Kulinarische Genüsse

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...   Erstellt am 27.09.2006 - 20:22Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Wandern, wo der Wein wächst

Mit grünen Rebhängen, wunderbarem Panorama sowie gemütlicher Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten bieten die deutschen Weinbaugebiete ideale Voraussetzungen für vielfältige Wanderungen unterschiedlichster Schwierigkeitsgrade.

Vom Weinlehrpfad über Rundwanderwege bis zu Wanderwegen, wie dem Rotweinwanderweg, der über die Höhen des Ahrtals führt, oder auch dem Klettersteig durch den Bremmer Calmont, Europas steilstem Weinberg. Der "Rheinsteig" beispielsweise, der entlang der Rebhänge von Rheingau und Mittelrhein führt, wurde anlässlich der Wandermesse "TourNatur" zu "Deutschlands schönstem Wanderweg 2006" gekürt. Es gibt Themenwanderwege, wie den "Wein- und Drei-Burgen-Wanderweg" in der Vorderpfalz, und mehrtägige Routen, deren Weg zum Beispiel durch das Taubertal führt

Kurzum, wo der Wein wächst, dort ist es auch landschaftlich besonders reizvoll und zudem wird Gastfreundschaft groß geschrieben.
Ab Ostern sind in den Winzerdörfern die Strauß- und Besenwirtschaften geöffnet. Viele Winzer bieten Übernachtungsmöglichkeiten in Gästezimmern und Pensionen an.
Wer sich gerne unter kundiger Führung auf den Weg machen möchte, findet an der Mosel "Weinerlebnisbegleiter",in der Pfalz "Gästeführer" und in Rheinhessen "Kultur- und Weinbotschafter", die Touren zu den Spezialitäten der einzelnen Anbaugebiete anbieten.

Weitere Informationen bietet das Deutsche Weininstitut auf der Homepage www.deutscheweine.de. Unter dem Menüpunkt "Tourismus und Events" finden sich Porträts der 13 deutschen Weinanbaugebiete und viele nützliche Links zum Thema "Wandern". Die Suchmaschine "Reisen zum Winzer" informiert über Unterkunftsmöglichkeiten auf Winzerhöfen.

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...   Erstellt am 27.09.2006 - 20:25Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hauptsache billig - oder: Terror für den Gaumen?

Durchschnittlich geben wir Deutschen gerade noch 2 Euro für eine Flasche Wein aus. Tendenz weiter sinkend. Immer mehr Wein wird bei den Discountern verkauft und auch die senken ihre Preise immer weiter. Es mag ein bisschen verblüffen, aber: es ist schwer, mehr als 5 Euro auszugeben, um einen Liter Wein zu erzeugen. Es ist ziemlich leicht, mehr auszugeben, um einen zu kaufen. Die direkten Kosten, um einen Liter Wein herzustellen halten sich in der Tat in Grenzen. Selbst wenn der Winzer niedrige Erträge in Kauf nimmt, um hohe Qualität zu erhalten, selbst wenn er teure Reben pflanzt und relativ viel Handarbeit macht. Er wird mit etwa 5 Euro auskommen. Dass es trotzdem viele Weine gibt, die teurer sind, das hat andere Gründe.

Der Weinpreis regelt sich eben über Angebot und Nachfrage. Deshalb kriegt ein Winzer nie das was er will, oder was er braucht, um seine Kosten zu decken. Sondern er kriegt eben in der Champagne das 10-fache für seine Trauben, wie ein Berufskollege an der Mosel oder auch aus einer anderen französischen Region. Derzeit ist Wein grundsätzlich weltweit ein Überschussprodukt. Deshalb sind die Weinpreise - ganz allgemein - niedrig. Nur wer als Anbieter in diesem übervollen Markt herausragt, der hat Chancen, mehr zu verlangen. Der Preis einer Flasche Wein setzt sich aus vielen Dingen zusammen - der Wein spielt dabei nur EINE Rolle. In jüngerer Zeit z.B. sind die Weine aus Chile immer günstiger geworden. Das hat damit zu tun, dass immer mehr Ware aus diesem Land per Tank nach Europa kommt und erst hier abgefüllt wird. Das ist etwas günstiger als der Transport von Wein in Flaschen. Und im unteren Preissegment geht es um Cent.





Die Unterschiede zwischen einem Press- oder Kunststoffkork und einem langem Qualitätskork oder die zwischen einem Verpackungskarton und einer Holzkiste können deutlich größer sein, als die zwischen den Grundweinen. Transport
Dann geht die Spirale aber erst los: Sie als Verbraucher zahlen die Marke - das wissen Sie bei vielen Produkten. Bei Wein ist das ähnlich. Größe Kellereien wie Gallo oder Zenato oder Markenweine, wie sie alle heißen, vermitteln mit ihrem Namen die Sicherheit "einen guten Griff getan zu haben". Das machen sie durch Eigenkontrollen (damit schützen sie Sie und sich selbst vor bösen Überraschungen) aber das tun sie auch durch Werbung: Sie müssen das ja glauben!

Auf jeden Fall müssen Sie beides bezahlen. Die Marketingkosten können durchaus höher sein, als die Herstellungskosten für eine Flasche Wein. Schließlich kommen noch Vertriebskosten dazu (der Handel will ja auch was verdienen) und Transportkosten (die vielleicht am meisten überschätzt werden, denn die Verteilung mit dem LKW innerhalb von Deutschland ist dabei das teuerste, der ist für alle Wettbewerber gleich. Der Schiffstransport der Australier oder Chilenen hierher, der ist dagegen fast vernachlässigbar).
Wirklich teure Weine rechtfertigen ihren Preis nie über solche Rechnungen. Sie sind unverwechselbar - oder haben den Nymbus unverwechselbar zu sein. Grosse Bordeaux-Weine sind sicherlich einzigartig und so rar, dass es mehr Menschen gibt, die das ermessen können, als es überhaupt Flaschen gibt. Deshalb sind sie teuer. Viele andere Weine sind einfach so gefragt, dass "man" sie einfach haben muss. Sie sind auf jeden Fall ja durch ihr Etikett unverwechselbar, ganz gleich, ob der Käufer das am Wein beurteilen könnte oder nicht. Ganz gleich: jedenfalls wird Wein in dem Moment zum Kult und entzieht sich der Logik.

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...   Erstellt am 27.09.2006 - 20:26Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Wein auf alte Art

Die Weine, die unsere Vorfahren und Vor-Vorfahren getrunken haben, die waren ganz sicher völlig anders als unsere heute. Die Griechen waren an den Geschmack des Harzes im Wein gewöhnt, weil sie die Lager-Amphoren damit abdichteten, die Römer z.B. haben ihre Weine gesalzen oder mit Meerwasser versetzt um sie vor dem Verderben zu schützen und ihnen mehr Struktur zu geben. Sie haben den Wein auch gerne mit Gewürzen und Kräutern versetzt - ein Verfahren, das bis in die Neuzeit hinein üblich war und das heute noch beim Glühwein weiter seine Bedeutung hat. Oder sie haben den Wein mit eingekochtem Traubensirup oder Honig "aufgemöbelt". Das Ergebnis dürften dann etwa einem heutigen Madeira entsprochen haben. Sehr häufig wurde der Most eingedampft, damit der Wein daraus schwerer und damit haltbarer wurde.

Die meisten Tropfen waren wohl dennoch sehr kurzlebig, weil das Schwefeln zwar schon seit dem 8. Jahrhundert vor Christus bekannt war, aber sicher nicht regelmäßig geschwefelt wurde. Ohne Schwefel aber sind Weine unstabil und oxidieren schnell. Die schweren südländischen Weine kamen sicherlich besser ohne diesen Konservierungsstoff zurecht als die leichten mitteleuropäischen. Deshalb war es sehr wichtig, die Fässer und Gefäße immer bis zum Rand zu füllen, "spundvoll" zu machen, damit der Wein nicht zu sehr mit der Luft in Berührung kam. Dennoch waren die meisten Weine nur wenige Monate haltbar. Schon im Sommer nach der Ernte wurden sie schlierig und trübe.

Nur wenn es die Natur ganz besonders gut meinte, dann entstanden Moste, die so viel natürlichen Zucker enthielten, dass die Weine durch hohen Alkohol und verbleibenden Zucker stabilisiert wurden. Solche Weine muss man sich etwa wie Sherry vorstellen. Die Elite, die Weinspezialisten der Klöster, die Kellermeister der Fürsten, die wussten sehr viel über eine optimale Weinherstellung. Sie wussten oft nicht warum etwas funktioniert, aber sie wussten, dass es funktioniert. Die Behandlung des Weins mit Tonerden gegen Eiweißstoffe, mit Eiweiß gegen Gerbstoffe, die Kalkung gegen die Säure, das war schon den Römern alles bekann. Filtern, Abstechen, wie man mit dem fertigen Wein umgeht, auch das sind keine Erfindungen der Neuzeit gewesen. Aber im Alltag - dem Gros der Weine - fanden solche Finessen keine Anwendung. Sie wurden - rote wie weiße Trauben - relativ grün geerntet, heftig ausgepresst und der Most sich weitgehend selbst überlassen.
Es gibt eine Reihe von Versuchen, Weine alter Art nachzuahmen. Etwa an der Römerkelter bei Ungstein in der Pfalz. Dort haben mehrfach "römische" Kelterfeste stattgefunden, bei denen der Wein mit den Füßen getreten wurden. Allerdings hat man ihn dann ganz modern ausgebaut. Auch in der römischen Baumkelter in Piesport an der Mosel werden Trauben gepresst. Daraus wurden versuchsweise auch schon römischer Rauchwein hergestellt (die Römer leiteten Rauch in den Most, um ihn schneller altern zu lassen und ihm einen charakteristischen Geschmack zu geben) und Harzwein, dem Retsina vergleichbar.

Der Vinum Caroli Magni entsteht in Ingelheim/Rheinhessen. Der Spätburgunder wird nach den Regeln ausgebaut, die zur Zeit Karls des Großen in dem Capitulare de Villis (Verordnung über die Krongüter und Reichshöfe) um 800 n. Chr. festgelegt wurden. Die Trauben wurden mit den Stielen ohne Zusätze (Hefen und Enzyme) vergoren. Der biologische Abbau der Säure setzte von selbst ein. Der Wein wurde ohne Schwefel ausgebaut! Dennoch hat er freien Schwefel, der kommt aus den Trauben. Einzige Schönung, also Weinbehandlung, die Karl der Große erlaubte: Hühnereiweiß. Das wäscht sozusagen "hart" schmeckende Gerbstoffe aus.

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...   Erstellt am 27.09.2006 - 20:27Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Cuvée - die Kunst des Blendens

Darüber kann man streiten: was ist die größere Kunst? Die Trauben einer Sorte, aus einem Weinberg für einen authentischen, Lagen- und Sortenwein ausbauen, oder aber aus Trauben und Weinen mehrerer Lagen und/oder Sorten einen Wein zu komponieren? Das zweite, das ist eine Cuvée. Das banale und abwertende deutsche Wort lautet: Verschnitt. Im französischen schwingt ein höheres Werturteil mit, das der Kunst gerecht wird, die eine Cuvée darstellen kann. Das Wort stammt von Cuve, das irgend etwas zwischen Bottich und dem Inhalt eines Behältnisses mit Wein meint. Es hat sich aber mehr oder minder für eben die Verschnitte durchgesetzt. Dabei ist der Begriff weder im deutschen noch im europäischen Recht geregelt.

Warum Cuvées?

In der Vergangenheit waren sorten- oder sonst wie -reine Weine unüblich. Schon in den Weinbergen wuchs vieles durcheinander (gemischter Satz). Irgend eine Sorte brachte immer Ertrag und eine andere wurde wirklich reif. Um Wein überhaupt trinkbar zu machen, wurden auch schlechte mit guten Jahrgängen verschnitten. Heute ist das nicht mehr notwendig. Aber auch heute noch gilt: im idealen Fall kann ein Cuvée die besten Eigenschaften der einzelnen Bestandteile zusammenbringen zu einem perfekten Ganzen. Es geht aber auch pragmatischer: manchmal werden schlicht Sorten mit gutem Ertrag durch Verschnittpartner aufgepeppt. Klassisch ist der Württemberger Trollinger/Lemberger. Auch die Deck-Rotweine (Farbkräftige Tropfen, die blasse andere Sorten färben sollen) sind eigens für Verschnitte gezüchtet worden. Manchmal bringt die eine Sorte viel Alkohol mit, die andere die Säure oder den Gerbstoff. In den romanischen Ländern ist dies durchaus heute noch üblich.

Berühmte Cuvées

Die meisten Bordeaux sind Verschnitte. Ja nach Lage dominiert entweder Cabernet Sauvignon oder Merlot dazu kommen Cabernet Franc, und in Spuren Petit Verdot, Malbec und Carmenère. Auch der teure und berühmte Süßwein Sauternes aus der gleichen Region wird aus Semillon, Sauvignon blanc und Muscadelle komponiert. Praktisch alle klassischen Weine aus romanischen Ländern sind Cuvees. (Manchmal sogar aus fünf und mehr verschiedenen Sorten wie bei Chianti und Chateauneuf-du-Pape.) Und es gibt gesetzliche Vorschriften über Höchst- und Mindestanteile der einzelnen Reben (im Chianti musste lange Zeit Weisswein drin sein!).

Weniger berühmte Cuvées

Fast jeder Markenwein, der heute in den Regalen des Handels steht ist eine Cuvée. Zusammengefügt aus den verschiedensten Grundweinen, oft aus verschiedenen Sorten und Regionen. Das einzige Ziel ist das gleiche, das übrigens auch hochwertige Champagner-Cuvees haben: das Produkt soll immer gleich schmecken!
Auch Billig-Spätlesen sind Verschnitte aus den verschiedensten Weinsorten. Und schließlich sind Exportweine der Kategorie "Liebfraumilch" ebenfalls aus mehreren Sorten verschnitten.

Wie wird gemischt?

Meistens werden heute fertige Weine miteinander verschnitten, seltener werden schon die Trauben gemeinsam gekeltert oder die Moste verschnitten (macht man an der südlichen Rhone noch). Der Grund: bei fertigen Weinen ist das Ergebnis sehr viel besser planbar. Der Kellermeister kann die optimalen Mischungsverhältnisse im kleinen Maßstab ausprobieren.

Wie sag ich’s meinem Kunden?

Bei all den klassischen südländischen Weinen, die nur die Herkunft als Namen tragen, steht nicht dabei, dass sie Cuvées sind. In Deutschland dürfen bis zu 15% einer zweiten Sorte in einen Wein hinein, ohne dass das auf dem Etikett draufstehen muss. Erst darüber hinaus müssen beide Sorten genannt werden (oder der Winzer lässt Sortenangaben halt ganz weg). Für die modernen Spitzen-Cuvées denken sie sich in der Regel Phantasienamen aus (z.B. "Cuvée X" von Knipser). Verschiedene Begriffe können auf Cuvées hinweisen. "Blend" (englischsprachige Länder), "CVC" (Conjunto de Varias Cosechas in Spanien) und "Meritage" (Kalifornien).

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...   Erstellt am 15.10.2006 - 18:34Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Saarweine

Über Weine von der Saar im Einzelnen wird nicht so oft gesprochen. Meist werden die Weine unter der Bezeichnung "Mosel-Saar-Ruwer" zusammengefasst, welche als älteste Weinregion in Deutschland gilt. Schon die Römer haben hier Weinbau betrieben. Die Weine von den drei Flüssen gehören mit zu den berühmtesten der Welt. Früher hörte man auch manchmal: die besten Moselweine sind die Saarweine.
Noch früher, also vor 100-130 Jahren, zählte der Saarwein zu den berühmtesten und teuersten Weinen der Welt!

Die Saar gehört zu den kühlsten und sonnenärmsten Weinbaugebieten der Welt, aber in den vielen Flusswindungen finden sich exponierte Steillagen mit Süd bis Südwest ausgerichteten, windgeschützten Hängen. Daraus resultieren Weine, die unglaublich filigran, geschliffen, fruchtig und dennoch sehr komplex und ausdrucksstark sind. Einzigartig weltweit ist sicherlich auch, dass die Weine oft nur unter 10 % (manchmal 7,5 - 8,5 %) Volumenprozent Alkohol haben - und dennoch soviel Geschmacksfülle mitbringen. Ganz überwiegend ist der Riesling anzutreffen. Da die Rieslingweine dort meist relativ hohe Säurewerte aufweisen können, steht ihnen etwas Restsüße ausgezeichnet. Himmlisch sind dort "Kabinett" ausgebaute Weine mit Restsüße, die an Leichtigkeit, Eleganz und fruchtiger Geschmacksfülle kaum zu übertreffen sind. Auf den Devon-Schieferböden findet der Riesling die allerbesten Bedingungen! Zu kleineren Teilen wird auch Müller-Thurgau, Weiß - und Spätburgunder und Elbling angebaut. Die nicht so hochreifen Trauben eignen sich besonders gut für die Sektproduktion.

Der Fluss Saar entspringt in den Vogesen und fließt durch Lothringen und das nach ihm benannte Saarland. Bei Konz mündet die Saar in die Mosel. Der untere Teil der Saar ist geprägt vom Weinbau - zwischen Serrig und Konz Besonders bekannt sind die Weinorte Wiltingen, Ayl, Ockfen und Saarburg. Für Fremde ist es vielleicht etwas irritierend, dass das Saarweingebiet zur Rheinland-Pfalz gehört, während der Weinbau der Mosel zum Saarland gehört.

Große Aufmerksamkeit erfahren die Saarweine bei den alljährlichen Versteigerungen in Trier. Dort erzielt beispielsweise Egon Müller für eine Flasche Scharzhofberg regelmäßig gigantische Erlöse - manchmal um 1500.- € pro Flasche! Neben Egon Müller sind vor allem auch die Weingüter Othegraven, Reichsgraf von Kesselstatt, Forstmeister Geltz-Ziliken, von Hövel, Schloss Saarstein, Reverchon, Piedmont, Klostermühle oder Van Volxem international gefragt und geschätzt. Letzteres Weingut wurde erst 2000 von Roman Niedwodniczanski übernommen. Der Eigentümer entstammt einer berühmten Bierdynastie und ist eigentlich Wirtschaftsgeograph. Als Seiteneinsteiger fing er an, und hat es in dieser kurzen Zeit ganz nach oben geschafft. International sind seine Weine gefragt, und obwohl er sich beachtlich vergrößert hat, kann er die Nachfrage nach seinen Weinen nicht zufrieden stellen.

Freizeitempfehlung:

Im Saartal lassen sich wunderbare Fahrradtouren unternehmen. Im Mai gibt es auch immer den "Saar Peadl" Tag - ein autofreier Tag! Wenn Sie die tollen Weine genießen, gehört natürlich auch gutes Essen dazu. Es gibt ganz zauberhafte Gasthäuser und Straußenwirtschaften.

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Federweißer

Begrifflich...


Federweißer ist im strengen Sinne der fast durchgegorene, nur noch trübe Wein. Was heute meistens verkauft wird, ist eher "Bitzler", "Sußer" oder "Sauser", also ein nur halb angegorener, noch sehr süßer Most.

Historisch ...

Der Federweiße galt offenbar schon immer als etwas Besonderes: in einer Verordnung des Fürstbischofs von Speyer (1739) werden die Wirte aufgefordert "ernstlich anzumahnen, daß jedermann, dem sein Leben lieb, ..., solchen unvergorenen Wein so wenig möglich in Leib zu schütten." Und ein Autor des späten 18.Jahrhunderts erzählt, die Pfälzer seien ein viertel Jahr nach der Lese praktisch in einem einzigen Dauer-Rausch gewesen - überwiegend vom Federweißen.
In Heilbronn war ab 1760 der Verkauf von unfertigen Weinen sogar verboten. Man muß sich vor Augen halten, daß damals der fertige Wein in aller Regel sehr trocken war, meist sogar ausgesprochen sauer. Der noch süße Federweiße war einfach eine Delikatesse.

Medizinisch..

Damals wie heute haben die Genießer den Federweißen oft unterschätzt. Auch wenn er weniger Alkohol enthält als fertiger Wein, wird dieser doch wegen der hohen Kohlensäurefracht schnell ins Blut gebracht. Außerdem läuft die Gärung im Körper weiter. Das kann die Verdauung doch erheblich in Unordnung bringen. Andererseits: wenn er so richtig gärt, enthält Federweißer am meisten lebende biochemisch aktive Hefezellen und Milchsäurebakterien sowie viel Vitamin B1 und B2. Das ist eine Kur für Hefe, Haut und Haare, entschlackend und verdauungsfördernd.

Wirtschaftlich ...

Federweißer ist ein gutes Geschäft für die Winzer. Sie haben schon kurz nach der Lese ohne großen Aufwand ihr Geld in der Kasse. Zudem wird für Federweißen vielfach mehr gezahlt als für fertigen Wein. Allerdings muß der Winzer Kühlmöglichkeiten und vor allem Absatzkanäle haben, er muß zuverlässig über einen bestimmten Zeitraum Federweißen in jedem Stadium und größeren Mengen anbieten können. Die Verbraucher verlangen zudem filtrierte Produkte, die keine groben Tresterteile mehr enthalten - alles in allem ein Geschäft für Spezialisten.
Die deutschen Winzer haben es vor gut 10 Jahren erst für sich entdeckt. Vorher gab es fast ausschließlich italienischen auf dem Markt. Damals wurde aber in Deutschland die Mengenbeschränkung bei Wein eingeführt und Federweißer läßt sich gut am Gesetz vorbei verkaufen.
Um den Markt ähnlich früh wie die Südeuropäer bedienen zu können, werden schon im August sehr frühreife Trauben geerntet. Das sind Sorten, die in diesem Stadium kaum zu einem vernünftign Wein werden würden, aber sie werden ja auch vorher schon weggetrunken. Erst im Laufe des September kommt dann Federweißer dazu, der wirklich ein Nebenprodukt der echten Weinherstellung ist.

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"Enthält Sulfite" - was der Schwefel im Wein sucht

Seit einigen Monaten steht es auf praktisch jeder Weinflasche: "enthält Sulfite". Und die Weintrinker fragen sich: ja, was ist denn da schon wieder Neues drin? Doch so neu ist das nicht. Sulfite im Wein sind und waren schon immer normal. Nur muss jetzt - exakt seit November 2005 - auf dem Etikett auf sie hingewiesen werden. Die EU will damit die Schwefel-Allergiker schützen. In den USA war ein entsprechender Aufdruck schon länger vorgeschrieben.
Schwefel ist von Natur aus im Wein. Das ist aber nur wenig (max. 30-40 mg/l). Winzer setzen ihn aber seit der Antike schon dem Produkt zu, weil sie es damit haltbar machen. Er verhindert, dass der Wein verdirbt (weil er anti-mikrobiell wirkt) und oxidiert.
In der Praxis verwenden Winzer nicht einfach molekularen Schwefel, sondern festes Kaliumdisulfit (wird über die Trauben gestreut) oder Schwefeldioxid. Das ist ein farbloses, aber stechend riechendes Gas. Es entsteht z.B., wenn Schwefel mit blauer Flamme verbrennt. Früher wurden so die Fässer ausgeschwefelt: Schwefelspäne wurden im Fass verbrannt. Schwefeldioxid geht in Wasser (und Wein besteht hauptsächlich aus Wasser) sofort in schweflige Säure über.
Der größere Teil dieser schwefligen Säure erledigt seine Arbeit im Wein: er geht Verbindungen mit Alkohol, mit Zucker und anderen Stoffen ein und verhindert damit Alterung und Verderb. Etwa 80% des Schwefels sind so "gebunden". Der Rest ist "freie schweflige Säure". Er steht für den weiteren Schutz des Weines im Lauf der Zeit noch zur Verfügung. Schwefel kann zu spürbaren und direkten Schäden führen (ab etwa 1 Gramm pro Liter - die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt nicht mehr als 0,7 mg pro Kilogramm Körpergewicht und Tag, was etwa ein halbes Gramm für einen Mann und etwas weniger für eine Frau bedeutet).Deshalb hat der Gesetzgeber für den Gehalt an schwefliger Säure im Wein Höchstwerte festgelegt. Sie reichen bis zu 400 mg/l in extrem hochwertigen Trockenbeerenauslesen und Eisweinen. Diese Tropfen sind besonders empfindlich. Sie haben wenig Alkohol und die Trauben waren mit Pilzen (Edelfäule) belastet, die im Wein nicht weiter arbeiten sollen. Faktisch sind die Schwefelgehalte bei trockenen Trinkweinen aber deutlich niedriger als 100 mg/l. Früher war es üblich, Weine in der Gärung mit hohen Schwefelgaben zu stoppen (damit sie süßlich blieben). Doch das wird heute mit Kälte und anschließender Filtration gemacht.
Empfindliche Nasen riechen diese Schwefelgabe bei jungen Weinen. In der Regel aber verfliegt der Geruch sehr schnell, wenn der Wein im Glas ist. Nach einer Weile auf der Flasche ist er auch nicht mehr festzustellen.
Wie viele Menschen tatsächlich auf Schwefel allergisch reagieren, ist umstritten. Wissenschaftler gehen von etwa 10% der Asthmatiker aus, bei denen dieser Stoff einen Schub auslösen kann. Das muss keine Atemnot sein, auch Juckreiz oder andere allergische Reaktionen werden beobachtet.
Die Deklarationspflicht "enthält Sulfite" muss auf Weinen stehen, die ab dem 25.11.2005 abgefüllt wurden. Alternativ kann auch "enthält Schwefeldioxid" draufstehen oder sogar eine entsprechende Formulierung in einer anderen allgemein verständlichen Sprache. Deshalb findet man auch "contains sulfite". Weine. die vor diesem Stichtag abgefüllt wurden, dürfen weiter ohne diese Angabe auf dem Etikett verkauft werden.

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Grüner Veltliner

Was der Riesling den Deutschen, das ist der Veltliner den Österreichern. Es ist dies die Rebe, an der sich die Winzer messen und messen lassen müssen. Veltliner ist nur dort, aber dort sehr stark verbreitet. In den kleineren Nachbarländern (z.B. Tschechien, Slowakei, Ungarn) gibt es ein wenig davon. Aber in Österreich macht der Anbau ein starkes Drittel der gesamten Rebfläche aus.

Geschichte

Die Sorte ist wahrscheinlich sehr alt und wurde schon zur Römerzeit angebaut. Das vermutet man zumindest. Die Entwicklungsgeschichte liegt aber ziemlich im dunkeln. Der frührote Veltliner dürfte ein Großelternteil sein. Erst im Jahr 1766 kann man die Sorte fassen. Da wird sie in Urkunden erwähnt. Allerdings unter ihrem alten Namen "Grüner Muskateller" (der in so fern verwirrend ist, als er weder mit dem Muskateller verwandt ist noch nach Muskataroma schmeckt). "Veltliner" als Bezeichnung setzt sich erst im 20. Jahrhundert richtig durch. Die Sorte begann zwar schon Anfang des 19. Jahrhundert den bis dahin vorherrschenden Heunisch, eine Massenträgersorte, zu verdrängen, aber ihre große Zeit kam erst vor rund 60 Jahren. Nach dem Zweiten Weltkrieg und mit der Einführung der Reberziehung nach Lenz Moser (weniger Stöcke pro Weinberg, hohe Stämme, die an Drahtrahmen festgemacht werden, Zapfen- oder Kordonbögen) brach sich der Veltliner erst richtig Bahn. Allerdings zunächst und vor allem auch wegen seiner hohen Erträge.

Ansprüche

Veltliner stellt keine großen Ansprüche an den Boden. Es darf nur nicht zu trocken oder zu nass sein. Allerdings spiegeln die Weine den Boden auch deutlich wieder: Sie sind auf den schweren Böden des Weinviertels anspruchslos, in der Wachau auf Granit und Gneis gewaltig und aromastark und im Krems- und Kamptal auf Löss leichter aber auch eleganter. Die Sorte reift spät und braucht deshalb - ähnlich wie der Riesling- einen milden, langen Herbs, um wirklich große Weine zu bringen.

Der Wein

Veltlinerweine haben ein ausgeprägt würziges Bukett, getragen von einer feinen Zitrus-Säure und dem charakteristischen Ton von frisch gemahlenem, weißen Pfeffer. Die Österreicher nennen das das "Pfefferl". Dazu kommen - vor allem in der Jugend - eine knackige Säure und die Frucht von Pfirsichen. Ähnlich wie der Silvaner können die Weine des Veltliners aber auch vegetabile Noten entwickeln (von Spargel über Linsen bis grüne Bohnen). Wie der Riesling gibt es Veltliner in vielen Qualitätsstufen. Vom jungen, frischen Heurigen ohne großen Anspruch bis zum hochwertigen Wein (meist trocken, seltener edelsüß). Die Sorte kann auch gut lagern und entwickelt dabei in guten Fällen ein schönes Mandel-Aroma. Die Weine passen sich beim Essen vielen Gerichten gut an, weil sie genug Substanz und Schmelz mitbringen und keine zu ausgefallene Aromatik haben.
Grüner Veltliner hat sich in den vergangenen Jahren im Export gut behauptet. Als Grü-Ve in Münchens Schickeria-Kneipen oder auch als Gruvee (was wie groovy klingt) in Gross-britannien. Der Erfolg erklärt sich zum Teil durch Vergleichsproben mit Top-Journalisten, die Veltliner gegen große französische Chardonnays probierten und bei denen die Veltliner besser abschnitten.

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Spontan oder geregelt - die Gärung des Weines

Früher war das ganz einfach: Wenn der Most eingebracht war, dann ging das irgend wann mit der Gärung los . Zuverlässig wurde Wein draus, mal guter, mal weniger guter , und niemand wusste warum. Kaum mehr als 100 Jahre ist die Erkenntnis alt, dass Hefen dieses Werk vollbringen. Und zwar eine Menge Hefen - ganz unterschiedliche. Und dass auch von ihnen und ihrer Zusammensetzung abhängt, ob ein Wein eben gelingt oder nicht. Seitdem spielt die Frage eine Rolle: welche Hefe hätten Sie denn gerne? Heute können die Winzer das in der Tat völlig losgelöst von der Natur regeln. Sie kaufen sogenannte Reinzuchthefen ein. Das sind ausgewählte Hefestämme, von denen man zuverlässig weiß, wie sie arbeiten. Es gibt "Bordeaux-Hefen" "neue-Welt-Stil"-Hefen, solche die Burgunder besser schmecken lassen, und Riesling reiner.. Populär sind derzeit vor allem Hefen, die die Fruchtkomponenten in den Weinen hervorheben.

Der Einsatz solcher Reinzuchthefen hat einen ganz großen Vorteil: eine große Sicherheit bei der Produktion. Und es hat einen kleinen Nachteil: Uniformität. Ich habe schon bei einem Winzer in der Probierstube gesessen, dessen Weine durch die Bank nach Käse schmeckten. Das ist schwer zu vermitteln. Wer einen solchen "Kellerton" hat, der ist meistens selbst völlig blind dem gegenüber. Er nimmt ihn nicht mehr wahr. Solche Töne entstehen, wenn im Keller eine Hefekultur Überhand gewonnen hat und praktisch sofort alle Moste "befällt" und die Gärung dominiert. Dann kommen andere Hefen kaum noch zum Zug. Idealerweise bringen die Trauben nämlich eine bunte Mischung von Hefestämmen mit in den Keller und jede davon hat eine besondere Bedeutung, bringt andere Inhaltsstoffe und Aromen zum Vorschein. Wenn eine solche "Spontangärung" gut läuft, dann entstehen daraus vielschichtige und spannungsreiche Weine. Sie werden nie so "technisch fehlerfrei" sein wie Reinzuchthefe-Weine, aber sie sind im Zweifel besser weil individueller. Derzeit tobt der Streit gerade ziemlich erbittert, welches denn der "richtige Weg" ist. Aber - Ideologie beiseite: beides hat seine Berechtigung. Die Reinzuchthefe wird sicherlich der "Normalfall" bleiben. Die Versicherung für alle die einfachen Tropfen, die in Deutschland ja immer noch in zahllosen kleinen Winzerkellern hergestellt werden, um dann zusammengefahren und in Massenweinen gemeinsam verkauft zu werden. Die Reinzuchthefe wird auch in schwierigen Jahren wichtig sein. Etwa in diesem Herbst, der von Fäulnis in den Trauben geprägt war, von hohen Temperaturen, die die "wilde" Gärung unkontrolliert beginnen lassen und nicht eben die besten Hefen begünstigen. Da haben auch viele Anhänger der Spontangärung (sie werden gerne "Spontis" genannt) zur reinen Zucht gegriffen, um zumindest die Richtung schon mal grob vorzugeben. Gute Winzer, die mit Mut und Können ausgestattet sind und die nicht unter ungünstigen Hefen in Weinberg und Keller leiden, werden spontan vergären und dabei vielleicht einige der schönsten Weine machen.

Wie es immer ist, wenn zwei sich streiten, freut sich derzeit eine dritte Fraktion. Immer mehr Labors bieten den Winzern einen Mittelweg an: sie lassen sich Proben der "hauseigenen" Hefekulturen geben, eliminieren daraus die ganz fiesen und stellen so eine betriebseigene Hefezucht her. Die kann dann wie handelsübliche Reinzuchthefe eingesetzt werden, sichert aber die Individualität. Die Weine aus den unterschiedlichen Gärstilen unterscheiden sich auch in ihrer Zusammensetzung und Entwicklung: Während Reinzuchtvergorene in der Regel früh trinkbar sind und ihre schönste Aromenausprägung in der Jugend haben, sind Spontanvergorene dann oft noch roh, ja fehlerhaft. Schwefelverbindungen lassen sie schon mal nach faulen Eiern riechen. Erst nach drei, vier Jahren, wenn die Reinzucht-Ergebnisse schon am Verblassen sind, laufen sie zu großer Form auf. Sponti-Weine haben meist etwas weniger normalen Alkohol dafür aber mehr langkettige Alkohole. Sie sind "leichter", vermitteln aber trotzdem ein cremiges Mundgefühl.

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Trollinger

Demnach ist Südtirol oder auch das benachbarte Trentino die Urheimat der Sorte, wenngleich sie dort Vernatsch heißt. Über die Alpen brachten sie die Römer, zuerst an die Bergstraße und in die Pfalz. Mitte des 17. Jahrhunderts wurde sie auch in Württemberg heimisch und die deutsche Sortenbezeichnung "Blauer Trollinger" etablierte sich in dem Gebiet, wo der Trollinger noch heute eine der Hauptrebsorten darstellt.

Bedeutung

Von 1960 bis 1990 wuchs die deutsche Trollinger-Fläche um ca. 1.000 Hektar und erreichte damit eine Verbreitung auf etwa 2.500 Hektar. Über das letzte Jahrzehnt hielt sie sich fast unverändert auf diesem Niveau, aktuell sind es etwas mehr als 2.500 Hektar. In Württemberg ist der Trollinger die meistangebaute Rotweinsorte vor Schwarzriesling und Lemberger. Trollingerweine findet man bei Betrieben außerhalb Württembergs so gut wie keine (der ein oder andere Pfälzer oder Badener hat sie im Programm), nur 30 Hektar - so verrät die Statistik - liegen nicht in Württemberg. Die Konzentration auf eines der südlichsten deutschen Anbaugebiete hat einmal klimatische Gründe, da die Rebe eine lange Vegetationsperiode zur Reife benötigt. Zudem haben sich die Weine zu einem "schwäbischen Nationalgetränk" entwickelt.

Anbau

Am wohlsten fühlen sich die Trollinger-Reben auf warmen Böden, insbesondere auf Keuper oder auf Muschelkalkformationen. Die späte Reife noch nach dem Riesling erfordert eine sehr gute Lage, die zudem möglichst frostfrei sein sollte. Trollinger ist eine ertragreiche Sorte mit Erträgen von 100 hl/ha; somit kann sie auch auf armen Böden stehen und in weiträumig angelegten Weinbergen gedeihen. Das Mostgewicht bleibt meist im Qualitätsweinbereich, 70 Grad Oechsle sind es im Mittel. Und die Säure fällt mit 7 bis 10 Promille für einen Rotwein ungewöhnlich hoch aus.

Ausbau/Geschmack

Die meisten Weine bauen die Kellermeister zu frischen, kernigen und bodenständigen Tropfen aus. Eine gewisse Restsüße verleiht den harmonischen Trinkweinen zusätzliche Süffigkeit. Weine höherer Prädikate sind selten. Die leichten, rassigen Weine benötigen keine mehrjährige Lagerung, sondern sind im Jahr nach der Ernte trinkreif. Ihr feinblumiger Duft verrät einen zarten Muskatton oder auch ein Wildkirschenaroma. Meist präsentieren sich die Weine im Glas in einem hellen Rot, in guten Jahren auch rubinrot. Auch Weißherbst wird angeboten. Zudem ist der Verschnitt mit Lemberger weit verbreitet. Und die saftigen Beeren sind als Tafeltrauben beliebt.

Genuss

Es versteht sich von selbst, dass ein Wein, den viele Konsumenten nahezu täglich trinken, eine hohe Bekömmlichkeit besitzt. Der Konsumwein wird gerne zur deftigen Brotzeit genommen, passt aber auch gut zu einem Stück hellem Fleisch oder zu neutralem Frischkäse.

quelle: www.swr.de





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