| Ersteller | Thema » Beitrag als Abo bestellen |  |
BDBruemmer1  Administrator
    

Status: Offline Registriert seit: 12.06.2005 Beiträge: 20742 Nachricht senden | Erstellt am 28.02.2007 - 09:55 |  |
Wein von der Nahe
Aus meiner Sicht gehört die "Nahe" zu den am meisten unterschätzten Weinregionen Deutschlands! Dabei wachsen dort so wunderbare Weine. Hervorzuheben sind vor allem die dortigen Rieslinge, die sich durch eine prägnante Säurestruktur und große Eleganz, Feinheit und Geschliffenheit auszeichnen. Ich traue es mich gar nicht laut zu sagen, aber das alles gibt es auch noch zu sehr moderaten Preisen.
Warum ist diese hervorragende Weinregion also so unterschätzt? Aus meiner Sicht liegt das zum einen daran, dass die Weine bis 1971 als "Rheinwein" verkauft wurden. Erst dann wurde die Weinregion "Nahe" mit ihren ca. 4400 ha geschaffen. Und die Weine standen lange im Schatten ihrer berühmten Nachbarn Rheingau und Rheinhessen. Zum anderen weisen sie einen umfangreichen Rebsortenspiegel auf, wie beispielsweise Silvaner, Weiß - Grauburgunder, Chardonnay, Kerner, Scheurebe, Portugieser, Spätburgunder, Dornfelder, etc.
Die Voraussetzungen für guten Weinbau sind auf alle Fälle ideal. Die Römer wussten dies natürlich auch, und sie bauten hier die ersten Reben an. Der "milde" Westen hat hohe Durchschnittstemperaturen und liegt im Regenschatten von Hunsrück und Soonwald. Die Weinbergsböden zeigen sich zum teil sehr unterschiedlich mit Grünschiefer, Quarzit, Phyllit, Sandstein, Löss, Gneis und Basalt.
Die Nahe entspringt 480 Meter über dem Meeresspiegel. Nach 130 Flusskilometern mündet sie zwischen Bingen und Bingerbrück in den Rhein.
Für den Wein gibt es an der Nahe praktisch drei bedeutende Subregionen:
Die obere Nahe, oberhalb von Bad Kreuznach finden die Reben zwischen den steilen Felswänden nur wenig Platz. Die Porphyrformationen und der Fluss bilden gleich zwei wertvolle Wärmespeicher. Bekannt sind hier Traisener Bastei, Niederhausener Herrmannshöhle, Oberhäuser Brücke oder Schlossböckelheimer Felsenberg.
Um Bad Kreuznach sieht es ganz anders aus: tiefgründige schwere Böden sorgen für kraftvolle Weine.
An der unteren Nahe und deren Seitentälern bieten die sonnenbeschienen Südlagen vor allem dem Riesling excellente Voraussetzungen.
Einen Besuch ist auch immer die "Deutsche Edelsteinstraße" wert. Als Edelsteinmetropole gilt dort Idar-Oberstein.
quelle: www.swr.de
Signatur Die Natur kann ohne uns locker leben.
 |
|
|
BDBruemmer1  Administrator
    

Status: Offline Registriert seit: 12.06.2005 Beiträge: 20742 Nachricht senden | Erstellt am 11.04.2007 - 09:31 |  |
Holzfässer, Eichenchips, etc.
Ein sehr heiß diskutiertes Thema ist derzeit bei uns in Deutschland der Einsatz von Eichenholzchips. Außerdem fragen sich manche, ob beim Ausbau vom Wein überhaupt Barrique-Fässer eingesetzt werden sollen. Der Ausbau im Holzfass hat nun in der Tat eine sehr lange Tradition. Selbst fruchtige, schlanke, klare Weißweine wurden früher immer in Holzfässern ausgebaut. Allerdings waren diese wesentlich größer, und man tauschte sie auch nicht so häufig aus. Als klassisch gelten heute noch das Halbstück mit 600 l oder das Stückfass mit 1200 l oder das Fuder mit 1000 l.
In den letzten Jahren wurde allerdings das Barriquefass immer gefragter. Das typische Bordelaiser Eichenholzfass hat ein Fassungsvermögen von 225 l. In aller Regel wird es nach drei Belegungen aussortiert, weil es dann nicht mehr den typischen "Toasting Geschmack" abgibt, der manchmal an geröstete Kaffeebohnen, gebackene Brotrinde oder an Kokos erinnert. Bei der Herstellung werden die gespaltenen Holzdauben zunächst gekocht, und dann über dem Feuer in die Fassform gebracht. Dabei tritt das Harz aus dem Holz aus und verkittet das Fass. Der Winzer kann je nach Belieben sein Fass "low toasted", "medium toasted" oder "high toasted" bestellen. Im Idealfall verleiht der Barriqueausbau dem Wein im Duft noch eine zusätzliche Dimension, der an Vanille oder Karamell erinnert. Er verstärkt den Wein noch etwas im Gaumen, und er gibt ihm noch einen etwas längeren Nachhall. Das rundet den Wein ab, wie das Tüpfelchen auf dem i! Vor allem zum Essen ist der Barrique-Ausbau eine große Bereicherung. Wenn Sie einen Fisch auf der Haut kräftig angebraten haben, ergänzt er sich noch besser mit einem Barrique gereiften Weißwein.
Allerdings eignen sich hierfür nicht alle Weinsorten. Kraftvoll sollte der Wein schon sein - ansonsten schmeckt er wie verbranntes Wasser. Viel Säure im Wein und Holz vertragen sich in aller Regel auch nicht so gut. Einen Wermutstropfen hat es allerdings: den Winzer kostet ein solches kleines Eichenholzfass zwischen 400.- und 800.- € pro Stück - und das muss sich natürlich entsprechend auf den Preis des Weines niederschlagen. Um wohlschmeckende, runde, holzfassgereifte und dabei auch günstige Weine zu erzeugen, bedient man sich in Übersee seit einigen Jahren der Holzchips. Man kann natürlich auch Holzplanken in ein Edelstahlfass einziehen. Im Staatsweingut Weinsberg wird gegenwärtig ausprobiert, wie sich Holztüren und Holzplanken im Edelstahlfass auswirken. Die EU hat sich nun im vergangen Herbst zu einer Gesetzgebung durchgerungen, die die Verwendung von Eichenholzspänen auch bei uns gestattet. So richtig einzuwenden gibt es dagegen im Prinzip auch nichts. Der Kunde kann so vielleicht in der Zukunft jetzt auch im unteren Preissegment zu einem deutschen Chardonnay oder Rotweincuvée mit abgerundetem Eichenholzgeschmack greifen.
Speziell in Deutschland war es aber sehr umstritten, ob das auf dem Etikett vermerkt werden soll, beispielsweise als "geeicht" "wooded" oder "geoaked". Wo bleibt da jetzt allerdings wieder die Gleichberechtigung? Im Discount werden diese Weine aus dem Ausland in gigantischen Mengen gekauft, und in Deutschland möchte man sie madig machen? Was spricht denn nun eigentlich gegen "Eichenholzspäne"? Gesundheitsschädigungen lassen sich jedenfalls bisher keine nachweisen. Ah - ich ahne es: mancher Verbraucher würde sich vielleicht ärgern, wenn diese Ausbauform bei einem teuren Wein eingesetzt würde. Dazu kann ich nur sagen: Wenn ein Winzer einen ganz besonderen Wein ausbauen möchte, wird er dafür weiterhin auf das teure Holzfass setzen!
P.S.: Weil in Übersee fast alle Weine mit "Holzgeschmack" angeboten werden, bietet man mittlerweile Weine als "unwooded" oder "unoaked" an!
quelle: www.swr.de
Signatur Die Natur kann ohne uns locker leben.
 |
BDBruemmer1  Administrator
    

Status: Offline Registriert seit: 12.06.2005 Beiträge: 20742 Nachricht senden | Erstellt am 22.04.2007 - 09:36 |  |
Rotwein
Rotwein ist für alte Knaben eine von den besten Gaben??
Rotwein ist, der Jahreszeit entsprechend, dominant. Ob er immer der ideale Begleiter zum Wintergemüse ist, das will ich dahingestellt lassen. Zum Sauerkraut kann man sich kaum etwas anderes vorstellen als Bier, außer es war einem vergönnt seinen Horizont im Elsass zu erweitern. Zanderfilet mit Rahmsauerkraut, dazu Riesling oder Pinot Gris - harmonisch bis in die Zehenspitzen. Und vom Mosel-Winzer Albert Kallfelz habe ich gelernt, welch eine geniale Verbindung Wildschweinbraten mit halbtrockenem Riesling eingehen kann.
Dem Kohl im speziellen kommt das Aroma des Chardonnay entgegen. Durchschnittlich hoher Alkoholgehalt und Ausbau in Holzfässern lassen den strengen Geschmack von Wintergemüse sanfter erscheinen. Die Symbiose stimmt, probieren vorausgesetzt.
quelle: www.daskochrezept.de
Signatur Die Natur kann ohne uns locker leben.
 |
BDBruemmer1  Administrator
    

Status: Offline Registriert seit: 12.06.2005 Beiträge: 20742 Nachricht senden | Erstellt am 25.04.2007 - 08:17 |  |
Die Menue-Genies: Weine aus weißen Burgundersorten
Pinot blanc und Pinot Gris, Bekannter als Pinot grigio oder Tokay d’alsace. Die Weine aus den weißen Verwandten des bekannteren blauen Spätburgunders sind durchaus en vogue. Sie gelten als ideale Begleiter zum Essen.
Der Grauburgunder ist eine alte Mutation des Spätburgunders. Seine Trauben sind tatsächlich rosa-grau wenn sie reif sind. Er bringt hohe natürliche Zuckergehalte und sehr volle, körperreiche Weine. Die Säure ist niedrig. Das macht ihn bekömmlich, aber läßt ihn eben auch leicht platt werden, wabbelig-konturlos und übermäßig breit. Weine mit diesem negativen Ausdruck sind über Jahrzehnte unter dem Zweitnamen Ruländer verkauft worden. Findigen Kellermeistern kam diese Doppelbenamung zupasse. Sie haben vor 10, 15 Jahren angefangen, den Ruländer früher zu ernten, damit er eine angenehme Säure behält, und ihn zu einem schlankeren Wein auszubauen. Zur Unterscheidung wird dieser Typus eben als Grauer Burgunder verkauft. Der Siegeszug der italienischen Version dieses Weins, der dann übersetzt Pinot grigio heißt, hat auch dem deutschen Grauburgunder geholfen. In Vergleichstests schneiden die heimischen Weine allerdings fast immer besser ab als die modische Konkurrenz. Grauburgunder ist vor allem in Baden (Kaiserstuhl), der Pfalz und Rheinhessen verbreitet. Seine Weine haben oft ein Aroma von sehr reifen Birnen.
Der Weißburgunder ist dann wieder eine kaum mehr als 100 Jahre alte Abart des Grauburgunders. Auch er erlebt eine Renaissance. Das hängt vor allem damit zusammen, daß er seinen wahren Charakter am ehesten als trockner Tropfen zeigt. Süß, à la mode der sechziger und siebziger Jahre, war er oft ausdruckslos und wenig geschätzt. Er hat eine frischere Säure als sein grauer Bruder und stellt im kühleren Norden eine sinnvolle Alternative zum Chardonnay dar: Körperreich, ralativ neutral und gut zum Holzfaßausbau geeignet. Die Weine sind ausgesprochen "weinig" im Duft.
Der Auxerrois gehört nicht wirklich zur Familie der Burgunder, wird aber wegen seiner Ähnlichkeit gerne dazugerechnet. Er bringt ebenfalls recht neutrale, breite Weine. Im Elsaß, wo die Sorte sehr verbreitet ist, wird er meist mit Weißburgunder (Pinot blanc) verschnitten.
Zum Essen eignen sich die weißen Burgundersorten durchgängig. Eben weil sie viel Alkohol und Extrakt mitbringen und weil sie keine übermäßigen Aromen haben, die stören könnten. Weißburgunder paßt hervorragend zu Fisch und Meeresgetier, Grauburgunder ebenfalls, wenn dabei auch eine Sahnesauce im Spiel ist. Außerdem kann eine kräftige Grauburgunder Spätlese fast schon an die Stelle eines leichten Rotweins treten.
quelle: www.swr.de
Signatur Die Natur kann ohne uns locker leben.
 |
BDBruemmer1  Administrator
    

Status: Offline Registriert seit: 12.06.2005 Beiträge: 20742 Nachricht senden | Erstellt am 10.05.2007 - 16:28 |  |
Spargel und Wein
Der Spargel ist wohl so ziemlich das letzte wirkliche Saisongemüse. Alles andere gibt es rund ums Jahr von irgendwoher. Nur beim Spargel sind die Deutschen wählerisch: den kaufen sie nur, wenn er frisch und knackig aus heimischer Produktion stammt. So bleibt die Königin der Gemüse tatsächlich ein exklusiver Genuss auf den man sich vorher freut und den man zu seiner Zeit dann mit besonderer Freude isst.
Steigern kann man den Genuss dann nur noch durch ein paar gelungene Partner zum Spargel: ein schönes Glas Wein zum Beispiel. Dabei stellt das Gemüse aber tatsächlich einige Anforderungen: es ist leicht und feinaromatisch im Geschmack und darf nicht überdeckt werden vom Wein. Ein wenig erdig und nach grünen Pflanzenteilen schmeckt Spargel auch. Frucht- und Aromabomben kommen als Begleiter also kaum in Frage. Auch zuviel Säure im Wein kann den Spargel leicht bitter schmecken lassen. Tendenziell sind Sorten mit Pflanzen- oder Kräuter-Aromen sowie mineralische Noten passend. Gerade weil der Spargel selbst ein eher verhaltenes Aroma hat, entscheidet die Sauce bei der Auswahl des passenden Weines kräftig mit. Sie ist oft die stärkste Geschmackskomponente im Spargelgericht.
Spargel pur mit Butter
Da soll der Spargel wirken, nicht der Wein. Also: zurückhaltende und eher leichte Tropfen wählen. Ein trockener Silvaner aus Rheinhessen oder Franken harmoniert mit seinen leicht erdigen Tönen besonders gut zum Wurzelgemüse - und gleich auch noch zu den jungen Kartoffeln, die zum Spargel nicht fehlen dürfen. Sauvignon blanc mit seinen vegetalen Tönen passt gut, aber auch ein leichter Weißburgunder oder Chardonnay, ein säurearmer Riesling oder ein Gutedel.
Spargel mit Sauce Hollandaise
Der "Klassiker"! Da wird der von Natur aus leichte Spargel schnell mal zur Kalorienbombe - und verträgt entsprechend mehr Kraft im Glas: Hier passen auch kräftige Rieslinge und Grauburgunder und der Wein darf auch zwei, drei Jahre älter sein. Die Reife passt zu der üppigen Sauce. Beim Riesling kann die Säure in diesem Fall als Kontrast zur fetten Sauce belebend wirken. Dazu kann aber auch ein trockner Müller-Thurgau/Rivaner aus der Pfalz eine gute Wahl sein, vor allem wenn ein Hauch Muskat in der Sauce verarbeitet wurde.
Grüner Spargel
Ist noch heikler als der weiße. Sein Geschmack ist ausgeprägter, nussiger aber auch strenger und ein wenig bitter. Silvaner, Sauvignon blanc und Rivaner sind da die passenden Begleiter.
Spargel mit Schinken
Der Salzgehalt des Schinkens wird nach dem Kontrast rufen: Zucker! Also sind hier auch moderat restsüße Weine eine gute Wahl.
Im Übrigen gilt wie immer: probieren geht über studieren. Spargel-Zubereitungen gibt es wie Sand am Meer bis hin zu Spargel auch mit Tomatensauce und italienischen Kräutern. Und dazu muss es natürlich kein Weißer mehr sein, dazu passt auch ein leichterer Roter. Gerade weil Spargelgericht nicht gleich Spargelgericht ist, hat es auch keinen höheren Sinn, einen speziellen "Spargelwein" einzukaufen. Das ist Marketing pur und im besten Fall so gut wie jeder andere Wein.
quelle: www.swr.de
Signatur Die Natur kann ohne uns locker leben.
 |
BDBruemmer1  Administrator
    

Status: Offline Registriert seit: 12.06.2005 Beiträge: 20742 Nachricht senden | Erstellt am 30.05.2007 - 15:38 |  |
Skandale und Skandälchen rund um den Wein
Flaschen die Tausende Euro wert, die stehen immer wieder im Verdacht gefälscht zu sein. Die amerikanischen Behörden ermitteln wegen angeblicher Fälschungen: es geht um einige der berühmtesten Tropfen der Welt, Bordeaux-Weine von 1784 und 1787, die schon in den Kellern des amerikanischen Präsidenten Thomas Jefferson gelegen haben soll. Quelle solcher Rariäten war wohl der deutsche Sammler und Weinbegeisterte Hardy Rodenstock. Unklar ist, wer wem wann welchen Wein verkauft hat - und was zum jeweiligen Zeitpunkt in der Flasche wirklich drin war. Alte Weine aus großen Jahrgängen werden offenbar in großem Umfang gefälscht. Das ist mit den heutigen technischen Mitteln einfacher als Briefmarken oder Geldscheine nachzumachen. Die Wein-Chefin des Auktonshauses Sotheby’s, Verena Sutcliff, glaubt, dass heute noch mehr 1945er zirkulieren, als damals in Bordeaux überhaupt abgefüllt wurden.
Der Legendäre "Bricco dell’Uccellone" - ein Lagenwein aus dem Piemont - tauchte als Sonderangebot in der norddeutschen Gastronomie aus. Wie sich im März zeigte, war er im Rheingau von einem italienischen Wirt "handgefertigt" worden. Stoff für Krimis, spannend, aber für die meisten Weinkonsumenten weit weg von ihren finanziellen Sphären.
Doch auch in Normalpreislagen geht nicht immer alles mit rechten Dingen zu, wie sich im März gezeigt hat: bei Kontrollen flogen Mosel-Winzer auf, die ihren Riesling-Nachschub über illegale Zukäufe in der Pfalz und Rheinhessen sicherten. Da geht es um rund 100 große Tankwagen voll - ein Prozent der Ernte an der Mosel. Also nicht eben wenig. Der Wein war nicht gepantscht. Aber eben kein Mosel, wie draufstand. Und das ist trotzdem Betrug am Verbraucher.
In Belgien ist vor wenigen Wochen ein Bordeaux-Fälscherring aufgeflogen. Einfache Qualitäten aus Supermärkten waren betroffen. Da war kein Bordeaux drinnen, sondern Tafelwein aus dem französischen Süden - und - das ist noch nicht ganz klar- offenbar auch Aromastoffe.
Spanische Gran Reservas standen vor einigen Monaten im dringenden Verdacht, gar keine zu sein. Die deutschen Behörden vermuteten einen ganz jungen Wein in den Flaschen, die mit dieser Bezeichnung eigentlich gut gelagerte Tropfen enthalten müssten. Doch wie allzu oft, blieb es bei einem Verdacht - die Ermittlungen sind wohl weitgehend versandet. Am häufigsten passiert das wohl in Italien. Der Preisunterschied zwischen einem Chianti aus er Kernzone und einem Landwein von gleich nebenan liegt beim 4:1. Das schnelle Geld provoziert geradezu zu Manipulationen. Die Kontrollen sind bekanntermaßen lasch.
Nur einen Prosecco-Lieferanten von ALDI hat es erwischt. Er hatte Millionen Flaschen Billigprickler unter dem klingenden Namen verkauft.
Die Italiener verweisen gerne darauf, dass es solche Probleme nur in Deutschland gebe. Das liege am Preisdruck im Handel hier. Da könne man ehrlicherweise gar kein Geld mehr verdienen. So kann man das auch sehen.
quelle: www.swr.de
Signatur Die Natur kann ohne uns locker leben.
 |
BDBruemmer1  Administrator
    

Status: Offline Registriert seit: 12.06.2005 Beiträge: 20742 Nachricht senden | Erstellt am 26.06.2007 - 17:18 |  |
Rosé und Verwandte
Der Rosé ist der Sommerwein schlechthin. Er wird getrunken wenn es heiß ist. Da darf man sich fragen, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Klimawandel und dem Rosé-Konsum gibt, denn die rosa Weine boomen! Im vergangenen Sommer wurden 50% mehr getrunken als im Jahr davor. Von ca. 8% Marktanteil sind sie auf gut 12,5% geklettert. Damit bleiben Rosés zwar deutlich hinter Rot und Weiss, aber zum ersten Mal seit Jahren sind sie wieder im Aufwind.
Rosé wird gewonnen, indem man gemahlene rote Trauben (Maische) nur ganz kurz "durchziehen" lässt, damit der Saft ein bisschen Farbe aus den Beerenhäuten aufnehmen kann. Schon nach kurzer Zeit ( wenige Stunden bis 2 Tage) keltert man. Beim Rotwein kann dieser Prozess Wochen dauern! Der Unterschied: einmal natürlich die Farbe, aber Rosé hat auch weniger Gerbstoffe und mehr Aroma aus dem Traubensaft. Man wählt dafür auch eher Trauben mit fruchtiger Säure aus, nicht ganz so reif wie die, aus denen man Rotwein machen will. Deshalb sind Rosés in der Regel auch vom Alkohol her eher leicht, mit Ausnahme einiger südländischer Arten wie z.B. des Tavel von der Rhone, der bis zu 13,5% Alkohol haben kann.
Allerdings werden Rosés oft auch aus Trauben gemacht, die schon überreif und von Botrytis befallen sind. Der Pilz nämlich zerstört die Beerenhaut und damit die Farbstoffe. Solche Trauben liefern keinen ordentlichen Rotwein mehr und werden deshalb gern zu Rosé-Varianten verarbeitet.
Weißherbst ist eine deutsche Rosé-Spezialität aus nur einer Traubensorte. Also z.B. Spätburgunder Weißherbst oder Portugieser Weißherbst. Südländische Rosés werden dagegen oft aus einer Mischung mehreren Sorten gemacht. Weißherbste zeichnen sich oft durch viel Frucht im Geschmack aus.
Blush ist in Übersee eine beliebte Bezeichnung für Rosés, meint aber eigentlich eine sehr helle Variante.
Rotling wird eher selten angeboten und ist ein Wein, der aus einer Mischung von roten und weißen Trauben gekeltert wird (die Mischung von Mosten oder Weinen ist dagegen verboten). Schillerwein in Württemberg und Badisch Rotgold sind regionale Varianten. Diese Art ist eigentlich die älteste. Früher standen in den Weinbergen praktisch überall auf der Welt die Rebsorten wild durcheinander. Man hat sie so zusammen auch verarbeitet. Bis in unsere Zeit z.B. gehörte in einen Chianti vorschriftsmäßig auch Weißweintrauben! Auch viele helle spanische Rotweine, die sogenannten Clarete, enthalten mehr als die Hälfe Weißweinanteil. Und auch viele Champagner sind im Grunde Rotlinge. Dabei werden Trauben vom Chardonnay zusammen mit Spätburgunder und Schwarzriesling (Pinot Meunier) gekeltert.
Blanc de noir sind Rosés, die praktisch gar nicht mehr von Weißwein zu unterscheiden sind. Dabei werden die roten Trauben so zügig abgepresst, dass sie keine Farbe mehr an den Saft abgeben können. In den letzten Jahren ist diese Spielart sehr im Kommen. Für den Winzer hat sie praktische Vorteile und sie lässt sich gut vermarkten. Wenn nämlich ganz dichte, kräftige Rotweine entstehen sollen, dann ist es gut, ein Teil des Saftes sofort nach dem Maischen abzuziehen. Der Rest des Saftes hat dann intensiveren Kontakt mit mehr Schalenmaterial. Dieser - farblose - Abzug kommt daher wie ein Weißwein.
Lagerfähigkeit
Rosé-Weine sind für den schnellen Verbrauch gemacht. Sie schmecken jung am besten. Lediglich starken Varianten wie dem Tavel sagt man eine gewisse Lagerbarkeit nach. Aber in der Praxis muss man das nicht überbewerten.
Trinktemperatur
Am besten gut gekühlt (6-10 Grad). Also kühlschrankkalt.
quelle: www.swr.de
Signatur Die Natur kann ohne uns locker leben.
 |
BDBruemmer1  Administrator
    

Status: Offline Registriert seit: 12.06.2005 Beiträge: 20742 Nachricht senden | Erstellt am 19.07.2007 - 06:48 |  |
Schwere Weine
Das ist keine Frage des Gewichts - im Gegenteil: "schwere Weine" mit viel Alkohol sind auf der Waage tendenziell leichter, weil Alkohol einfach weniger wiegt als Wasser. Ob ein Wein als "leicht" oder "schwer" empfunden wird, liegt an ganzen anderen Faktoren.
Zum ersten ist da der Alkohol. Je mehr davon ein Wein hat, als desto schwerer wird er empfunden. Das ist im Großen und Ganzen wohl auch richtig. Allerdings gilt es da, das richtige Maß zu finden. Jahrelang hat die deutsche Weinwerbung auf "leicht" als Werbeargument gesetzt: deutsche Weine, von Natur aus weniger von der Sonne verwöhnt und dadurch Zucker - und mithin alkoholärmer. Doch Weine mit wenig Alkohol laufen leicht Gefahr, schlicht "dünn" zu schmecken. Alkohol ist nämlich ein wichtiger Geschmacksträger. Er bringt Aromastoffe erst richtig zur Geltung. Weine mit einem höheren Alkoholgehalt haben zudem auch mehr andere Inhaltsstoffe, wie Glyzerin etwa, die sie "ölig" und "rund" wirken lassen. Das ist weniger eine Frage des Geschmacks, als des Gefühls, den sie im Mund hinterlassen. Solche Weine schneiden bei direkten Vergleichsverkostungen tendenziell besser ab als leichtere (man nennt solche Tropfen gerne auch "Showroom-Weine") . Und deshalb ist nach der Leicht-Wein-Welle das Pendel in die andere Richtung geschwungen und wir haben es heute eher mit einer Schwergewichts-Welle zu tun. 13% Alkohol bei Weißweinen und 14% bei Roten sind fast schon die Regel für gehobene Qualitäten. In jüngerer Zeit habe ich gleich zwei Weine gefunden, die 17% Alkohol hatten. Normale deutsche Weine ohne Alkoholzusatz.
Der Trend zu mehr Alkohol hat mehrere Ursachen: Der Kundengeschmack (auch wenn die Winzer da - wie gesagt - mittlerweile übertreiben), immer bessere und reifere Trauben und die modernen Hefestämme. In Jahren wie 2003 und 2005, in denen die Natur es sehr gut mit den Winzern meinte, da enthielten die Moste von Natur aus so viel Zucker, dass die Winzer vor der Wahl standen, entweder einen Teil des Zuckers nicht zu vergären - dann hatten sie aber liebliche Weine - oder eben trockene zu erzeugen, die vor Alkohol strotzten.
Der Klimawandel bringt es mit sich, dass sich dieses Problem schärfer und häufiger stellt als früher. Weinbauländer in Übersee teil-entalkoholisieren ihre Weine heute schon häufig. Das ist in Deutschland verboten. Denkbar wäre ein Verschnitt von sehr zuckerreichen Mosten mit weniger kräftigen, das würde auch den Rübenzuckerverbrauch senken (wenn die EU den nicht sowieso verbietet). Die alkoholstarken Weine sind überhaupt auch erst möglich geworden durch Hefen, die eigens dafür gezüchtet wurden, solche Alkoholgehalte zu erzeugen. Früher sind die Hefen schon bei wesentlich geringeren Werten an ihrem eigenen Ausscheidungsprodukt (dem Alkohol) zu Grunde gegangen.
Das Problem sehr schwerer Weine: davon wird man in der Regel schnell "satt". Der Alkohol selbst - aber auch die enorme Geschmacksfülle, die mit ihm einhergeht -, ermüdet die Zunge und den Gaumen. Sehr alkoholreiche Weine laufen aber auch Gefahr, "brandig" zu wirken, d.h. vordergründig und stark nach Alkohol zu schmecken. Ein Effekt, der übrigens auch mit der Trinktemperatur zu tun hat - je wärmer der Wein, desto leichter wirkt er brandig. Das heißt im Umkehrschluss auch: sehr schwere Weine lieber etwas kälter trinken.
Außer Kälte lässt auch Säure einen schweren Wein weniger gewichtig wirken. Säure belebt richtig fette Brummer und wirkt ihrer brandigen Art entgegen. Das gilt nicht nur für die Wein- (resp. Äpfelsäure), sondern auch für die Kohlensäure. Ein leichtes Prickeln macht schwere Weine leichtfüßiger.
quelle: www.swr.de
Signatur Die Natur kann ohne uns locker leben.
 |
BDBruemmer1  Administrator
    

Status: Offline Registriert seit: 12.06.2005 Beiträge: 20742 Nachricht senden | Erstellt am 29.08.2007 - 06:59 |  |
Weine aus dem Schengen-Dreieck

Zusammengehalten von der Mosel wachsen im Saar-Lor-Lux-Raum – rund um den Inbegriff europäischer Einigung, die Stadt Schengen – in drei Ländern Weine, die viele Gemeinsamkeiten haben.
An der Obermosel, in Luxemburg und in Lothringen hat der Weinbau die gleichen historischen Wurzeln und über lange Zeit auch eine gemeinsame Geschichte. Römer und Kelten, die dort um Christi Geburt Wein anbauten, kannten unsere heutigen Grenzen nicht. Für Sie war der Fluss ein einziger Natur- und Kulturraum.
Die Großherzöge von Luxemburg hatten am „deutschen Ufer“ Weinberge, bis sie diese beim Wiener Kongress abtreten mussten. Auf französischer Seite wuchsen in dieser Region bis zu 45.000 Ha Reben, mehr als heute in Burgund.
Dort hat die Reblaus in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts besonders gewütet und – bedingt auch durch zwei Kriege – hat sich der Weinbau nicht mehr erholt. Es sind gerade noch 125 Ha übrig. Mehr ein Weingarten als ein Anbaugebiet. Erhalten geblieben ist die Tradition die gleichen Sorten wie in der Champagne anzupflanzen. Bis 1907 nämlich ging fast aller Wein aus Lothringen in das Nachbargebiet und wurde dort zu Schaumwein verarbeitet. Erst als der Begriff Champagne als Herkunftsbegriff geschützt wurde, war dieser Weg versperrt. Heute werden die raren Weine unter den Bezeichnungen Cotes de Toul oder Vin de Moselle verkauft und aus Mischungen von Burgundischen und Champagne-Sorten verkauft. Mit einer kleinen Konzession an die eigene Geschichte: in geringem Umfang darf dort auch Wein aus der Sorte Elbling beigemischt werden. Diese Sorte war früher in der ganzen Europa-Region weit verbreitet. Fast alleine beherrschend. Der Elbling ist vermutlich eine sehr alte Rebe. Sie bringt hohe Erträge und sehr leichte Weine. Ein Massenträger wie sie früher weit verbreitet waren. Aber einer, der gut in die nördlichen Anbaugebiete passt, weil er zwar eine hohe, aber gut verträgliche Säure hat.
Der Elbling war lange auch in Luxemburg die Haupt-Rebsorte. Die Weine gingen Ende des 19. Jahrhunderts direkt nach Deutschland und wurden dort meist zu Schaumwein verarbeitet (das hatte übrigens mit einem Zollabkommen zu tun, das den freien Handel erlaubte. Eine Liberalisierung, wie sie jetzt erst die EU wieder gebracht hat). Heute wachsen knapp 1500 Ha Weinberge in diesem Land. Halb so viele wie im Rheingau. Die Weinbauern sind meist kleine Betriebe, mehr als tausend, die an Genossenschaften liefern. Und diese Genossenschaft vermarkten am Ende 2/3 des luxemburgischen Weins unter einer einzigen Marke „Vins moselles“. Nur etwa 50 größere Erzeuger produzieren und verkaufen eigene Weine. Das sind in der Regel sortenreine Weißweine häufig mit Lagenamen – also Weine, wie sie auch in Deutschland produziert werden. Es dominiert Müller-Thurgau vor Elbling , Auxerois und Riesling. Die Elsässer kennen ein Klassifizierungssystem, bei dem die Weine im Glas bewertet werden (wie in Deutschland) .
Der Weinbaubereich Obermosel auf deutscher Seite schmückt sich heute auch mit dem Namen „südliche Weinmosel“. Es ist ein kleiner Teilbereich der Mosel, keine 800 Ha groß. Auch hier hat der Elbing – neben Müller-Thurgau und Riesling – eine Heimat behalten. Zunehmend setzen die Winzer aber auch auf Burgundersorten und Auxerois. Auch hier also eine Wieder-Angleichung an die europäischen Nachbarn. Interessant: an der Obermosel –und nicht an der Saar - wächst der einzige Wein des Saarlandes und zwar in der Gemeinde Perll.
quelle: www.swr.de
Signatur Die Natur kann ohne uns locker leben.
 |
BDBruemmer1  Administrator
    

Status: Offline Registriert seit: 12.06.2005 Beiträge: 20742 Nachricht senden | Erstellt am 29.08.2007 - 16:56 |  |
Weinprobe zu Hause

Einleitung
Machen Sie es sich auf Ihrer Couch gemütlich und entdecken Sie köstliche Weine in Ihren eigenen vier Wänden!
Einen passenden Wein zu einem Gericht zu servieren ist keine leichte Aufgabe, nicht umsonst ist dies eine staatlich geprüfter Ausbildungsberuf und fordert umfangreiche Weinkenntnisse. Wer gerne mal ein Gläschen zum Essen trinkt weiß, wie viele verschiedene Weinarten, Geschmacksrichtungen und Aromen es gibt und wie schwierig es als Laie ist, den passenden Tropfen zu einzelnen Gängen zu kredenzen. Eine Weinprobe beim Lieblingswinzer kann da schon sehr hilfreich sein, um einen aromatischen Einblick in die Welt des leckeren Rebsaftes zu gewinnen und selbst feine Nuancen heraus zu schmecken.
Doch nicht nur zum Essen sind Weine gerne gesehene Begleiter. Immer mehr Menschen gönnen sich nach einem anstrengenden Arbeitstag abends ein Glas Wein zur Entspannung. Hier kommt es lediglich darauf an, dass das gekaufte Tröpfchen dem eigenen Gusto entspricht und zur Stimmung passt. Sicher hat man im Laufe seines Lebens so manchen Lieblingswein entdeckt und die eine oder andere Flasche im Keller gelagert. Doch jeder Jahrgang hat seine eigenen Weine, neue Rebsorten werden gezüchtet, oder der eigene Geschmack ändert sich – kurz: man möchte mal wieder etwas Neues probieren. Wie wäre es dann mit einer Weinprobe zu Hause? Ob in geselliger Runde oder ganz romantisch zu zweit, wir sagen Ihnen, wie es funktioniert!
quelle: www.chefkoch.de
Signatur Die Natur kann ohne uns locker leben.
 |