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| Erstellt am 20.02.2009 - 09:07 |  |
Ich lese zur Zeit Joseph und seine Brüder. von Thomas Mann
Es sind eigentlich 4 Romane.
Die Geschichten Jaakobs, Der junge Joseph, Joseph in Ägypten, Joseph der Ernährer
Auf 1300 Seiten erzählt Thomas Mann die biblische Geschichte von Joseph und seinen Brüdern.
Es ist eine Reise zurück zu den Wurzeln unserer Zivilisation.
Die Geschichte ist, Josef blickt ein bisschen auf seine Halbbrüder herab, die werfen ihn bei einer günstigen Gelegenheit in einen Brunnen, erklären in offiziell für tot, er wird aber gefunden und als Sklave nach Ägypten verkauft, wo er dann aber zum Stellvertreter des Pharaos aufsteigt, es kommt zur Wiederbegegnung mit den Brüdern, Josef verzeiht ihnen, aber am Ende geht die Segenserbschaft seines Vaters auf einen anderen Bruder über.
Das erstaunliche daran ist, dass man mit Thomas Mann entdeckt, dass ganz am Anfang sozusagen unserer Gesellschaft schon die Dinge standen, die uns auch heute noch beschäftigen wie List, Lüge, Betrug, Liebe, aber auch eben auch die Grenzüberschreitung in der Liebe, sprich Ehebruch und all diese Dinge, die heute noch Themen sind.
In den einzelnen Geschichten wird nach den Motiven, der Psychologie der Figuren geforscht und nach dem es gewissen Mustern, die auch heute noch gelten.
Es ist eine Reise in die Entdeckung der Mythologie unseres Glaubens, die am Anfang unserer Gesellschaft stehen.
Die Sprache von Thomas Mann ist einfach grandios. Sie haben eine ganz, ganz große Kraft, weil er sich eben dieses alttestamentarische Einfache zu Eigen gemacht hat.
Der große Gewinn dieses Romans ist, dass man eine neue Leseart entdeckt, und man findet etwas, was einen angeht und bewegt.
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