| Ersteller | Thema » Beitrag als Abo bestellen |  |
Solitude  Vorsicht - Freigeist :-))
    

Status: Offline Registriert seit: 12.11.2005 Beiträge: 884 Nachricht senden | Erstellt am 22.03.2006 - 23:58 |  |
Auch wenn es bei Nora wohl glücklicherweise kein Rückfall war, so möchte ich das doch zum Anlass nehmen, das Thema anzusprechen:
Was tun bei einem Rückfall?
Zuerst einmal: Nobody ist perfect 
Aus einem Rückfall kann man lernen.
Analysiert, welche Gefühle und Gedanken dem Rückfall vorausgegangen sind: Gab es Ärger? Habt ihr Euch abgelehnt gefühlt? Gab es zu starke äußere Anreize (hat es zu lecker gerochen als ihr am Bäcker vorbeigegangen seid oder hat jemand etwas gegessen und Euch starke Lust darauf gemacht)? Habt ihr Euch Nahrungsmittel verboten? Seid ihr ungeduldig geworden, weil ihr nicht so schnell abgenommen habt oder so viel wie ihr wolltet?
Auch wenn neue Essgewohnheiten schon gut eingeübt sind, kann es zu Rückfällen in alte Verhaltensmuster kommen.
Nur wer den Rückfall als persönliches Versagen ansieht und sagt, nun hat es sowieso alles keinen Sinn mehr, der hat verloren.
Wer einen Rückfall als Chance begreift, weiter an sich zu arbeiten, die Herausforderung, die darin liegt, annimmt, der kann nur gewinnen! 
Was kann helfen, Rückfälle zu vermeiden?
a) Strategien entwickeln, wie man mit negativen Gefühlen und Belastungen umgeht, ohne zu überessen.
b) Strategien entwickeln, das Verlangen auf Essen zu besiegen
c)zu denken wie ein Normalgewichtiger
Signatur Der Weg zu mir selbst war der schwerste, den ich je gegangen bin aber auch der lohnendste, weil er mich auch zu Dir geführt hat.
(von mir für Dich ) |
Solitude  Vorsicht - Freigeist :-))
    

Status: Offline Registriert seit: 12.11.2005 Beiträge: 884 Nachricht senden | Erstellt am 23.03.2006 - 00:56 |  |
Denken wie ein Normalgewichtiger:
Bewußt und mit Genuss essen...
Sich auf das Essen konzentrieren und es nicht "nebenher" erledigen...
Wenn man an einem Tag mal zuviel gegessen hat, gönnt man seinem Körper am nächsten Tag eine Pause...
Hunger nicht mit Durst verwechseln...
Nur soviel essen wie man Lust hat, keine Reste von anderen "verwerten", nicht "aufessen müssen", nur weil noch was auf dem Teller ist und man dafür bezahlt hat...
Nicht zu schnell essen sondern mit Musse...
Aufhören zu essen, wenn man satt ist...
Strategien, das (körperliche) Verlangen auf Essen zu besiegen:
Glutamat und Süßstoff streichen - beides kann Heißhungerattacken auslösen
Nicht zuviel Kohlehydrate essen. Kohlehydrate lassen wie Zucker den Blutzuckerspiegel rapide ansteigen und führen zur Insulinausschüttung. Der Blutzuckerspiegel sinkt daraufhin wieder schnell und der Körper reagiert mit Heißhunger. Besser mehr Eiweiß (fettarme Milchprodukte, mageres Fleisch) und gesunde Fette (Nüsse, Hülsenfrüchte) essen.
Regelmäßig essen. Wer den ganzen Tag nichts ißt programmiert die Heißhungerattacke am Abend.
Gute Snacks sind z.B. Nüsse, Obst, 0,2%iger Quark (lecker von Exqu*sa oder Onk*n) oder 0,1%iger Joghurt (ohne Zusatzstoffe kommen Jogh*ule oder auch Viva V*tal aus).
Vor dem Essen 1 oder 2 Gläser Wasser oder Kräutertee trinken, generell 2-3 l Wasser oder Kräutertee am Tag trinken.
Apropos Zyklus: in der 2. Zyklushälfte haben viele Frauen Lust auf Zucker (hebt den Serotoninspiegel)und Fett ( hebt den Endorphinspiegel), weil beides stimmungsaufhellend wirkt. Dunkel Schokolade (ab 70% Kakaoanteil) tut nichts, jedenfalls wenn sie stückchenweise und nicht tafelweise genossen wird .
Neben diesen körperlichen Ursachen kann es auch seelische Ursachen für Heißhungeranfälle geben:
Wer gewohnt ist sich bei Stress oder Kummer mit Essen zu trösten, reagiert bei Stress oder Kummer mit einem Heißhungergefühl.
Jer größer das Selbstwertgefühl ist desto weniger leicht können uns andere aus der Fassung bringen. Je weniger ich mit mir selbst im Reinen bin, je mehr Minderwerrigkeitsgefühle ich habe desto eher können mich die Handlungen und Meinungen anderer wütend machen.
Es hilft sich das bewußt zu machen:
Andere Menschen haben ein Recht auf ihre Meinung, die nicht meine sein muss.
Wenn andere Menschen eine andere Meinung haben, muss sich das nicht gegen mich richten.
Ich kann meine Meinung weiter vertreten, kann aber auch akzeptieren, dass andere eine andere Meinung haben, ohne mich schlecht zu fühlen.
Ich bin nicht perfekt, andere sind es auch nicht.
Ich habe zu jeder Zeit in der Hand, mich über etwas aufzuregen oder eben auch nicht. Niemand anderer bestimmt in diesem Punkt über mich.
Und last but not least:
Das Leben ist ungerecht und oft unfair. Das ist so, es lohnt sich nicht, sich darüber auch noch aufzuregen 
Wichtig ist, dass ihr Euch bewußt werdet, dass ihr selbst den Schlüssel für Euer Glück in der Hand habt.
Was Eure Eltern früher getan haben, haben sie getan. Vielleicht, weil sie es nicht besser wußten, vielleicht weil sie schlechte Menschen sind.
Das ist die Vergangenheit.
Das Hier und Heute habt ihr selbst in der Hand.
Ihr müßt nicht darauf warten, dass sich andere ändern, ihr selbst könnt Eure Gedanken und Gefühle beeinflussen.
Ihr seid von niemandem abhängig. Ihr habt es selbst in der Hand. Ist das nicht großartig? 
Signatur Der Weg zu mir selbst war der schwerste, den ich je gegangen bin aber auch der lohnendste, weil er mich auch zu Dir geführt hat.
(von mir für Dich ) |
Nora  fühlt sich hier sowas von wohl...:-))
  

Status: Offline Registriert seit: 23.02.2006 Beiträge: 414 Nachricht senden | Erstellt am 23.03.2006 - 19:51 |  |
Das meiste von dem, was Du schreibst wußte ich schon aber es hilft es noch einmal gesammelt vor sich zu sehen 
Es hat mich angeregt, über so einiges nachzudenken und ich denke, ich weiß warum ich zur Zeit nicht weiterkomme. Ich bin eben doch stückchenweise in alte Muster zurückgefallen, weil ich unangenehme Gespräche zu führen hatte und Dinge zu regeln habe, die ich gerne schon hinter mir hätte.
Die klassische Falle also Ich habe mich mit Essen "getröstet und belohnt".
Die Glutamat-Suppen haben mir dann noch den Rest gegeben 
Es stimmt ja, was Du schreibst, jeder hat es selbst in der Hand. Manchmal ist es aber auch ganz schön schwer *seufz*
Nora
[Dieser Beitrag wurde am 23.03.2006 - 19:51 von Nora aktualisiert]
Signatur Eine Hälfte der Netzteilnehmer versteht die Ironie nicht, die zweite Hälfte sieht Ironie ungern, weil dann ja die erste falsch reagieren
könnte, und der Rest ist dünn gesät.
(Ulrich F. Heidenreich in dang)
|
Ulli Glühwürmchen vom Dienst :-))
    

Status: Offline Registriert seit: 12.11.2005 Beiträge: 711 Nachricht senden | Erstellt am 23.03.2006 - 20:05 |  |
Klar ist es jeden Tag wieder aufs Neue schwer. Ich kämpfe auch oft. Jetzt in der Osterzeit, wo einen überall Süßes anspringt
Ich bin da auch noch nicht so weit wie Soli, die hat mir mal erzählt, dass sie sich ihre Gelüste auf Süß "weg imaginisiert" hat, so nach dem Motto, ich stelle mir was total Ekliges in Verbindung mit meiner Lieblingssüßigkeit vor.
Das habe ich ehrlich gesagt noch nicht probiert, muss ich mir aber noch mal genauer erklären lassen, weil ich merke, dass meine Süßgelüste wieder größer werden.
Die schwierigsten Zeiten finde ich die, wo das Gewicht steht. Solange man den Erfolg hat, motiviert das ja auch ganz schön, mich jedenfalls.
Man wird darauf angesprochen und das macht ja auch stolz 
Soli, schreib doch noch mal was über diese Imaginationskiste, wenn Du Zeit hast, ja?
Ulli
|
Sunny on her way to the sunny side of life...
   

Status: Offline Registriert seit: 16.11.2005 Beiträge: 668 Nachricht senden | Erstellt am 24.03.2006 - 00:32 |  |
Das mit dem Imaginieren kann ich auch erklären Ulli.
Du stellst Dir Deine Lieblingssüßigkeit oder Leibspeise vor, die Du Dir gerne abgewöhnen möchtest und verbindest das mit etwas richtig Widerlichem.
Beispiel: Du liebst Lakritze. Stell Dir nun einen Bottich mit Ochsenblut vor, wie die ganzen Zutaten, Gewürze usw. mit dem Blut vermischt werden. Wie das eklig verkrustet und dann zu einem bröckligen Bonbon wird. Wenn Du es lutscht hast Du wieder das Blut im Mund 
Und nun hast Du bestimmt richtig Bock darauf Lakritze zu essen 
|
Maggie ...die Bienenbetörerin ;)
   

Status: Offline Registriert seit: 22.11.2005 Beiträge: 306 Nachricht senden | Erstellt am 24.03.2006 - 00:35 |  |
Mir hilft manchmal etwas ganz Banales wie Zähneputzen wenn ich richtig heftige Gelüste habe.
|
Nora  fühlt sich hier sowas von wohl...:-))
  

Status: Offline Registriert seit: 23.02.2006 Beiträge: 414 Nachricht senden | Erstellt am 24.03.2006 - 00:41 |  |
@ Sunny arghhh, wie eklig!!!!!!! 
In der Therapie habe ich gelernt, dass es besser ist, nicht an "Verzicht" zu denken. Also wenn ich mir sage, ich muss jetzt auf die Süßigkeiten verzichten ist es schon Mist. Weil Verzicht ja was Negatives ist.
Besser ist es sich zu sagen, ich tue mir heute was Gutes und belaste mich nicht mit dem ganzen Fett und Zucker. Ich gönne mir heute einen leckeren Obstsalat. Dann ist das Weglassen der Süßigkeit etwas Positives.
Signatur Eine Hälfte der Netzteilnehmer versteht die Ironie nicht, die zweite Hälfte sieht Ironie ungern, weil dann ja die erste falsch reagieren
könnte, und der Rest ist dünn gesät.
(Ulrich F. Heidenreich in dang)
|
Sunny on her way to the sunny side of life...
   

Status: Offline Registriert seit: 16.11.2005 Beiträge: 668 Nachricht senden | Erstellt am 24.03.2006 - 00:46 |  |
Ich habe ja immer Probleme gehabt, meinen Hintern von der Couch zu kriegen. Jetzt war ich ja ein paar Mal im Fitnessstudio und muss sagen, dass man sich danach wirklich gut fühlt. Bewegung macht definitiv auch happy und gibt ein Wohlgefühl 
|
Sunny on her way to the sunny side of life...
   

Status: Offline Registriert seit: 16.11.2005 Beiträge: 668 Nachricht senden | Erstellt am 24.03.2006 - 00:49 |  |
Nora schrieb
In der Therapie habe ich gelernt, dass es besser ist, nicht an "Verzicht" zu denken. Also wenn ich mir sage, ich muss jetzt auf die Süßigkeiten verzichten ist es schon Mist. Weil Verzicht ja was Negatives ist.
Besser ist es sich zu sagen, ich tue mir heute was Gutes und belaste mich nicht mit dem ganzen Fett und Zucker. Ich gönne mir heute einen leckeren Obstsalat. Dann ist das Weglassen der Süßigkeit etwas Positives.
|
Ich habe mal gelesen, dass man sich das neue Ernährungsverhalten auch selber verkaufen muss.
Ich freue mich heute auf ganz andere Sachen zu essen als früher. Was ich früher megalecker fand, turnt mich heute ab.
Einen Döner würde ich heute (vor allem seit ich das mit dem Gammelfleisch im Fernsehen gesehen habe nicht mal mehr für Geld und gute Worte essen 
|
Maggie ...die Bienenbetörerin ;)
   

Status: Offline Registriert seit: 22.11.2005 Beiträge: 306 Nachricht senden | Erstellt am 24.03.2006 - 00:54 |  |
@ Sunny
Da beneide ich Dich drum. Mir tut schon bei der kleinsten Aktivität abwechselnd Knie oder Hüfte weh, inzwischen sogar im Sitzen 
Da hat man keine große Lust auf Bewegung, kannst Du mir glauben 
[Dieser Beitrag wurde am 24.03.2006 - 00:55 von Maggie aktualisiert]
|