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Samstag

Status: Offline Registriert seit: 24.09.2006 Beiträge: 4 Nachricht senden | Erstellt am 24.09.2006 - 17:13 |  |
Hi,
ich habe vor ca. zwei, drei Monaten meinen ersten Fruchtwein angesetzt und zwar aus Kirschen.
Habe mich dabei an ein Rezept von Kitzinger gehalten und wohl zu viel der guten Milchsäure in die Plörre gekippt. Habe den Wein inzwischen von der Hefe abgezogen und geschwefelt (und trotzdem blubbert er noch ab und an..!?). Er ist extram trocken, bzw sauer. Habe ihn nochmal ein bisschen nachgesüßt, hat auch schon was geholfen. Aber man schmeckt halt doch deutlich den Alk raus. Schmeckt eher nach Fusel, nach einem sehr billigen Rotwein. Was habe ich genau falsch gemacht?
Ich dachte es liegt an der Milchsäure Dosis.
Vor ca. 2 Wochen habe ich dann noch einen Pflaumenwein gestartet und beim Gärstart komplett auf die Zuführung von Säure verzichtet. Der Ansatz war zwar zunächst ziemlich süß, aber nach 10 Tagen, als ich ihn dann von der Maische abgepresst habe hat er wirklich köstlich geschmeckt und gerochen. Intensiv nach Pflaume, lieblich. Jetzt habe ich heute mal eine kleine Kostprobe aus dem Ballon genommen und war wirklich enttäuscht. Der Wein schmeckt wieder sehr fuselig und nach Alkohol.
Habe in beiden Fällen Portwein Hefe von Kitzinger verwendet.
Hoffe ihr könnt mir helfen, was ich falsch gemacht habe und wie ich das wieder hinbekomme.
Viele Grüße
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wok  1000 Liter Wein
    

Status: Offline Registriert seit: 21.09.2005 Beiträge: 2163 Nachricht senden | Erstellt am 26.09.2006 - 08:25 |  |
Hallo Samstag,
hast du Messgeräte zur Säurebestimmung?
Wenn nicht, kaufen.
Man zieht nicht ab, solange es noch blubbert. Das heisst dass der Wein noch gärt und Zucker abbaut.
Dadurch wird er trockener. Also nachzuckern bis der Wein deinem Geschmack entspricht. Versuche es mal mit einer kleinen Menge.
Hefe arbeitet immer bis sie (im eigenen Alkohol) abstirbt.
Gruss WOK
Signatur Honni soit qui mal y pense |
Tompson 1000 Liter Wein
    

Status: Offline Registriert seit: 10.05.2004 Beiträge: 3513 Nachricht senden | Erstellt am 26.09.2006 - 08:43 |  |
Bitte unbedingt die Homepage
Fruchtweinkeller
lesen.
Da steht beschrieben, wie die Nachzuckermethode funktioniert und was der Unterschiede zu der alten Einmalzuckerungsmethode und die Vorteile sind.
Wok hat recht, immer erst fertig gären lassen, erst dann abziehen.
Dei Kirschwein ist aber nicht verloren. Er wird jetzt länger brauchen aber er schafft das noch.
Vorraussetzungen, die Du nun haben mußt:
- Messung mit Vinometer zur Alkoholbestimmung
Das wiederholt man in etwa wöchentlich und bei Vergleich Geschmack (hat Zucker nachgelassen) und Alkohol zugenommen (nur die Veränderung werten) bekommt man recht sauber heraus, wann der Wein sich nun ausgegoren hat.
- Messung mit Acidometerset zur Säurebestimmung
Nur wenn man genau weiß ,wieviel Säure der Wein nach dem Abpressen von der Maische hat, kann man auch genau Säure nach dosieren und einen schmackhaften Wein bekommen. Alles andere ist Glückspiel, wenn Du im Forum nachliest, wirst Du merken, wie wir uns über die unterschiedlichen Werte aufregen 
Und ehe die Frage kommt: Gerätschaften bekommt man komplett und schnell bei den deutschen Onlineversendern, siehe Bezugsquellen der HP 
Signatur Der liebe Gott schuf den Menschen aus Lehm.
Der Mensch schuf den Wein aus Reben.
Also: Halten wir den Lehm schön feucht... |
holdifruchtich 

Status: Offline Registriert seit: 19.08.2006 Beiträge: 2 Nachricht senden | Erstellt am 28.09.2006 - 17:29 |  |
Moin zusammen,
zunächst mal möchte ich mich kurz vorstellen:
ich bin relativ neu hier. Angefangen mit der Weinmacherei habe ich letztes Jahr zur Herstellung von Apfelessig. Dieses Jahr habe ich begonnen,mich intensiver mit Weinherstellung zu beschäftigen.
Das Problem mit dem Kirschwein habe ich auch. Vor Gärbeginn habe ich den Säuregehalt mit Wasser auf ca. 7g Säure gedrückt, also keine Säure zugeführt. Den Zucker habe ich gleich zu Anfang komplett dazu gegeben, ohne Probleme mit dem Gärstart zu haben. Vor der Abfüllung habe ich mit 12g/Ltr. die Restsüße eingestellt(mit Einfachzucker). Trotzdem schmeckt die Säure stark durch. Den Alk kann man auch sehr deutlich merken.
Samstag ist außer mir wohl nicht der einzige, der Probleme hat. Wie bekomme ich den Geschmack verbessert? Ich bilde mir ein, dass ich wenigstens etwas vom Fruchtgeschmack merken sollte. Bei meinem Heidelbeerwein ist es ähnlich. Säure: 7g vor Abfüllung, Restsüße auf 12g/Ltr.(also halbtrocken) eingestellt, trotzdem ist die Fruchtsäure sehr dominierend.
Für den Ansatz habe ich nur den reinen Fruchtsaft verwendet. Meine Holunderbeeren blubbern noch. Die habe ich nach Rezept mit Rosinen & Co angesetzt. Mal sehen, was das wird.
Was könnte bis hierhin schief gelaufen sein?
Grüße
Signatur Hinfallen ist nicht schlimm, solange du wieder aufstehst. |
Tompson 1000 Liter Wein
    

Status: Offline Registriert seit: 10.05.2004 Beiträge: 3513 Nachricht senden | Erstellt am 28.09.2006 - 19:54 |  |
Soweit gar nix.
Einmal warst Du in der Zwickmühle und hast runterverdünnen müssen. Da geht das aroma flöten, da kann man nichts machen außer auf Melomel (Fruchtwein mit Honig vergären) umzuschwenken oder sich einen Mischwein einer säurearmen Frucht zusammenbasteln.
Das andere Mal hast Du irgendwo gelesen,daß halbtrockener Wein 12g/l Restzucker aufweisen muß (da gehört dann eben ein passender Säurewert dazu...) und jetzt schmeckt es Dir schlicht nicht 
Da gibt es nur eins: Ein glas volle nehmen und mal Zucker solange zugeben, bis es Dir mundet. So wirst Du herausbekommen, daß Dein Geschmack sich nicht unbedingt angelesen Werten anpaßt.
Signatur Der liebe Gott schuf den Menschen aus Lehm.
Der Mensch schuf den Wein aus Reben.
Also: Halten wir den Lehm schön feucht... |
Samstag

Status: Offline Registriert seit: 24.09.2006 Beiträge: 4 Nachricht senden | Erstellt am 11.11.2006 - 19:56 |  |
Ok, vielen Dank für die Tips. Habe den Wein inzwischen erfolgreich nachgezuckert und er ist nun zu meiner Zufriedenheit auf Flaschen gezogen 
Werde mir dann wohl zur nächsten Saison Messgeräte leisten.
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