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Rumpelstilz Dieses Baums Blatt


Status: Offline Registriert seit: 08.03.2006 Beiträge: 8 Nachricht senden | Erstellt am 23.05.2006 - 08:38 |  |
An verschiedenen Stellen habe ich gelesen, dass Visitenkarten zur Zeit des Empire eine wichtige Bedeutung hatten.
Es wird erwähnt, dass Visitenkarten überreicht und auch ausgestellt wurden.
Leider gab es nirgends weitergehende Informationen dazu. Ich bin aber neugierig geworden und es würde mich interessieren, welche Bedeutung Visitenkarten hatten und wofür man sie brauchte:
Schickte man Visitenkarten mit Briefen mit?
Oder wurde ein Laufbursche mit eine Visitenkarte bei einer anderen Familie vorbeigeschickt und bedeutete das etwas (z.B. Besuchsankündigung)?
Oder wurde eine Visitenkarte erst bei einem Besuch übergeben?
Anscheinend wurden Visitenkarten auch "ausgestellt" und es gab entsprechende Halter dafür. Wie muss ich mir das vorstellen: Standen diese im Eingangsbereich eines Hauses oder im Wohnzimmer? War es zu Information weiterer Gäste (bzw. ev. auch Angeberei) gedacht, sozusagen als Ausweis, mit welche Familien man verkehrte?
Was stand auf diesen Visitenkarten? Name, Titel, so etwas wie Berufsbezeichnung, Wohnort?
Wer hatte Visitenkarten, nur die "bessere Gesellschaft" oder z.B. auch Handwerker?
Es wäre interessant, mehr über dieses Thema zu erfahren und ich würde mich freuen, euer Wissen teilen zu dürfen!
Danke!
Martina
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Nanny  Dieses Baums Blatt


Status: Offline Registriert seit: 12.10.2005 Beiträge: 656 Nachricht senden | Erstellt am 23.05.2006 - 08:50 |  |
Hm. also im 19. Jh. führte man sogar entsprechende Visitenkatenmäppchen mit sich, das weiß ich, weil ich so ein hübsches Teil habe.
Eine Visitenkarte wurde z.B. bei Hausbesuchen überreicht, damit der Butler/Diener wußte, wen er ankündigen mußte. Es stand eigentlich nur der Name darauf. Wenn man niemanden zu Hause antraf, konnte man sie dort hinterlassen, damit der Hausherr/die Hausherrin wußte, das man dagewesen ist.
Heute gibt es ähnliche Bräuche (allerdings beachtet die eh kaum ein Mensch):
Ist es eine private Visitenkarte, braucht nur Name und Adresse drauf stehen, möchte man, das einen derjenegige auch anruft, also man will ein näheres kennenlernen, schreibt man die Telefon-Nummer mit der Hand drauf.
Visitenkarten von Berufs wegen, haben die Berufsbezeichnung/Firma und die kompletten Kontaktdaten (ohne die Privat-Nummer) drauf stehen.
[Dieser Beitrag wurde am 23.05.2006 - 08:52 von Nanny aktualisiert]
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Adolphe  Zweig


Status: Offline Registriert seit: 31.10.2005 Beiträge: 174 Nachricht senden | Erstellt am 23.05.2006 - 08:58 |  |
Die Visitenkarten der Zeit die ich bisher gesehen habe, waren nur mit dem Namen und das von Hand beschriftet.
Das schönste was ich bisher in dieser Richtung gesehen habe, war die Visitenkarte eines Schreinermeisters. Es war eine Einlegearbeit in der Schreibfläche eines Schreibschrankes. Das Ding sah aus wie eine dort abgelegte Visitenkarte, naturweiß mit dem Namen in Schreibschrift. War aber eine Einlegearbeit in Elfenbein, woraus die Schrift bestand, weiß ich nicht mehr (Schwarz = Ebenholz?)
Sah auf jeden Fall Superklasse aus......
Signatur Der Schein trügt.......... |
Suzette  Zweig


Status: Offline Registriert seit: 26.10.2005 Beiträge: 164 Nachricht senden | Erstellt am 23.05.2006 - 09:20 |  |
Vor unserer letzten Veranstaltung habe ich mal ein wenig rumgestöbert. Demnach konnten die Karten auch mit Stichen geschmückt sein, enthielten aber im wesentlichen offenbar tatsächlich nur Name, Titel und u.U. Beruf. Schau mal die Visitenkarte von Johann van Beethoven, dem Bruder von Ludwig:
http://en.wikipedia.org/wiki/Image:VisitingCardJohannVanBeethoven.jpg oder so jet mit der Loggia dei Lanzi in Florenz: http://www.primaryresearch.org/PRTHB/postcards/aguidara/visitingcard.jpg
[Dieser Beitrag wurde am 23.05.2006 - 09:28 von Suzette aktualisiert]
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Nanny  Dieses Baums Blatt


Status: Offline Registriert seit: 12.10.2005 Beiträge: 656 Nachricht senden | Erstellt am 23.05.2006 - 11:36 |  |
Oh, wie hübsch die sind!
Da werde ich meine mal noch ein bißchen mehr bemalen 
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Rumpelstilz Dieses Baums Blatt


Status: Offline Registriert seit: 08.03.2006 Beiträge: 8 Nachricht senden | Erstellt am 24.05.2006 - 08:32 |  |
Besten Dank, das sind doch viele und auch sehr schöne Antworten!
Signatur |
Catherine  Zweig


Status: Offline Registriert seit: 03.01.2006 Beiträge: 194 Nachricht senden | Erstellt am 24.05.2006 - 11:05 |  |
Im TV kam vor längerer Zeit mal ein Bericht über eine alte Visitenkartendruckerei in der Innenstadt von Wien. Dabei wurde erzählt, das Visitenkarten im 18. Jh. aufgekommen sind. es war wohl so, das Besuchte, wenn sie nicht im Haus waren, ja nicht wissen konnten, das sie aufgesucht wurden sind. Daher kam der Brauch auf, eine Karte mit Rang und Namen als Nachricht zu hinterlassen. Der Besuchte konnte so zum Gegenbesuch übergehen.
Manchmal wurden wohl auch kurze Nachrichten oder Einladungen auf der Karte vermerkt.
Leider habe ich dazu aber bislang keine Quellen gefunden, um die Aussagen der Sendung zu überprüfen.
Signatur "Ich were erstickt, wenn ich dieses nicht gesagt hätte" Liselotte von der Pfalz |
Alessandra Ast


Status: Offline Registriert seit: 31.10.2005 Beiträge: 237 Nachricht senden | Erstellt am 24.05.2006 - 15:44 |  |
Meine Grossmama hat mir einst bei einer Dachboden-Grümpel-Aktion, wo wir alte Briefe ihrer Grossmama gefunden hatten) erzählt, dass man bei einem auswärtigen Besuch (z.B. bei Verwandten in einer fremden Stadt) die dortigen Bekannten besuchte, und wenn niemand zuhause war, die Karte hinterliess.
Bei der Abreise (wenn wieder niemand zuhause war) ein Kärtchen mit dem Vermerk "PPC" pour prendre congé (um Abschied zu nehmen) abgab.
Signatur Given two theories, take the one what is funnier. |
Suzette  Zweig


Status: Offline Registriert seit: 26.10.2005 Beiträge: 164 Nachricht senden | Erstellt am 25.05.2006 - 19:28 |  |
Das habe ich auch mal gelesen, dass es eine Reihe von Abkürzungen gab, die man den Karten beifügten und die den Zweck erläutern sollten:
p. f. - congratulations (pour féliciter)
p. r. - expressing one's thanks (pour remercier) - even if one is presented with flowers
p. c. - mourning expression (pour condoléance)
p. f. N. A. - Happy New Year (pour feliciter Nouvel An)
p. p. c. - meaning to take leave (pour prendre congé)
p. p. - if you want to be introduced to anybody, send your visiting card (pour présenter)
Ich hatte das zwar aus einer englischen Quelle, aber schön am Beispiel von Alessandra's Ur-Ur-Großmutter (war doch richtig so?) zu sehen, dass das auch in der Schweiz so üblich war.
Übrigens für unsere Freunde des 18. Jahrhunderts habe ich noch ein Link gefunden über Visitenkarten und weiteren Beispielen: http://www.thebookofdays.com/months/june/5.htm
Man muss allerdings etwas runterscrollen bis man auf den Text zu "Visiting Cards of the 18th century" kommt. Da hat Nanny, wenn sie aus dem Urlaub kommt, noch ein paar Anregungen zum zeichnen 
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Lisie  Zweig


Status: Offline Registriert seit: 28.03.2006 Beiträge: 57 Nachricht senden | Erstellt am 25.05.2006 - 23:48 |  |
Das mit den Visitenkärtchen hab ich mich auch schon gefragt
War aber ziemlich überrascht zu sehen dass die kärtchen so bemalt waren !
Ich mags ja eher schlicht und elegant und würde meine glaube ich mit goldrand und geschwungener Schrift gestalten  
Würde ich damit total aus der Reihe tanzen und von der Gesellschaft geächtet werden?
Liebe Grüße,
Lisie
Signatur Mr.Knightley:"My dearest,most beloved Emma, tell me at once..." |