MrsJones1986 Padavan

Status: Offline Registriert seit: 30.04.2009 Beiträge: 16 Nachricht senden | Erstellt am 19.10.2009 - 10:18 |  |
Danke für die Komplimente.
Hier kommt der vorletzte Teil:
05
Ich gehe auf die Bühne und werde von schreienden Mädchen begrüßt.
„Guten Abend Dublin.“ ruft Danny ins Mikro. Wir sind also in Dublin. Das ist erst einmal gut zu wissen.
Ich blicke auf die Setlist, die vor mir auf den Boden der Bühne geklebt ist. Wir starten mit ‚One for the Radio’. Ich merke, wie ich etwas lockerer werde. Dieses Gefühl, dass wenigstens ein Bruchteil dieser tonnenschweren Last von mir abfällt, habe ich nur, wenn ich auf der Bühne stehe. Erträglich.
Doch irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem ich an der Reihe bin, all meine Kraft zusammen zu nehmen. Es war mein Wunsch, dass ‚All about you’ nicht von der Setlist gestrichen wird. Und doch wurde etwas geändert. Ich singe es allein. Danny unterstützt mich mit Backing Vocals, doch ich singe den Text alleine.
Und noch etwas hat sich geändert.
Denn im Raum ist es still. Keiner der Fans wagt es, etwas zu sagen. Ich habe das Gefühl, sie halten die Luft an. Alle Augen sind auf mich gerichtet. Denn schließlich wissen sie, was passiert ist. Sie alle wissen, was passiert ist.
Ich fange an, zu spielen und schließe die Augen, stelle mir vor, sie sitzt vor mir, wie letztes Jahr an Valentinstag…
„Nicht schummeln.“ lachte ich und führte Gio durch den Wald. Sie wusste längst, WO wir hingingen. Denn seit wir das erste Mal hier am See gewesen waren, war dies ein ganz besonderer Ort für uns geworden. Doch sie hatte keine Ahnung, was sie erwartete.
Ich hielt ihre Hand und blieb einen Moment später stehen. „Okay. Du kannst.“ erlaubte ich und beobachtete sie dabei, wie sie langsam die Augen öffnete.
Ihre Freude und die Überraschung war ihr in den Augen abzulesen und ich wusste, dass sich der ganze Aufwand gelohnt hatte.
Die Jungs und ich hatten den ganzen Vormittag geschuftet. Wir hatten einen Tisch und zwei Stühle hergebracht und alles hergerichtet, wie es bei einem romantischen Dinner sein sollte.
„Gefällt es dir?“ fragte ich Gio vorsichtig.
Sie sah mich an. „Ob es mir gefällt? Soll das ein Scherz sein? Es ist atemberaubend.“
Mit einem Lächeln auf den Lippen führte ich sie an den Tisch.
„Ich habe noch eine Überraschung für dich.“ sagte ich.
Sie sah mich fragend an. „Noch etwas?“ Ich sah, dass sie vor Spannung die Luft anhielt.
Ich griff nach meiner Gitarre. „Ich habe ein Lied geschrieben. Für dich.“
Dann begann ich, zu spielen.
It's all about you
It's all about you baby
It's all about you
It's all about you
Yesterday you asked me something I thought you knew
So I told you with a smile, it's all about you
Then you whispered in my ear and you told me too
Said you'd make my life worthwhile, it's all about you
And I would answer all your wishes
If you ask me to
But if you deny me one of your kisses
Don't know what I'd do
So hold me close and say three words like you used to do
Dancing on the kitchen tiles, it's all about you, yeah!
And I would answer all your wishes
If you ask me to
But if you deny me one of your kisses
Don't know what I'd do
So hold me close and say three words like you used to do
Dancing on the kitchen tiles
Yes you make my life worthwhile
So I told you with a smile
It's all about you
It's all about you
It's all about you baby
It's all about you
It's all about you baby
Ich öffne meine Augen und bin mit einem Schlag wieder in der Realität angekommen.
Ich schlucke hart. Immer noch ist es still im Raum. Ich merke, wie mir eine Träne über die Wange läuft. Schon wieder. Ich wische sie mir weg und zwinge mich zu einem Lächeln. Dann bricht die Halle in Jubel aus. Ich atme tief durch und drehe mich weg, um einen Schluck zu trinken.
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MrsJones1986 Padavan

Status: Offline Registriert seit: 30.04.2009 Beiträge: 16 Nachricht senden | Erstellt am 26.10.2009 - 11:08 |  |
Ein Fan.  Wie toll.
Dafür bekommst du jetzt auch den letzten Part.
06
Das letzte Lied des Konzertes. Gleich ist es vorbei.
Wir singen zum Schluss ‚The End’ wie passend, denke ich mir. Denn jeder kennt schließlich das Ende.
„Ich kann es kaum glauben. Nach eurer Tour werden wir endlich heiraten.“ Gio drückte mich an sich und gab mir einen Kuss, der mir den Atem raubte.
„Ich kann es nicht erwarten, dich endlich zur Frau zu nehmen.“ flüsterte ich an ihren Lippen.
Heute wollte Gio mit ihren Freundinnen in einen Brautmoden-Laden gehen, um Kleider anzuprobieren. Sie war schon den ganzen Tag vollkommen aufgeregt und ich liebte es, sie dabei anzusehen. Sie hatte dieses Glitzern in den Augen. Und ich liebte diese Frau jeden Tag mehr. Noch nie war ich mir sicherer gewesen, das Richtige zu tun. Ich war so glücklich, wie noch nie in meinem Leben.
„Ich geh dann mal.“ sagte sie aufgeregt. Sie wollte noch eine Freundin abholen.
Ich nickte. „Okay. Wir sehen uns dann heute Abend. Ich komme direkt nach der Probe nach Hause.“
Gio drückte mir noch einen Kuss auf. „Ich liebe dich.“
„Ich dich auch.“ antwortete ich. Dann ging sie.
Ich machte mich kurze Zeit später auf den Weg zu den Proben für die Tour.
Die Jungs waren schon alle vollzählig und ich setzte mich zu ihnen. Gemeinsam sprachen wir die Setlist durch.
„Oh mann, Tom. Ich gönne dir ja dein Glück, aber dein krankes Grinsen macht mich fertig.“ lachte Danny irgendwann.
Ich sah ihn an und stimmte in sein Lachen mit ein. Auch mir war aufgefallen, dass ich einfach nicht aufhören konnte, zu grinsen. Es ging einfach nicht.
Das Klingeln meines Handy’s unterbrach uns.
„100 Pfund, dass es Gio ist.“ lachte Dougie.
Ich kramte in meiner Tasche und legte meine Stirn in Falten, als ich die Nummer auf dem Display sah. Es war Cat, Gio’s beste Freundin.
„Hallo?“ Ich nahm gut gelaunt ab. Dann hörte ich ein Schluchzen in der Leitung und das Blut gefror mir in den Adern.
„Cat? Was ist los? Was ist passiert?“ fragte ich panisch. Die Jungs sahen mich geschockt an.
Immer noch brachte Cat keinen Ton raus, was mich wahnsinnig machte. Irgendetwas stimmte hier ganz und gar nicht.
„Gio…“ brachte Cat hervor. Ich schloss für einen Moment die Augen und betete, dass alles in Ordnung war. Doch würde Cat dann weinen?
„Was ist mit ihr? Cat, verdammt. Sprich mit mir.“ rief ich.
„Sie hatte einen Unfall. Das andere Auto hat ihr…die Vorfahrt genommen und…“ Sie brach mitten im Satz ab.
„Und was? Cat, sag mir, dass es ihr gut geht.“ flehte ich.
Jetzt brach sie endgültig in Tränen aus. Ich schüttelte den Kopf. Nein. Nein! Das kann nicht sein. Das darf nicht sein.
„Cat!“ rief ich erneut.
„Ich…sie ist…sie ist….“
Mehr hörte ich nicht. Ich ließ das Handy langsam sinken. Ich konnte nicht glauben, dass es wahr war, dass Gio wirklich…Ich brach den Gedanken ab und sprang auf.
„Ich muss…Gio ist….“ In diesem Moment brach ich in Tränen aus und ließ mich wieder auf den Sessel sinken, in dem ich eben noch gesessen habe.
Nachdem ich den anderen alles erzählt hatte, was ich wusste, machten wir uns auf den Weg zu Cat. Ich wusste einfach nicht, wo ich zuerst hin sollte. Ich wollte, dass mir irgendwer sagte, dass das alles nicht wahr war.
Die Trauerfeier fand eine Woche später statt. Ich hatte gewollt, dass Gio mit ihrem Ehering begraben wird, den ich schon gekauft hatte. Ich steckte ihn ihr an, als sie aufgebart in der Kirche lag.
Vorsichtig strich ich ihr eine Strähne aus dem Gesicht. Bis auf ein paar Kratzer auf der Stirn waren zumindest im Gesicht keine weiteren Zeichen des Unfalls zu sehen.
Sie sah aus, als ob sie schliefe.
Die Ärzte hatten gesagt, dass sie an inneren Verletzungen gestorben sei.
Ich versuchte nicht mehr, die Tränen zurück zu halten….
Meine Stimme bricht. Ich schließe für einen Moment meine Augen. Vor meinem inneren Auge sehe ich sie. Sie lächelt mich an. Ich weiß, dass sie gewollt hätte, dass ich die Tour mit den Jungs durchziehe. Genau das ist der Grund dafür, dass ich hier stehe. Sie ist der Grund dafür.
Ich werde sie immer lieben, das weiß ich. Doch vielleicht kann ich irgendwann an sie denken, ohne das Gefühl zu haben, ein Messer rammt sich immer und immer wieder in mein Herz. Es tut weh.
‚Ich liebe dich, Gio. Für immer.’ denke ich und singe die letzte Zeile, lasse das Lied ausklingen.
Ich sage ein leises „Danke Dublin.“ ins Mikro und drehe mich um, um zu gehen. Um zu gehen, wie auch sie gegangen ist.
´Cause everybody knows the end….
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