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Minotaurus ...
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...   Erstellt am 30.09.2008 - 01:05Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Wahldebakel der CSU in Bayern


Bei der Bayerischen Landtagswahl am 28. September wurde die Bayerische Drei-Lügen-Partei *) Namens "CSU" vom Wähler deutlich abgestraft.
*) Drei-Lügen-Partei deshalb, weil sie gleich drei faustdicke Lügen in ihrem Parteinamen beinhaltet: Sie ist weder christlich noch sozial, noch ist sie eine Union. (Anmerkung vom Mino)
Sie verlor die (seit Jahrzehnten) gewohnte absolute Mehrheit und ist jetzt auf einen Koalitionspartner angewiesen, um weiterregieren zu können. Ein Novum in Bayern seit über 50 Jahren!
Dieser Koalitionspartner kann aber nicht die SPD sein, denn auch diese wurde vom Wähler abgestraft, obwohl sie nur eine faustdicke Lüge in ihrer Parteibezeichnung trägt. Die Agenda 2010 und Hartz IV sind noch nicht vergessen.
Die Wahlgewinner waren die Freien Wähler und die FDP und das freut den liberalen Mino.

Jedenfalls wird jetzt in der Parteizentrale der CSU darüber nachgegrübelt, wie das Wahldebakel verkraftet werden soll und welche personellen Umbesetzungen nötig sind, um das Vertrauen des Wählers wieder zu gewinnen.
Immerhin lauert in Ingolstadt bereits der heimliche Gewinner dieses CSU-Wahldebakels auf seinen Einsatz.

Sein Name?

Host Seehofer, der den sozialen Flügel dieser Partei verkörpert (oder das zumindest sollte).
Aber den hatte man ja seinerzeit abgesägt, weil er nicht ins neue Konzept der Doppelspitze nach der Ära Stoiber passte. Dabei hatte sich der Saubermann Seehofer doch überaus sozial verhalten, besonders mit seiner Geliebten in Berlin. Das aber wurde von den Moralaposteln in München nicht entsprechend gewürdigt.
Auf Wählerstimmen wurde damals in großspuriger Art und Weise keinerlei Rücksicht genommen, denn immerhin hatte man ja eine satte Zweidrittelmehrheit.

Und jetzt?
Scheisse! Jetzt haben wir den Salat!

Hier ein kleines Bild von den "großen Gedankengängen" derzeit bei der CSU:


Und hier das Ergebnis in den CSU-Köpfen:



Als ziemlich sicher erscheint es, daß die Tage des Parteivorsitzenden Erwin Huber gezählt sind. Ebenso die der glücklosen Generalsekretärin Christine Haderthauer.
Die Pauli Gabi hatte man ja damals in die Wüste geschickt, denn verbrennen durfte man diese rothaarige Hexe nicht, auch wenn es so manchen Kleriker in dieser Partei ganz gewaltig in den Fingern (und vielleicht noch sonstwo) gejuckt hatte.
Der Hardliner und Sicherheitsfanatiker Günter Beckstein wird als Ministerpräsident vermutlich mit einem blauen Auge davonkommen, aber seine Stimme wird gewaltig an politischem Gewicht verlieren.
Zu verdanken hat er dieses Debakel zum größten Teil seinem Vorgänger, dem Stoi-Bär (in Insiderkreisen besser bekannt als Edi, der Stotterer) der über die Abhöraffäre von besagter Pauli gestolpert ist.

* * *


Nun, auch der Mino hat sich darüber seine Gedanken gemacht. Mit seinem Freund Bruno hat er Statistiken gewälzt und lange darüber diskutiert (siehe Bild).



Aber nicht nur Bruno Bär und der liberale Mino haben sich ihre Gedanken gemacht. Nein, auch drei Schwarze haben sich getroffen, zusammen mit einer Maß Bier angestoßen und sich dabei fröhlich zugeprostet:


Links im Bild ein Schwarzer von Berufs wegen: Erwin Huber (CSU).
In der Mitte ein Schwarzer von der Haufarbe her: Charly Huber (Film).
Und rechts einer mit ziemlich viel schwarzem Humor: Django Asül (Kabarett).

Zusammen haben sie die "Reise nach Jerusalem" gespielt. Das ist ein Spiel, in dem in jeder Runde einer ausscheiden muß, weil er keinen freien Stuhl mehr bekommt wenn die Bayerische (Blas)musik aufgehört hat zu spielen.

Nun, die Musik hat aufgehört zu spielen, alle freien Stühle sind von Freien Wählern besetzt und es darf genau einmal geraten werden, welcher von den drei Schwarzen jetzt seinen Platz verlieren wird.

Aber zurück zu den Denkprozessen.
Der Mino hat nicht nur seinen Freund Bruno, sondern auch noch zwei andere Freunde nach ihrer Meinung und nach einer Lösung aus diesem Debakel der CSU befragt: Micky Maus und Machopan (kennt sicher jeder).

Micky hat das Mystische Orakel befragt, siehe Bild.

Und Machopan hat folgende Lösung ausgespuckt:
Hier ein Phantombild des neuen Parteivorsitzenden der CSU:
Edmund Seehuber



Es handelt sich hier praktisch um eine Ideallösung für die bayerische CSU: Erwin Huber und Horst Seehofer in einer Person zusammen mit Edmund Stoiber, der ja nach wie vor seinen Schatten über diese Partei wirft.
Warum zum Kuckuck sollte man diese drei Gestalten nicht einfach in einer Person vereinigen können! Immerhin ist das heutzutage mit Hilfe der neuesten Gentechnik kein nennenswertes Problem mehr.
Zugleich wurde bei dieser Gelegenheit auch gleich der Name dieser Partei modernisiert und den neuen Gegebenheiten angepaßt.

CSU = Chaotisch Sakrisch Urig.


Gestalterische Grüße von den "4M", von Machopan, von Micky Maus und vom Mino.

.

[Dieser Beitrag wurde am 30.09.2008 - 01:35 von Minotaurus aktualisiert]





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(Marcel Reich-Ranicki)

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...   Erstellt am 30.09.2008 - 19:35Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Die ersten Dominosteinchen fallen schon ... Die zwei H's verlassen das gesunkene Schiff nach dem "schwarzen Tag für Bayern" (Zitat Lächel-H., der das Lächeln nun vergangen ist).
Wann wohl der zweite Kapitän sich nach Franken zurückzieht? Ob er da die "anständigen" Bayern findet?




achetaton1340 ...
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...   Erstellt am 30.09.2008 - 21:36Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Je nun, was haben wir:


  • Viele Menschen in Bayern, die jetzt erleben, dass man tatsächlich auch etwas anderes wählen kann, als CSU. Ich kene etliche Menschen, die vor Jahren sagten: "Wenn man wirklich etwas gestalten will, geht man in die CSU. In anderen Parteien hat man kaum Möglichkeiten, (auf etwas) einzuwirken." DAS hat sich ja nun spätestens jetzt geändert.

  • Eine CSU, die entscheiden muss, WIE -weniger: mit wem- sie koalieren will: Wenn sie auf Unbeständigkeit setzt um hinterher sagen zu können: "Wir habens ja gesagt, es geht nur mit der absoluten Mehrheit der CSU", wird sie die Freien Wähler hofieren. Denn die haben kein überregionales Konzept. Zudem sehen viele Freie Wähler ihren Schwerpunkt in der Kommunalpolitik und sind gar nicht so scharf auf den Landtag. Setzt die CSU hingegen auf Beständigkeit wird sie an der FDP nicht vorbeikommen. Und damit nicht an Schnarre. DAS wärs! Ihr hättet am Wahlabend ihre Augen funkeln sehen sollen. Ausgerechnet Beckstein muss mit ausgerechnet Sabine Leutheuser konsenzieren. Darauf freue ich mich jetzt schon.

  • Eine SPD, die es als ihren Erfolg verbucht, die CSU unter die 50-Prozent-Marge gedrückt zu haben. Lieber Franz Maget, das Universum führt ein dickes Buch über ganz fette Peinlichkeiten. Und bestraft diese dann mit so wiederlichen Sachen wie Gespräche mit Franz Müntefehring. Oder Kanufahrt mit Heidi-Wieczorek-Zeul in Darfour. Sie haben das große Los gezogen: Ein Wettkochen gegen Andrea Nahles mit anschließendem Verzehr der zubereiteten Speisen. Mahlzeit! So was kommt von sowas.

  • Dann haben wir noch einen Horst Seehofer, der hoffentlich nicht so verrückt ist, seine Ulla Schmidt wegen Beckstein zu verlassen. Und der noch den blauen Fleck spüren mag, als er sich das letzte Mal auf Glatteis begeben hat.


und einen achet, der jetzt schon die Schnarre sagen hört: "Wir haben uns nicht aufgedrängt. Im übrigen hatten und haben wir ein klares Konzept. Möchten Sie noch ein Weingummi?"

LG
achet




Minotaurus ...
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...   Erstellt am 01.10.2008 - 23:57Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


streiflicht schrieb
    Die ersten Dominosteinchen fallen schon ... Die zwei H's verlassen das gesunkene Schiff nach dem "schwarzen Tag für Bayern" (Zitat Lächel-H., der das Lächeln nun vergangen ist).

Das Lächeln ist nicht nur den zwei H's vergangen, sondern auch dem (noch amtierenden) Ministerpräsidenten und politischen Hardliner Günter Beckstein.

streiflicht schrieb
    Wann wohl der zweite Kapitän sich nach Franken zurückzieht?

Bereits heute Mittag (High Noon) hat er seinen Rücktritt erklärt.

Das Wahlergebnis von "nur" ca. 42% ist ihm für eine Alleinherrschaft nicht ausreichend und der Wählerauftrag des Souveräns ist ihm offensichtlich wurscht.

Jede andere Partei im Bundesgebiet der BRDDR würde über ein Wahlergebnis in solcher Höhe in einen Freudentaumel ohnegleichen verfallen.

Der Wählerauftrag hingegen lautete ganz klar: Die CSU solle zwar weiterhin die Regierung stellen, aber nicht mehr als unumschränkte Alleinherrscherin, sondern in demokratischem Konsens mit einer anderen Partei.
In diesem Fall eben mit der FDP, denn nur mit den freien Demokraten scheinen die nötigen Schnittpunkte überein zu stimmen, die für eine konstruktive und effektive Regierungsarbeit zum Wohle des Landes und seiner Bürger nötig sind.

Mit der innerparteilichen Demokratie aber hat sich die Drei-Lügen-Partei seit ihrem Bestehen immer schon etwas schwer getan. Die Pfaffen und Dogmatiker in ihren Reihen haben solchen "Unsinn" bisher erfolgreich verhindert.
Die "rote" Landrätin Gabriele Pauli (CSU) wurde beinahe öffentlich auf dem Scheiterhaufen verbrannt, als sie seinerzeit (nach der Ära Stoiber) eine demokratische Abstimmung über das Amt des zukünftigen Parteivorsitzenden der CSU forderte.
Und jetzt sollten diese Betonköpfe plötzlich nicht nur innerparteiliche, sondern sogar parlamentarische Demokratie praktizieren?

Unmöglich!!!

Schon gar nicht mit einer Partei, die kein "C" in ihrem Logo trägt und dessen Vorsitzender sich zu seiner Homosexualität bekennt! Wo kämen wir denn da hin!
Da spielt man doch lieber beleidigte Leberwurst und zieht sich in das Wurstland Franken zurück.

streiflicht schrieb
    Ob er da die "anständigen" Bayern findet?

Wohl kaum, denn das politische Bild in Bayern hat sich seit dem 28.09. ein bißchen gewandelt, wie bereits achet anmerkte.

er schrieb
    Viele Menschen in Bayern, die jetzt erleben, dass man tatsächlich auch etwas anderes wählen kann, als CSU.

So ist es!

Es ist ja nicht so, daß ich alles in Bausch und Bogen ablehnen und verurteilen würde, was die CSU in Bayern gemacht hat, denn immerhin geht es dem Freistaat (anderen Bundesländern gegenüber) zumindest wirtschaftlich relativ gut.
Nein, sie haben ganz sicher nicht alles falsch gemacht in den letzten Jahren und Jahrzehnten! Aber das heißt noch lange nicht, daß es keine anderen (besseren) Alternativen geben könnte.

Bereits nach Stoibers Desaster von Kreuth im letzten Jahr habe ich die Prognose gewagt, daß Beckstein nur ein Übergangs- Ministerpräsident und Huber auch nur ein Übergangs- Parteivorsitzender sein wird.
Spätestens bei den nächsten Landtagswahlen würde sich die CSU wieder an Horst Seehofer erinnern und ihn als Stimmenmagnet wie ein Karnickel aus dem Hut ziehen.
Nun, ich hatte mich getäuscht, zumindest in der zeitlichen Abfolge.

Nun aber werden die Karten neu gemischt und ich räume Horst Seehofer derzeit sehr hohe Chancen auf das Amt des Parteivorsitzenden ein. Möglicherweise sogar auf das Amt des zukünftigen Ministerpräsidenten.
Unter seiner Führung wäre es vielleicht sogar möglich, wenigstens die "mittlere Lüge" aus dem Profil der Drei-Lügen-Partei zu tilgen: Das "S" für Sozial.

Ja, Bayern ist im demokratischen Wandel! Die alten Götter sind tot.

Und hier stelle ich euch die neue Bayerische Nationalhymne nach der Ära Beckstein vor.

Ja, Bayern - des samma mia!

Musikalische Bayerngrüße vom Mino. Prost!

.

[Dieser Beitrag wurde am 02.10.2008 - 00:21 von Minotaurus aktualisiert]





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...   Erstellt am 02.10.2008 - 13:37Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Noch redet er mit, der gefeuerte Parteivorsitzende Huber. Und so verkündet er, dass in der CSU dieser Tage eine "demokratische" Diskussion im Gange sei, von Machtkampf keine Spur. Das muss er wohl so sagen (meint er) obwohl er damit ziemlich alleine steht.

Da haben sich bereits vier aus der Deckung gewagt und "Anspruch" erhoben auf den Posten des Ministerpräsidenten:
Der Franke Herrmann, Innenminister seines Zeichens, der noch am Montag voll hinter Beckstein stand. Ein nicht grade charismatischer Politiker, der nichtmal in der CSU mehrheitsfähig ist.
Der Fraktionsvorsitzende Schmid schätzt sich auch als gut genug ein. Das sehen viele anders, kreiden sie ihm doch die Rauchverbotsmalaise an.
Dann noch der für Normalbürger kaum verständliche Oberintellektuelle Goppel, der seinen Antrag so kryptisch verschlüsselt hat, das man nicht mal weiß: will er oder will er nicht.
Bleibt Seehofer, der charismatische. Allerdings ein wenig unberechenbar in seiner Art. Deshalb auch für viele CSU-ler nicht das Gelbe vom Ei. Man kann aber wohl doch davon ausgehen, dass der Job des Ministerpräsidenten hinter ihm herläuft wie ein treuer Dackel, da ja nicht viel Zeit bleibt die Situation grundlegend zu ändern.

Damit sind wir beim Grundproblem: In Zeiten absolutistischer Herrschaft der CSU hatte es sich eingerichtet, dass der Regionalproporz wichtiger denn die Qualifikation der Personen war. So sitzen überall dickfellige unbewegliche weniger gute Regionalleute herum und sind damit beschäftigt ihren Status zu betonieren.
So etwas kann keine Partei im ad hoc Verfahren in ein paar Tagen ändern, auch die so glorreiche CSU nicht. Folge ist, dass man sich gegenseitig zerfleischt, Region gegen Region, Machtlustiger gegen Machtlustige. Sie werden eine kleine "Veränderungs-Maus" gebären, in der ein wenig an der Oberfläche herumgeflickt wird, aber sonst weiter gemacht wird wie bisher mit fast identischem Personal.

So wird spätestens am 27. Oktober der neue Ministerpräsident gewählt (das schreibt das Gesetz vor) und er wird von der CSU gestellt, da kann ein Herr Daxenberger von den Grünen noch so gerne den absolut dummen Satz verkünden:" Nach dieser Niederlage sollte sich die CSU freiwillig (!!!) in die Opposition begeben und anderen eine Chance für einen Neuanfang lassen!" Geht's noch? Einer Partei sowas zu sagen, der grade mal 2 Stimmen zur Mehrheit fehlen? Was haben wir bloß für ein politisches Personal??




Minotaurus ...
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...   Erstellt am 02.10.2008 - 14:48Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


streiflicht schrieb
    Was haben wir bloß für ein politisches Personal??

Das frage ich mich manchmal auch!

Derzeit scheint wirklich nur der Herz-Jesu-Sozialist Horst Seehofer in Frage zu kommen, weil der beim Wähler noch am glaubwürdigsten rüberkommt. Allerdings hat er innerparteilich das Problem, daß er mit seiner politischen Grundhaltung eigentlich weit links von der SPD steht. Also im Grunde in der falschen Partei ist, ebenso wie sein Unions-Parteifreund und "politischer Querdenker" Heiner Geißler (CDU), den ich persönlich sehr schätze.

Trotzdem führt an seiner Person kein Weg vorbei, denn die CSU hat leider keine anderen Köpfe, die sich einem kritischen Wähler als wählbar anbieten würden. Dafür hat ääh, bereits ääh, Bayernkönig Edi, der Stottottotterer gesorgt.
Frauen mit Profil gibt es in dieser Partei ebenfalls nicht, denn die Pauli ist mittlerweile bei den Freien Wählern angelangt.

Von all diesen farblosen Politgestalten der CSU würde ich (neben Seehofer natürlich) am Ehesten noch dem bayerischen Wissenschaftsminister Thomas Goppel die größten Chancen auf eine Nachfolge des glücklosen Hardliners Beckstein einräumen. Die nötigen Fachkenntnisse, das persönliche Auftreten und auch die politischen Verbindungen möchte ich ihm nicht absprechen, immerhin war bereits sein Vater Ministerpräsident in Bayern.

Allerdings halte ich ihn sowohl aus menschlicher, als auch aus charakterlicher Sicht nicht für den Posten des Landesvaters geeignet. Ein Mann, der bereits zweimal wegen Fahrerflucht vorbestraft ist, weil er in völlig besoffenem Zustand einen anderen Verkehrsteilnehmer schwer verletzt hat und anschließend einfach abgehauen ist, halte ich für das Amt des Bayerischen Ministerpräsidenten für eine totale Fehlbesetzung.
Jeder andere Autofahrer wäre dafür im Knast gelandet.

Es stellt sich die Frage: Wann wird er die nächste Fahrerflucht begehen?
Das nächste Mal vielleicht nicht in verkehrstechnischer, sondern in politischer Hinsicht wie bereits sein Vorgänger Günter Beckstein.
Und in kulturpolitischer Hinsicht (Studiengebühren, Schulzeitverkürzung, usw.) hat er sich auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert.

Also doch Seehofer?

Falls die CSU in Zukunft politisch überleben will, so führt wohl kein Weg daran vorbei.

Parteianalytische Grüße vom Mino.
(man beachte die geniale Wortschöpfung aus den Begriffen "anal" und "lyse!")





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...   Erstellt am 10.10.2008 - 14:11Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Lieber Sepp...
Ein beunruhigender Brief des bayerischen Landtagsabgeordneten Josef Filser


Josef Filser schrieb
    Lieber Sepp,

    jetzt haben wir den Dreck im Schachterl. Ned amal die Hälfte hat uns g’wählt, und als i die ersten Hochrechnungen g’seng hab, hab i sofort noch a Maß saufen müssen, um meinen Frust ned hochkomma zu lass’n.
    Zum Toni hab i g’sagt: jetzt is aus, jetzt geht d’Welt unter, und der Toni hat g’nickt und hat g’meint: guade Nacht Bayern!
    I hab’s gleich g’sagt – so kann man nicht Bolitik machen, aber auf mi hört ja keiner. Ang’fangen hats, als den Stoiber Edi hinterrucks abgestochen ham wie a Sau. An dem war zwar ned vui dran, an dem dürren Hund, aber bolitisch hat er scho was auf de Ripp’n g’habt, des der Beckstein und der Huber g’rillen und abfieseln wollten. Aber so a Franke wie der Beckstein hat’s einfach ned im Kreuz, des is koa echter Bayer und das Saufen allein macht noch keinen. Ein echter Bayer sauft zwei Maß und fahrt dann Auto, sagt aber nix. Ein echter Bayer sauft sogar drei oder vier Maß und fahrt Auto und sagt no immer nix. Wie unser seliger Franz Josef. Saufen, was tun, was nicht erlaubt is, und trotzdem nix sag’n. Des is Bolitik.

    Der Erwin hat auch nix z’rissen. Des hab i mir gleich denkt. Aber er is halt a Kleiner. Die Kleinen sind g’färlich, du weißt es selber, Sepp, denk blos mal an unseren Freind, den Hintermeier Schorsch aus Gurnöbach. Der brennt so vor Ergeiz, dass da mit dem an Zigarillo anstecken könnst. Und wenn er wieder brennt, der Schorsch, dann müssn wir ihn mit Bier löschn, was immer a Mordsgaudi is. Aber in der Bolitik kannst des ned machen. Mit dieser Wahl is der Huber Erwin verbrennt, aber abg’fackelt hat er sich selber, der Depp.

    Ja, ja des Personal. Von meinem Bankerl im Barlamend hab i die Haderthauer genau beobachtet. Des is wieder a Beispil dafür, dass de Weiber in der Bolitik nix zum suchen ham. Der Wahlkampf unserer Partei war ein Graus. Ehrlich. Du hast doch selber die Blakate g’seng, dies überall aufg’hängt ham. Beckstein hier, Beckstein da, Beckstein überall, Beckstein mit Polizisten, Studenten, Kindern, Säuglingen, mit Affen im Tierpark Hellabrunn und mit Kaulkwappn am Starnberger See; dazwischen ein Blakat mit der Zeile: Familien sind unsere Zukunft. Des war unser Wahlkampf. Da hat selbst der Kampf um die Bendlerpauschale nix mehr rausg’rissen.
    Jetzt hab i scho die vierte Maß b’stellt, aus lauder Verzweiflung darüber, dass i ned weiß, wie’s weitergeht – mit mir und Bayern.
    Fangen wir mit dem wichtigsten an, mit mir. Mir ham 32 Sitze im Barlamend verlorn, und da i a echte Bersönlichkeit bin, hams mi aus lauder Neid auf der List’n hinten aufg’stellt, so dass i jetzt nimmer einikomm ins Barlamend. Des is bitter, lieber Freind, wo i doch soviel g’leistet hab für unser Vaterland.
    Mi freid allerdings, dass der Schulze Gottfried, der blöde Saupreiss, der in Freising kandidiert hat, a nimmer hineingekommen is. Es gibt doch noch a Gerechtigkeit auf dieser Welt.

    Wahrscheinlich wern wir mit den Freien Wählern koaliern, mit der Gabriele Pauli. Oder vielleicht auch mit denen von der FDP, aber da is mir die Pauli lieber als die Leutheusser-Schnarrenberger, denn die Pauli schaut viel besser aus und is jünger. Für unser Vaterland is des ein tiefer Einschnitt, denn wir können nicht mehr, wie wir woll’n. Mir san nicht mehr Herr im eigenen Haus, sondern müssn die andern mitreden lass’n, was noch nie gut war. Unser Beckstein hat schon recht g’habt, als er im Wahlkampf g’sagt hat, die anständigen Bayern wählen CSU, aber wie so oft im Leb’n hat die Unanständigkeit gesiegt, und jetzt haben wir den Salat. Auch in der Bundesbolitik sieht es duster aus. Niemand nimmt uns mehr ernst.
    Mei, das war’n noch Zeiten, als der Franz Josef den Kohl abgwatscht hat, dass es eine reine Freude war, oder wenn der Stoiber Edi rund um den Erdball schättet is, wo ihm alle prominenten Bolitiker die Hand g’schüttelt habn. Aber den Beckstein kennt dort draußen keiner. Und das Merkel mag ihn auch nicht wegen der Bendlerpauschale.

    Nach der letzten bolitischen Sitzung sind wir alle in den Mathäser gegangen und ein Witzbold, i glaub, das war der Schmidinger Gust aus Oberammergau, hat g’sagt, wir sollten uns jetzt ins Koma saufen, denn es sei alles aus. Dann hat ein Lehrer aus Regensburg die Zukunft in den schwärzesten Farben gemalt. Er hat g’sagt, wenn das so weitergehe und wir bei der Europawahl keine 40 Prozent mehr schaffen, dann, ja dann … Dann is er verstummt. Aber, lieber Spezi, es kommt noch vui schlimmer. Wenn wir bei der Europawahl keine 40 Prozent mehr schaff’n, dann kriegen wir bei der Bundestagswahl im nächsten September keine bundesweiten fünf Prozent mehr, dann scheitern wir beim Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde. Dann is aus mit dem Bundestag. Und das Merkel kann wieder nach Rügen fahr’n und dort dahoam bleib’n. Und die Kommunisten wern regier’n. So schauts aus.
    Als des im Mathäser die Runde g’macht hat, haben wir gleich noch a Maß bestellt, denn unsere Nerven haben vibriert wie die Starkstromleitung in Mingharting, wenns im Umspannwerk die Elektrizidäd ganz aufdraht ham.
    Nach der fünften Maß bin i dann mit dem Obermeier Sebastian aus Freyung heim gegangen. Da er ein kluger Stratege is, hat er g’sagt: Und wenn du glaubst, es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Lichtlein her. Dabei hat er die Augen verdraht und grinst. I glaub, der weiß was, was i ned weiß. Da lauft was. Des is Bolitik. Und wir von der CSU san Hund. Des kannst mir glaub’n. Werst scho seng.

    Servus, dein Josef Filser, MdL (Mitglied des bayerischen Landdags)

Ja, so schauds iatzad aus in da boarisch'n Bolitik!
Servus, enka Mino.

[Dieser Beitrag wurde am 10.10.2008 - 14:14 von Minotaurus aktualisiert]





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