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Ernst 
älterer Neuling
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Registriert seit: 24.02.2007
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...   Erstellt am 19.03.2007 - 10:55Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Liebe Aussiger, man kann es heute gar nicht glauben,daß so etwas damals gab. Nachdem wir ausgebombt waren -hierbei kam meine liebe Mutter und meine Tante ums Leben- wohnten mein Vater und ich zur Untermiete in Bokau. Morgens pochten Tschechen an unsere Zimmertür und verlangten unsere Ausweise.Mein Vater konnte bleiben,da er Eisenbahner war und ich musste fort,weil ich zu diesem Zeitpunkt grossjährig war. Innerhalb einer halben Stunde mit 20 kg Gepäck hatten wir -unsere Zimmervermieterin ,ihre Tochter und ich- auf einen Sammelplatz zu sein.So war die erste Evakuierung Anfang Juni 1945.
Dort wurden wir auf einen offenen Lastwagen gepfercht und zur Grenze gefahren. Die Tschechen riefen uns zu, jetzt seid ihr heim im Reich. So pilgerten mit Gepäck und zu Fuss ins nächste Dorf und landeten dann in Döbra. Da ich kaufmännisch arbeiten konnte, erhielt ich bei der Gemeinde Döbra eine provisorische Anstellung. Jede Woche kam zur Kontrolle ein russischer Offizier der Deutsch sprach und zu dem man Vertrauen schöpfen konnte.Ich fasste mir ein Herz und bat ihm, mir einen Passierschein auszustellen, mit dem ich ungehindert reisen konnte. Ich danke den Offizier heute noch,daß er mir tatsächlich das Papier ausstellte.
Ich weis heute noch nicht welcher Teufel mich geritten hat, daß ich den Plan fasste, mit dem Papier wieder nach Aussig zu gehen.So bin ich nach Schönwald gelaufen.Die Grenzer fragten mich wohin ich gehen will, ich antwortete do Usti und zeigte das Papier. Nach eine Weile durfte ich gehen.In Tellnitz war wieder Posten und fragte mich nach den Papier. Danach sagte er mir, dass ich heute abend nicht mehr weiter kann (die Deutschen durften nach 8 Uhr nicht mehr auf der Strasse sein) So musste dort in einer Wirtschaft übernachten. Am nächsten Morgen musste ich mich wieder melden und bekam das Papier zurück. Danach fuhr ich mit der Strassenbahn nach Bokau zu meinen Vater,zwei Tage vor meinen Geburtstag.
Übrigens ist unglaublich noch folgende Episode.Mein Vater hatte als Bahnbeamter im Ausbesserungswerk an der Heubrücke in den letzten Kriegstagen einige Tschechen zur Zwangsarbeit zugeteilt erhalten.Da mein Vater perfekt Tschechisch konnte,entwickelte sich zu einen Tschechen ein Vertrauensverhältnis.Dieser war nach dem Zusammenbruch Polizeichef in Aussig.Zu den ging mein Vater und erzählte ihm,dass ich bei der Aussiedlung fort musste. Der Polizeimann hat meinen Vater einen Ausweis gegeben, daß er mich in Sachsen suchen konnte. Mein Vater hat mich aber nicht gefun den und kehrte wieder nach Bokau zurück.

So waren wir wieder bis zum Juni 1946 in Aussig und ich konnte wieder bei meiner Lehrfirma Reindl arbeiten.
Ernst Löbel





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Ernst Löbel


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