schreberpeter  100 Liter Wein
  

Status: Offline Registriert seit: 18.04.2005 Beiträge: 250 Nachricht senden | Erstellt am 03.09.2005 - 21:23 |  |
Hi Dominik,
ich habe heute endlich Zeit gefunden, Vinobase zu testen.
Als erstes Mal: Der Installer ist genial. Das sieht richtig professionell aus, und es funktioniert auch sehr gut.
Der Installer ist auch schlau: Installiere ich als normaler Nutzer, schlägt er vor, das Programm nach /home/benutzer zu installieren. Habe ich aber Schreibrechte in /usr/local schlägt er vor, dort zu installieren. Auch das gefällt mir sehr gut, ist standard-konform.
Wobei sich da gleich die Frage nach Multi-User-Betrieb stellt (was passiert, wenn mehrere Benutzer _verschiedene_ Datenbanken anlegen wollen?). Aber das ist - finde ich - ein Problem für später, mit geringer Priorität.
Klasse ist auch das Icon auf dem Desktop, mit Bildchen! So ist jetzt die Installation wirklich einfach (jedenfalls wenn man ein aktuelles java auf dem Rechner hat. Dass das erforderlich ist, darauf sollte der Installer vielleicht noch hinweisen.
Ein Problemchen gibt es, wenn man - wie bei java unter Linux häufig der Fall, nicht die java-Version der Distribution verwenden kann (Vinobase braucht ja die aktuelle Version), sondern eine am Paketmanager der Distribution vorbei installierte SUN-Java-Engine (die man sich dann üblicherweise nach /usr/local/java-version-xyz/bin legt. Das Script VinoBase.sh, das aufgerufen wird, wenn man auf das Icon auf dem Desktop klickt, verwendet das als erstes im Pfad liegende java. Vielleicht könnte man stattdessen genau das Java Programm nehmen, mit dem der Installer aufgerufen wurde?
Ich schau mir gelegentlich mal die Installer-Software an, vielleicht kann man das auch noch eleganter lösen (z. B. könnte der Installer ja auch im System nachschauen, welche java-engines sonst noch so zur Verfügung stehen).
Der Aufruf des Handbuches läßt das Programm einfrieren (Bildschirm wird nicht mehr aufgebaut, Menüs nicht mehr aktiv). Läßt sich durch Schließbutton nicht beenden, "killall java" hilft. Das Problem ist reproduzierbar. ein Crtl-C in der vom Programm geöffneten Konsole hilft auch. Das Handbuch wird nur in englisch angeboten, die Links [englisch | deutsch] funktionieren nicht in Deutsch.
Habe eine Hefe angelegt: "Portwein Kitzinger trocken" und eine kurze Beschreibung dazu gegeben. Dann abgespeichert. Wenn ich im Menü von "Ansätze" in "Hefen" wechsle, kann ich sie sehen. Allerdings wird der Name abgeschnitten (warum wähle ich auch einen so langen Namen). Schön wäre ein Tooltip, der mir den ganzen Namen zeigt, wenn ich mit der Maus über den Namen gehe. Ich habe keinen Weg gefunden, den Kommentar zu ändern, den ich zur Hefe angegeben habe, ich müßte dann wohl die Hefe löschen und neu anlegen? Ist auch kein Beinbruch, eleganter wär aber eine Editier-Möglichkeit.
Das gleiche gilt auch für die Rezepte, da ist eine Editier-Möglichkeit schon wichtiger.
Auch die Aktionen für den Verlauf sollten editierbar sein. Die Verlaufs-Übersicht würde ich mir noch anders wünschen. Ich schreibe häufiger längere Kommentare in meine Verläufe (irgendwelche Probleme, Gedanken, wie ich die demnächst lösen will u. ä.). Mal ein Beispiel (aus der Textdatei, in die ich bisher meine Ansätze notiere:
:::: Beginn Beispiel :::: ------ [7] Rhabarberwein (10l) 14.05.2005 bis 24:00 Uhr Rharbarber klein geschnitten, nach Schnitt 6,5kg mit kochendem Zuckerwasser übergossen (2,3l Wasser + 2kg Zucker) leider vergessen über Nacht abzudecken  15.05. 11:00 Antigel hinzugefügt (4g vinoferm Zymex) und mit Pürierstab püriert Hefe Burgund rehydriert (3g, angebrochenes Tütchen) jetzt aber ordentlich abgedeckt 20:00 Gärstarter angesetzt mit ca. 0,65l naturtrüben A-Saft, 80g Zucker, 0,8g Hefenährsalz und 0,15l in Wasser rehydrierter Hefe Kitzinger Burgund, Hälfte davon für Andreas 16.05. 10:00 Säure gemessen: 10g/l, 30g kohlensauren Kalk hinzugefügt zur Ausfällung der Oxalsäure 17.05. 7:00 Wein abgehoben, Gärstarter hinzugefügt, Säure gemessen: 5,6 g/l (9 Liter Saft) 23ml Milchsäure hinzugegeben 19.05. abends: der Wein gärt heftig, besondern nach Schütteln (ebenfalls Trübstoffproblem) leider hat er die rosa Farbe völlig verloren, sieht jetzt genauso aus wie der 26.05. Farbe kommt wieder, wenn Wein steht, hängt wohl auch mit der Säure zusammen, muss ich gelegentlich nachmessen. 31.05. Blubbert überhaupt nicht mehr, auch nicht nach Schütteln Alkohol: 10% keine Restsüße: Nachgezuckert mit 150g Zucker 04.06. Blubbert überhaupt nicht mehr, auch nicht nach Schütteln, wenn ich mich recht erinnere hat er nach dem Nachzuckern vom 31.5. ein/zwei Tage später ein wenig geblubbert. Alkohol: 10% Restsüße schmeckbar. What's going on?? Beim Wein setzt sich, ich meine, eigentlich schon von Anfang an, sicher seit 26.5., nach 6 - 8 Stunden (z. B. über Nacht) eine ca. 1cm hohe Schicht weißlichen Belags ab. Meine Idee ist: das ist kohlensauerer Kalk (bzw. das, was entsteht, wenn sich die Oxalsäure mit dem kohlesauren Kalk verbindet). Vielleicht ist dieses Zeug schlecht für die Hefe? Vielleicht sollte ich noch mal 24 Stunden stehen lassen und dann abheben von dem Zeug? Oder vielleicht frische Hefe hinein? Oder beides? 07.06. Erneut abgehoben. Blubbert wieder leicht. 09.06. hat sich was mit blubbern. Hat sich ausgeblubbert, scheints 13.06. So isses. Da blubbert nix mehr! 14.06. Alkohol: 10%, Restsüße schmeckbar dennoch: nachgezuckert mit 150 Gramm 19.06. Das hat ihm wohl gut getan, hat aber ein paar Tage gedauert jetzt blubbert er nach Schütteln wieder lebhaft 03.07. Blubbert nach schütteln schmeckt sehr trocken Alkohol: 11% nachgezuckert mit 200g 12.07. schmeckt süß Alkohol: 12,5% 1/2 geriebenen Apfel wg. heftigem Blubbern nach Schütteln (Trübstoffproblem) 18.07. schmeckt trocken Alkohol 12,7% B) nachgezuckert mit 300g 20.07. Blubbert nach Schütteln 27.07. deutliche Restsüße nachgezuckert mit 60g 16.08. leichte Süße Alkohol 14% B) 03.09. schmeckt staubtrocken! Alkohol 13% B) nachgezuckert mit 250g :::: Ende Beispiel ::::
Das ganze Gequatsche will ich schön im Überblick haben. Daher müßte die Verlaufs-Übersicht für mich so aufgebaut sein, dass die Felder "Datum" und "Aktion" so schmal wie möglich sind damit dann das Feld "Ergebnis" so breit wie möglich sein kann und - ganz wichtig - die Eingaben nicht abgeschnitten werden, sondern umgebrochen. Eine Editiermöglichkeit wäre hier für mich zwingend (häufig ergänze ich da noch was, oder formuliere um oder so).
Ich würde mir noch eine Spezial-Aktion wünschen "Nachgezuckert mit x Gramm". Das Programm könnte dann jeweils gleich ausrechnen, wieviel Zucker insgesamt im Ansatz sind.
Standardmäßig würde ich noch eine Aktion "Geschmacksprüfung" ergänzen, das braucht jeder, der nachzuckert.
Was für mich noch zusätzlich wichtig wäre, ist eine Exportfunktion im XML-Format (weil ich Teile der Informationen auf einer Webseite verwenden will. Wünschenswert wäre auch die Möglichkeit, alle Ansätze auf einen Streich zu exportieren.
Das soll erst mal reichen. Insgesamt finde ich das Programm sehr gelungen und das dahinter stehende Prinzip scheint mir flexibel genug zu sein, künftig noch entstehende Bedürfnisse zu befriedigen.
Das hast Du wirklich schnell und sauber hinbekommen, mein Kompliment!!
Signatur www.schreberpeter.de |
Dominik 100 Liter Wein
  

Status: Offline Registriert seit: 19.05.2004 Beiträge: 196 Nachricht senden | Erstellt am 04.09.2005 - 21:52 |  |
Hi Schreberpeter,
danke für deine Anmerkungen! Einiges davon hat auch Volker (ähm, aka Volk73 glaub ich) schon vorgeschlagen. Btw, falls du mitliest Volker, sorry, bin noch nicht dazu gekommen auf deine Mail zu antworten....
Zu den Linux-Problemen: Das ist halt so 'ne Sache. Also ich habe nicht vor an dem Installer selbst was rumzuschrauben (wie gesagt, der Installer stammt nicht von mir). Das mit der Java-VM ist in der Tat ein Problem, mit dem ich mich auch sehr häufig rumschlage. Ich hab ebenfalls Java 1.5 manuell installiert, und gelegentlich meint irgendein Suse-Skript mal, es müsse den Pfad wieder auf Standard zurückstellen. Gut, das ist ärgerlich, aber ich denke, daß 90% der Linux-User in der Lage sein werden, dann ggf. das kurze VinoBase Startskript zu anzupassen. Eine kurze elegante Lösung fällt mir dazu jedenfalls nicht ein. Evtl. kann man da tatsächlich etwas über den Installer machen, ich werd in diese Richtung mal recherchieren.
Zur Kommentarlänge: Oh je, also an soo lange Kommentare hatte ich beim Programmieren wirklich nicht gedacht Aber da kann man schon was machen!
Editierfunktion für Rezept und Hefe: Jep, absolutes Muß!
Zur Aktion "Nachzuckern" und Zuckerberechnung: Ok, eine solche Aktion schon defaultmäßig einzubauen macht auf jeden Fall Sinn! Aber eine Berechnung des Zuckers im Ansatz, etc., davon hab ich ganz bewußt Abstand genommen. Denn da gehts nämlich wieder los, daß man schon mal den genauen Zuckergehalt von verwendeten Säften wissen muß, dann muß man dem User auf bestimmte Einheiten festnageln, etc. Kurz gesagt, da würde ein ganzer Rattenschwanz von Problemen nachfolgen.
Das Problem mit dem Handbuch: Oh! Das ist interessant... Wird in der Konsole ein Fehler ausgegeben? Bei mir taucht das Problem nicht auf. Also was das Programm an dieser Stelle macht, ist, es versucht zuerst den Konqueror zu starten, klappt das nicht, dann kommt Firefox dran, geht das auch nicht wird Mozilla versucht. Hast du nichts von diesen dreien installiert? Btw, was ist eigentlich der Defaultbrowser bei Gnome? Den müßte ich evtl noch mit einbauen.
Zum XML-Export: Daran hatte ich auch schon gedacht. Hab aber noch nichts in diese Richtung implementiert. XML ist zwar super modern, aber ich dachte mir halt, wer nutzt das schon. Aber wenn du sagst, das kann man benutzen dann setz ich mich da mal ran.
Aber da ich in den nächsten Wochen nicht sehr viel Zeit haben werde, wird es bis zum nächsten Release wahrscheinlich etwas dauern...
Grüße, Dominik
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