FachschaftsratSLF Kollektiv-Account
       

Status: Offline Registriert seit: 29.05.2005 Beiträge: 32 Nachricht senden | Erstellt am 30.05.2005 - 18:43 |  |
Aus dem Grundsatzprogramm der SPD (S.30-32) "(...) Ziel von Bildung ist für uns nicht nur Qualifikation für Beruf und Fortkommen. Bildung hat Eigenwert für die Entfaltung der Person.
Bildung soll Verständnis für die eigene Überlieferung wecken und Menschen befähigen, sich selbst und andere, auch andere Kulturen und ihre Menschen, zu verstehen. Bildung soll die Chance eröffnen, selbstbestimmt zu arbeiten und die von Erwerbsarbeit und Familienarbeit freie Zeit für Eigenarbeit, musisch-kulturelle Tätigkeit, soziale und politische Aktivitäten zu nutzen. Bildung muß Menschen befähigen, sich mit der Gesellschaft und den Anforderungen der Arbeitswelt kritisch auseinanderzusetzen und mitgestaltend auf sie einzuwirken. Bildung soll Menschen helfen, sich in unserer komplizierter werdenden Gesellschaft zurechtzufinden, (...)
Bildung muß allen offenstehen. Schüler, Auszubildende und Studenten sind finanziell so zu unterstützen, daß sie in eigener Verantwortung ihren Berufsweg unabhängig vom Einkommen ihrer Eltern gehen können. (...)
Hochschule, Wissenschaft und Forschung
Die Öffnung der Hochschule bleibt unser Ziel. Studium und Weiterbildung sollen auch für diejenigen zugänglich werden, die ihre Befähigung im Beruf oder durch andere gesellschaftliche Tätigkeiten erworben haben. Forschung und Lehre müssen stärker als bisher Probleme der Arbeitswelt berücksichtigen.
Alle Gruppen an der Hochschule müssen wirksame Mitbestimmungsrechte erhalten. Wir wollen die Freiräume der Hochschule für Reformen und neue Studiengänge erweitern. Sozial- und Geisteswissenschaften müssen ebenso gefördert werden wie Natur- und Technikwissenschaften. Natur-, Gesellschafts- und Geisteswissenschaften gehören untrennbar zusammen.
Wir wollen alles tun, damit die Qualität von Wissenschaft und Forschung internationalen Maßstäben gerecht bleibt.
Freiheit und Verantwortung der Wissenschaft bedingen einander. Wer als Wissenschaftler gegenüber der Gesellschaft die Freiheit der Forschung beansprucht, muß auch bereit sein, für die Folgen ihrer Anwendung Verantwortung zu übernehmen. Die Gesellschaft muß die Freiheit der Wissenschaft und des einzelnen Wissenschaftlers gegenüber staatlicher und wirtschaftlicher Macht sichern. Zur Freiheit der Wissenschaft gehört der freie, unbehinderte wissenschaftliche Disput und die laufende Veröffentlichung von Forschungsergebnissen.
Wir sehen mit Sorge, dass immer mehr Forschungseinrichtungen entstehen, in denen die Forschung militärischen oder ausschließlich wirtschaftlichen Zwecken unterworfen wird. Sie binden verfügbare Forschungspotentiale und verhindern alternative Forschungsansätze. Sie behindern den Erkenntnisprozeß, indem sie die Ergebnisse ihrer Forschung der Öffentlichkeit vorenthalten.
(...)
Wenn es die Würde des Menschen, das Recht auf Leben oder der Schutz der Natur erfordern, hat der Staat das Recht und die Pflicht, mit Verboten und Auflagen in die Forschung einzugreifen."
Publikation der CDU zur Bildungspolitik (S.5) "(...)Die nachhaltige Pflege kultureller Traditionen und die naturwissenschaftliche und geisteswissenschaftliche Grundlagenforschung dürfen durch kurz- und mittelfristige Zweckorientierung von Forschung und Lehre nicht eingeschränkt werden.
Mehr Qualität durch mehr Wettbewerb und mehr Freiheit für den Wettbewerb- das sind die Kernforderungen der CDU-Hochschulpolitik. Der Staat muss die Detailsteuerung der Hochschulen aufgeben und sich auf strategische Hochschulpolitik beschränken. Nur so können die Universitäten ein eigenes Profil ausbilden, das sie brauchen, um im globalen Wettbewerb bestehen zu können.
Die finanziellen Mittel sollen den Hochschulen in Gestalt von Globalbudgets zukommen. Die Gremienstrukturen sind so zu reformieren, dass mehr Selbstverantwortung und Effizienz erreicht werden. Hierfür müssen die Länder die gesetzlichen Voraussetzungen schaffen. Dienstrecht und Besoldung müssen geändert werden, damit Leistungskriterien besser berücksichtigt werden können. Das Dienstrecht muss zudem flexibler werden, damit die Hochschulen in der Lage sind, im globalen Wettbewerb um die besten Köpfe mit der Wirtschaft bestehen zu können. Zum Wettbewerb zwischen den Hochschulen gehört auch der Wettbewerb um die Studierenden. Die Hochschulen sollen sich ihre Studierenden selbst auswählen können- und umgekehrt. Deshalb muss die ZVS abgeschafft werden.
Wer die Situation an den Hochschulen verbessern will, der muss auch über Finanzierungsfragen sprechen. Die CDU lässt sich hierbei keine Diskussion verbieten- auch nicht über Studiengebühren. Es ist vielmehr zu prüfen, ob die beiden Ziele Wahrung der Sozialverträglichkeit des Studienfinanzierungssystems und Verbesserung der Qualität von Forschung und Lehre durch eine sinnvolle Kombination von BaföG, Bildungssparen, Bildungsdarlehen und Gebühren bei einkommensabhängiger Darlehensrückzahlung sowie Freiplätzen für Begabte und Bedürftige miteinander vereinbart werden können.(...)"
Beide Texte im pdf von deren Internet-Seiten runterladbar....
[Dieser Beitrag wurde am 30.05.2005 - 18:48 von FachschaftsratSLF aktualisiert]
|
<mehr> unregistriert
| Erstellt am 31.05.2005 - 18:03 |  |
FDP 02:Hochschule - Mehr Qualität durch Wettbewerb (...) Die wettbewerbsfähige Hochschule ist international, unabhängig, wirtschaftlich und profiliert. Dieses Leitbild kann nur verwirklicht werden, wenn die zentralistischen und bürokratischen Strukturen des jetzigen Hochschulwesens überwunden werden. Die Hochschulen in öffentlich-rechtlicher Trägerschaft sollen so beweglich werden wie die Hochschulen in freier Trägerschaft. Wettbewerbsfähige Hochschulen sind international
Die deutschen Hochschulen wollen international wieder in die Spitzengruppe gelangen. Dafür brauchen sie neben einer besseren Finanzausstattung einen Ordnungsrahmen, der den wissenschaftlichen Leistungswettbewerb national und international ermöglicht und anregt. Die FDP hat in ihrer Regierungszeit durchgesetzt, dass Bachelor- und Masterstudiengänge ermöglicht wurden. Diese Studiengänge müssen sich aber erst am Arbeitsmarkt bewähren. Wir wollen im eigenen nationalen Interesse die Position Deutschlands auf dem globalen Bildungsmarkt verbessern, das Studienangebot und die akademischen Grade unserer Hochschulen stärker internationalisieren sowie die Werbung für den Studien- und Forschungsstandort Deutschland im Ausland erhöhen. Werbung für den Hochschulstandort Deutschland muss auf Produktqualität setzen. Nur wenn Bildung und Ausbildung in Deutschland oder durch deutsche Bildungseinrichtungen wieder ein Qualitätsprodukt wird, werden wir Erfolg haben. Bürokratische Verfahren z.B. bei der Visaerteilung in den Botschaften müssen abgebaut werden. Deutsche Außenhandelskammern müssen in die Werbung stärker einbezogen werden. Aktives Auslandsmarketing bedeutet Kooperationen mit Hochschulen, aber auch die Gründung von Zweigstellen deutscher Hochschulen im Ausland. Die Deutschen Schulen im Ausland sind wichtige Werbeträger und dürfen nicht länger als Steinbruch im Haushalt des Auswärtigen Amtes missbraucht werden. Die FDP hat die Grundlagen für die Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen geschaffen. Diese Studiengängen sollen von den Hochschulen selbstständig eingerichtet werden können. Die FDP spricht sich dafür aus, keinen Unterschied zwischen Bachelor- und Masterabsolventen von Fachhochschulen und von Universitäten bei der Einstufung im Öffentlichen Dienst zu machen. Dies war auch die ursprüngliche Intention bei der Einführung dieser Studiengänge. Wettbewerbsfähige Hochschulen sind unabhängig Wir wollen das Hochschulwesen nicht mehr staatlich planen und vereinheitlichen. Das Hochschulrahmengesetz erhält eine neue Aufgabe: Es soll den Hochschulen im Interesse der Wissenschaftsfreiheit eine umfassende Autonomie sichern und die bürokratischen Tendenzen der Wissenschaftsministerien der Länder zurückdrängen. Dazu ist das Hochschulrahmengesetz grundlegend zu überarbeiten mit dem Ziel, die Hochschulautonomie zu erweitern, indem den Hochschulen Kompetenzen und Verantwortung für Finanz-, Personal- und Organisationsentscheidungen übertragen werden. Der Verzicht auf Regelungen des Bundes in einem reformierten Hochschulrahmengesetz darf nicht zu einer Zunahme der Regelungen der Bundesländer führen. Die Übernahme von Eigenverantwortung durch die Hochschulen ist zu fördern und der Wettbewerb zwischen ihnen ist zu stärken. Leider wurden die im novellierten Hochschulrahmengesetz vorgesehenen Gestaltungsfreiheiten für die Hochschulgesetze der Länder nicht zugunsten der Hochschulautonomie umgesetzt. Wir wollen den Hochschulen das Recht einräumen, ihre Leitungsstrukturen endlich nach ihren Bedürfnissen und Erfahrungen in ihren Grundordnungen selbst zu bestimmen. Ein modernes Dienstrecht muss dem Umstand Rechnung tragen, dass Forschung zunehmend projektförmig organisiert ist. Dafür brauchen wir die Möglichkeit, flexibel zeitlich begrenzte Arbeitsverhältnisse mit dem am besten Qualifizierten abschließen zu können. Die FDP begrüßt die Einführung des Juniorprofessors. Zugleich erkennt sie an, dass verschiedene Fachkulturen nach wie vor mit gutem Grund nicht auf die Habilitation verzichten wollen. Mit der Stärkung der Eigenverantwortung der Hochschulen müssen andere Willensbildungs- und Entscheidungsstrukturen einher gehen. Die Hochschulen verstärken in diesem Prozess ihre Managementfähigkeiten und beseitigen Führungsdefizite. Das schließt ein, dass den Fachbereichen im Rahmen einer mit der Hochschulleitung abgestimmten Zielsetzung entscheidend mehr Eigenverantwortung bei der Erarbeitung von Studien- und Prüfungsordnungen sowie in Lehre und Forschung übertragen wird. Jede Hochschule muss ihr Profil selbst bestimmen können, wie zum Beispiel durch die Einführung neuer Studienfächer, Zielvereinbarungen und Studienabschlüsse sowie die stärkere Weiterentwicklung einzelner Fachbereiche, die Bündelung von Fachbereichen oder die Bildung von interdisziplinären Forschungsgruppen. Durch regelmäßige interne und externe Evaluation der Ziele und Leistungen der Hochschule in Forschung und Lehre und die Veröffentlichung von deren Ergebnissen wird es Studienbewerbern erleichtert, die für ihre persönlichen Ziele am besten geeignete Hochschule herauszufinden. Der Wettbewerbsgedanke ? in der Forschung längst verankert ? muss auch im Bereich der Lehre verwirklicht werden. Es sind die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass sich die Hochschulen durch exzellente Ergebnisse in Ausbildung und Forschung dem Wettbewerb untereinander stellen. Die Hochschulen sollen künftig selbst über die Aufnahme ihrer Studierenden entscheiden können, so dass auch über fachspezifische Eignungstests Begabungen frühzeitig erkannt werden können. Die Kriterien und Verfahren, nach denen sie die Studierenden auswählt, entwickelt die Hochschule selbst. Die Abschaffung der ZVS ist die Grundbedingung für eine wirkliche Freiheit in Lehre und Studium. Alle Studienbewerber in Deutschland müssen das Recht erhalten, sich direkt an der Hochschule ihrer Wahl zu bewerben. Die Hochschulen ihrerseits erhalten das Recht, sich unter den Bewerbern nach Leistungskriterien die Geeigneten auszusuchen. Die Initiative der Länder Baden-Württemberg, Hessen und Sachsen, den bestehenden Staatsvertrag zu kündigen, entspricht den Vorstellungen der FDP. Sie ist der richtige Weg, den alle Länder gehen sollten. An den Hochschulen sind Bedingungen zu schaffen, die das Studium eines Menschen mit Behinderungen zur Normalität werden lassen. Neben baulichen und anderen Maßnahmen, die das Studium erst ermöglichen, setzen wir auf die verantwortliche Zusammenarbeit von Studenten, Universitätsverwaltungen und Hochschullehrern, um Ideen zur individuellen Unterstützung zu entwickeln. Wettbewerbsfähige Hochschulen sind wirtschaftlich Neue Formen der Bildungsfinanzierung steigern nicht nur die Autonomie der Hochschulen, sondern werden es ihnen auch ermöglichen, mehr und bessere Ausbildungs- und Forschungsleistungen zu erbringen. Die Globalisierung der Hochschulhaushalte beginnt mit der gegenseitigen Deckungsfähigkeit aller Personal-, Sach- und Baumittel sowie der Möglichkeit der Rücklagenbildung durch Aufhebung des Jährlichkeitsprinzips. Mit der Befreiung von der Kameralistik und der Umstellung auf ein kaufmännisches Rechnungswesen wird die Chance einer internen Kostenrechnung als Grundlage eines erfolgreicheren Hochschulmanagements eingeräumt. Als nächstes muss die Kapazitätsverordnung abgeschafft werden, da sonst die neue Freiheit der Hochschulen auf der Ausgabenseite ihrer Etats, die auch die Stellenpläne umfassen soll, in Konflikte mit der Kapazitätsverordnung gerät. Diese geht davon aus, dass der Staat den Studiengängen wissenschaftliche Stellen zuweist, aus deren Lehrverpflichtungen sich Ausbildungskapazitäten errechnen lassen, die durch staatlich festzusetzende Zulassungszahlen auszuweisen sind und die verwaltungsgerichtlich am Maßstab der Kapazitätsverordnung überprüfbar sind. Ohne eine Abschaffung der Kapazitätsverordnung kann die Autonomie der Hochschulen nicht verwirklicht werden. Die Höhe der Globalhaushalte wird sich künftig an der Anzahl der Studierenden und ihrem Verhältnis zur Anzahl des wissenschaftlichen Personals orientieren. Die bundesweite Einführung von Bildungsgutscheinen sichert den Hochschulen eine leistungsgerechte Vergütung und ermöglicht den Ausbau der von den Studierenden bevorzugten Standorte. Bildungsgutscheine verkörpern für jeden angehenden Studierenden sein ?Recht auf Bildung? und sollen nach Schulabschluss entsprechenden Studienanfängern vom Staat unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden. Bildungsgutscheine ermöglichen jedem Studenten, unabhängig vom Einkommen der Eltern, den Erwerb eines ersten berufsqualifizierenden Abschlusses ? und wahren damit die Chancengleichheit aller Studierenden. An welcher Hochschule der Studierende diese Gutscheine zum Einsatz bringt, bleibt ihm selbst überlassen. Die Summe der Bildungsgutscheine jeder Hochschule entscheidet über die Höhe der Fördermittel durch den Staat. Dieser Finanzierungsweg fördert das bisher fehlende Interesse der Hochschulen an der Aufnahme einer möglichst großen Zahl von Studierenden, solange die Wettbewerbsfähigkeit der angebotenen Ausbildungsqualität dadurch nicht leidet. Die Studierenden sollen das Recht erhalten, mit ihren Bildungsgutscheinen auch an den staatlich anerkannten Hochschulen in freier Trägerschaft zu studieren. Dies wird den Wettbewerb um die Studierenden beleben und an allen Hochschulen zu energischen Studienreformen beitragen. Darüber hinaus erweitert die Einführung von Bildungsgutscheinen auch die persönlichen Gestaltungsfreiheiten des einzelnen Studierenden im Bezug auf die Planung seines Studiums. Der Wettbewerb um die Studierenden wird es ihnen erleichtern, ihre Wünsche nach einem Teilzeitstudium durchzusetzen. In einer dynamisierten Arbeitswelt starten auch viele Studierende früh ins Arbeitsleben, machen sich nebenher selbstständig, versuchen sich neben dem Studium weitere Qualifikationen anzueignen. Ein Staat, der sich zu seinen jungen Unternehmern bekennt, muss auch die Voraussetzungen dafür schaffen, dass junge Menschen ihr Studium und ihre berufliche Laufbahn flexibel gestalten können. Angesichts dieser veränderten Studiensituation kann mit den Bildungsgutscheinen eine Flexibilisierung erreicht werden, bei der der Studierende nicht pro Semester, sondern pro Lehrveranstaltung gefördert wird und so seine individuelle Studienorganisation realisieren kann. Durch die Einführung von Bildungsgutscheinen wird ein gesunder Wettbewerb der Hochschulen um die Studierenden entfacht. Mit differenzierten und unterschiedlich profilierten Studienangeboten werden Hochschulen versuchen, die Studierenden zu gewinnen. Das System der Bildungsgutscheine garantiert ein gebührenfreies Erststudium. Daher lehnt die FDP die Einführung von allgemeinen Studiengebühren zum gegenwärtigen Zeitpunkt ab. Die Situation vieler Hochschulen spottet einer Kostenpflichtigkeit von akademischer Ausbildung. Stärker als bisher werden zur Einnahmeseite der Hochschulen die Drittmittel im Bereich der Forschung gehören. Die Unterstützung der Wissenschaft durch gemeinnützige Einrichtungen ist unverzichtbarer Bestandteil der Wissenschaftsförderung. Privatwirtschaftliches Sponsoring, beispielsweise für Hochschulsanierungen und den Ausbau von Studiengängen soll stärker in Anspruch genommen werden. Das bedeutet zugleich Möglichkeiten für die Einrichtung von Stifter-Lehrstühlen durch die Wirtschaft. Alle neuen Modelle müssen sich künftig an leistungsbezogenen Kriterien orientieren. Die Zusammenarbeit zwischen den Hochschulen und der Wirtschaft ist zu begrüßen. Der Aufbau gemeinsamer Netzwerke ist zu fördern. Sponsoring ist kein Schimpfwort, sondern kann zur Verbesserung der Finanzausstattung sowie zu einer realitätsnahen Ergänzung des Angebots führen. Dabei ist allerdings darauf zu achten, dass Drittmittel nicht zu einer Streichung staatlicher Förderungsmittel führen. Eine staatlich finanzierte Grundlagenforschung bleibt unverzichtbar. Die Wirtschaft ist dazu aufgefordert, nicht nur unmittelbar kommerziell umsetzbare Forschungs- und Ausbildungsvorhaben zu unterstützen. Die Hochschulen müssen die Zusammenarbeit mit Gründerzentren verbessern und dafür gesonderte Einrichtungen schaffen, um den Studierenden die Gründung von Unternehmen zu erleichtern. Durch die neuen Finanzierungsstrukturen wird das Vertrauen der Öffentlichkeit in den sparsamen Umgang der Hochschulen mit den bereitgestellten staatlichen Mitteln spürbar wachsen. Das wird es der FDP politisch erleichtern, den Hochschulen die dringend benötigten Mittel zu sichern. Wir wollen den Hochschulen in der nächsten Legislaturperiode 5 Mrd. Euro aus Bundesmitteln zusätzlich zur Verfügung stellen. Außerdem soll der Bund 1,2 Mrd. Euro jährlich für den Hochschulbau aufwenden, um die ?Bugwelle? rückständiger Baufinanzierungen abzubauen. Wettbewerbsfähige Hochschulen sind profiliert Eine künftige Hochschulreform sollte sich nicht mehr an einem statischen binären Modell orientieren, in welchem zwei gleichwertige Hochschultypen, also Universität und Fachhochschule, nebeneinander stehen. Universität und Fachhochschule werden miteinander im Wettbewerb um die Studierenden und um Forschungsmittel stehen, so wie die Universitäten untereinander und die Fachhochschulen untereinander zunehmend im Wettbewerb stehen werden. Jede Hochschule ist frei, sich ein eigenverantwortetes wissenschaftliches Profil zu geben. Fachhochschulen sollen mehr forschen können und Universitäten sollen mehr praxisorientierte Lehre anbieten können. Die erwünschten Projekte wissenschaftlicher Kooperation wird es zwischen freien Hochschulen ebenfalls zunehmend geben ? nicht nur im internationalen Bereich. Die Kapazitäten an den Fachhochschulen müssen weiter ausgebaut werden. Die Organisationsstrukturen der Fachhochschulen sind auf noch mehr Flexibilität auszurichten. Dies entlastet die Universitäten für ihre ureigenste Aufgabe der Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Ein Studium an der Fachhochschule ist eine andersartige, jedoch gleichwertige Ausbildung. Die Einstufung beim Zugang zum höheren Öffentlichen Dienst muss deshalb im Wettbewerb der Absolventen aller Hochschularten, also auch der der Fachhochschulen, erfolgen. Der Aufbau dualer Studiengänge und ein berufsbegleitendes Teilzeitstudium für befähigte Berufstätige sind zu fördern, um so ein enges Zusammenspiel von Wirtschaft und Hochschule bei der gezielten Ausbildung von wissenschaftlichen Nachwuchsführungskräften zu fördern. Die Einbeziehung dualer Komponenten bei der Verbindung von Studium und praktischer beruflicher Ausbildung erfordert von den Hochschulen mehr als nur organisatorische Anstrengungen, um diese Bedingungen als produktive Chance zu begreifen und curricular zu berücksichtigen. Die FDP hält an der Reform der Studienförderung nach dem sogenannten Dreikörbemodell fest, für das sie bereits einen eigenen Gesetzentwurf vorgelegt hat. Die Förderung von hochbegabten Studierenden ist von privaten und öffentlichen Stiftungen, durch die Hochbegabtenförderungsprogramme der Stiftungen der Parteien, der Kirchen, des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft und das Heisenberg-Programm weiter auszubauen. Die an den Hochschulen existierenden Möglichkeiten der Begabtenförderung in Form von Promotionsstipendien reichen nicht aus und müssen verstärkt werden. Auch künftig müssen Graduiertenkollegs an den Hochschulen eingerichtet und gefördert werden. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), deren Anliegen es ist, die Wissenschaft in allen ihren Zweigen zu fördern, trägt dabei eine besondere Verantwortung.
Grüne (Wahlprogramm) Qualität der Hochschulen verbessern
In der Wissensgesellschaft müssen Hochschulen zu einem zentralen Ort werden. Damit verbunden wachsen die Ansprüche der Gesellschaft an die Hochschulen. Neben der Erstausbildung werden Hochschulen auch zu Institutionen der Fort- und Weiterbildung der Gesellschaft. Hochschulen und Gesellschaft müssen sich in einem breit angelegten Prozess darüber verständigen, welche Aufgaben den Hochschulen in Zukunft zukommen, und wie diese gewährleistet werden können. Wir werden diesen Prozess anstoßen und uns aktiv in ihn einbringen. Ziel muss es sein, zu einer neuen Hochschulreform zu kommen und Hochschulen insbesondere auch für Studierende aus "bildungsfernen Schichten" attraktiver zu machen. Veränderten Studienwünschen und Lebensbedingungen muss in einer Studienreform dabei ebenso Rechnung getragen werden wie der weiteren Sicherung kreativen und flexiblen wissenschaftlichen Lernens. Bausteine dafür sind die die Öffnung des Hochschulzugangs und flexibler zugeschnittene Studienangebote genauso wie eine stärkere Unterstützung von Tutor- und Mentorprogrammen sowie von Projekten des eigenverantwortlichen Lernens und Forschens. Mit der leistungsbezogenen Besoldung für Professorinnen und Professoren belohnen wir nun endlich auch das Engagement in der Lehre finanziell. Wir setzen uns für die Ausweitung des Angebots von Frauenstudiengängen ein. Außerdem muss die Frauen - und Genderforschung als dauerhafter Bestandteil in Studium und Lehre integriert werden. Feministische Wissenschaftskritik macht die Kategorie Geschlecht zum Gegenstand wissenschaftlicher Arbeit und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Reflexion der gesellschaftlichen Verhältnisse. Um kreative Forschungsansätze in die Wissenschaft einzubringen, streben wir die Einrichtung einer Frauenhochschule in Deutschland an, die innovativ und international ausgerichtet sein soll. Die Mobilität von Lernenden und Forschenden muss unterstützt werden und darf nicht an bürokratischen oder finanziellen Hürden scheitern. Das Bildungsangebot im Inland muss eine starke internationale Perspektive erhalten, und internationale Studiengänge werden weiter gefördert. Wir werden uns dafür einsetzen, dass der Studienort Deutschland für ausländische Studierende, Forscherinnen und Forscher attraktiver wird. Dazu müssen die arbeits- und ausländerrechtlichen Bestimmungen weiter geöffnet sowie im Ausland erworbene Abschlüsse anerkannt werden.
Wissenschaft als Beruf
Wir wollen Menschen, die sich für eine wissenschaftliche Laufbahn entscheiden, besser fördern. Auch deswegen dürfen Hochschulen nicht darauf verzichten, schon im Studium Möglichkeiten des eigenständigen wissenschaftlichen Arbeitens zu eröffnen, und bisherige Freiräume im Studium auszubauen. Besonders wichtig ist uns die bessere Unterstützung von Doktorandinnen und Doktoranden. Ein eigener Wissenschaftstarifvertrag - der auch studentische Hilfskräfte umfassen sollte - könnte den spezifischen Anforderungen von Hochschul- und Forschungseinrichtungen besser Rechnung tragen. Starre Regulierungen lehnen wir ab. Die Auswirkungen der in der Novellierung des Hochschulrahmengesetzes geschaffenen neuen Karrierewege wie der Juniorprofessur wollen wir evaluieren und weiter verbessern. Die Förderung des zukünftigen wissenschaftlichen Nachwuchses darf nicht zu Lasten des gegenwärtigen Nachwuchses gehen. Beim Anteil weiblicher Hochschullehrkräfte bildet Deutschland das Schlusslicht. Wir wollen, dass sich mehr Frauen für eine wissenschaftliche Laufbahn entscheiden. Deshalb wollen wir familienfreundliche Hochschulen. Studieren und wissenschaftliche Forschung mit einem Leben mit Kindern zu verbinden, soll nicht mehr durch unzureichende Betreuungsmöglichkeiten behindert werden. Der anstehende Generationswechsel an den Hochschulen und Forschungseinrichtungen muss zu einer deutlichen Steigerung des Frauenanteils in wissenschaftlichen Führungspositionen genutzt werden.
Demokratie und Engagement fördern
Wir wollen Hochschulen als Stätten lebendiger Diskussion und des engagierten Austausches mit der Gesellschaft, nicht als reine Lern- und Forschungsfabriken. Deshalb befürworten wir Initiativen zur verstärkten Öffnung der Hochschulen für ihr Umfeld. Die Verfasste Studierendenschaft als Weg zur Artikulation und Einbringung der studentischen Interessen innerhalb der Hochschule halten wir für wichtig.
Mehr Geld für Bildung und Forschung
Wir werden die Mittel für Bildung und Forschung weiter erhöhen. Wir wollen dabei die Rechte der Bildungsteilnehmer stärker. Die eingesetzten Mittel sollen stärker den Menschen und ihren Entscheidungen für das jeweilige Bildungsangebot folgen. Wir wollen nicht, dass durch Studiengebühren eine soziale Selektionswirkung stattfindet. Dies lehnen wir ab. Insbesondere das Studium bis zum ersten Abschluss muss gebührenfrei bleiben. Ebenso halten wir weiter an einer grundlegenden Reform des BAföG fest. Eine zeitgemäße Studienfinanzierung muss noch stärker elternunabhängige Anteile enthalten, muss die heutige Lebensrealität der Studierenden berücksichtigen und breite Bevölkerungsschichten erreichen. Die Förderungen von Bildungs- und Forschungseinrichtungen wollen wir stärker mit Zielvereinbarungen verknüpfen. (...)
|