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mrskike  Administrator
       

Status: Offline Registriert seit: 13.05.2005 Beiträge: 516 Nachricht senden | Erstellt am 28.08.2005 - 21:27 |  |
Hallo!
Sollte ein Skatingschuh weich oder hart sein. Von Michael Botwinov weiß ich, dass er einen besonders weichen Schuh bevorzugt, was komplett gegen meine Logik geht. Was kann die Wadenmuskulatur ausrichten, wenn der Schuh weich ist? Oder stimmt meine Logik nicht?
Signatur ...es grüßt Mr. Skike nach dem Motto: "Ob skiken, nordicboarden oder musizieren, das Leben ist bunt"

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Harzmaus  erfahrenes Mitglied
           

Status: Offline Registriert seit: 13.06.2005 Beiträge: 80 Nachricht senden | Erstellt am 03.09.2005 - 12:55 |  |
Hallo!
Bin zwar eine reine Freizeit-Skaterin und fahre recht weiche Schuhe, aber das auch aus gesundheitlichen Gründen, da ich in zu harten Schuhen rheumatische Beschwerden bekomme. Ich denke, für Fahranfänger sind härtere Schuhe okay, allein schon wegen der Stabilität bei einem zunächst ungewohnten Bewegungsablauf. Sind Muskulatur und Sehnen die Bewegung erst gewöhnt, könnte ich mir einen weicheren Schuh, der mehr "Freiraum" gibt, gut vorstellen.
Beim Tennis z.B., wo die Seitwärts-Belastung auch sehr hoch ist, empfiehlt es sich sogar, Schuhe nicht knöchelhoch zu tragen, um die Stabilität des natürlichen Bewegungsapparates nicht zu stark "auszuleiern" (anders natürlich bei extrem vorgedehnten Bändern, aber dann ist das eh nicht der richtige Sport...)
Vielleicht ist das ja vergleichbar...??

Signatur ...und immer vom Körper wech... |
steph0068  erfahrenes Mitglied
           

Status: Offline Registriert seit: 19.09.2006 Beiträge: 61 Nachricht senden | Erstellt am 19.09.2006 - 15:48 |  |
HALLO SKIKER
Was ich noch nicht ganz kapiert habe ist der Wadendruck. Was ist dabei genau gemeint? Soll damit der Druck vermehrt auf die hintere Rolle kommen und so eine effizientere Abstosslinie gelaufen werden?
Beim Speedinline werden harte Schuhe mit hoher Bewegungsfreiheit bevorzugt. Um den Druck möglichst direkt und kontrolliert abzugeben. Powerslide geht mit dem Nordic Trainer, soviel ich weiss auch in Richtung härteren Schuhen. Beim Langlaufen habe ich gerne einen bequemen weichen Schuh. Da differiert doch auch das Abstossverhalten mit breiterer Auflage und tieferem Standpunkt.
Signatur steph steger www.skike-schule.ch
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mrskike  Administrator
       

Status: Offline Registriert seit: 13.05.2005 Beiträge: 516 Nachricht senden | Erstellt am 23.09.2006 - 11:04 |  |
...schon wieder ich.
hier treffen 3 Welten aufeinander: Inline, Langlauf und Skike. Skike ist zwar noch eine vergleichbar kleine Welt, aber alleine schon in der Möglichkeit, wie auch Kraft aus der Wadenmuskulatur für den Vorschub genützt werden kann zeigen hier interessante Unterschiede. Beim Inlineskating wird die Wadenmuskulatur über den gesammten Schritt gleichmässig leichter Belastung ausgesetzt, gerade so, dass Druck vom Fuß sich auf alle Rollen möglichst gleichmässig verteilt. Beim Langlauf wird der Hauptmuskel der Wade entlastet, jedoch die seitlichen Wadenpartien sind gefordert, um den Ski über einen entsprechenden Fersendruck in einer für den richtigen Kantenduck erforderlichen Schräglage zu halten. Ist dann der Druck aus der Ferse zu Ende, dann ist automatisch auch der Schritt zu Ende, denn der Kantendruck ist weg. Beim Skike kann grundsätzlich exakt die gleiche Technik gelaufen werden wie am Langlaufski. Richtiges Skiken ist jedoch die folgende Bewegungskombination: Beim Skike sprechen wir vom Schritt, und von der Schrittverlängerung. Der Schritt ist belastungsmässig dem Schritt des Inlineskatings ähnlich, praktisch die Kraftübertragung erfolgt gleichmässig verteilt über den ganzen Fuß. Die Schrittverlängerung beginnt genau dort, wo beim Langlauf und beim Inlineskating der Schritt zu Ende ist, daher heißt dieser Abschnitt auch Schrittverlängerung - logisch. Also, es wird die Wadenmuskulatur aktiv angezogen, die Achillessehne zieht die Ferse hoch, der Vorfuß geht nach unten, und übt Energie auf´s Vorderrad aus. In diesem Moment kann sogar der hintere Hauptmuskel des Oberschenkels zum Vorschub eingesetzt werden. Dazu muß auch das Gelenk am Skike im Sprunggelenkbereich leichtgängig sein. Damit diese Technik auch für den Langlaufprofi interessant wird, muss natürlich auch die Technologie der Zukunft am Ski die entsprechenden Voraussetzungen dazu bieten.
Zum Schluß noch eine Frage: Was passiert, wenn ich zusätzliches Gewicht am Skike anbringe?
Signatur ...es grüßt Mr. Skike nach dem Motto: "Ob skiken, nordicboarden oder musizieren, das Leben ist bunt"

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Wurmy  erfahrenes Mitglied
           

Status: Offline Registriert seit: 31.08.2006 Beiträge: 35 Nachricht senden | Erstellt am 24.09.2006 - 00:45 |  |
Hoi mrskike
Danke für Deine Ausführungen. Ist Stoff um weiter darüber nach zu denken. Das mit dem richtigen oder eben falschen Kantendruck, ist bei mir wohl der Grund, warum ich beim Langlaufen öfters mit dem Abstoss-Ski wegrutsche. Mit den Skikes ist das kein Thema. Natürlich auch weil Rollen anders haften. Würde gerne mal zuschauen wie das an Dir aussieht.
En Gruess
Wurmy
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Wurmy  erfahrenes Mitglied
           

Status: Offline Registriert seit: 31.08.2006 Beiträge: 35 Nachricht senden | Erstellt am 24.09.2006 - 22:41 |  |
Ich noch einmal,
obwohl wir im Thema Langlaufen im Winter sind, hat sich hier eine interessante Diskussion über den Einsatz der Wade beim Skike entwickelt. Siehe die Anzahl der Views.
Ich war also heute auf einer Studienfahrt um den Einsatz meiner Wade zu erkunden.
Da der Einsatz der vorderen Rolle bei den Speedinliner verpönt ist, tja das mit den 3 Welten,
musst ich mich erst dazu überwinden.
Ich versuche mal zu beschreiben wie ich meinen Ablauf spüre. Beim Aufsetzten des Gleitbeines belaste ich die hintere Rolle stärker, das bewirkt ein besseres Rollen. Sobald ich anfange abzustossen, verlagere ich den Druck eher verteilt auf den ganzen Skike. Wenn ich am Ende meiner Schrittlänge ankomme (ich habe kurze Dackelbeine) kommt der beschriebene Einsatz der Wade. Während sich die hintere Rolle bereits vom Boden abhebt, versuche ich mit der Vorderen weiter Vorschub zu geben. (Fuss point) Ich merke, dass sich so mein Schritt so noch etwas verlängern lässt. Dabei denke ich ist darauf zu achten, dass diese Schrittverlängerung seitlich nach vorne und keinesfalls nach hinten erfolgt. Bin ich auf dem richtigen Weg? Sonst bitte korrigieren.
So nun denn, das funktioniert bei mir aber erst auf asphaltierten Wegen. Sobald ich auf Kieswegen fahre, muss ich die hintere Rolle belastet lassen damit ich die vordere Rolle falls ich über grössere Steine fahren muss, etwas anheben kann sonst bin ich wieder am stolpern. Ist das so normal?
es grüsst
Wurmy
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mrskike  Administrator
       

Status: Offline Registriert seit: 13.05.2005 Beiträge: 516 Nachricht senden | Erstellt am 25.09.2006 - 09:16 |  |
Hallo Wurmy!
Wenn natürlich die Steine eine Größe erreichen, dass diese das Rollverhalten spürbar beeinflussen, sollte man in erster Linie darauf achten, dass man für unerwartete Bremser durch eventuelle Steine noch Reserven zum korrigieren zur Verfügung hat. Mit steigender Übung kann man die Schrittverlängerung über die Wadenmuskulatur auch immer besser im Gelände einsetzen. Das mit der Belastung aus dem Fersenbereich am Anfang der Gleitphase ist ok. So ist die Belastung am Skike ziemlich ausgeglichen. Wichtig ist, dass die Wadenmuskulatur nicht zu früh eingesetzt wird, damit nicht unnötig Energie verschwendet wird.
Was bei Speedskating verpönt ist, ist beim Skiken eine Tugend. Da bei den Speedskates mit dieser Technik sich die vorderen Rollen übermässig schnell verschleißen würden, ginge dadurch in der Gleitphase der permanente Bodenkontakt des Vorderrades verloren. Ausserdem brächte ein Abdruck über das Vorderrad bei so kurzen Skates nicht viel, da der Hebel vom Sprunggelenk bis übers Vorderrad zu kurz ist, um Energie aus der Wade in Vorschubenergie umwandeln zu können.
Signatur ...es grüßt Mr. Skike nach dem Motto: "Ob skiken, nordicboarden oder musizieren, das Leben ist bunt"

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Frank  erfahrenes Mitglied
           

Status: Offline Registriert seit: 26.11.2005 Beiträge: 160 Nachricht senden | Erstellt am 29.09.2006 - 21:10 |  |
Hallo wurmy, hallo MrSkike,
ich denke wurmy hat die Bewegung ganz toll beschrieben und mit den Schwierigkeiten auf Schotter liegst du auch ganz richtg.
Also wurmy, immer wenn ich Läufern oder Triathleten den Skikedruck versuche zu verdeutlichen, vergleiche ich es immer mit Abrollen beim Laufen. Mit der Ferse aufsetzen und über die gesamte Sohle abrollen. Dann macht es bei lauferfahrenen Sportlern meist sofort "klick". Was Otto schreibt stimmt natürlich auch, durch das "gleiten" steht man recht lange auf der Ferse bevor man den Druck dosiert nach vorn verlagert. Ein Läufer kann nicht auf der Ferse stehend abwarten, dass er sich vorwärts bewegt. Trotzdem klickt es bei Läufern sofort (eigentlich auch bei jedem´, der bewusst geht, oder?).
Und das stimmt natürlich auch: Wenn man in schwerem Gelände Wadendruck gibt und in diesem Moment im Boden versackt, hängenbleibt oder rutscht sind die Auswirkungen natürlich stärker zu spüren.
Aber so leicht schmeißt es einen schon nicht runter von den Skikes. Da traut man sich auch einmal zu experimentieren.
Viel Spaß dabei,
Frank
[Dieser Beitrag wurde am 01.11.2006 - 11:37 von Frank aktualisiert]
Signatur www.cross-skating.com - Cross-Skating Community |
Frank  erfahrenes Mitglied
           

Status: Offline Registriert seit: 26.11.2005 Beiträge: 160 Nachricht senden | Erstellt am 05.08.2007 - 23:07 |  |
Hallo,
ich möchte den "Wadendruck" nochmals aufgreifen.
Nachdem ich jetzt seit vielen Monaten zahlreiche Einsteiger und Fortgeschrittene analysiere(leider nur per Video, Foto, Befragung und Abdruckbild), kann ich "eindeutig" sagen, dass es keine eindeutige Abdrucktechnik beim Skiken gibt (klare Aussage oder?:huh .
Grundsätzlich kann man die Abdruckpahse verlängern, wenn man mit der Ferse zu drücken beginnt und dann den Druck kontrolliert bis zum Fußballen nach vorn wandern lässt. Die Luftreifen der Skikes lassen auch diese Kraftübertragung zu, weil sie so toll haften.
Anders (mal mehr mal weniger anders) wird es im Gelände oder wenn der Untergrund weich oder rutschig wird. Dann kann man einerseits leichter und unkontrollierbarer wegrutschen wenn man den Druck zu sehr nach vorn wandern lässt und andererseits auch einfach im Boden steckenbleiben (in weiche Löchern, Schotter...).
Daher muss der "Fersen-Ballendruck" im Gelände viel mehr und komplizierter variiert werden, als das auf hartem und glatten Untergrund der Fall ist.
Skiken und Cross-Skating sind daher technisch sehr anpruchvolle Sportarten, wenn man sie "auf Tempo" betreibt.
Die Druckverteilung sollte irgendwann einmal mit geeigneten Messgeräten analysiert werden, z.B. mit Messgeräten die den Sohlendruck in den verschiedenen Zonen aufzeichnen können. Dann wird sich für das Skiken eine ganz eigene Technik entwickeln, die dann mit Skilanglauf oder Inlineskatinb in Detail gar nicht mehr so viel zu tun hat.
Ich bin gespannt, was die Zunkunft bringen wird... 
Frank
Signatur www.cross-skating.com - Cross-Skating Community |
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