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Elaine ...
chan
............

...

Status: Offline
Registriert seit: 07.06.2009
Beiträge: 47
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...   Erstellt am 07.06.2009 - 17:45Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich bin die neue hier im Forum ^^ und muss mich hier auch gleich mal in die Sparte der FF-Schreiber eintragen mit einem One-Shot.

Thema: Yu-Gi-Oh GX
Parring: JohanxJuudai
Genre: Drama, Shounen-Ai, Darkfic

„Am Tempel ist ein Gedicht mit dem Titel “Verlust“ in den Stein gemeißelt. Es hat drei Worte, aber der Dichter hat sie ausgekratzt. Man kann Verlust nicht lesen nur empfinden...“

(Zitat aus dem Film „Memories of a Geisha“)


White Winternight

Dieses Jahr im Januar fiel besonders viel Schnee. Wir beide hatten einen schönen, langen und romantischen Spaziergang am Abend geplant. Einmal um den See herum, welcher am Rande eines Waldes lag. Ich freute mich schon den ganzen Tag darauf. Es war unser erster gemeinsamer Urlaub. Wir hatten uns für Deutschland, Bayern entschieden. Unter anderem auch wegen der Schlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau. In dem gemeinsamen Jahr, in dem wir nun bereits zusammen waren, hast du mir so viel Liebe geschenkt, dass mir das Herz überlief und ich nicht anders konnte, als dich manchmal spontan an mich zu ziehen und zu küssen.

Ich liebte alles an dir. Deine Stimme, deinen Körper, deinen Charakter, deine kleinen, zärtlichen Gesten, die du mir Tag ein Tag aus geschenkt hast. Du warst mein Seelenverwandter, meine Liebe fürs Leben. Ich wusste, nichts und niemand würde uns jemals trennen können. Zumindest dachte ich das...

Gegen halb neun zur Abendzeit verließen wir gemeinsam unser gemietetes Ferienhaus in dem kleinen Dorf namens Prem. Händchenhaltend betraten wir den Wanderweg, welcher weitläufig um das Binnengewässer herumführte. Der Nadelbaumwald, der den See umgab, wirkte wie aus einem Märchen. Der Schnee glitzerte im Licht des Vollmondes, welches uns den Weg erhellte. Durch die weiße Winterpracht wirkte die Umgebung hell und romantisch. Die Geräusche des abendlichen Waldes umgaben uns und vereinzelte Wolken zogen über den sternenklaren Nachthimmel.

Die Schneedecke knirschte leise unter unseren Schritten und einige Eichhörnchen huschten durch die Bäume, sodass hier und dort die Zweige unter dem Gewicht des Schnees und der kleinen Nager nachgaben und dieser zu Boden fiel. Es war wie in einem Traum. Es schien perfekt. Du und ich, allein an solch einem Ort, war mehr, als ich mir jemals hätte wünschen können. Ich wusste, du empfandest das Gleiche wie ich in diesem Augenblick der Ruhe. Tiefste Zufriedenheit breitete sich in mir aus und obwohl Minusgrade herrschten, war mir wohlig warm ums Herz.

Du warst alles, was ich jemals in meinem Leben brauchen würde. Ich liebte dich so sehr, dass es mich ab und an in Erstaunen versetzte, wie tief und heftig diese Gefühle für dich sein konnten. Ohne Worte wechseln zu müssen, genossen wir den langersehnten Spaziergang in diesem Wintermärchen.

Ich legte meinen Arm um deine Taille und zog dich so nah wie möglich an mich. Ohne Zweifel wusste ich, dass du diese Einladung der zärtlichen Berührung nicht ablehnen würdest. Dein Körper schmiegte sich sofort breitwillig an den meinigen und wir gingen eng beieinander weiter. Auf einer Lichtung im Wald hielt sich ein kleines Rudel Rehe auf. Wir blieben stehen und konnten beobachten, wie sie ihre Nasen unter die Schneedecke steckten, um die dort verborgene Nahrung zu erreichen.

Über unsere Köpfe huschte ein aufgeregtes Eichhörnchen hinweg. Der dünne Ast, auf dem es landete, bog sich unter dem kleinen Nager und der Schnee fiel sanft auf dich herab. Ich konnte mir eine leises Lachen nicht verkneifen. Erst Recht nicht, als ich deinen Blick sah, der mir verriet, das dir die Kälte auf deinem Kopf unangenehm war und das weiße Nass in deinen Nacken rutschte.

Ich zögerte nicht, dich davon zu befreien. Mit einem Lächeln auf den Lippen gab ich dir einen Eskimokuss und sprach zu dir in einem liebevollen Ton, dass ich die Kälte vertreiben würde, welche dir eine Gänsehaut bereitete. Zärtlich legte ich meine Lippen auf deine und befreite zeitgleich eine meiner Hände aus dem Handschuh. Vorsichtig, um dich nicht zu verschrecken, öffnete ich deine Jacke und ließ meine Finger unter deinen Pullover gleiten, zu deinem Herzen.

Sanft unterbrachst du den Kuss und deine Stimme flüsterte liebevolle, aufrichtige Liebesschwüre. Dein Herz, es schlug so schnell. Wie ein kleiner aufgeregter Schmetterling flatterte es auf und ab. Ich konnte nicht anders, als zu lächeln. Langsam zog ich meine Hand von deiner warmen, weichen Haut und ich konnte einen leisen Protestlaut von dir vernehmen. Ich lachte erneut und versprach dir, sobald wir zu Hause seien, dir meine unsterbliche Liebe zu schenken.

Der Reißverschluss deiner Jacke gab ein leises Geräusch von sich, als ich ihn wieder nach oben zog. Ein neckender und verheißungsvoller Kuss zugleich, den du mir gabst, ließ mich auf eine lange Nacht voll süßer, tiefer Leidenschaft entgegen fiebern. Ich liebte dich so sehr. Ich brauchte deine Nähe wie die Luft zum Atmen. Ich konnte nicht ohne dich Leben. Du warst mein Leben, Juudai.

Wir spazierten Arm in Arm den verschneiten Weg am See entlang, welcher mit einer dicken Eisschicht bedeckt war. Deinem fragenden Blick auf das gefrorene Wasser folgend, wusste ich bereits, dass du gerne ausprobiert hättest, darauf zu laufen. Aber ich lies es nicht zu, es schien mir zu gefährlich, zu mal ich wusste, wie tückisch Eis sein konnte. In meiner frühen Jugend brach ich ein und ich kannte die Grausamkeit des Wassers. Tausende spitze, feine Nadelstiche, die durch den Körper rauschten. Eine bleierne Schwere, welche sich auf den Geist legte, machte das Überleben schwer. Ich würde nicht zulassen, dass dir das Gleiche wie mir widerfahren sollte.

Der Ruf einer Eule schreckte uns auf und brachte dich dazu, den Blick vom See abzuwenden. Ich aber konnte meine Augen nicht von den deinen lösen. Dieses Schokoladenbraun, dass es mir schon bei unserem ersten Treffen angetan hatte, ließ mich immer wieder in Traumwelten driften und zauberte mir ein zufriedenes Lächeln auf die Lippen. Ich wusste, du gehörtest zu mir. Du warst mein.

Ein Hase saß auf dem schneebedeckten Weg und hoppelte ins Unterholz, als er uns hörte. Seine Spuren im Schnee mischten sich mit denen anderer Tiere des Waldes. Fasziniert von der uns umgebenden Natur, die sich an uns nicht störte, kamen wir an einer Straße an. Misstrauisch beäugte ich diverse Stellen und seufzte. Am liebsten wäre ich damals den anderen Weg weiter gegangen, aber deinetwillen ließ ich es. Du wolltest die längere Route zurückgehen und dafür mussten wir diese verdammte, stellenweise mit Glatteis überzogene Straße überqueren.

Ich blickte mich bestimmt drei Mal nach allen Seiten um, bevor ich dir versicherte, dass kein Auto zu sehen sei. Langsam und zögernd überquerte ich mit dir die Fahrbahn. Wer von uns Beiden konnte auch nur im geringsten ahnen, was als nächstes geschehen würde?

Helle Scheinwerfer blendeten mich und ich hörte die Hupe eines Lastkraftwagens. Deine grelle Stimme hallt mir noch heute in den Ohren wider, wenn ich an diesen Abend denke. Du schriest meinen Namen voller Panik. Ich spürte einen heftigen Stoß und landete im Schnee, bevor ich die Reifen des Fahrzeuges quietschen hörte. Doch durch das Glatteis auf der Straße schaffte der Fahrer es nicht mehr rechtzeitig. Mit einem ohrenbetäubenden Knall verlor ich das, was mir am Wichtigsten war in meinem Leben. Dich...

Die grausamen Bilder dieser schicksalhaften Winternacht werde ich nie vergessen können. Du warst zwischen einem Baum und dem Wagen eingeklemmt. Ich sprang auf meine Beine und rannte zu dir, wobei ich fast einige Male fiel. Aufgelöst und geschockt stand ich bei dir. Mein Name kam flüsternd über deine Lippen. Ich versicherte dir, dass alles gut werden würde, aber im Grunde belog ich mich nur selbst. Ich wusste, du würdest sterben. Deine letzen Worte bewahre ich mir im Herzen und tief in meiner Seele.

Dein letzter Liebesschwur an mich in dieser Nacht, bevor du für immer von mir gingst. Ich schrie deinen Namen und bat dich, mich nicht allein zu lassen, doch du warst mir genommen worden. Ein Teil meiner Seele starb mit dir und in meinem Herzen herrschte Leere.

Diese weiße Winternacht hat sich mir für die Ewigkeit ins Gedächtnis gebrannt. Du gabst dein Leben für meines. Einsamkeit und Kälte schleichen sich immer wieder in meine Seele und mein Herz. Mein Leben zerbrach in einer Sekunde. Fragen schossen mir durch den Kopf. Warum? Warum du? Wir waren glücklich miteinander. Wir waren füreinander gemacht. Du warst mein zweites Ich. Die fehlende Hälfte meiner Seele. Mit dir war ich vollständig und du mit mir. Unsere Liebe sollte eine unsterbliche Liebe sein, die niemals enden sollte. Wir waren so glücklich miteinander...

Heute stehe ich an deinem Grab. Es ist dein Todestag. Wie jedes Jahr lege ich an diesem Tag weiße Casablancalilien auf deine Ruhestätte und nicht wie sonst Sonnenblumen. Beinahe lautlos beginnt es zu schneien. Schneeflocken rieseln auf meinen Kopf nieder und bedecken deine Grabstätte mit einer weißen Decke. Mir ist kalt und ich friere. Mir ist so entsetzlich kalt....

Wie ein Schleier legt sich der Schnee auf meine Seele. Er lässt mein Herz sich krampfend und schmerzend zusammen ziehen. Wie ein Stich mitten hinein. Wie eine Schwertklinge bohrt sich der Verlust in mein Herz und durchdrängt meine Seele. Ich kann es nicht in Worte fassen....

Die Zeit nach deinem Tod war hart für mich und ich konnte sie kaum bewältigen. Durch unsere Freunde, welche mir die schönen Erinnerungen an dich wach hielten, konnte ich es schaffen. Ich erwische mich oft beim Tagträumen. Wenn ich im Sommer im Garten stehe und Wäsche aufhänge, ist mir so, als würde ich dein Lachen hören. Manchmal decke ich für zwei Personen den Tisch und merke erst im nachhinein, dass niemand kommen wird, wenn ich zum Essen rufe.

Ich hatte mich entschieden, weiter zu leben. Ich habe die Pflicht, weiter zu leben. Denn du hast es mir geschenkt. Mein Leben. Niemals wieder wird jemand mein Herz erobern können. Es gehört dir, selbst über den Tod hinaus.

In wenigen Augenblicken, die nur den Bruchteil einer Sekunde andauern, kann ich deine Gegenwart spüren. Dann weiß ich, du bist bei mir und berührst meine Seele mit der Deinigen. Bist mir nah und verweilst an meiner Seite. Wahre Liebe ist größer als die Unsterblichkeit.

Falls uns ein nächstes Leben vergönnt sein sollte, ist mir bewusst, dass wir wieder vereint sein werden. Unsere Seelen sind zwei Teile eines Ganzen. Niemand kann uns wirklich voneinander trennen und so warte ich auf den Tag unserer Zusammenkunft. Bis dahin werde ich mein Leben, welches schon immer dir gehörte und auch deines war, leben und versuchen, ein wenig Glück zu finden und stark zu sein.

In ewiger, aufrichtiger Liebe widme ich, Johan Andersen, dieses Buch meinem verstorben Lebenspartner und Seelenverwandten Yuuki, Juudai.


[Dieser Beitrag wurde am 07.06.2009 - 17:45 von Elaine aktualisiert]





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