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Republicain ![]() Dieses Baums Blatt ![]() Status: Offline Registriert seit: 14.10.2005 Beiträge: 522 Nachricht senden |
Auch wenn falscher Thread: Signatur ... Das Sturmläuten, das nun anheben wird, ist kein Alarmsignal, es bedeutet den Generalangriff auf die Feinde des Vaterlandes. Um sie zu besiegen, brauchen wir Mut, meine Herren, Mut und nochmals Mut; dann ist Frankreich gerettet. | ||||
Catherine ![]() Zweig ![]() Status: Offline Registriert seit: 03.01.2006 Beiträge: 194 Nachricht senden |
Die Punkte sind sehr gut, nur die Praxis ist schwierig. Als Einzeldarsteller oder in sehr kleiner "Gruppe" (Herr und Diener) mag die Umsetzung noch recht einfach zu machen sein, in größeren wird es jedoch schwieriger. Bei uns im CE gibt es z.B. von einigen Leuten die Bestrebungen nach Hierarchie zu arbeiten (also historrisch korrekt), der andere Teil ist da jedoch strickt dagegen. So entstehen zwangsläufig Diskussionen darüber ob die "Sozialaufgaben" (abspühlen, Holz holen, etc.) von allen gemacht werden sollen oder von denen bei denen es zur Rolle gehört. Ich bin mir sicher, das dies in anderen Gruppen ähnlich sein wird. Heißt das nun, das Einzeldarstellungen besser sind in Fragen A? Sprachjargon: Wie soll man den historrisch korrekt ausleben? Bitte kein Marktsprech!!! Als am ehesten verwertbar dafür sind die erhaltenen Briefe. ABER ob man tatsächlich so gesprochen wie geschrieben hat, halte ich für fraglich. Schau sich heute einer Geschäftspost an...so spricht auh kein Mensch und der Jargon in Mail´s oder SMS läst auch oft zu wünschen übrig. zeitgenössigen Geschehnisse Den Punkt halte ich auch für kritisch, da wir die Geschehnisse meist aus unserem heutigen Blickwinkel heraus sehen -> siehe z.B. Diskussion um Personen wie Marie Antoinette hier und in anderen Foren. Für z.B. einen ländlich bürgerlichen Kreis dürften die Gemeindethemen (wer hat eine neue Kutsche, was hat Frau M. zu Herrn F. gesagt.....) viel interessanter sein. Dazu braucht es nicht viel. Wichtiger ist viel mehr, das man moderne Themen der Moderne überläßt -> nicht über den Reifenplatzer auf der Autobahn sprechen sondern über den Radbruch der Kutsche. Signatur "Ich were erstickt, wenn ich dieses nicht gesagt hätte" Liselotte von der Pfalz | ||||
Nanny ![]() Dieses Baums Blatt ![]() Status: Offline Registriert seit: 12.10.2005 Beiträge: 656 Nachricht senden |
Guter Punkt! Bei manchen Aspekten muß man nämlich total über seinen Schatten springen, wenn man sich in die Denkweise und moralischen Vorstellungen der damaligen Zeit hineinversetzen will. Aus der heutigen Sicht ist das nämlich in manchen Fällen arg erschreckend. (MmeK.: "Stimmt es, das bei ihren Indianern die Federn aus dem Kopf wachsen?" Mrs M.: "Oh Nein, die Wilden stecken sie in ihre Haare." Mme K.: "Oh, Sie haben schon einmal einen gesehen?" Mrs. M.: "Ein paar gibt es noch bei uns, aber die sind zivilisiert worden - der Rest ist wohl tot.") PS: ich brauche wohl nicht zu erwähnen, das Mrs. M lieber über einen Kutschen-Radbruch geredet hätte! Aus heutiger Sicht! Die moderne Person schämt sich nämlich immer noch für diesen lapidaren Spruch über den beginnenden Völkermord[Dieser Beitrag wurde am 18.07.2006 - 12:42 von Nanny aktualisiert] | ||||
Elisabeth Ast ![]() Status: Offline Registriert seit: 13.10.2005 Beiträge: 231 Nachricht senden |
die gesellschaftliche Hierarchie ist eine Tatsache , die sich wohl kaum vermeiden lassen wird, will man überzeugend vergangene Epochen darstellen- Signatur der Unterschied zwischen Einbildung und Bildung besteht in Anstrengung und darin , daß man sich die Finger schmutzig macht ..... | ||||
Catherine ![]() Zweig ![]() Status: Offline Registriert seit: 03.01.2006 Beiträge: 194 Nachricht senden |
Die Sache bei uns ist aber eher, das moderne Menschen des 21. Jh sich meist nicht bedienen lassen wollen. Wie gesagt es gibt bei uns genügend - mich eingeschlossen - Personen die gern auch mal einen Diener, eine Zofe etc. spielen würden. Der Gedanke dabei war, die Rollen von Veranstaltung zu Veranstaltung mal zu wechseln, damit jedder einmal der Diener und der Herr sein kann. Aber wie gesagt schwieriges Terain....... Signatur "Ich were erstickt, wenn ich dieses nicht gesagt hätte" Liselotte von der Pfalz | ||||
Elisabeth Ast ![]() Status: Offline Registriert seit: 13.10.2005 Beiträge: 231 Nachricht senden |
mich bedienen lassen ist mir auch ultra unangenehm , das ist allerdings wahr. Signatur der Unterschied zwischen Einbildung und Bildung besteht in Anstrengung und darin , daß man sich die Finger schmutzig macht ..... | ||||
Republicain ![]() Dieses Baums Blatt ![]() Status: Offline Registriert seit: 14.10.2005 Beiträge: 522 Nachricht senden |
Es gibt halt Leute mit denen kann man Living-History betreiben und welche mit denen man es nicht kann. Würde mein Herr anfangen Holz von A nach B zu tragen, wäre er für mich auf einen Schlag unglaubwürdig und mir würde das ganze keinen Spaß mehr machen. Das mit dem Wechseln der Rolle von Veranstaltung zu Veranstaltung stelle ich mir sehr kostenintensiv vor. Das hieße ja, dass jeder zugleich die gesamte Ausrüstung einer Herschaft und eines Dieners hat. Das wäre mir zuviel. Ich befürchte allerdings, dass es ohnehin kaum einer weiß, was obiges bedeutet. [Dieser Beitrag wurde am 20.07.2006 - 11:59 von Republicain aktualisiert] Signatur ... Das Sturmläuten, das nun anheben wird, ist kein Alarmsignal, es bedeutet den Generalangriff auf die Feinde des Vaterlandes. Um sie zu besiegen, brauchen wir Mut, meine Herren, Mut und nochmals Mut; dann ist Frankreich gerettet. | ||||
Catherine ![]() Zweig ![]() Status: Offline Registriert seit: 03.01.2006 Beiträge: 194 Nachricht senden |
Das wir ein Problem mit "Rundum-Bedienung" haben liegt an unserer Erziehung. Wer wird heute nicht von seinen Eltern frühzeitig auf Selbständigkeit getrimmt!? Auf der anderen Seite wird man aber auch zu selbstbewusten Menschen erzogen, die sich nicht unterbuttern lassen. Damit wird es für beide Parteien nicht ganz leicht: Der Diener muss das dienen lernen, umsichtig und stets parat und der Herr muss das sich bedienen lassen lernen (kleiner Hang zur Faulheit hilft da vielleicht [img]www.empirekultur.de/gruebeln.gif[/img ). Eine Ausnutzung einer Partei kommt meist nur dann zustande, wenn nicht jeder etwas in die Beziehung einbringt: z.B. Herrschaft bezahlt für Dienerschaft die Verpflegung. Des weiteren muss man sich schon sehr genau vorher absprechen, damit das Spiel dann auch natürlich wirkt und es keine Mißverständnisse gibt. Problematisch an der ganzen Sache ist meist nur, das man sehr selten Personen findet, die dieses Spiel miteinander betreiben können. Wird die Gemeinschaft gar größer als 2 Personen wird es noch schwieriger alle Charaktere unter einen Hut zubringen ohne das jemand sich vor den Kopf gestoßen fühlt. Trotzdem bleibe ich bei meiner Meinung, das nur ein ordentliches Spiel mit den historischen Strukturen wirklich korrekt ist. Alle egalitär funktioniert nicht, egal in welcher Bevölkerungsschicht (selbst Bettler haber ihren Bettelkönig). Signatur "Ich were erstickt, wenn ich dieses nicht gesagt hätte" Liselotte von der Pfalz | ||||
Justine_de_Farinot ![]() Administrator ![]() Status: Offline Registriert seit: 11.10.2005 Beiträge: 678 Nachricht senden |
Ich glaube auch, man sollte die Gesprächsthemen eher auf Alltägliches beschränken, wir wissen nicht genau, wie viel man damals vom Weltgeschehen überhaupt mitbekam, wir sind heutzutage überinformiert! Signatur Der Charakter offenbart sich nicht an großen Taten; an Kleinigkeiten zeigt sich die Natur des Menschen. (Rousseau) | ||||
Catherine ![]() Zweig ![]() Status: Offline Registriert seit: 03.01.2006 Beiträge: 194 Nachricht senden |
Wobei das ganz sicher daran liegt, das wir die heutige mit der damaligen Zeit vergleichen können. Wir können quasi wählen, wie lange wir auf Zentralheizung, fließend Warmwasser, den Supermarkt um die Ecke, das Auto etc. verzichten wollen. Das macht die Darstellung ungemein leichter. Jeder von uns weiß, wenn ihm ernsthaft etwas passiert auf einer Veranstaltung (z.B. Reitunfall o.ä.) ist sofort moderne medizinische Hilfe zur Stelle. Einzigster Nachteil daran ist, das wir eben durch dieses moderne Bewußtsein nie wirklich fühlen werden können, wie ein Mensch damals mit allen Vor- und Nachteilen lebte. Signatur "Ich were erstickt, wenn ich dieses nicht gesagt hätte" Liselotte von der Pfalz | ||||
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