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Elisabeth Ast


Status: Offline Registriert seit: 13.10.2005 Beiträge: 231 Nachricht senden | Erstellt am 27.07.2006 - 09:25 |  |
liebe Catherine ,
Du hast vollkommen recht,die Relation des Geben-und Nehmens muss stimmen. Wie gut , dass es sich hier in unserem Fall tatsächlich und Gott sei es gegankt,getrommelt und gepfiffen nur um ein Spiel handeln soll.
Die "Anweisungen für Dienstboten " beispielsweise belegen aber leider eine andere Realität -Ausgewogenheit des Geben und Nehmens das käme einer Reise in das Land Arkadien gleich :
Der Leu lagert friedfertig neben dem Lamm , ohne es aufzufressen Wohlmöglich knurrt dem armen Mähnenträger füchterlich der Magen- Möglicherweise ist er sogar Vegetarier geworden . An dieser Stelle drängt sich die Frage auf, ob das dem Naturell des Löwen entspricht....
Zwar ist der Leu auf lange Sicht der Stärkere, aber wenn er alle " untergebenen Tiere " aufgefressen hat , wen sollte er regieren ?
Ob das auf die Dauer mit " Müssen oder Kompromissen " funktioniert , bei denen sich jeder wider seine Natur verbiegen muss,
Würde gerne nal nach Arkadien segeln und dort
" lernen "
liebe Justine , das geht mir genauso wie Dir ,
nur das kleine Weibchen spielen , immer schön dummer als der Gatte ( diese Sitte hat Stendhal kritisiert und bemerkt , dass so ein Verhalten ein ziemlich schlechtes Licht auf den Gatten wirft ) , sich nur mit weiblichen Themen (siehe Knigge ) abzugeben , schrecklicher Gedanke...
[Dieser Beitrag wurde am 27.07.2006 - 09:27 von Elisabeth aktualisiert]
Signatur der Unterschied zwischen Einbildung und Bildung besteht in Anstrengung und darin , daß man sich die Finger schmutzig macht ..... |
Nanny  Dieses Baums Blatt


Status: Offline Registriert seit: 12.10.2005 Beiträge: 656 Nachricht senden | Erstellt am 28.07.2006 - 12:43 |  |
@justine & Elizabeth
Wie schön das es zu unserer Zeit schon die wunderbare Lektüre einer Mary Wollstronecraft, "Die Verteidigung der Rechte der Frauen", zu lesen gibt! 
Herausgekommen 1792 - kommt nur darauf an wie sehr man gewillt ist, dieses Gedankengut in seine Darstellung einzubringen. Alles ist möglich!
[Dieser Beitrag wurde am 28.07.2006 - 15:10 von Nanny aktualisiert]
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Catherine  Zweig


Status: Offline Registriert seit: 03.01.2006 Beiträge: 194 Nachricht senden | Erstellt am 28.07.2006 - 13:51 |  |
Ich kenn das Buch jetzt leider nicht. Was sagt die gute Frau denn?
Signatur "Ich were erstickt, wenn ich dieses nicht gesagt hätte" Liselotte von der Pfalz |
Nanny  Dieses Baums Blatt


Status: Offline Registriert seit: 12.10.2005 Beiträge: 656 Nachricht senden | Erstellt am 28.07.2006 - 15:15 |  |
Also:
"Die Verteidigung der Rechte der Frauen" ...
Mary Wollstonecraft ist für mich neben Olympe de Gouges die Wegbereiterin der weiblichen Emanzipation.
Autodidaktisch und in vielen Gesprächen hatte Mary W. sich eine umfangreische Bildung angeschaft.
Alles das, was uns heute selbstverständlich vorkommt, gab es für Frauen damals nicht. In ihrer Schrift legt Wollstoncraft dar, das Frauen ein Recht auf eigenes Geld, auf eine umfassende Schulbildung, auf bezahlte Arbeit, auf Mitsprache in der Kindererziehung und auch ein Recht darauf haben sollten als Juristische Personen und als Personen mit Verstand anerkannt zu werden.
Das Buch ist nebenbeigesagt heute noch zu bekommen.
[Dieser Beitrag wurde am 28.07.2006 - 15:16 von Nanny aktualisiert]
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Catherine  Zweig


Status: Offline Registriert seit: 03.01.2006 Beiträge: 194 Nachricht senden | Erstellt am 01.08.2006 - 08:04 |  |
Oh oh oh, die Dame hatte dann aber wirklich sehr moderne Ansichten. Den Männern wird das gewiß nicht gefallen haben.....und erst den Müttern (die sind ja oft noch schlimmer )
Erstaunlich nur, das es noch über 100 Jahre brauchte, bis Frauen diese Recht zugestanden wurden.
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Elisabeth Ast


Status: Offline Registriert seit: 13.10.2005 Beiträge: 231 Nachricht senden | Erstellt am 01.08.2006 - 08:25 |  |
bon matin
tous le monde-
die ganze Zeit geht es über das " wie " obwohl das " warum " eigentlich zu Beginn steht :
warum sucht man ( oder Frau -viele Grüsse an Monty Python )
d i e s e eine Person zu sein für die Dauer der Veranstaltung und keine andere-
oder warum Verschiedene -
gibt eine einzige zu wenig her ?
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Nanny  Dieses Baums Blatt


Status: Offline Registriert seit: 12.10.2005 Beiträge: 656 Nachricht senden | Erstellt am 01.08.2006 - 22:54 |  |
@Catherine: Tja, warum wohl...
*hält das "Warum" auch für die bessere Frage*
Einen Anfang zu diesem Thema hatten wir schon mal in einem anderem Thread.
http://www.razyboard.com/system/thread- … 95604.html
[Dieser Beitrag wurde am 01.08.2006 - 22:57 von Nanny aktualisiert]
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Elisabeth Ast


Status: Offline Registriert seit: 13.10.2005 Beiträge: 231 Nachricht senden | Erstellt am 02.08.2006 - 07:42 |  |
das ist wahr Nanny , da haben wir schonmal nach dem " Warum " gefragt-
wollte an dieser Stelle aber nochmal ganz genau auf einzelne Personen eingehen , die man/ frau "ist" für den Zeitraum einer Veranstaltung und weniger auf die Epoche .....
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Nanny  Dieses Baums Blatt


Status: Offline Registriert seit: 12.10.2005 Beiträge: 656 Nachricht senden | Erstellt am 02.08.2006 - 11:30 |  |
Stimmt, das ist wahr.
Dann mache ich mal einen Anfang
Ja... warum stelle ich diese Person(en) dar?
Mann könnte sagen: es hat sich so ergeben!
Durch die Menschen die man kennenlernt und mit denen man sich befreundet.
Manchmal erschließt sich einem die Möglichkeit, Neues innerhalb der Darstellung auszuprobieren und dann kommt es darauf an, ob man dafür zu haben ist oder nicht.
Während die Darstellung um 1800 sich für mich ja eigentlich rein in einer gehobeneren Gesellschaftsschicht abspielt und es sich bisher ja eigentlich auch mehr um "Tagesausflüge" handelt, habe ich in der Amerikanistik andere Möglichkeiten. was bestimmt auch daran liegt, das ich das schon bedeutend länger mache 
Als Siedlerin/Auswanderin und mit Zeitreisen, die bis zu 2 Wochen dauern, kann ich bedeutend mehr anfangen und ausprobieren. Angefangen bei der Hausarbeit a la 1840 bis hin zum sozialen Engagement. Hier hat sich inzwischen durch die Art der Darstellung eine Gruppe von Frauen gefunden, die das gleiche wollen (weg vom Theken-Cowboy-Darsein vieler Western-Hobbyisten hin zu einer ernsthaften Darstellung) und hart an sich arbeiten, um dieses Ziel zu erreichen.
Manchmal denke ich das zu dieser oft physisch wie psychisch anstrengenden Darstellung im wilden Texas, die Leichtigkeit des Seins in der Salonkultur einfach der richtige Ausgleich ist.
Als Fazit könnte man sagen. Wichtig an der Rolle/Darstellung ist mir:
das ich als Person glaubhaft wirke (denn je besser ich bin, desto mehr haben Andere davon und umgekehrt)
das ich Neues/Altes lerne (z. B. durch lesen, ausprobieren, Diskussionen)
aber auch:
das ich meine Grenzen erkenne, wie weit mir meine Darstellung möglich ist.
[Dieser Beitrag wurde am 02.08.2006 - 11:34 von Nanny aktualisiert]
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Catherine  Zweig


Status: Offline Registriert seit: 03.01.2006 Beiträge: 194 Nachricht senden | Erstellt am 03.08.2006 - 08:25 |  |
Ich habe ebenfalls 2 Rollen:
Zum einen die Bürgerin und zum anderen die einfache Magd/Zofe (also Arbeitsvolk).
Die Bürgerin ist etwas für´s Ego : Schöne Sachen tragen und deren Vor- und Nachteile fühlen. Lesen (natürlich nur sittlich einwandfreie Sachen, wie Frauenzimmeralmanach),schreiben und tanzen können. Es ist also eher etwas für den kulturen Sinn.
Die Rolle des Arbeitsvolk dagegen, welche mir oftmals natürlicher scheint, dient eher dem Punkt "tätig und neugierig sein":
- alte Kochrezepte ausprobieren
- Gerätschaften zu erkunden
- allgemeine Hauswirtschaft und deren Praxis erkunden
- vom Huhn zum schlachten, zum kochen, zum essen => Nahrungszubereitung von A bis Z (haben wir dieses Jahr in Gottersdorf gemacht: Hühner geschlachtet, gerupft, ausgenommen, ....gekocht und gegessen)
Interessant ist manchmal auch, wie andere Darsteller ihre Kleidung gefertigt haben oder sie erhalten -> sieht man als Zofe wunderbar beim ankleiden einer Dame. Großen Spaß macht mir auch das frisieren von Hochsteckfrisuren.
Die Rolle als Magd oder Zofe ist einfach viel umfangreicher (aus meiner Sicht!), als die einer Dame. Und somit oft interessanter für mich.
Letztlich gibt mir aber jeder Rolle stets den Ausgleich zur anderen!
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