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Sharon ...
Schreiberling


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...   Erstellt am 06.04.2008 - 20:40Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


So, dann will ich mal meine erste Geschichte hier ausstellen... Ich habe sie vor längerer Zeit geschrieben und weiß, dass sie auf jeden Fall noch überarbeitungsfällig ist. Aber ist bin mal gespannt auf eure Meinungen

WARUM NICHT



Ein kühler Wind fegte durch die laubbedeckten Straßen und ließ Meggies Haar zerzausen. Eilig kämpfte sie sich den Bürgersteig entlang und presste ihre Handtasche an die Brust, damit sie ihr nicht davonflog. „Scheisse“, murmelte sie leise vor sich hin, während ein Auto an ihr vorbeisauste und sie fast umwarf. „So ein verdammter Mist!“ Zwei vorbeigehende Passanten warfen ihr einen verdutzen Blick zu, aber Meggie kümmerte sich nicht darum. Sollten andere Leute sich doch wundern, wenn sie mit sich selbst sprach, sie hatte dringendere Probleme. Mit verärgerter Mine wühlte sie in ihrer Tasche herum und zog zum dutzendsten Male ihr Portemonnaie hervor. Fünf Scheine flatterten darin herum, sonst nichts. Das traurige Überbleibsel ihres Kontos, das sie heute aufgelöst hatte. Stöhnend steckte sie das Geld wieder ein und lief mit strammen Schritten weiter, obwohl sie nicht einmal wusste, wohin sie ging. Es war eine einzige Katastrophe! Ihr Leben, für das sie so hart gearbeitet und gekämpft hatte – vorbei. Ende, finito. Seit sie ihren Job verloren hatte, lief nichts mehr! Dabei hatte Meggie es so gut gehabt. Ihr luftiges Apartment in der Mitte der Stadt, ihre Bekannten aus der besseren Gesellschaft, die Arbeitsstelle im Büro bei ihrem attraktiven Chef, die Cocktailpartys mit den Kollegen… All das hatte sie doch so geliebt. Ein unbekümmertes Leben, völlig angebracht für eine junge Frau von zweiunddreißig Jahren. Wer hätte gedacht, dass sich das Blatt vom einen auf den anderen Tag so wenden konnte? Tief seufzend hielt Meggie ihr Gesicht in das fahle Sonnenlicht, die letzten Strahlen vor dem langen Winter. Gefeuert! Noch immer konnte sie es nicht glauben. Einfach so entlassen, angeblich aus Mangel an Arbeitsplätzen. Entlassen aus dem Leben, das traf es wohl besser. Anfangs hatte Meggie es tatsächlich nicht geglaubt. Ich werde schon etwas Neues finden, hatte sie sich ständig eingeredet und genauso weitergemacht wie bisher. Ihre teure Wohnung, die Champagnerabende mit den vornehmen Leuten, essen in den besten Restaurants und vieles mehr, das für Meggie als selbstverständlich gegolten hatte. Ihr Guthaben war geschrumpft, ohne dass sie es bemerkt hatte, und jetzt war nichts mehr da. Nichts, außer den paar letzten Scheinen. Damit werde ich mich durchkämpfen, beschloss sie grimmig. Das Geld reicht noch, um ein paar Tage in der guten Gesellschaft auszukommen und dann finde ich einen Job und alles bleibt wie immer! Sie war in der Stadtmitte angelangt, bald hatte sie ihr Apartment erreicht. Es zu verkaufen kam nicht in Frage, soviel stand fest. Nein, sie würde nichts verändern, noch konnte sie genauso weitermachen wie immer. Bald würde sie einen Job finden und alles würde gut werden. „Haste mal n’ Euro?“ Meggie schreckte zusammen. Ruckartig blieb sie stehen und sah sich um. Dann entdeckte sie am Straßenrand einen Mann, der sich fröstelnd in eine Decke gekuschelt hatte und zu ihr hochsah. Er war wohl ein Obdachloser; Zu seinen Füßen stand eine kleine Schachtel, in der ein paar Münzen lagen. Der Mann sah erbärmlich aus. Sein Gesicht war ungewaschen, die Haare verfilzt und seine Kleidung dreckig und voller Löcher.
Meggie verzog das Gesicht und wollte schon weiterlaufen, doch dann passierte etwas sehr Seltsames. Eine dünne Stimme in ihr meldete sich zu Wort, so leise, dass sie kaum zu verstehen war. Warum eigentlich nicht? Irritiert hielt Meggie inne und fasste sich an die Stirn. Was dachte sie da für einen Unsinn? Sie wollte weitergehen, doch die Stimme verstummte nicht. Sie redete weiter. Warum gibst du dem Mann kein Geld? Meggie überlegte einen Moment. Der Gedanke war absurd, wieso sollte sie dem Obdachlosen Geld geben? Sie verabscheute solche Leute, die nur nichtsnutzig auf der Straße herumlagen und die Landschaft verschandelten. Die Stimme redete munter weiter, ihre Worte hallten in Meggies Kopf wieder und ließen sie nicht los. Warum nicht, warum nicht, warum eigentlich nicht? Und dann wurde ihr plötzlich etwas klar. Ihr wurde klar, dass es dumm war, nichts verändern zu wollen. Dass es dumm war, an ihrem alten, erfolgreichen Leben voller Bequemlichkeiten festzuhalten, statt ihr Leben zu verändern, weil es notwendig war. Diese plötzliche Einsicht verwirrte Meggie, und trotzdem – sie atmete tief durch, nahm dann ihr Portemonnaie aus der Handtasche und legte es in die Schachtel des Obdachlosen. Die ganze Tasche kippe sie um, sodass ein silberner Schüssel heraus fiel, gleich neben die Geldbörse. Es war der Schlüssel zu Meggies Apartment, einen zweiten gab es nicht. Ihr ganzes Hab und Gut lag in dieser kleinen Schachtel. Plötzlich musste sie laut lachen. Meggie hatte nichts mehr, rein gar nichts, und es fühlte sich wundervoll an. Der Obdachlose sah sie erschrocken an, starrte auf den Schlüssel und das Potmoinee und dann lachte er ebenfalls. Die beiden konnten sich gar nicht mehr einkriegen, bis Meggie die Hand hob, salutierte und sich umdrehte und davonging. Sie lief durch das braune Laub, ganz gemächlich und mit einem Gefühl vollkommener Zufriedenheit. Sie hatte keine Ahnung, was jetzt kommen würde. Aber sie wusste, dass es nie wieder so sein würde wie davor. Warum eigentlich nicht!

[Dieser Beitrag wurde am 06.04.2008 - 22:31 von Sharon aktualisiert]





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Torn ...
Literaturkenner


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...   Erstellt am 06.04.2008 - 21:10Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hey!

Ich dachte, ich nehme mich deiner Geschichte einmal an

Es ist eine nette kleine Geschichte, sie hat aber nicht ganz meinen Nerv getroffen, sie erscheint mir etwas zu abgeflacht und vorhersehbar - ich bin Geschichten mit einer Moral am Ende aber oftmals abgeneigt

Momentan lese ich für meine Abschlussarbeit Bücher, wie ein guter Roman zu verfassen ist. Was ich daraus anwenden kann, ist bei dieser Geschichte, dass vor allem am Anfang alles etwas zu oft und zu langatmig gesagt wird. Es wiederholt sich, dass sie schon einen Job finden wird und dass sie es immer noch nicht fassen kann, beispielsweise. Solche Gedankengänge reissen den Leser aus seinem Leseerlebnis heraus, weil er nicht mehr direkt in die Handlung involviert ist, weil nichts mehr geschieht, sondern nur Gedanken mitgeteilt werden. Der Film im Kopf kann also nicht weiterlaufen. Das ist auch in Ordnung, nur finde ich, hast du zu viele solche Passagen in der Geschichte.

Ich weiss nicht genau, was ich von der dünnen Stimme in Meggies Kopf halten soll Naja, warum nicht.

schrieb

    Mit verärgerter Mine wühlte sie in ihrer Tasche herum und zog zum Dutzendsten Male ihr Potmoinee hervor. Fünf Scheine flatterten darin herum, sonst nichts.

'dutzendsten' klein
'Portemonnaie' in hübschem Französisch
Fünf Scheine, im Portemonnaie umherflatternd, ist unlogisch. Sie würden vom Wind weg gerissen werden oder andernfalls durch die Lederfassung gehalten werden, aber im Portemonnaie flattern sie sicher nicht umher.


schrieb

    ..., die Cocktailpartys mit den Kollegen… all das hatte sie doch so geliebt.

'All' gross


schrieb

    Ein unbekümmertes Leben, völlig angebracht für eine junge Frau von zweiunddreißig Jahren. Wer hätte gedacht, dass sich das Blatt von einen auf den anderen Tag so wenden konnte? Tief seufzend hielt Meggie ihr Gesicht in das fahle Sonnenlicht, die letzten Strahlen vor dem langen Winter. Gefeuert, noch immer konnte sie es nicht glauben.

-Ein unbekümmertes Leben ist angebracht für eine Frau von zweiunddreissig Jahren? Hm, ich würde denken in diesen Jahren ist ein unbekümmertes Leben noch nicht angebracht, sondern noch harte Arbeit, ums ich ein unbekümmertes Leben im Alter dann leisten zu können Ist vielleicht Ansichtssache.
-'vom einen auf den anderen Tag'
-Warum weiss sie schon, dass der Winter lang sein wird? Wenn du dir dazu überlegt hast, dass sie in einem Land mit langem Winter lebt, ist das okay.
-Der Satz gefällt mir nciht
'Gefeuert! Noch immer konnte sie es nicht glauben.'
Schon eher. Ansonsten hat das 'gefeuert' absolut keine Betonung und der Satz kommt lasch rüber.


schrieb

    Ihr Guthaben war geschrumpft, ohne dass sie es bemerkt hatte und jetzt war nichts mehr da. Nichts, außer ein paar letzten Scheinen.

-nach 'hatte' kommt hier ein Komma
-das mit den paar letzten Scheinen ist schon bekannt. Also entweder 'den paar letzten Scheinen' oder ganz weglassen


schrieb

    Es zu verkaufen, kam nicht in Frage, soviel stand fest. Nein, nein, sie würde nichts verändern, noch konnte sie genauso weitermachen wie immer.

Das erste Komma darf da nicht sein.
Ich würde nur ein 'nein' nehmen, schliesslich ist das der Erzählermodus und nicht ihre Gedanken.


schrieb

    Er war wohl ein Obdachloser; zu seinen Füßen stand eine kleine Schachtel, in der ein paar Münzen lagen.

'Zu' gross, glaube ich, weil ein ganzer Satz folgt


schrieb

    Meggie verzog das Gesicht und wollte schon weiterlaufen, doch dann passierte etwas sehr seltsames. Eine dünne Stimme in ihr, so leise, dass sie kaum zu verstehen war, meldete sich zu Wort.

-'Seltsames' gross
-Die Satzstellung ist so etwas komisch... Wie wäre es mit: 'Eine dünne Stimme in ihr meldete sich zu Wort, so leise, dass sie kaum zu verstehen war.


schrieb

    Der Obdachlose sah sie erschrocken an, starrte auf den Schlüssel und das Potmoinee und dann lachte er ebenfalls.

'Portemonnaie' wieder





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Ich dachte immer, dass es leicht wär
Ich dachte immer, das ist doch kein Problem
Jetzt sitz ich hier, wie ein Kaninchen vor der Schlange
Und ich fühl mich wie gelähmt

Ich muss es sagen,
Ich weiss nur noch nicht wie
Ich muss es dir sagen,
Jetzt oder nie

Bitte geh noch nicht
Am besten gehst du nie
Ich hab's dir schon so oft gesagt
In meiner Phantasie
Bleib noch ein bisschen hier
Bitte geh noch nicht
Was ich versuche, dir zu sagen, ist

Ich liebe dich!

Sharon ...
Schreiberling


...

Status: Offline
Registriert seit: 27.03.2008
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...   Erstellt am 06.04.2008 - 22:24Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hi Torn!
Erst mal danke, dass du meine Geschichte gelesen und kommentiert und besonders dich auch der Rechtschreibfehlern angenommen hast.
Ich weiß, es ist nicht das Beste das ich je geschrieben hab ^^ die Geschichte war längere Zeit auf meinem Computer vor sich hin gespeichert und jetzt bin ich froh, dass sie bewertet wird und ich sehe, was ich noch verbessern kann.

Torn schrieb
    Was ich daraus anwenden kann, ist bei dieser Geschichte, dass vor allem am Anfang alles etwas zu oft und zu langatmig gesagt wird. Es wiederholt sich, dass sie schon einen Job finden wird und dass sie es immer noch nicht fassen kann, beispielsweise.

Ja das stimmt, manche Gedankengänge sind wohl wirklich etwas langatmig. Ich glaube das liegt daran, dass ich es gewohnt bin, längere Geschichten zu schreiben wo ja auch mal längere Monologe vorkommen können und nicht Kurzgeschichten, wo eigentlich ständig etwas passieren sollte.


Torn schrieb
    Ich weiss nicht genau, was ich von der dünnen Stimme in Meggies Kopf halten soll Naja, warum nicht.

Die dünne Stimme ist so etwas wie Meggies Gewissen

Torn schrieb
    Fünf Scheine, im Portemonnaie umherflatternd, ist unlogisch. Sie würden vom Wind weg gerissen werden oder andernfalls durch die Lederfassung gehalten werden, aber im Portemonnaie flattern sie sicher nicht umher.

Hm, das stimmt wohl, so logisch hab ich gar nicht gedacht...

Torn schrieb
    -Ein unbekümmertes Leben ist angebracht für eine Frau von zweiunddreissig Jahren? Hm, ich würde denken in diesen Jahren ist ein unbekümmertes Leben noch nicht angebracht, sondern noch harte Arbeit, ums ich ein unbekümmertes Leben im Alter dann leisten zu können Ist vielleicht Ansichtssache.

Da gebe ich dir zwar Recht, aber es ist ja Meggie, die findet, dass ein unbekümmertes Leben für sie angebracht ist, weil sie so ein Leben gewohnt ist.

Die Rechtschreibfehler werd ich gleich korrigieren.
Viele Grüße, Sharon





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Manasama ...
Literaturkenner




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...   Erstellt am 08.04.2008 - 00:21Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hm,interessante Ansätze,aber Meggies Gedankengang kann ich nun wirklich nicht nachvollziehen.Nun kann sie sich nämlich gleich neben den Obdachlosen kuscheln bzw...kann sie seine STelle einnehmen.Hilfsbereitschaft hin oder her.Happy End Geschichten sind eh nichts für mich,auch wenn hier das Ende vielleicht eher nicht glücklich ist.Nur für eine-und die wird´s bald bereuen xD




Lykanthrop ...
Administrator
.....................

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Status: Offline
Registriert seit: 07.09.2006
Beiträge: 2047
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...   Erstellt am 09.04.2008 - 10:53Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


In den Kritikpunkten kann ich mich Torn anschließen.

Ich möchte aber noch dazufügen, dass sich die Geschichte sehr, sehr flüssig lesen lässt, was viele Dinge (zB die Wiederholungen) in meinen Augen gar nicht so schlimm erscheinen lässt. Du hast eine sehr schöne, flüssige Art zu erzählen, die mir sehr gut gefallen hat.





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Ist Realität nur die Folge der Notwendigkeit..?

Sharon ...
Schreiberling


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Status: Offline
Registriert seit: 27.03.2008
Beiträge: 17
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...   Erstellt am 19.04.2008 - 19:02Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


@Manasama: Erst mal danke, dass du die Geschichte gelesen hast. Zu dem Ende - das soll ja gerade die "pointe" der Story sein, dass Megie die Entscheidung fällt, auf ein reiches, sorgenfreies Leben zu verzichten. Ein typiches Happy End ist es sicherlich nicht, schließlich geht es der Protagonistin materiell gesehen ja am Ende schlechter. Das "Happy End" ist ihre eigene Entscheidung, sich aus ihrer materiellen Denkensweise zu befreien.

@Lykanthrop: Auch dir, danke dass du meine Geschchte gelesen hast und auch danke für das Lob





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