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| Ersteller | Thema » Beitrag als Abo bestellen |  | WHISPER  Hohepriesterin
       

Status: Offline Registriert seit: 21.04.2005 Beiträge: 2710 Nachricht senden | Erstellt am 05.08.2006 - 16:00 |  |
Warum sind Rollenspiele so wichtig ?
Was genau ist ein Rollenspiel?
Es geht um ein methodisch-didaktisches Konzept, bei dem man im Spiel reale Rollen übernimmt.
Die Menschen übernehmen im Spiel Denk- und
Verhaltensmuster, um das zu lernen, was man Empathie nennt. Letzlich mit dem Ziel, den anderen besser zu verstehen, toleranter zu werden und zu sein.
Kann man dabei in jede Rolle schlüpfen?
Es gibt eigentlich keine Grenzen. Auch in die Rolle eines Diktators. Das heisst abernicht, dass man dessen Position akzeptieren muss. Es geht lediglich ums Verstehen ! In der Jugendarbeit muss ein solches
Rollenspiel natürlich hinterher pädagogisch aufgearbeitet werden.
Wer hat diese Methode entwickelt ?
Das Konzept geht auf Jakob Levy Moreno zurück, Arzt und Psychiater, der in Wien aufgewachsen ist.Stereotype sollen hinterfragt und Vorurteile abgebaut werden, indem man andere Rollen übernimmt und dabei Erfahrungen im Interaktionsspiel sammelt, die sich auf die Einstellungen auswirken. Erfahrung ist immer besser als Belehrung.
Warum sind Rollenspiele so wichtig ?
Nach der soziologischen Rollentheorie begegnen wir uns in der Gesellschaft in Rollen. Die kindliche Sozialisation beginnt z.B. indem das Kind für eine Puppe die Mutter/Vaterrolle übernimmt. Die zweite Phase ist das Gruppenspiel. Da kann der Einzelne in verschiedene Rollen schlüpfen und lernt so gesellschaftliche Normen, Werte und Verhaltensmuster.
Gewisse Rollenkompetenzen sind nötig, damit überhaupt friedliches Zusammenleben möglich ist. Angesichts 5 Millionen Arbeitslosen oder 15 Mio Menschen mit Migrationshintergrund, die z.B.
Rollenausgrenzungen im Alltag erfahren, wird das in der pluralistischen Gesellschaft auch immer schwieriger.
Es geht also auch darum, sich schnell auf neue Situationen einstellen zu können ?
Wir sprechen in diesem Zusammenhang von soziokulturellen Kompetenzen.
Bei einer Untersuchung wurde herausgefunden, dass Studenten mit Migrationshintergrund, die mehrere Sprachen sprechen und in verschiedenen Kulturen aufwachsen, z.T. grössere Empathiefähigkeit haben als ihre einheimischen Kommilitonen.
Quelle: Prof H.Griese, Uni Hannover
Signatur Pazifisten sind wie Schafe, die glauben, der Wolf sei ein Vegetarier... | Savertin  Der Burgvogt (coAdmin)
        

Status: Offline Registriert seit: 18.04.2005 Beiträge: 4907 Nachricht senden | Erstellt am 07.08.2006 - 15:22 |  |
Richtig, aber bei der Beschreibung handelt es sich dch wohl eher um eine Methodik aus dem Pädagogikbereich.
Rollenspiel als "Pen and Paper" - Spiel ist deshalb so wichtig, weils Spaß macht 
Signatur Homo homini lupus
(Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf) | odras  Burgbesucher


Status: Offline Registriert seit: 29.08.2006 Beiträge: 18 Nachricht senden | Erstellt am 27.10.2006 - 18:38 |  |
bei pen&paper-rollenspielen steht natürlich der spass im vordergrund, allerdings tragen auch diese dazu bei, soziale kompetenz zu entwickeln. ähnlich sehe ich das auch bei live-rollenspielen - wobei der erfahrungswert bei diesen durch das physikalische erleben im vergleich zum pen&paper-rollenspiel noch intensiver ist. das ist zumindest meine erfahrung.
darüber hinaus werden rollenspiele auch zu therapeutische zwecken genutzt (familienaufstellung und ähnliches). in diesem zusammenhang halte ich sie für besonders wichtig, da sie aktiv und gezielt zur seelenheilung beitragen.
Signatur

imagination~ideeation~realisation
| Savertin  Der Burgvogt (coAdmin)
        

Status: Offline Registriert seit: 18.04.2005 Beiträge: 4907 Nachricht senden | Erstellt am 28.10.2006 - 09:17 |  |
odras schrieb
bei pen&paper-rollenspielen steht natürlich der spass im vordergrund, allerdings tragen auch diese dazu bei, soziale kompetenz zu entwickeln. ähnlich sehe ich das auch bei live-rollenspielen - wobei der erfahrungswert bei diesen durch das physikalische erleben im vergleich zum pen&paper-rollenspiel noch intensiver ist. das ist zumindest meine erfahrung.
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Ich bin der Meinung, dass das von jedem sehr individuell abhängt, welches Erlebnis intensiver ist. Grundsätzlich, wenn das Spiel von "vernünftigen" Menschen gespielt wird, ist sicher auch ein Zuwachs an sozialer Kompetenz zu erwarten. Da aber bei fast allen Rollenspielen (LARP und Pen & Paper) Gewalt als Lösung bei Konfliktsituationen akzeptiert ist, würde ich aber diesbezüglich den Nutzen für die heutige Zeit in frage stellen.
Signatur Homo homini lupus
(Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf) | odras  Burgbesucher


Status: Offline Registriert seit: 29.08.2006 Beiträge: 18 Nachricht senden | Erstellt am 03.11.2006 - 21:17 |  |
Savertin schrieb
Ich bin der Meinung, dass das von jedem sehr individuell abhängt, welches Erlebnis intensiver ist.
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nichts anderes habe ich gemeint, als ich schrieb "das ist zumindest meine erfahrung"... .
Savertin schrieb
Grundsätzlich, wenn das Spiel von "vernünftigen" Menschen gespielt wird, ist sicher auch ein Zuwachs an sozialer Kompetenz zu erwarten.
Da aber bei fast allen Rollenspielen (LARP und Pen & Paper) Gewalt als Lösung bei Konfliktsituationen akzeptiert ist, würde ich aber diesbezüglich den Nutzen für die heutige Zeit in frage stellen.
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nichts desto trotz agiert man in der regel innerhalb eines imaginären sozialen gefüges - einer rollenspielgruppe. um ans ziel zu kommen, muss man zusammenarbeiten (so habe ich jedenfalls das konzept von rpg und larp verstanden). ob gewalt als lösung für konfliktsituationen jedoch akzeptiert wird hängt meiner meinung nach sehr von der spielleitung und vom system ab.
[Dieser Beitrag wurde am 03.11.2006 - 21:18 von odras aktualisiert]
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