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Bluewater &
Trans-Ocean FORUM Informationen, Tipps + Tricks von und für den Langzeit (Weltum-) Segler |
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Salangane ![]() Status: Offline Registriert seit: 07.06.2009 Beiträge: 2 Nachricht senden |
Erfahrungsbericht des Eigners Bernd Lange. Nach wunderschönen 3 Jahren mit unserer Irwin 52, die wir in der Karibik (meist in den Grenadines) verbrachten, war es an der Zeit diesen Lebensabschnitt Lebewohl zu sagen, unser Schiff zu verkaufen und zurück in die Heimat, nach Berlin, zu gehen. Unsere Irwin mitzunehmen kam nicht in Frage, da wir an der Ostsee einen kleinen schönen 27 Fuss-Segler meines Freundes Rudi jederzeit nutzen können. Wir inserierten in den üblichen Webseiten in Deutschland, Florida und regional Karibik. Da unsere Irwin voll ausgestattet, technisch sehr gut gewartet, liebevoll gepflegt und der Preis von 125.000 Euro, im Vergleich zu ähnlichen Schiffen, sich eher im unteren Level befindet, erhielten wir in den letzten Monaten einige Nachfragen, wobei 4 Anfragen ernsthaftes Interesse zeigten. Uns war von vornherein klar, dass ein Schiffsverkauf nicht von Heute auf Morgen abgewickelt wird. Wir stellten uns auf 1 bis 2 Jahre ein. Wir haben es nicht eilig und der Aufenthalt in einem der schönsten Segelreviere der Erde ist einfach traumhaft. Am 24.5.2009 erhielten wir eine Anfrage von der Webseite Boote-suchen.de eines Franzosen, der weitere Informationen anforderte . Wie üblich schickten wir unsere Ausstattungsliste und etwa 100 Fotos an seine E-Mail Adresse. Am 25.5.2009 empfingt uns eine weitere Mail, er fragte ob ich der Eigner sei, welches mein letzter Preis wäre, der Kaufpreis sei nur per Überweisung möglich, er sei Franzose, lebt in Afrika an der Elfenbeinküste, ich solle den Kaufvertrag schicken und er habe keine Zeit für eine Besichtigung aber glaubt, dass das Schiff OK ist. OHA! Was ist das? Der will ein Schiff kaufen ohne Besichtigung. Das kann nicht sein, da muss was Faul sein! Ich diskutierte mit Marion (meine Liebste) und anderen Segelfreunden den Fall durch. Was hat der vor? Versicherungsbetrug? Drogenschmuggel? Durch einen Trick an unser Geld kommen? Alle meinten: Finger weg! Ich bin eher ein vorsichtiger Charakter, mir war klar, dass daraus nichts wird, aber die Neugier war doch grösser. Mal schauen was daraus wird. Und ein wenig Spannung schadet auch nicht. Ich korrespondierte mit Versicherung und Bank, reduzierte den Preis zum Anreiz auf 120.000 Euro, suchte im Internet nach einen einfachen Kaufvertrag und schickte diesen zur Elfenbeinküste. Am 28.5.2009 kam der Kaufvertrag ohne Veränderung unterschrieben zurück mit der Bitte meine Bankverbindung zu nennen. OK, jetzt wird es ernst, die Spannung steigt. Um nicht meine Bankverbindung nennen zu müssen, hat mir mein Bankbetreuer in Berlin vorgeschlagen ein Bankeigenes Transferkonto zu nutzen von dem, sollte dort wirklich das Geld eingehen, es direkt auf mein Konto weitergeleitet wird. Gut, Geld wird eh nicht kommen, aber das Konto ist sicher, mit dem kann keiner Schaden anrichten. Am 29.5.2009 habe ich die Bankverbindung mitgeteilt. In der ganzen letzten Woche versuchte ich über Google etwas über diesen Franzosen ausfindig zu machen. NICHTS! War mir ja irgendwie klar. Aber dann wurde ich doch fündig. Ein Holländer fragte in einem Chatroom, ob jemand diesen Herrn kenne. Ich kontaktierte Thomas und erfuhr, dass der Franzose auch sein Schiff kaufen wollte, das war vor 3 Wochen. Als Thomas in aufforderte eine Passkopie zu schicken hat er sich nicht mehr gemeldet. Ist ja auch logisch, so blöd sind die bösen Buben nun auch nicht. Am 2.6.2009 erhielten wir dann eine Bankbestätigung mit einigen „offiziellen“ Anhängen von der grössten Bank der Elfenbeinküste, dass 120.000 Euro angewiesen sind. OK, die Bestätigung habe ich meiner Bank weitergeleitet. Abwarten. Die Spannung steigt. Was kommt nun? Am 3.6.2009 erhalten wir ein weiteres Email von unserem Franzosen. Darin teilt er uns mit, dass das Geld unterwegs ist. Die Bank habe ihn informiert, dass der Finanzminister der Elfenbeinküste uns beide kontakten will. Ich antwortete, dass der Finanzminister der Elfenbeinküste und seine Gesetze mich nicht interessieren. Am gleichen Tag kam dann das Email vom „Finanzminister“, auch wieder mit offiziellen Anhängen. Nun war klar, die wollen mein Geld, 1680 Euro, damit die überweisung getätigt werden kann. Ich teilte meinen Franzosen mit, er habe 5000 Euro Rabatt bekommen, davon kann er es bezahlen und ausserdem kann er aus Frankreich ohne Kosten überweisen. Dann setzte ich noch eine Frist von 2 Wochen für die überweisung. Danach sei der Kaufvertrag erloschen. Aber wo ist der Haken? Hat er „Freunde“ bei Bank und Finanzamt? Ich wieder ins Internet, recherchieren. Webseite Bank, Webseite Finanzamt, und dann ist es mir aufgefallen! Die Email-Adressen von Bank (banqü-bi.ci.ci@accountant.com) und Finanzamt (mdf@financier.com) passen nicht zu den Webseiten. Und dann sah ich auch am Ende der Mails die Werbung des Webmailbetreibers wie wir sie auch www.web.de kennen. Diese Werbung wird automatisch am Ende jeder E-Mail eingefügt. --------------------------------------- Be Yourself @ mail.com! Choose From 200+ Email Addresses Get a Free Account at www.mail.com! -------------------------------------- Nun war alles klar, keine Freunde bei Bank und Finanzamt, ein paar Emailkonton einrichten und alles allein einsacken. Ich informierte die Bank, dass alles gefälscht ist und entschuldigte mich für die Mühe, die ich bereitet habe. Alles nicht so schlimm, ist ja kein Schaden entstanden. War aber eine spannende Abwechslung im „langweiligen“ Alltag der Karibik. | |||
noppe ![]() Status: Offline Registriert seit: 06.11.2005 Beiträge: 55 Nachricht senden |
Ist doch als " Nigeria Connection " ein uralter Hut. Aber wenn Ihr so lange aus der Zivilisation raus seit | |||
Salangane ![]() Status: Offline Registriert seit: 07.06.2009 Beiträge: 2 Nachricht senden |
Danke fuer die Info, das war uns nicht bekannt. Habe einige Berichte im Internet gelesen. Unglaublich, dieses Geschaeft blueht schon ueber 20 Jahre. | |||
mclaus ![]() Status: Offline Registriert seit: 10.04.2007 Beiträge: 123 Nachricht senden |
Seh ich so wie Noppe. Ich wollte hier in den "Excited States of America" mal ein Wohnmobil verkaufen. Bekam auch ein Angebot, keine Preisverhandlungen und man wollte es gleich nach 'Europa' verschiffen, ohne es sich anzuschauen, aus Zeitgruenden. Als Zahlung wurde ein bankbestaetigter Scheck geschickt, von einer hiesigen, honorigen Bank. Meine Bank teilte mit auf Rueckfrage mit, dass selbst bankbestaetigte Schecks wieder storniert werden koennen, dh ich haette den Scheck, wuerde ihn zur Bank bringen und meine Bank schreibt mir den Betrag gut, wenn er BEI IHNEN eingetroffen ist. Das aber wuerde nicht stattfinden, denn der sogenannte Kaeufer haette den Scheck wieder zurueckgezogen. Ich hab den Braten gerochen... Signatur fair winds and following seas Michael SY "Sail La Vie" TO-Stuetzpunkt Miami, Florida | |||
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