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Savertin ...
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...   Erstellt am 17.12.2005 - 08:44Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Weihnachten:

Die kulturelle Gestaltung von Weihnachten hat im Verlauf der Geschichte tief greifenden Wandel erfahren. Im Bereich des deutschen Sprachraums wurde Weihnachten seit dem 3. Jahrhundert zu einem Fest, im 5. und 6. Jahrhundert allgemein in der katholischen Kirche zum neben Pfingsten und Ostern dritten Hochfest. Ab dem 6. Jahrhundert gestaltete sich der Weihnachtsfestkreis heraus. Seit dem 9. Jahrhundert entwickelten sich allmählich diverse regionale Sonderfestformen mit u. a. Musik und Krippen.


Kirchengeschichte und Liturgie:


Seit dem 4. Jahrhundert (erstmals 336 in Rom) wird Weihnachten am 25. 12. gefeiert. Die Gründe für die Festlegung auf diesen Tag sind nicht eindeutig. Einige Quellen des 3. Jahrhunderts »errechneten« den 25. 12. als tatsächlichen Geburtstag Jesu unter Annahme des 25. 3. (Zeit des Frühlingsanfangs) als Tag der Empfängnis seiner Mutter Maria. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass Weihnachten dem am gleichen Tag begangenen römischen Staatsfest der Geburt des unbesiegbaren Sonnengottes (Sol invictus) - dieses im christlichen Sinne umdeutend - gegenübergestellt wurde, sodass die Tradition von Weihnachten wohl in die 2. Hälfte des 3. Jahrhunderts zurückreicht. Vor allem im Westen löste Weihnachten schon bald das ältere Fest der Epiphanie ab (als Geburtsfest Jesu heute nur noch in der armenischen Kirche begangen) und verbreitete sich rasch. Seit dem 5. Jahrhundert wurde Weihnachten mit einer Zeit der Vorbereitung verbunden (Advent). Im 6./7. Jahrhundert entstand im Westen die seither in der katholischen Kirche bewahrte Tradition, Weihnachten mit drei Messen zu feiern: in der Nacht vor dem Weihnachtstag mit der Christmette (»Missa in nocte«), am Morgen des Weihnachtstages mit der »Hirtenmesse« (»Missa in aurora«) und am Weihnachtstag selbst mit der eigentlichen Festmesse (»Missa in die«).

Für das Gebiet Deutschlands legte die Synode von Mainz (813) die Dauer des Weihnachtsfestes auf vier Tage fest. In der volkskulturellen Gestaltung verlagerte sich die Weihnachtsfeier allerdings zunehmend auf die Weihnachtsvigil, den Abend des 24. 12. (Christnacht, Heiliger Abend, Heilige Nacht).

Weihnachten im Mittelalter:

Über die Praktiken der mittelalterlichen Weihnachten liegen nur rudimentäre Hinweise vor. Weihnachtsspiele z. B. sind in Süddeutschland seit dem 11. Jahrhundert belegt. Meist handelte es sich um szenische Darstellungen der Weihnachtsgeschichte, die als Umzüge, auf der Bühne oder als Krippenspiele umgesetzt wurden, teils initiiert von der Kirche, teils primär getragen von den Gemeindemitgliedern.

Wie der "Heilige Abend" zu seinem Namen kam:

"Ze den wihen nahten" hieß auf Hochdeutsch "zu den Heiligen Nächten".

Das Datum 24. und 25. Dezember:

Der 25. Dez., der Tag der Sonnenwende war in vielen Kulturen ein besonders wichtiger Tag. Im vorderasiatischen Mithraskult wurde an diesem Tag die Geburt des indischen Lichtgottes gefeiert.

Bei den Ägyptern wurde mit dem Isiskult die Geburt des Horus auf diesen Tag gelegt.

Die Römer begingen ihre feierlichen Sarturnalien zu Ehren des Gottes Saturn, des unbesiegbaren Sonnengottes, an diesem Tag.

Die Germanen feierten im norddeutschen Raum bis hinauf nach Skandinavien ihr Mittwinterfest oder Julfest, zugleich ein Toten- u. Fruchtbarkeitsfest. Um diese Feste ranken sich allerlei Geisterglauben, der sich in der Tradition, gerade in abgelegenen Gegenden z.B. in den Alpen, bis heute gehalten hat.

Anno 217: Da sowohl in Rom als auch das asiatische, ägyptische und römische Fest mit großem Pomp gefeiert wurde, versuchte Papst Hyppolit bereits um 217 all diese Kulte damit zu beseitigen, dass er das Fest der Geburt Christi auf diesen Tag, den 25. Dez., verlegte. Man verwies darauf, dass schon das Alte Testament den erwarteten Erlöser als "Sonne der Gerechtigkeit" (Mal 3,20) bezeichnet. Außerdem habe sich Christus selbst das "Licht der Welt" (Joh. 8,12) genannt, der als das "Wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet" (Joh.1,9), in diese Welt gekommen sei.

Mit der Datierung des Weihnachtsfestes auf das Fest des "Unbesiegbaren Sonnengottes" gaben die Christen den Heiden zu verstehen:
Die Sonne ist gut, und wir freuen uns ihres immer neuen Sieges nicht weniger als ihr. Aber sie hat ja keine Macht aus sich selbst, sondern sie hat nur Kraft, da Gott sie erschaffen hat. So kündet sie uns von dem wahren Licht, von Gott, dem Schöpfer aller Dinge. Deshalb feiern wir an Weihnachten das Kommen des wahren Gottes. Den Urquell allen Lichtes, nicht aber sein Werk, die Sonne, die kraftlos wäre ohne ihn. Das ist der Sinn von Weihnachten: Es ist der Geburtstag Christi, die Wintersonnenwende der Weltgeschichte, die uns in allen Auf- u. Niedergängen der Geschichte die Gewissheit gibt, dass die dunklen Mächte der Finsternis keine endgültige Macht besitzen.

Anno 354: Aus kalendarischen Listen von 354 geht hervor, dass in Rom das Weihnachtsfest am 25. 12. 336 offiziell gefeiert wurde durch Papst Liberius. Wieso ausgerechnet am 25. 12. ist aber bis heute unklar.

360 bereits wurde es in Nordafrika, ca.
370 in Oberitalien, ca.
375 im Orient,
380 in Spanien gefeiert.
381 zum Dogma, Glaubenssatz, wurde es auf dem 2. Konzil von Konstantinopel unter Kaiser Theodosius erklärt.

Im 7. und 8. Jht. setzte sich der Brauch, das Fest am 25. Dez. zu feiern auch in Deutschland durch. 813 erklärte die Mainzer Synode diesen Tag offiziell zum "festum nativitas Christi" . Mit ihm begann damals das Kalenderjahr.

Der 1. Januar wurde erst ca. 800 Jahre später mit Einführung des Gregorianischen Kalenders zum Jahresbeginn. Im Verlaufe der Christianisierung der Menschheit hat das Weihnachtsfest dann seine heutige weltweite Verbreitung gefunden.

In einigen Ländern (so auch in den deutschsprachigen) feiert man das Fest bereits am 24. Dezember als Heiliger Abend, obwohl meist der offizielle Feiertag am 25. Dezember gesetzlich festgelegt ist. Der Grund hierfür liegt in der Begehung der Vigilien, die stets am Abend vor dem eigentlichen Fest beginnen (so z.B. auch an Ostern („Osternacht“).

Die Festlegung auf den Heiligabend geschah erst, seit unter Bonifatius das heidnische Germanien missioniert wurde. Weil der 24. Dezember der erste Tag ist, der wieder länger wird, feierten die Germanen das Fest der Sonnenwende (Solstitium). Bonifatius wollte diesen Umstand nutzen und genau an diesem Termin die Geburt Jesu feiern.
Die Bescherung am Heiligen Abend:

1450 beschenkte man Kinder u.a. in Konstanz am Weihnachtsabend. Jedoch war die Bescherung oft mit dem Tag des Nikolaus verbunden. Daher brachte dieser oft (spärliche) Gaben, am Hl. Abend gab es dann (sehr) oft nichts mehr!

Bei den Evangelischen trat an die Stelle des Heiligen Nikolaus der "Heilige Christ". Luthers Kinder beschenkte noch im Jahre 1535 der Nikolaus, ein Jahrzehnt später ist daraus der Heilige Christ geworden. Seit dem wandert die Bescherung immer mehr zum Weihnachtsfest ab. Offenbar hat auch die Ausbreitung des Weihnachtsbaumbrauches dazu beigetragen, dass die Bescherung zum Weihnachtsfest abwanderte. Denn zunächst hingen die Geschenke für alle am Weihnachtsbaum oder lagen dort unter seinen Zweigen. Jedenfalls gibt es heute kleinere Geschenke zu St. Nikolaus - die eigentliche Bescherung bleibt (bis auf Niederlande, Teile Italiens...) dem Weihnachtsfest vorbehalten ist.

Der Brauch der Weihnachtsgeschenke:

Woher der Brauch, sich zu Weihnachten zu beschenken kommt, lässt sich auf mehrere Dinge zurückführen. Die Geschenke mögen ursprünglich ein Symbol für die Gaben der Weisen aus dem Morgenland gewesen sein.

Zu Zeiten Cäsars wurden die Beamten zu Beginn eines jeden Jahres von der Bevölkerung beschenkt. Selbst die Sklaven erhielten Gaben von ihren Herren. Und zum Fest der Wintersonnenwende wurde in vorchristlicher Zeit den Göttern geopfert, damit sie das Haus vor bösen Geistern schützten und für die Fruchtbarkeit der Felder sorgten.

Sie haben ihre christliche Wurzel in dem Bibelwort 'Also hat Gott die Welt geliebt', in seinem Erlösungsgeschenk an uns in Gestalt seines eingeborenen Sohnes. Ein Geschenk, das durch nichts übertroffen werden kann, nur durch den Versuch, ihm so gut wie möglich nachzufolgen.

Die Weihnachtsgeschenke sind jedoch auch eine Erinnerung an die Gaben, die die Heiligen Drei Könige dem Jesuskind darbrachten. Beides soll in der Liebe weiterleben, mit der Weihnachtsgeschenke ausgetauscht werden, was schon darauf hinweist, dass es nicht um irdische Geschenke geht, sondern um Sinnbilder für die Gottes- und Nächstenliebe, die wichtiger ist als die kostbarsten Sachen. Das irdische Gegengewicht und auch der Wunsch nach gewaltigen und reichen Gaben steckt in der zweiten, in der nichtchristlichen Quelle des Gebens; der Weihnachtstermin deckt sich mit dem der Saturnalien, den römischen Feiern zu Ehren des Gottes Saturn. Dies galt als der Jahresanfang, die römischen Beamten und Sklaven wurden mit Geschenken belohnt.

Jenseits der Alpen in Germanien stellten die Dienstherren ebenfalls zum neuen Jahr neue Knechte und Mägde ein und das Gesinde wurde mit reichen Geschenken weiter verpflichtet. Schließlich war es Sitte, die Kinder zu beschenken, was mit dem Christentum von den Perchten und Luzelfrauen auf die Heiligen überging, vor allem auf Martin und Nikolaus.


Quellen: Brockhaus und www.kirchenweb.at

In diesem Sinne: Frohe Weihnachten allüberall!!!

[Dieser Beitrag wurde am 17.12.2005 - 08:58 von Savertin aktualisiert]





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...   Erstellt am 17.12.2005 - 09:24Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Sehr schöne, aufschlußreiche Zusammenstellung und schön informativ, Savertin. Auch Dir ein frohes Weihnachtsfest !





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...   Erstellt am 17.12.2005 - 21:50Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Dankeschön, Whisper, Euch auch!





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