERRERO, denn guten Freunden gibt man bekanntlich ein Küsschen.
Kurz bevor wir nach Hause gehen, fragt mein Mann nach dem gewissen Örtchen. „
„Immer der Nase nach, wo das angenehme Aroma der neuen frischen Brise herkommt“ lautet die Antwort.
Die Weichheit, Griffigkeit und Stabilität des Toilettenpapiers veranlasst meinen Mann dazu, eine Ersatzrolle davon zu stehlen und in seine Jackentasche zu stecken. Das sollte sich jedoch rächen.
Als wir das gastliche Haus verlassen und unsere Freunde uns noch nachwinken, nestelt mein Mann in seiner Jackentasche herum und die Rolle Toilettenpapier rollt über den Gartenweg. Wir bekommen nicht mehr mit, wie unsere Freunde uns freundlich gesonnen nach lächeln.
Zuhause angekommen sehen wir gerade noch, wie unser Opa den Jungen mit Werther’s Echte vollstopft. Zum Glück gibt es Remie, denn Remie räumt den Magen auf.
Gerade, als ich so richtig gemütlich mit meinem Mann im Bett liege, stolpert Veronika Feldbusch ins Schlafzimmer und kräht mit ihrer fröhlichen Art, jedoch überaus kratzigen, an einem Frosch in einer Gießkanne erinnernden Stimme: „Feierabend!“
Die Scheinwerfer gehen aus, der Regisseur packt das Drehbuch zusammen und gibt dem Regieassistent die letzten Anweisungen für den Cut.
Ich hasse die Werbung, aber es lässt sich einigermaßen gut Geld damit verdienen.
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johnnyrebel  Moderator a.D.
 

Status: Offline Registriert seit: 12.09.2006 Beiträge: 242 Nachricht senden | Erstellt am 15.09.2006 - 01:27 |  |
[Zitat]
dem Fußboden und in meine /r/ Kaffeetasse.
Mit einem praktischen Handkoffer bewaffnet /,/ läute ich an der Haustür eines schönen Bungalows.
Vor dem Laden lungert (s)/schon wieder/ (warum schon wieder?) dieser Typ herum, dem ich in einem Interview vor laufender Kamera mein Statement zu Knoppers abgeben muss.
(s) /Doch/ /d/ Das sollte sich jedoch rächen.
Zum Glück gibt es (Remi? Ich dachte, das heisst Renni. Aber bin mir nicht sicher, ansonsten sorry) Remie, denn Remie räumt den Magen auf.
...kräht mit ihrer fröhlichen Art, jedoch überaus kratzigen, an eine /n/ m Frosch in einer Gießkanne erinnernden Stimme: „Feierabend!“
[/Zitat]
Hmmmm, habe mir mal erlaubt, die Stellen anzumarkern, wo's nicht ganz richtig war. Ich denke, wenn ich lese, kann ich es gleich mitmachen. Ist aber nicht böse gemeint *lieblächel*
Aaaalso, ich fand die Geschichte bis zu den Waschweibern wirklich nicht schlecht. Das Grinsen stand mir zumindest im Gesicht. Danach fand ich es etwas zu geballt mit den "Werbeeinblendungen", dafür liess etwas der Witz nach.
Aber ich denke, das bekommst Du noch hin. 
lieben Gruss.... John
Signatur Glaubt nicht, ihr hättet Millionen Feinde. Euer einziger Feind seid: ihr selbst... |