HollyvanMekeren

Status: Offline Registriert seit: 28.05.2007 Beiträge: 116 Nachricht senden | Erstellt am 11.10.2009 - 14:23 |  |
Wer kennt das nicht:
Aus irgendeinem Grund sieht es auf dem Bankkonto gerade mau aus.
Die Zahlen sind rötlich, aber ausgerechnet jetzt kribbelt es in den Fingern.:
Dieses wundervolle Diptychon beim Galeristen meines Vertrauens würde sich neben dem Bücherregal einfach zu gut machen.
Nicht zu viel nachdenken - zuschlagen, kaufen!
Genau so ist das in der Berliner Kulturpolitik.
Da wird in mühevoller Kleinarbeit für einen Milliardenbetrag die Museumsinsel saniert.
Eine wichtige, zukunftsweisende Aufgabe. Doch vielen genügt das einfach nicht.
Seit Jahren geistert der Plan durch die Berliner Kultur, dass zusätzlich zu den vorhandenen Museen die Gemäldegalerie vom Kulturforum in einen Neubau in unmittelbarer Nachbarschaft der "Museumsinsel umziehen sollte.
Damit alle Kunstschätze europäischen Ursprungs an einem Ort konzentriert sind und damit das Popularitätsproblem des Kulturforums auch gleich gelöst wäre.
Denn dort steht seit 1998 ein ziemlich prächtiges und zugleich äußerst kunstdienliches Gebäude für die Berliner Sammlung der Alten Meister.
Nur lädt die missliche Stadtraumgestaltung am Kemperplatz nicht gerade dazu ein, dieses Museum auch zu besuchen.
Dabei liegt es nur einen Steinwurf von der Neuen Nationalgalerie entfernt, die sich über Gästemangel nicht gerade zu beklagen hat.
Also was tun? Noch einmal neue Ideen sammeln für eine bessere Anbindung der Gemäldegalerie an die Besucherströme?
Etwas Geld in die Hand nehmen für Marketing und Imagepflege der Berliner Altmeistersammlung, die zweifellos zur Weltklasse zählt?
Oder für einen dreistelligen Millionenbetrag einen Neubau errichten, der sich dann gegen Pergamonmuseum, Neues Museum und Alte Nationalgalerie behaupten muss?.
Michael Eissenhauer, der Berliner Generaldirektor der Staatlichen Museen, handelte sich gerade ordentlich Ärger ein, weil er einen solchen Neubau unter derzeitigen Vorzeichen erst einmal verwarf.
Vielleicht dachte er dabei schon an die finanziellen Engpässe, die unvermeidlich kommen, wenn demnächst die Jubelzeit der Konjunkturpakete vorüber ist.
Oder auch einfach erstmal an das, was direkt vor ihm liegt: die Neueröffnung des Neuen Museums und dann die Sanierung des Pergamonmuseums und des Alten Museums, was noch Jahre dauern und viel Geld kosten wird.
Vielleicht ist Eissenhauer auch einfach nur viel zu vernünftig für seinen Posten.
Oder noch nicht lange genug in Berlin, um das angemessene Maß an Maßlosigkeit verinnerlicht zu haben, das hier üblich ist.
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