Zausel  Schäfermama


Status: Offline Registriert seit: 26.04.2005 Beiträge: 193 Nachricht senden | Erstellt am 26.04.2005 - 17:49 |  |
Der Vielseitigkeitssport für Gebrauchshunde - kurz VPG - ist ein sehr zeitaufwändiger Sport, er besteht aus 3 Stufen (VPG 1,2 und 3) mit jeweils 3 Abteilungen: Die Fährte (A), die Unterordnung (B) und der Schutzdienst (C). Hier wird jetzt nur auf die Abt. C, den Schutzdienst eingegangen. Der Begriff an sich ist für die sportliche Ausbildung der Hunde eher irreführend, mit "schützen" hat der Vielseitigkeitssport nicht viel zu tun. Die Hunde werden nicht dazu ausgebildet Menschen anzugreifen oder zu verletzen. Außerhalb der Hundeplätze, ohne die konditionierten "Rahmenbedingungen" werden die ausgebildeten VPG Hunde kaum anders reagieren wie andere Hunde auch - eher sicherer. Durch das in der Ausbildung geforderte und trainierte hohe Maß an Gehorsam auch in Grenzbereichen werden die VPG Hunde auch beim Gassi-gehen nicht nur besser auf ihre Halter reagieren, sondern in vielen Situationen auch deutlich gelassener gegenüber stehen lassen. Ganz entscheidend zur Erlernung dieser Disziplin ist das Wesen des Hundes. Ausgeglichenheit, Nervenstärke und Selbstbewußtsein gepaart mit unabdingbarem Gehorsam gehören zu diesen Voraussetzungen. Ein Hund, der nicht die Hörzeichen seines Hundeführers befolgt, kann hier absolut nicht bestehen.
Übungen im VPG-Schutzdienst, also der Abt. C bestehen u.a. aus dem "Revieren", d.h. der Suche nach einem Helfer im Zickzack über den Hundeplatz und den dort aufgestellten 6 Verstecken. Hat der Hund den Helfer hinter einem der Verstecke gefunden, soll er ihn "Stellen und Verbellen". Das bedeutet, daß der Hund vor dem Helfer sitzt, und das Auffinden seinem Hundeführer durch anhaltendes Bellen anzeigt. Weitere Übungen im Schutzdienst ist das Verhindern einer Flucht des Helfers u.a. auf eine lange Distanz und unter Belastung ebenso wie der Seiten- und der Rückentransport, bei dem der Hund und sein Halter zusammen mit dem Helfer über den Platz gehen, ohne das der Hund den Helfer belästigt.
Es versteht sich von selbst, daß der Helfer durch entsprechende Kleidung geschützt ist. Wer jetzt glaubt, daß auf diese Weise in den Vereinen Hunde dahingehend ausgebildet werden, auf Menschen aggressiv zu reagieren, irrt. Die Hunde werden über ihren angeborenen Beutetrieb nur auf den Schutzarm des Helfers konditioniert. Nur dieses "Ding", diese Beute ist für den Hund wichtig, der Helfer somit nur Statist. Gerade die Helfer werden ohne ihren Schutzarm von den Hunden freudig begrüßt, weil doch gerade sie den super Spielkameraden darstellen. VPG-Prüfungen sind nach Alter und dem Ausbildungsstand des Hundes unterteilt in Stufe "VPG 1" bis "VPG 3". Genauer kann man das in der zuständigen Prüfungsordnung nachlesen.
Vielseitigkeitsport ist ein Sport, für den nur ausgeglichene Hunde in Frage kommen. Es hat nichts damit zu tun, den Hund "scharf" zu machen, auch ist die Ausbildung von Diensthunden der Polizei oder des BGS nicht mit dem Vielseitigkeitssport zu vergleichen. Deswegen haben Hundehalter, die den Vielseitigskeitssport und ihre Hunde dazu mißbrauchen, ihre Mitmenschen zu bedrohen oder zu verletzen, in den Vereinen nichts zu suchen.
[Dieser Beitrag wurde am 26.04.2005 - 17:51 von Zausel aktualisiert]
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