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AuroraGlacialis

Status: Offline Registriert seit: 30.11.2005 Beiträge: 4 Nachricht senden | Erstellt am 30.11.2005 - 10:44 |  |
Hallo.
Ich habe im Herbst zum zweiten Mal Met gemacht. Der erste Versuch im Sommer war super. Ich habe die Zutaten vom Arauner-Shop bestellt und einfach drauf los gelegt. Und es hat super geklappt - echt leckerer, wenn auch sehr süßer Met. Das Rezept ist etwas modifiziert aus verschiedenen Quellen.
Erstmal das Rezept: in einem 18l-Ballon 1l Bio-Apfelsaft mit Hefe (Reinzuchthefe "Malaga" ) 4 Tage stehen lassen 12l Wasser, abgekocht, abkühlen auf 40° 5kg Honig dazu, gut rühren, abkühlen auf Zimmertemperatur 60g Milchsäure 80% + ca 5g Nährsalz + etwas Mehl dazu den Apfelsaft mit der Hefe dazu Das stand dann ca 6-8 Wochen, ich habe insgesamt 3 Mal den Bodensatz entfernt, nach 8 Wochen habe ich dann geschwefelt und in Flaschen gefüllt. Er hatte ca 14%alc.
Der zweite Versuch hingegen ging irgendwie schief: Das Rezept ist das gleiche, jedoch habe ich keine neue Hefe verwendet, sondern einen Teil des ersten Ansatzes genommen (kurz vor dem schwefeln). Außerdem habe ich den Bodensatz in der ersten Zeit nicht entfernt, da ich nicht daheim war. Ich dachte mir, daß ich diesmal die Gärung nicht abbrechen wollte - dachte es wäre vielleicht interessant wenn er weniger süß wird. Die Gärung lief ca 3 Monate - den Bodensatz habe ich nach 6 Wochen und später noch einmal entfernt. Nach 3 Monaten dann war die Gärung beendet. Bei ca 8 oder 10 Wochen habe ich nochmal getestet, da schmeckte er genau wie der erste Ansatz.
Aber jetzt gibt es ein Problem: Der Wein ist deutlich weniger süß als der erste Ansatz, aber er hat einen starken Nachgeschmack. Er hat ca 12%alc. Es ist etwas schwer zu beschreiben - er schmeckt irgendwie harzig. Es ist nicht total unangenehm, also kein Essig oder Schimmel oder Schwefel, aber für meinen Geschmack ist das nicht wirklich was. Eine Freundin von mir hat ihn aber auch so getrunken. Was kann es noch sein und woher kommt es? Sollte ich ihn lieber vernichten , oder kann ich ihn meiner Freundin hier schenken? 
Danke für eure Hilfe! Ciao Anja
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Birgit  Administrator
         

Status: Offline Registriert seit: 03.04.2004 Beiträge: 7874 Nachricht senden | Erstellt am 30.11.2005 - 11:07 |  |
Hallo AuroraGlacialis, willkommen im Forum 
Jetzt definitiv zu sagen woher der Geschmack kommt, der Dir nicht gefällt, ist schwer 
Aber folgende Anmerkungen:
Ein Wein wird genau einmal von der Hefe abgezogen, nämlich wenn die Gärung beendet ist. Weil ein vorheriger Abzug nur die Gärung hinauszögert und es Mikroorganismen in den Ansatz bringt, welche für Weinfehler verantwortlich sind.
Wenn ich mir dein gepostetes Rezept ansehe, hast Du zwei unterschiedliche Alkoholmengen angegeben. Für die angegebene Honigmenge halte ich 12% für realistisch, aber der Met wird keinen Restzucker haben und dementsprechend bescheiden schmecken. Du könntest also versuchen mit Zucker die Restsüße einzustellen, Du wirst dann allerdings mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit eine Nachgärung bekommen, welche sich aufgrund der sehr geringen Hefemenge lange hinziehen kann. Die fehlende Restsüße wird allerdings nicht die eigentliche Ursache für den Geschmack sein. Ich nehme an Du hast eine andere Charge Honig verwendet, dieser bringt häufig sehr merkwürdige Geschmackskomponenten. Besonders häufig findet man diese Probleme bei preiswerten Blütenhonigen. Zusammen mit dem fehlenden Restzucker schmeckt so ein Met dann überhaupt nicht.
Gruß Birgit
Signatur Aus dem Feuerquell des Weines, aus dem Zaubergrund des Bechers, sprudelt Gift und süße Labung, sprudelt Süßes und Gemeines; nach dem eig'nen Wert des Zechers, nach des Trinkenden Begabung! (Friedrich von Bodenstedt)
Sorry, aber ich antworte nicht auf PMs, die inhaltlich ins Forum gehören! |
AuroraGlacialis

Status: Offline Registriert seit: 30.11.2005 Beiträge: 4 Nachricht senden | Erstellt am 30.11.2005 - 17:14 |  |
Danke für die Antwort.
In dem Rezept das ich als Grundlage genommen habe hiess es, man sollte jede Woche den Bodensatz entfernen um zu vermeiden, daß sich die tote Hefe zersetzt und den Geschmack verdirbt... darum abe ich das zumindest 3 mal insgesamt gemacht.
Mit den 2 alc-Werten erkläre ich mir dadurch, daß der Met nicht geklärt war, also nicht mit diesem Gel behandelt oder gefiltert. Dadurch kommen wohl Messfehler vor...
Das mit dem Nachsüßen kann ich versuchen, aber ich denke mal der Beigeschmack wird bleiben... 
Honig habe ich eigentlich die selbe Marke verwendet, aber da die ja immer anders sind kann es schon sein, daß es daran lag. Da aber bis vor 3 Wochen der Geschmack noch ok war glaube ich eher, daß es daran liegt, daß ich beim Entfernen des Bodensatzes irgendwas falsch gemacht habe oder daß sich tatsächlich die tote Hefe irgendwie zersetzt hat.
Es ist so eine Art wachsiger Harzgeschmack. Erinnert etwas an die Weine beim Griechen...
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Birgit  Administrator
         

Status: Offline Registriert seit: 03.04.2004 Beiträge: 7874 Nachricht senden | Erstellt am 30.11.2005 - 17:25 |  |
Also ein Geschmack nach Harz kommt nicht von sich zersetzender Hefe. Das kommt mit großer Wahrscheinlichkeit aus dem Honig. Gerade bei Mischhonigen kommt es immer wieder vor, daß dann vermehrt Honigtau enthalten ist und der bringt harzigen Geschmack. Zersetzende Hefe riecht und schmeckt nach faulen Eiern und das beschreibst Du nicht. Andere Frage ist der Wein brauner in der Farbe als der andere, beziehungsweise wie groß ist der Steigraum in deinem Ballon? Da Du schreibst, es wäre nach dem Abziehen von der Hefe passiert, ist dein Wein durch den in den Ballon gelangten Sauerstoff oxidiert? Ist auch so ein Problem welches durch dieses unsinnige Abziehen gefördert wird. Lies mal unter Weinfehler / Brauner Bruch.
Gruß Birgit
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fibroin  5000 Liter Wein
     

Status: Offline Registriert seit: 25.05.2004 Beiträge: 6288 Nachricht senden | Erstellt am 30.11.2005 - 18:27 |  |
@AuroraGlacialis dein Problem, dass gleiche Weinrezepte nicht reproduzierbare Ergebnisse bringen, das war auch meine Anfangserfahrung.
Die Weisheiten, die ich inzwischen aus den Homepagen unserer Admis gezogen habe rücken das Problem gerade. Wichtig ist eben, dass du alles überprüfst, ob Hefe, Säure, Zutaten und Zuckerung stimmen. Nicht einfach alles zusammengießen. Den Ansatz während der Gärung schütteln und beobachten, nachzuckern, schwefeln, abziehen und klären.
So, das waren die wichtigsten Stichpunkte. Weinmachen macht Spaß, doch mit einigem Hintergrundwissen werden die Weine auch regemäßig gut. 
Lese dich ein!
Signatur Wenn du dich wohlfühlst, mache dir keine Sorgen. Das geht wieder vorbei. |
Tybald  100 Liter Wein
  

Status: Offline Registriert seit: 12.11.2005 Beiträge: 471 Nachricht senden | Erstellt am 01.12.2005 - 16:07 |  |
Oh je! Ich wusste es doch gleich dass ich das Wort schonml gelesen hab als hier stand dass Honigtau schlechten Geschmack verursache... Nämlich auf meinem Honig: Waldhonig(von Aldi) : "Herbkräftiger Honigtauhonig prägt diesen... Und damit habe ich gerade meinen Met angesetzt. Wird der jetzt schlecht? *angsthab* Besorgten Gruß,
Stephan
Signatur -Non nobis domine, non nobis, sed nomine tuo da gloriam-
-Carpe noctem-
-Nicht dem Leben mehr Jahre, aber den Jahren mehr Leben geben!-
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Birgit  Administrator
         

Status: Offline Registriert seit: 03.04.2004 Beiträge: 7874 Nachricht senden | Erstellt am 01.12.2005 - 16:58 |  |
Ich persönlich mag Met aus Honigtau sehr gerne, ich finde eine herbe Note sehr angenehm. Ist ein Kontrapunkt zur süße.
Gruß Birgit
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Tybald  100 Liter Wein
  

Status: Offline Registriert seit: 12.11.2005 Beiträge: 471 Nachricht senden | Erstellt am 01.12.2005 - 17:30 |  |
Also sorgt Honigtau nur für einen herben Geschmack? Das wäre ja nicht schlimm, ich mags ja gerne was herber, zumindest ist das bei Bier so... Ich habe aber auch gerade einen Schnellmet, der heute eigentlich fertig ist. Leider hat dieser aber seit ich ihn mit Honig versetzt habe einen unangenehmen nebengeschmack entwickelt, vielleicht etwas bitter ud weniger fruchtig als vorher, insgesamt aber ziemlich undefinierbar. Kommt das vom Honig oder könnte das auch einfach die fortschreitende Gärung sein? Und was kann man dagegen unternehmen? Gruß,
Stephan
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fibroin  5000 Liter Wein
     

Status: Offline Registriert seit: 25.05.2004 Beiträge: 6288 Nachricht senden | Erstellt am 01.12.2005 - 17:42 |  |
Warten, Tybald, warten. Eigentlich ist Met kein schneller Wein. Auch wenn man das gerne möchte. Der gewinnt sehr viel bei Lagerung. Auch die oft undefinierbaren Geschmäcker beim Jungwein verschwinden dabei. 
Signatur Wenn du dich wohlfühlst, mache dir keine Sorgen. Das geht wieder vorbei. |
Tybald  100 Liter Wein
  

Status: Offline Registriert seit: 12.11.2005 Beiträge: 471 Nachricht senden | Erstellt am 01.12.2005 - 17:54 |  |
Ich weiß, das mit der geduld ist aber auch wirklich fies! Deswegen habe ich ja auch 2 Ansätze gemacht: Einen richtigen Metansatz bei dem ich alles ausgerechnet habe und einen "Schnellmet" von der HP, also diesen Apfelfederweißen bei dem nichts abgestimmt ist, weil er ja schnell getrunken werden soll, eigentlich ist der überfällig, ich habe ihn Samstag Abend angesetzt, allerdings ohne Gärstarter somdern mit Trockenhefe. Mir kam da eine andere Idee: Könnte der Geschmack von dem Kontakt mit der Luft kommen, ich muste den Ballon ja ständig öffnen und er ist ja ohnehin nicht bis obenhin gefüllt... gruß,
Stephan
[Dieser Beitrag wurde am 01.12.2005 - 17:55 von Tybald aktualisiert]
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