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britta Ast


Status: Offline Registriert seit: 12.10.2005 Beiträge: 380 Nachricht senden | Erstellt am 20.04.2006 - 16:10 |  |
unterschätzt mir dieses zarte Wesen nicht, meine Herren! Sie mag verführerisch schauen, leicht gewandet Einblicke gewähren, die manches Männerherz höherschlagen lässt - aber diese Dame ist eine sehr gute Freundin von Madame de Stael, was bedeutet, sie ist nicht nur eine hübsche Larve, sondern hat neben einem guten Charakter, Tugend und Manieren dummerweise auch noch einen eigenen - man stelle sich vor - denkenden Kopf!!!!
Bedenkt es noch einmal, werter Adolphe, ist es soetwas, was Ihr Euch erträumt?
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EpocheNapoleon  Zweig


Status: Offline Registriert seit: 03.04.2006 Beiträge: 66 Nachricht senden | Erstellt am 20.04.2006 - 16:28 |  |
Und immer noch bin ich der Narr, der nicht weiß wer dieses göttliche Geschöpf ist...
Signatur
EPOCHE NAPOLEON - Von der Französischen Revolution bis Waterloo
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Justine_de_Farinot  Administrator


Status: Offline Registriert seit: 11.10.2005 Beiträge: 678 Nachricht senden | Erstellt am 20.04.2006 - 16:35 |  |
Oui oui, somit für Bonaparte recht lästig und daher gar aus Paris verbannt! 
Jenes Geschöpf ist die Benennerin des Liegesofas, die einzigartige Mme Récamier 
Signatur Der Charakter offenbart sich nicht an großen Taten; an Kleinigkeiten zeigt sich die Natur des Menschen.
(Rousseau) |
EpocheNapoleon  Zweig


Status: Offline Registriert seit: 03.04.2006 Beiträge: 66 Nachricht senden | Erstellt am 20.04.2006 - 22:16 |  |
Erfreulich, erfreulich...
Das aus Frankreich doch nicht nur der kleine Korse gekommen ist, sondern auch solch lieblicher Reiz?
Ist es nicht auch die Dame, über deren Schlafgemach an einer anderen Stelle in diesem Forum unter den Damen getuschelt wurde?
Beste Grüße
Micha
Signatur
EPOCHE NAPOLEON - Von der Französischen Revolution bis Waterloo
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Elisabeth Ast


Status: Offline Registriert seit: 13.10.2005 Beiträge: 231 Nachricht senden | Erstellt am 21.04.2006 - 07:09 |  |
der gute Nappi war wohl nicht uninteressiert an der Recamier als ein weiteres Beutestück für die Sammlung in seinem Louvre der Eitelkeiten - der hochgebildete und unabhängigen Frau waren die Allogen wohl aber zu rustikal(==>siehe Napoleon et les Femmes.)
lieber Republicain,
zum "Entblössen " lass mich folgendes anmerken ,denn es spiegelt symptomatisch das Menschenbild in der Kunst des Empire wieder :
Sich ,in diesem Fall die Frau " vergöttlichen" und antik halbentblöst darstellen zu lassen, war sehr in Mode gekommen in den letzen Jahren, nachdem sich des Kaisers Schwester vom Italiener Canova in Marmor verewigen liess. Der anschliessende Skandal folgte dann stantepede.
Merkwürdig eigentlich, denn Madame Borghese tat nichts anderes , als den allzu mÄNNschlichen Erwartungen zu folgen , die aus Vergänglich- MEnschlichem ein ewig Ehrhabenes(zum Anschwärmen ) machen wollen - Der Skandal zeigt ganz irdisch , das muss schief gehen.
Leider ohne Skandale blieb hingegen die Apotheose , mit der man sich als Homme in Frankreich vergöttlichen liess :
Der Künstler enthauptete den Kaiser und ersetzte die kleine kranke sterbliche Hülle durch dem Heldenkörper eines antiken Herkules.
Es erscheint der Olymp,
sich amüsierend über die ridiculen Versuche der Menschen gottgleich zu werden -wir Götter langweilen uns in alle Ewigkeit
und wollen soooooo gerne menschlich , vergänglich ,unverwechselbar werden
[Dieser Beitrag wurde am 21.04.2006 - 07:23 von Elisabeth aktualisiert]
Signatur der Unterschied zwischen Einbildung und Bildung besteht in Anstrengung und darin , daß man sich die Finger schmutzig macht ..... |
britta Ast


Status: Offline Registriert seit: 12.10.2005 Beiträge: 380 Nachricht senden | Erstellt am 21.04.2006 - 11:27 |  |
Da juckts mich doch in den Fingern...sollte man dazu einen eigenen Thread aufmachen? 
soviel zum Thema Schönheit und Frauen und das dahinterstehende Rollenbild...
ich darf zitieren:
aus Ulrike Ittershagen, Lady Hamiltons Attituden
-sie schreibt an ihren Leib und Magen-Porträtisten Romney über einen Dichter (Hayly, Triumphs of Temper, 1793), "it was that that made me Lady Hamilton, for God knows, I had for 5 years enough to try my temper,...for Sir William Hamilton minds more temper than beauty....he might thank him for his sweet-tempered wife." Es geht dabei um die gekonnte Beherrschung des Temperaments, zur Erziehung des Herzens und der Besänftigung ungestümer Leidenschaften - das wurde so innig von jungen Damen verschlungen, dass 14 Auflagen gedruckt werden konnten 
andere Quelle mit was Nettem:
Anmuth und Schönheit (bibliophile TB)(Originalausgb. 1797)
"Je deutlicher sich also jene erhabene Geistesanlagen, Adel und Güte in Blick und Miene, der Stellung, der Bewegung, der Haltung des Körpers, im Ton der Sprache und selbst in jenem bedeutungsvollen Schweigen, welches oft beredter als alle Sprache ist, offenbaren, desto unwiderstehlicher werden der Männer Blicke angezogen, desto unersättlicher versenkt sich die Seele in der Anschauung des Schönen..." (hmm, Schweigen.... )
Es wird in diesem Büchlein dazu aufgerufen, sich mit wahrer Schönheit auseinanderzusetzen, damit man diese in Kleinigkeiten erkennt und ein Connaisseurinnentum entwickelt:
"Ich bin überzeugt, je reiner und zarter Ihre Seele das Schöne auffasst, um so edler wird auch Ihr moralisches Gefühl seyn, und um so weniger werden Sie sich einer übertriebenen Delikatesse in der Wahl ihrer Gatten überlassen....Wenn Sie, meine Schönen, Ihre Vernunft so ausgebildet haben, als Ihren Geschmack, wenn Sie sich feste Begriffe über die Eigenschaften erworben haben, welche den wahren Werth eines Mannes bestimmen, so mögen Sie immer der Schönheit eines Apolls huldigen, es wird Ihnen doch nicht schwer werden, das Glück Ihres Lebens mit einem edlen Menschen zu suchen, der kein Apoll ist!"
what´s more to say?
Kiss that frog....and you will even get your prince
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Elisabeth Ast


Status: Offline Registriert seit: 13.10.2005 Beiträge: 231 Nachricht senden | Erstellt am 21.04.2006 - 15:50 |  |
bin begeistert !!!
mille merci Britta.
bei PRINZ erscheint vor meinem geistigen Auge stehts diese dünnbeinige Gestalt mit Pumphosen,ebensolchen Ärmeln am engen Wämmslein- Ein feinschwingend Mäntelein mit gesteiftem Kräglein umfängt den gülden Pagenkopf.
Sowas tut eh nix anderes als den lieben langen Tag vor dem Spiegel sein Abbild zu bewundern ....
bevor der arme Frosch an der Wand landet,wer hat ihn jemals gefragt,ob er vielleicht als quakender Fliegenfänger zufriedener und letzlich auch nützlicher ist ?? 
Signatur der Unterschied zwischen Einbildung und Bildung besteht in Anstrengung und darin , daß man sich die Finger schmutzig macht ..... |
MadameKaya  Dieses Baums Blatt


Status: Offline Registriert seit: 14.10.2005 Beiträge: 742 Nachricht senden | Erstellt am 25.04.2006 - 21:46 |  |
Nun ja ein eindeutiges Ergebnis ist dies nicht.. Wer ist denn nun die Schönste?
Signatur Es gibt kein echtes Leben im Falschen... |
Republicain  Dieses Baums Blatt


Status: Offline Registriert seit: 14.10.2005 Beiträge: 522 Nachricht senden | Erstellt am 26.04.2006 - 07:55 |  |
Ja, ja die Madame Tallien lebte auch im Directoire und nicht im biederen Empire. Das sollte man wohl bedenken.
Leider ließ ich mich doch von der Anmut des Aussehens und der Gemälde einer gewissen Künstlerin überzeugen und musste folglich für sie stimmen. Sie malt irgendwie meistens so harmonisch.
Da konnte Mme Tallien schlechterdings sich kaum durchsetzen, zumal es kein Kriterium ist nackig mit Mme Beauharnais vor Barras herumzutanzen und ein gestiefelter Kater lugt durch den Vorhang...
Mme Kaya, rechneten Sie etwa mit einem eindeutigen Ergebnis? Mich hätte das ausgesprochen gewundert.
Signatur ... Das Sturmläuten, das nun anheben wird, ist kein Alarmsignal, es bedeutet den Generalangriff auf die Feinde des Vaterlandes. Um sie zu besiegen, brauchen wir Mut, meine Herren, Mut und nochmals Mut; dann ist Frankreich gerettet. |
Justine_de_Farinot  Administrator


Status: Offline Registriert seit: 11.10.2005 Beiträge: 678 Nachricht senden | Erstellt am 26.04.2006 - 10:10 |  |
Das kann ich gut nachvollziehen, die Bilder - speziell jene, die sie von ihrer Tochter malte - sind so zart, ich möchte sagen, wirklich rührend! 
Aber sehen Sie, wir beurteilen nicht wirklich ausnehmend das Äußere sondern die Werte, in diesem Fall Künste der Dame 
Obwohl sie wirklich besonders hübsch war, das muß man sagen 
Signatur Der Charakter offenbart sich nicht an großen Taten; an Kleinigkeiten zeigt sich die Natur des Menschen.
(Rousseau) |