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RealGerd ...
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...   Erstellt am 28.07.2012 - 13:46Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Wahn mit der Bahn

Eine 50%ige Negativquote ist selbst bei der Deutschen Bahn ein hoher Wert. Sie erklärt sich daraus, dass zwar in diesem Jahr meine erste Fahrt ohne besondere Vorkommnisse über die Schienen lief, die zweite aber den sicher alltäglichen Wahnsinn auf Deutschlands Strecken widerspiegelte.

Am 27. Juli, also gestern, beabsichtigten wir, uns von Bamberg bahnseits nach Nürnberg zum Bardentreffen chauffieren zu lassen. Sengende Hitze mit ca. 33° (gefühlt nahe 40°) ließ uns den Regionalexpress ab ca. 14.30 h nehmen, um nicht den ganzen Tag in der aufgeheizten Nürnberger Innenstadt verbringen zu müssen. So nahten wir uns dem Ausgang im Bahnhofsgebäude. Ein Blick auf die variable Anzeigetafel verhieß nichts Gutes: Zug fährt nur bis Forchheim, also ziemlich weit weg vor Nürnberg. Ich hielt das für ein Versehen der Bahn. Ein Blick einige Zeilen zuvor zeigte an, dass eine S-Bahn bis Nürnberg fahren würde, so die Behauptung der Tafel. Nur, einige Minuten nach der fahrplanmäßigen angezeigten Abfahrtseit müsste er eigentlich schon abgefahren sein. Ich meinte, dass die Bahn sowieso meistens Verspätung habe und so nahmen wir die Beine über die Achsel, stürzten uns erst die Tunneltreppen hinunter und dann hinauf zum entsprechenden Bahnsteig, wo der rote Zug offenbar noch auf uns wartete. Schnell eingestiegen und schon setzte sich die fast vollbesetzte S-Bahn in Bewegung.

Heimtückisch ertönte eine Ansage, dass der Zug wegen eines Oberleitungsschadens nur bis Forchheim fahren könne. Sapperlott, dachte ich, da hat uns die Anzeigetafel aber schön auf die Schippe genommen und uns wo hin gelockt. Egal, abspringen konnten wir nicht mehr und so fügten wir uns geduldig dem, was da kommen möge. Der Sprecher berichtete weiter, dass in Forchheim bereits Bahnersatzbusse warten würden, die uns nach Umfahrung der stillgelegten Bahnstrecke in Baiersdorf am Bahnhof abliefern würden, wo dann die Weiterfahrt mit einem Zug möglich sei.

Angekommen in Forchheim, flüchteten wir schnell aus dem Zug, um schnell in einen dort wartenden Bus einsteigen zu können. Am Bahnhofsvorplatz angekommen, wartete - natürlich - niemand, außer Fahrgästen wie wir, die vergeblich den/die Bus/se suchten. Als die immer größer werdende Menschenmenge (voller Zug in einen Bus???) plötzlich die Straßenseite wechselte, schlossen wir uns sofort dem legendären Herdentrieb an. Eingedenk, dass sich ja 1000 Fliegen nicht irren können.

Nach 10 Minuten herrschte immer noch Ratlosigkeit. Kein Bahnbeamter ließ sich blicken. Plötzlich schoss ein Bahnbus um die Ecke, natürlich kam er auf der anderen - richtigen - Seite an. Wie die Lemminge wechselten wir wieder die Richtung und ergatterten tatsächlich einen Bus, wo die Innentemperatur wohl weit über 40° lag. Schnell war der Bus gerammelt voll, bis uns der Fahrer aufklärte, dass ein zweiter Bus gleich eintreffen werde, so dass niemand in Forchheim seine Zelte aufschlagen müsse. Es stimmte, der kam gleich und nahm die letzten Fahrgäste auf.

Unterwegs hörten wir Jammern und Wehklagen einer verzweifelten jungen Frau, dass in einer halben Stunde ihr Flugzeug ab Nürnberg gehen, also fliegen würde. Umstehende Mitfahrer gaben ihr den Rat, nach der Ankunft in Baiersdorf nicht in den dortigen Zug einzusteigen, sondern gleich ein Taxi zu nehmen. Wie das in der kurzen Restzeit zu schaffen war bzw. was aus ihrem Urlaubsziel wurde, entzog sich dann meiner Kenntnis. Schwitzend kamen wir in Baiersdorf an, wo uns ein Fernsehteam erwartete. Ich winkte gleich in Richtung der Kamera, aber an einem Interview war man offensichtlich nicht interessiert, allenfalls an der Fluchtbewegung der vielen Passagiere Richtung Bahnhof und Zug.

Wieder drückten sich die Bahnbeamten um ihre örtliche Präsenzpflicht und den drängenden Fragen der Ankommenden. Aaaaber an der Unterführung zeigte uns ein Schild den Weg: "Richtung Nürnberg". Wir hetzten dorthin, doch außer einem anderen Mitreisenden, der wie wir des Lesens kundig war, fanden wir am angekündigten Bahnsteig keinen Zug oder näheren Hinweis. In Richtung Bamberg, also Fahrtrichtung zurück, stand dagegen eine rote Zugkombination und dorthin zog es fast alle Gestrandeten. "Was, wollen die auch wieder heim?", so mein erster Gedanke. Ich war jedenfalls froh, diesmal dem Herdentrieb entronnen zu sein und so warteten wir am leeren Bahnsteig, bis es uns doch mulmig wurde. Denn 1000 Fliegen, sie wissen schon ...

Also galoppierten wir zurück in den Tunnel und stiegen in den dort wartenden und bereits gefüllten Zug ein. Dort lasen wir als Zielpunkt "Hersbruck". Verdammt, warum nicht Nürnberg? Ich frug einen umstehenden Passagier, ob dies der Zug nach Nürnberg sei. Er meinte etwas unsicher, dass Hersbruck ja hinter Nürnberg liege und das werde dann wohl stimmen. Darauf merkte ich sarkastisch an, dass der Zugführer hoffentlich ein Navi dabei habe und dachte in dieser Sekunde an den Naviverweigerer Thomas Lawall.

So, der Zug fuhr nach weiteren zehn Minuten (nicht an Stoiber und seinen Einstieg in den Hauptbahnhof denken!) tatsächlich mit einer insgesamt schon halbstündigen Verspätung weiter und plötzlich sprang die Anzeige im Waggon auf "Nürnberg" um. Hörbares Aufatmen einiger Mitgestrandeten, dass es keine Rolle rückwärts gibt. Man wird es kaum glauben: Ab hier funktionierte alles ohne Dachschaden der Bahn. Bei noch sengender werdenden Hitze erreichten wir den Hauptbahnhof in der mittelfränkischen Metropole und atmeten auf.

Die Heimfahrt nach dem Bardentreffen gegen Mitternacht lief weitgehend ohne Probleme, wenn man davon absieht, viele betrunkene junge Mädels und Jungs im Waggon zu haben, die im genannten Forchheim auf der feuchtfröhlichen Anna-Kirchweih feierten und ständig mit Maßkrügen lautstark auf ihr Wohl tranken ...

Nachtrag:
Ärgerlich ist, dass wir weder auf der Hin- noch Heimfahrt im Zug kontrolliert wurden ...

[Dieser Beitrag wurde am 28.07.2012 - 19:32 von RealGerd aktualisiert]




Thomas ...
Dark Lordchen
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...   Erstellt am 28.07.2012 - 15:34Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Unser Highlander hätte sicher gerne etwas mehr über die besoffenen Damen erfahren ...

Netter Bericht über den "Wahn mit der Bahn" - es scheint also zu stimmen. Jeder Ameisenhaufen ist besser organisiert.

Gibts eigentlich auch Navis für Zugführer ...?





[Dieser Beitrag wurde am 28.07.2012 - 15:35 von Thomas aktualisiert]





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Alles klar ... kein Problem!

RealGerd ...
Juwelieri
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...   Erstellt am 28.07.2012 - 16:04Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


@ Highlander-Bemerkung:

Viel junges Gemüse, alle stark geschärft, gepierced usw.. Die weiblichen Ausgaben zusätzlich mit Hot Pants "ent"kleidet.

Soso, der Higlander. Er hätte dann wohl dies als Schwerpunkt seiner Schilderung gewählt ...

Ein Navi für Zugführer wird sicher noch entwickelt, weil die dann auch für die Weichenstellung zuständig sind




highlander ...
Grantelroudie
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...   Erstellt am 29.07.2012 - 10:45Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Vortrefflicher Bericht! Man leidet geradezu mit! Oh, wie oft musste ich schon die Bahn benutzen. Sie ist ein guter Grund, ein Auto, ein Moped, ein Fahrrad, ein Boot, einen Motorsegler, eine Kanone (für die menschl. Kanonenkugel) und ein Segway (MIND.) vorzuhalten!

Bzgl. der Damengeschichten...da war ja gar nicht von Blonden die Rede, bäh!

Aber: vor ein paar Tagen zeigte man eine Privatbahn in den Nachrichten, die zwischen Köln und Hamburg pendelt und zwar mit uralten Bundesbahn-Waggons! Die sind cool! Platz ohne Ende im 6er-Abteil, bequem, Fenster können geöffnet werden... ach, damit würde ich vllt. nochmal fahren. Nur was soll ich in Hamburg? Oder gar in Köln?




AnjaMaria 
Ihre Umtriebigkeit
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...   Erstellt am 30.07.2012 - 17:21Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ach ja, ich kann's sooo gut nachfühlen, Gerd! Es gibt Strecken, die fahre ich einfach gar nicht mehr mit der Bahn, weil ich weiß, wie hoch die "Dachschaden-Quote" ist...
Hier bei Dir geschildert hört sich das ja alles noch ganz lustig an - in der Realität ist es das aber keineswegs - vor allem bei dieser Hitze will man einfach nur ans Ziel/nach Hause/hier weg.

Das Bahnpersonal tut häufig noch das übrige dazu, dass man kurz wirklich über den Umstieg auf ein alternatives Fahrzeug nachdenkt (o.k., nicht auf ein "segway" - ich musste das googeln - DAS geht dann doch zu weit und ich bleibe im sengend heißen Zug-Wartehäuschen (wenn es die denn immer geben würde! Im Sommer, wenn man drin schwitzt, werden sie aufgestellt - im Winter bei Regen und Schneesturm habe ich noch nie eins gefunden!) sitzen.
Danke für Deinen Bericht, auch wenn er mal wieder etliche Erinnerungen aufleben ließ, die mir selbst im Nachhinein noch eine pulsierende Wut-Ader am Hals bescherten





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