Savertin  Der Burgvogt (coAdmin)
        

Status: Offline Registriert seit: 18.04.2005 Beiträge: 4947 Nachricht senden | Erstellt am 17.08.2005 - 14:33 |  |
Weile an dieser Quelle
(M. u. T.: C.M. Bellmann)
Weile an dieser Quelle, sieh unser Frühstück ist zur Stelle. Rotwein und Pimpinelle und Bekassinchen zart und fein. Klang, was für Flaschen sollen aus jenem Korb dem übervollen, leer ins Gras hinrollen, und tönen, welch ein Klang so fein. Sieh dein Mittagswein schäumt aus dem Krug so helle im Sonnenschein. Weile an dieser Quelle lausch auf des Waldhorns Ton im Frei’n! Seht, wie das Nymphlein eilet, und wie ihr Füßlein nimmer weilet, Ei und Oliv zerteilet und schwitzt im eifrigen Plaisier. Seht, wie ihr Brüstlein hüpfet und sich ihr Rock beim Bücken lüpfet. Ei, wie sie dreist entschlüpfet Fasst man ans Knie und drüber ihr. Skol, Ulla, skol. Lasst uns ein Schnäpslein trinken gestrichen voll, dazu ein Stückchen Schinken, das uns vortrefflich munden soll.
Spielet, ihr Musikanten, lasst Lied um Lied wie Schaum aufbranden. Lachet der alten Tanten, die uns mit dürren Fingern dräun. Schwirrt doch ihr nächt’gen Falter um unser Licht, wie trunkene Psalter. Denn bald naht sich graues Alter, drum lasst uns heut der Lieder noch erfreu’n. Viel Winde wehn von unbekannten Landen. Viel Jahre gehn. Spielet, ihr Musikanten, lasst Lied um Lied wie Schaum aufwehn.
Signatur Homo homini lupus
(Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf) |