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AxelW 10 Liter Wein


Status: Offline Registriert seit: 07.09.2009 Beiträge: 27 Nachricht senden | Erstellt am 07.09.2009 - 09:59 |  |
Hallo zusammen,
guten Tag, ich bin der Axel, 38 Jahre, männlich, zweifacher Vater, wohne in Rhein-Main und hab es jetzt endlich mal geschafft einen Wein anzusetzen.
Dieses Forum hab ich über Google gefunden - bin beeindruckt, habe hier viele Infos gefunden!
Meine Oma hat früher immer Kirsch-, Johannisbeer und Hagebuttenwein gemacht. Das hab ich in guter Erinnerung (eher das Machen, den Wein durfte ich damals noch nicht trinken) - deswegen wollte ich das auch mal probieren.
Desweiteren habe ich eine Süd-Terasse und mag keine Markisen, deswegen habe ich mir vor Jahren schon drei Reben angepflanzt (Regent, Phönix und Lakemont). Da diese nun groß genug sind, habe ich dieses Jahr auch endlich die dazu passende Pergola gebaut (bislang wuchs das an der Wand lang) - alles wunderschön geworden, bis auf die Tatsache, das ich diese Jahr einen pilzbedingten Totalausfall hatte (dazu wahrscheinlich in einem anderen Post mehr - später).
Nachdem meine Trauben dieses Jahr nix waren (letztes Jahr waren am Regent ~8kg und am Lakemont etwas weniger) hat mich mein Schwiegerpapa die Woche mit einem Waschkorb voller Regent-Trauben von seinem Nachbarn überrascht (im wahrsten Sinne des Wortes - deswegen hab ich bei der Verarbeitung wohl auch hier und da ein paar Fehler gemacht).
Kurzum: Ich hab die Trauben letzen Mittwoch gewaschen, entrappt und hab die Früchte mit der Küchenmaschine gematscht (meine hat so ein Plastikmesser, damit gehen die Kerne nicht kaputt - letztere waren übrigens schon braun, hatte mich gewundert, da es eigentlich noch ein bisschen früh ist). Das Resultat hab ich drei Stunden mit Anti-Geliermittel im Eimer stehenlassen (zwischendurch immer gut durchgerührt) und hab es danach abgepresst.
Messung mit der Spindel ergab 65° Öchsle, die ich dann auf 70° aufgezuckert habe (das waren ~125g).
Insgesamt 12 Liter, angesetzt hab ich dann 11 Liter in einer 15l Ballon mit Bordeaux-Flüssig-Hefe von Kitzinger. (Das man die Hefe vorvermehren sollte hab ich am Abend erst gesehen, ich habs dann erstmal so probiert). Also: Ansatz am Mittwoch (02.09.2009) gegen 23:00Uhr. Do: nix. Freitag gegen Abend: Wenn man den Ansatz schüttelt kommt ein Blubb. Samstag: Wenn man schüttelt, blubberts ein paarmal, ab Samstagabend hat es dann alle 10 Sekunden von alleine geblubbert und gestern (So) blubberte es ständig (schütteln trau ich mich aktuelle nicht, dann wird der Gäraufsatz zur Wasserfontäne...). Ach ja: der Raum hat ~20°C.
Soweit, so gut. Riechen tut es immer noch sehr lecker (der Liter Saft, der übrig war, hat auch sehr gut geschmeckt) - mittlerweile riecht man auch durchaus Alkohol.
Was mich jetzt interessieren würde:
- Sollte man den Wein schütteln? Oder erstmal die ganz stürmische Gärung abwarten?
- Muss ich nachzuckern? (Wenn, dann trocken).
- Wenn nachzuckern: Wann wäre ein guter Zeitpunkt?
Mostspindel und Alkoholspindel + Glas hab ich, Säure konnte ich leider nicht messen.
Nach der Gärung wollte ich schwefeln und das Ganze in einem 10l Ballon mit Gäraufsatz erstmal in einem kalten Keller stehen lassen (den kleineren Ballon muss ich mir erst noch besorgen).
Soweit mal - sicher hab ich fürs Erste die Hälfte vergessen... 
Für konstruktive Hinweise (insbesondere auf Dinge, die ich vergessen habe) wäre ich sehr dankbar! 
Gruß, Axel
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fibroin  5000 Liter Wein
     

Status: Offline Registriert seit: 25.05.2004 Beiträge: 6088 Nachricht senden | Erstellt am 07.09.2009 - 11:43 |  |
Hallo AxelW, willkommen im Forum.
Schön, plötzlich mit Trauben überrascht zu werden. Aber dann kommt die Arbeit.
Um dir gleich noch einigen Lesestoff zu geben, kennst du die Homepage dieses Forums? http://www.fruchtwein.de/Wine/default.htm
Tipp: Unter Rezepte wird weiter unten über Traubenweine berichtet.
Was nun zu deiner Arbeit? Regent sind rote Trauben, die werden üblicherweise wegen der Farbe mit Maische vergoren. Nun hast du dich für einen Rose entschieden.
Den Wein jetzt täglich schütteln, damit die Hefen in Bewegung bleiben. Hört die Gärung wegen Zuckermangel auf, noch ein bis zwei Prozente nachzuckern. (bis 40 g Zucker pro l Wein)
Die Säure muss aber noch bedacht werden. Über den Kauf der Säuremessutensilien solltest du nachdenken.
Signatur Wenn du dich wohlfühlst, mache dir keine Sorgen. Das geht wieder vorbei. |
Birgit  Administrator
         

Status: Offline Registriert seit: 03.04.2004 Beiträge: 7841 Nachricht senden | Erstellt am 07.09.2009 - 11:49 |  |
...und ein Vinometer, eine Alkoholspindel funktioniert nicht bei Wein.
Gruß Birgit
Signatur Aus dem Feuerquell des Weines, aus dem Zaubergrund des Bechers, sprudelt Gift und süße Labung, sprudelt Süßes und Gemeines; nach dem eig'nen Wert des Zechers, nach des Trinkenden Begabung! (Friedrich von Bodenstedt)
Sorry, aber ich antworte nicht auf PMs, die inhaltlich ins Forum gehören! |
AxelW 10 Liter Wein


Status: Offline Registriert seit: 07.09.2009 Beiträge: 27 Nachricht senden | Erstellt am 07.09.2009 - 12:48 |  |
Hallo zusammen,
erstmal vielen Dank für die prompten Antworten 
@Birgit: Danke für den Tip - werde mir dann mal ein Vinometer besorgen. Ist die Alkohol-Spindel komplett ungeeignet oder nur ungenau? (Das ich die Most-Spindel nach Einsetzen der Gärung nicht mehr verwenden kann hab ich mittlerweile auch kapiert!).
@fibroin: Das mit dem Rosé hab ich mir schon fast gedacht... Ich hatte mir im Frühjahr (nachdem mein Wein gut angesetzt hatte) schon einiges an Ausrüstung besorgt, war aber ob des Totalausfalls meiner Reben mental nicht mehr so richtig auf Weinherstellung vorbereitet - bin da etwas überrumpelt worden. Bin grade viel am Lesen, der Info-Gehalt dieses Forums ist wirklich beeindruckend!
Eine Frage zum Nachzuckern hab ich noch: Du schreibst, dass man erst nachzuckern soll, wenn die Gärung wg. Zuckermangel aufhört: Wie machst Du das Ende der Gärung fest? Wenns nur noch blubbert wenn man schüttelt oder früher?
Lieben Dank für Eure Mühe!
Gruß, Axel
[Dieser Beitrag wurde am 07.09.2009 - 12:49 von AxelW aktualisiert]
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Fruchtweinkeller  Administrator
         

Status: Offline Registriert seit: 29.03.2004 Beiträge: 13433 Nachricht senden | Erstellt am 07.09.2009 - 13:53 |  |
Alle Senkspindeln messen die Dichte der Flüssigkeit, diese wird von verschiedenen Parametern beeinflusst. Geht eine Senkspindel nicht, kann man logischerweise auch die Messung mit der "anderen" vergessen (andere Skala).
Signatur Jede Null verzehnfacht das Problem.
(Graf Fito)
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fibroin  5000 Liter Wein
     

Status: Offline Registriert seit: 25.05.2004 Beiträge: 6088 Nachricht senden | Erstellt am 07.09.2009 - 15:37 |  |
Fachlich wird Traubenwein nicht nachgezuckert, die nötige Menge Zucker wird vor der Gärung zugegeben. Man bestimmt sozusagen vor der Gärung den Alkoholgehalt.
Als Hauswinzer braucht dich das nicht zu stören. Du hast sowieso zu wenig Zucker zugegeben, wenn die Gärung aufhört bzw. sich im Gärverschluss kaum noch was regt, dann einfach den fehlenden Zucker beigeben.
Signatur Wenn du dich wohlfühlst, mache dir keine Sorgen. Das geht wieder vorbei. |
AxelW 10 Liter Wein


Status: Offline Registriert seit: 07.09.2009 Beiträge: 27 Nachricht senden | Erstellt am 07.09.2009 - 15:57 |  |
Ok, dann werde ich mal warten, wielange das weitergärt und dann mal nachzuckern.
In der Zwischenzeit muss ich mal gucken, wie ich an ein Vinometer komme.
...melde mich dann wieder.
Vielen Dank nochmal.
Gruß, Axel
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Birgit  Administrator
         

Status: Offline Registriert seit: 03.04.2004 Beiträge: 7841 Nachricht senden | Erstellt am 07.09.2009 - 16:11 |  |
...und etwas zum Säuremessen wichtig.
Gruß Birgit
Signatur Aus dem Feuerquell des Weines, aus dem Zaubergrund des Bechers, sprudelt Gift und süße Labung, sprudelt Süßes und Gemeines; nach dem eig'nen Wert des Zechers, nach des Trinkenden Begabung! (Friedrich von Bodenstedt)
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AxelW 10 Liter Wein


Status: Offline Registriert seit: 07.09.2009 Beiträge: 27 Nachricht senden | Erstellt am 08.09.2009 - 08:55 |  |
Sooo...
...Vinometer und Titrierset ist bestellt (natürlich konnte ich es nicht verhindern, das bei der Bestellung noch ein bisschen weiterer Kleinkram in dem Korb hüpfte... )
Wein blubbert immer noch recht kräftig. Wenn man ihn schüttelt schäumt er bis ganz oben hoch.
...und er riecht immer noch lecker.
Gruß, Axel
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AxelW 10 Liter Wein


Status: Offline Registriert seit: 07.09.2009 Beiträge: 27 Nachricht senden | Erstellt am 10.09.2009 - 08:54 |  |
Guten Morgen, zusammen!
Kurzes Update:
Beim dienstagabendlichen Schütteln ist zwar noch was passiert (allerdings viiiiiel weniger verglichen mit So/Mo), am Mittwochabend (also eine Woche nach Ansatz) war nicht mehr allzuviel los. Deswegen hab ich dann mal ~440g Zucker(auf 11l Traubenweinansatz) nachgelegt. Ergebnis: drei Stunden später hat es dann wieder ab und zu geblubbert, und heute Morgen (Do) war dann wieder alle ~10 Sekunden ein Blubb fällig (ist allerdings immer nich weniger als am Mo - mal gucken, wie es heute Abend aussieht!)
Hab' vor dem Nachzucker gestern noch eine Probe genommen. Zucker konnte ich keinen mehr schmecken, ich war aber überrascht, das das Ganze durchaus ansprechend schmeckte (ok, mir fehlt der Vergleich - ich hatte geschmacklich Wüsteres erwartet).
Die Probe hab ich in einem nur leicht verschlossenem Glas im Kühlschrank gelagert, heute Morgen hatte sich die Hefe schon sichtbar gesetzt - die Farbe ist wesentlich dunkler, als ich dachte Könnte glatt noch als Rotwein durchgehen - mal gucken, wie sich das noch entwickelt... 
...melde mich wieder, sobald das Vinometer & das Säuremessset (hihi) da ist.
Gruß, Axel
[Dieser Beitrag wurde am 10.09.2009 - 08:57 von AxelW aktualisiert]
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