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Johannes 
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...   Erstellt am 08.07.2006 - 09:33Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Wenn das Gewissen wach wird ...

Plötzlich gingen beiden die Augen auf, und ihnen wurde bewusst, dass sie nackt waren. Hastig flochten sie Feigenblätter zusammen und machten sich einen Lendenschurz. Am Abend, als ein frischer Wind aufkam, hörten sie, wie Gott, der Herr, im Garten umherging. Ängstlich versteckten sie sich vor ihm hinter den Bäumen.

Aber Gott rief: „Adam, wo bist du?“ Adam antwortete: „Ich hörte dich im Garten und hatte Angst, weil ich nackt bin. Darum habe ich mich versteckt.“

„Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist?“ fragte Gott. „Hast du etwa von den verbotenen Früchten gegessen?“ „Ja“, gestand Adam, „aber die Frau, die du mir gegeben hast, reichte mir eine Frucht – deswegen habe ich davon gegessen!“

„Warum hast du das getan?“ wandte der Herr sich an die Frau. „Die Schlange hat mich dazu verführt!“ verteidigte sie sich. (1. Mose 3,7-13)

Kurz vor dem Ende des furchtbaren und sinnlosen zweiten Weltkrieges erhielt ein junger Soldat den Befehl, einen niederländischen KZ-Häftling abzuführen. Er sollte den Mann zum Regimentsgefechtsstand bringen. Der Weg dorthin war ihm jedoch zu weit und zu lästig und er erschoß unterwegs den holländischen Gefangenen. Niemand war Zeuge dieses grausamen Mordes. Kein Mensch fragte in den wirren Tagen des Zusammenbruchs und auch später nicht, was der junge Soldat mit dem politischen Häftling gemacht hatte . Über den Toten war buchstäblich Gras gewachsen.

Fünf Jahre waren ins Land gegangen. Da stellte sich eines Tages jener Mann einer Staatsanwaltschaft und bezichtigte sich des Mordes. Er konnte mit dem grausamen Geheimnis nicht mehr weiterleben. Unaufhörlich schrie es in ihm. So ging er hin und bekannte, was er getan hatte. Und er blieb dabei, auch als man ihm sagte, dass er unter Umständen an die Niederlande ausgeliefert werden müsse und dort vielleicht zum Tode verurteilt würde.

Was ist das für eine Stunde, wenn das Gewissen wach wird! Was ist das für ein Schmerz, wenn unser Gewissen aufbricht! Wenn wir uns an der Hand verbrennen, können wir die Zähne zusammenbeißen oder eine schmerzstillende Tablette nehmen. Die Zeit heilt schließlich alle Wunden. Sie heilt aber nicht den aufgebrochenen Schmerz des Gewissens. Er kann eine solche Intensität erreichen, dass es der Mensch nicht mehr aushalten kann.

Mag sein, dass wir an einer Straßenkreuzung wohnen, an der Tag und Nacht der Verkehr vorbeibrandet. Das Knattern der Motoren, das Kreischen der Bremsen, das Quietschen der Straßenbahnen, der ganze Straßenlärm vermag uns nicht in der Nachtruhe zu stören. Wir gewöhnen uns schließlich beinahe an alles. Wer kann aber dann noch ruhig schlafen, wenn das Gewissen wach geworden ist? Da hilft auch keine Watte, die wir uns in die Ohren stopfen.

Das Gewissen fragt nicht, ob es mit uns reden darf. Es spricht zu uns, wann und wo es will: auf dem Arbeitsplatz, beim Beten, vor dem Schlafengehen, in der Nacht, selbst in der Kabine des Weltraumfahrers. Wir müssen unser Gewissen überallhin mitnehmen. Es verfolgt uns auf Schritt und Tritt. Oberflächlich beurteilt ist das Gewissen der große Störenfried unseres Lebens. Wie ruhig und bequem könnten wir leben, wenn es kein Gewissen gäbe! Das ist ja das menschlich so Bewegende am Nachspiel des Sündenfalls, dass Adam und Eva alles einsetzten, um mit ihrem Gewissen fertig zu werden. Wie erfinderisch und listig sind wir, um dem Gewissen beizukommen, es zum Schweigen zu bringen! Bis heute gehen wir noch die gleichen Wege, um diesen lästigen Mahner abzuschütteln.

Adam und Eva hatten von der verbotenen Frucht gegessen. Nun erwarteten sie große Dinge: das Auftun ihrer Augen, zu wissen, was gut und böse sei, zu sein wie Gott. Und wirklich, sie sahen alles neu. „Da wurden ihnen beiden die Augen aufgetan ...“ Sie sahen sich und ihre Umgebung plötzlich mit anderen Augen, mit ihrem wachgewordenen Gewissen.

Ein Kind, das die Eltern belogen hat, sieht sie plötzlich mit ganz anderen Augen. Das schlechte Gewissen gibt keine Ruhe. Bis heute ist das so geblieben. Wer schuldig geworden ist, sieht sich und seine Umgebung mit anderen Augen. Sogar bis ins Körperliche wirkt sich das anklagende Gewissen aus. Adam und Eva wurden sich bewusst, dass sie nackt waren. Ihr Nacktsein sahen sie von nun an unter einem anderen Wertmaßstab. Zum erstenmal erlebte hier der Mensch den unbeschreiblichen Schmerz seines aufgebrochenen Gewissens. Aus Feigenblättern machten sie sich Schurze und deckten ihre Blöße zu. Es ist, als ob sie mit solchem „Schamtüchlein“ auch ihr Gewissen zudecken möchten. Erstmalig versucht der Mensch die fragwürdige Selbstversöhnung des Gewissens.

Welch ein Selbstbetrug! Das Feigenblatt ist doch ein Teil der Schöpfung. Es mag wohl eine körperliche Wunde heilen, aber niemals ein verletztes Gewissen zur Ruhe bringen. Und doch, wie viele solcher „Feigenblätter“ haben wir zur Hand, wenn es gilt, das schlechte Gewissen zuzudecken!

Da war Jakob auf dem Heimweg zu seinem Bruder Esau. Zwischen beiden stand unvergebene Schuld. Viele Jahre war es her, dass Jakob seinem Bruder das Erstgeburtsrecht um ein Linsengericht abgelistet hatte. Dazu kam, dass er später in hinterhältiger Weise dem älteren Bruder den Erstgeburtssegen des Vaters gestohlen hatte. In Hass und Feindschaft waren sie damals auseinandergegangen. Jahrzehnte hatte Jakob in der Fremde leben müssen. Jetzt aber, da er seiner Heimat und damit dem Bruder näher kam, wurde sein Gewissen immer unruhiger. Er stellte sich die bange Frage: Wie wird mein Bruder mir begegnen? Werden wir uns versöhnen? Und was tat Jakob in seiner Angst? Er suchte Hilfe bei „Feigenblättern“. Fünf Herden stellte er zusammen und schickte sie seinem Bruder entgegen. Was wollte er mit diesem merkwürdigen Geschenk? „Ich will sein Angesicht bedecken mit diesem Geschenk, das vor meinem Angesicht hergeht, und hernach will ich sein Angesicht schauen. Vielleicht wird er mein Angesicht aufheben.“ (1. Mose 32,21)

Jakob wollte wiedergutmachen, seinen Bruder versöhnen, seine eigene Schuld zudecken – wie Adam und Eva ihre Blöße! Aber kann er damit sein anklagendes Gewissen zum Schweigen bringen? Es ist ergreifend zu sehen, wie Jakob selbst daran zweifelt. Nicht nur eine Herde, sondern mehrere schickt er voraus. Offenbar hat er selbst kein rechtes Zutrauen zu seinem Sühneversuch. Wie verräterisch klingt doch sein „Vielleicht“!

Eines Tages hatte der junge Friedrich von Bodelschwingh seinem Vater einige dreieckige Briefmarken der Kapkolonie gestohlen. Um die aufsteigende Unruhe loszuwerden, legte er dafür andere Marken in die Sammlung seines Vaters. Aber er fand keine Ruhe. Die doppelte, ja dreifache Anzahl der gestohlenen Marken schob er heimlich zu den Marken des Vaters. Die Unruhe aber blieb. Schließlich stellte er unauffällig seine ganze Sammlung dem Vater zur Verfügung. Aber auch das half nicht. Ruhe fand er erst, als er zu seinem Vater ging und ihm sagte, was er getan hatte. Was für einen Kampf kostete ihn dieser Weg! Erst nach langer Zeit fand er den Mut dazu.

Ein Kind, das die Mutter hintergangen hat, leert die ganze Sparbüchse und schenkt ihr zum Geburtstag etwas ausgesprochen Wertvolles. Und doch gleicht das Geschenk dem aufs Gewissen gelegten Feigenblatt. Die Unruhe kommt wieder!

Da kauft ein Mann seiner Frau, nachdem er wochenlang keine Zeit für sie hatte und sich schuldig fühlte, ein schönes Kleid, um sein Gewissen zu beruhigen. Auch ein Blumenstrauß bringt die anklagende innere Stimme nicht zum Schweigen. Keine Selbstversöhnung schenkt dem Herzen auf die Dauer Frieden. Wie schnell verwelken alle „Feigenblätter“, und das Gewissen schreit wieder! Wie lange wollen wir eigentlich noch mit fragwürdigen „Feigenblättern“ herumlaufen, voller Unruhe und schlafloser Nächte? Gott hält ein anderes Kleid bereit, das unser Gewissen völlig erneuert. Es ist das Kleid der Gerechtigkeit Jesu. Allein das Blut Jesu kann „unser Gewissen reinigen von den toten Werken“. (Hebräer 9,14)

Adam und Eva glaubten mit dem Feigenblatt ihr anklagendes Gewissen zudecken zu können. Aber diese Selbsttäuschung hielt nur wenige Stunden an. Am Abend umgab sie die tiefe Stille der Natur. Nachdem alle äußeren Stimmen verklungen waren, hörten sie in der Abendstille, wie Gott sich ihnen nahte. „Da hörten sie das Rauschen der Schritte Gottes des Herrn, der beim Abendwind im Garten wandelte.“ Sie wurden von einer heftigen Angst gepackt. Erneut brach ihr Gewissen auf, hatten sie doch Gottes Gebot übertreten. Da fingen sie an zu laufen, ja, sie flohen vor Gott und verbargen sich im Gehölz des Gartens. Vielleicht waren sie dort sicher. Vielleicht drang die Stimme Gottes nicht bis ins Unterholz. Vielleicht half die Verdrängung des Gewissens ihnen aus der inneren Not!?

Wann redet das Gewissen am lautesten? Etwa, wenn wir bei einer Tätigkeit sind, die uns ganz gefangen nimmt? Wenn wir mit Freunden zusammen sind und fröhlich sind? Nein! Das Gewissen kann erst dann vernehmlich reden, wenn die vielen äußeren Stimmen verklungen sind und wir nicht mehr abgelenkt werden. In der Stille des Morgens oder Abends, da kann es sein, dass wir gewahr werden, wie Gott sich uns naht.

Das sind die „Augenblicke“, da das Gewissen mit uns redet über eine unbereinigte Lüge, die schon Jahre zurück liegt. Da erinnert es uns an manches unschöne Verhalten den Mitmenschen gegenüber oder an unsere Feigheit, in der wir unseren Glauben verleugneten.

Die einfachste Methode, das Gewissen nicht zu Wort kommen zu lassen, ist, jeder Sammlung und Stille auszuweichen. Wenn das Gewissen mit uns reden will, versteckt man sich schnell im „Unterholz“ einer Geräuschkulisse. Mitunter sieht das praktisch dann so aus: Morgens, nach dem Erwachen wird gleich das Radio eingeschaltet. Der Wecker ist so eingestellt, dass keine Zeit zur Andacht mehr bleibt. Auf dem Weg zum Arbeitsplatz vertreibt man sich die Zeit in den Verkehrsmitteln mit Unterhaltungslektüre oder dem berühmten Knopf im Ohr. Das lenkt ab. Nach Feierabend kommt man ebenfalls weder äußerlich noch innerlich zur Ruhe. Das ständig laufende Fernsehgerät unterstützt die fragwürdige Flucht.

So kann man sein Gewissen überlisten, dass es einen nicht plagt. Man lässt es nie zur Ruhe kommen und sorgt dafür, dass Gottes Kommen in die Stille nicht hörbar wird. Es gibt auch Menschen, die das Gewissen mit Alkohol oder Drogen zu betäuben versuchen. Wer wochen- oder gar monatelang jeder stillen Minute ausweicht, sollte sich fragen, was der Grund dafür ist. Haben wir deshalb keine Zeit, weil es ungeordnete Dinge in unserem Leben gibt, Unrecht, das nicht bekannt geworden ist? Wie oft ist unser Verhalten eine Flucht vor dem Gewissen!

Sich im „Unterholz“ zu verstecken, befreit nicht aus der Gewissensnot, und auch die Verdrängung des Gewissens macht uns nicht frei. Dieser Weg ist wohl einfacher, schwerer ist es, auf das Gewissen zu hören, mit der Sünde zu brechen, das Unrecht zu bekennen. Gewissensverdrängung führt nie zum inneren Frieden. Wieviel verborgene Unruhe und geheime Angst liegt über einem Menschen, der so mit dem Gewissen fertig werden möchte! „Wenn ihr umkehrtet und stille bliebet, so würde euch geholfen; durch Stillesein und Hoffen würdet ihr stark sein.“ (Jesaja 30,15) Daß wir doch wieder Mut bekämen, uns unserem Gewissen zu stellen!

Gott ging Adam und Eva nach, obwohl sie flohen. Sie flohen und konnten doch nicht entkommen. Gott fand sie und stellte sie zur Rede. Das Gespräch zeigt, wie listig und verschlagen das menschliche Herz sein kann. Beide versuchten, ihre Schuld los zu werden. Sie nahmen Zuflucht zu Ausreden, um ihr Gewissen zu entlasten. Adam erklärte: „Ich bin nackt, darum versteckte ich mich.“ Es stimmt nicht. Adam hatte sich nicht versteckt, weil er nackt war, sondern weil er sich schuldig wusste. Er nannte vor Gott die Folgen seiner Sünde als Ursache der Flucht, aber nicht das Unrecht selbst. Man muß schon deutlich hinhören, um diese feine Verschiebung zu erkennen. Wir meiden nicht die Stille, weil wir Langeweile haben, sondern weil wir uns schuldig fühlen und das Gewissen uns verklagt.

Diesem letzten Eingeständnis der Schuld wollte Adam aus dem Wege gehen. So gab er einfach seiner Frau die Schuld. Schuldverschiebung als Gewissensentlastung! „Die Frau, die du mir gegeben hast ...“ Das ist durchsichtiger als vorher. Hier wird die Verantwortung auf den Mitmenschen abgewälzt, auf die Verhältnisse, letztlich auf Gott. Eva macht es Adam nach. Krampfhaft bemühten sich beide, von der Anklagebank herunterzukommen.

Das Gewissen wird auch als ein innerer Gerichtshof bezeichnet. Das ist sicher richtig beobachtet. Tatsächlich gibt es neben der Anklagefunktion des Gewissens auch noch die des Verteidigers, der klug und außerordentlich spitzfindig sein kann. Geschickt ersinnt er immer neue „Beweisgründe“, um den Ankläger zum Schweigen zu bringen. Wir entwickeln mit seiner Hilfe jene betrügerische Kunst der Doppelzüngigkeit, die es fertig bringt, mit teuflischer Logik jede Anklage des Gewissens zurückzuweisen.

Da hat ein Mitarbeiter im Betrieb etwas entwendet. Er braucht es zu Hause. Auf dem Heimweg meldet sich plötzlich das Gewissen. Der Ankläger ruft eindringlich: „Du hast gestohlen!“ Schon erhebt sich der Verteidiger. Er redet laut und lange: „Die Sachen sind schwer zu haben – die Verhältnisse sind als schuld! Du bist nicht der einzige, der etwas mitnimmt – die anderen sind schuld! Übrigens verdienst du zu wenig für deine Arbeit; das ist der Ausgleich – der Betrieb ist schuld!“ Es stimmt schon, was Paulus an die Christengemeinde in Rom schreibt: „..., denn ihr Gewissen und ihre Gedanken klagen sie entweder an oder sprechen sie frei.“ (Römer 2,15)

Wie geschickt sind wir doch, uns von unserer Schuld hinwegzulügen. Trotz aller Schuldverschiebung lässt sich das Gewissen nicht betrügen. Diese inneren Auseinandersetzungen finden auf der Ebene des Verstandes statt. Das Gewissen selbst liegt tiefer. Keiner kann ungestraft gegen diesen inneren Mahner handeln. Schuldverschiebung ist Gewissensvergewaltigung. Wer sein Gewissen ständig auf diese Weise strapaziert, ist auf dem besten Wege, „gewissenlos“ zu werden. Eines Tages mahnt es nicht mehr, ist eingeschlafen und kann lange in diesem gefährlichen Tiefschlaf bleiben. Nun fehlt ein zuverlässiger Maßstab. Es gibt nur einen Weg wirklicher Befreiung: mutig die Verantwortung für das Unrecht auf sich nehmen. Nur dann kann es einen Neuanfang geben.

Würde Gott nicht dazwischengetreten sein, wären Adam und Eva wahrscheinlich bald wieder zum Baum gegangen und hätten erneut von der Frucht gegessen. Eigentlich schmeckt sie ja auch ausgezeichnet! Mag sein, dass das Gewissen wieder geschlagen hätte. Aber bei der zweiten Frucht viel weniger, bei der fünften kaum noch und endlich gar nicht mehr. So hätten sie im Laufe der Zeit mit einem abgestumpften Gewissen den ganzen Baum geleert.

Diese verzweifelten Versuche, das Gewissen zum Schweigen zu bringen, umschreibt das Neue Testament mit der Wendung: „Den Teufel durch Beelzebub austreiben.“ Absterben des Gewissens durch wiederholtes Sündigen. Die Menschen nach Adam sind in der Kainslinie diesen Weg gegangen. Sie töteten ihr Gewissen, das durch die Sünde zum lästigen Ankläger geworden war, durch vermehrtes Sündigen. Als Folge ihres Ungehorsams musste Gott das Urteil sprechen: „Mein Geist soll nicht immerdar im Menschen walten.“ (1. Mose 6,3) Und so endeten sie im Gericht der Sintflut.

Was ist an diesem Weg so gefährlich? Zwischen Gewissen und Willen besteht eine geheimnisvolle Wechselbeziehung. Da steht jemand vor einem offenen Verkaufsstand und sieht viele leckere Sachen. Der Hunger sagt: greif zu, dann hast du Ruhe! Das Gewissen sagt: Du sollst nicht stehlen. Es gibt dem Willen diesen Auftrag. Kommt der Auftrag aus einem unverletzten Gewissen, richtet sich der Wille danach. Wie froh und erleichtert sind wir, wenn wir eine Entscheidung vom Gewissen her getroffen und nicht dem Verlangen nachgegeben haben.

Ist das Gewissen durch wiederholtes Sündigen abgestumpft, wird der Befehl an den Willen immer schwächer, es kommt zu einem verhängnisvollen Teufelskreis. Jede Sünde schwächt das Gewissen. Je mehr das Gewissen geschwächt ist, desto weniger Kraftimpulse kann es dem Willen vermitteln. Je schwächer der Wille ist, um so weniger kann der Sünde widerstanden werden. Getan wird nur noch, was die Lust dem Willen diktiert. Damit geht die innere Freiheit verloren, der Mensch wird zum Spielball der Sünde.

Spurgeon erzählt einmal von einem Mann, der nachts durch heftiges Bellen seines Hundes geweckt wurde. Da das Tier sich nicht beschwichtigen lassen wollte, griff der jähzornige Hausherr zur Flinte und schoss den treuen Wächter nieder. „So, jetzt hab ich endlich Ruhe“, sagte er zu sich selbst und legte sich wieder nieder. Am anderen Morgen entdeckte er, dass bei ihm eingebrochen worden war.

So ist es, wenn man die Stimme des Gewissens tötet. Was die Nerven für den Körper sind, das bedeutet das Gewissen für unser Innenleben. Die Nerven reagieren auf körperliche Gefahren mit Schmerz. Sie melden schädliche Einflüsse, damit wir uns vor ihnen schützen können. Es gibt Menschen, deren Nerven in bestimmten Körperteilen abgestorben sind. Da kann die Hand verbrennen, ohne dass ein Schmerz die Gefahr meldet. Wenn das Gewissen erst getötet ist, gibt es keine Instanz mehr, die vor dem Unrecht warnt. Wehrlos sind wir der Sünde ausgeliefert.

Wir sind für unser Gewissen verantwortlich. Seien wir dankbar, wenn es noch zu uns spricht. Vielleicht meldet sich auch jetzt die Stimme des Gewissens. Wenn Jesus uns begegnet, wird es wach. Lasst uns Jesus bitten, darauf zu achten, dass wir unser Gewissen nicht selbst zerstören. Wenn wir es eingeschläfert haben, dass er uns wieder wach rüttelt. Lasst uns auf die Stimme des Gewissens hören.

[Dieser Beitrag wurde am 08.07.2006 - 11:45 von Johannes aktualisiert]





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