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Antje ...

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...   Erstellt am 26.07.2006 - 19:10Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Die Vorkoloniale Zeit

Über die Frühgeschichte Indiens geben nur Legenden und archäologische Funde in Flußnähe und in Höhlen Auskunft. Man nimmt an, daß die Ureinwohner dunkelhäutige Drawiden waren, deren heutige Nachkommen die südindischen Tamilen sind. Diese Drawiden werden in der Zeit um 1500 v.Chr. von den einwandernden hellhäutigen Ariern, einem indo-iranischen Nomadenvolk, das den seßhaften Bauern überlegen ist, nach Süden abgedrängt. Noch heute wird man von den Indern gern an diese gemeinsame Abstammung von den Ariern (Arya) erinnert. Die Veden (vgl. lat. vidi = ich habe gesehen, ich weiß; heiliges Wissen) aus der Zeit um 1000 v.Chr. - und damit das älteste heilige Schrifttum der Menschheit - sind Zeugnis der Philosopie und Religion der Arier. Aus der Verbindung von vorarischer Religion der Harappa-Kultur, einer neolithischen Indus-Hochkultur der Drawiden, die schon die Gottheit Shiva kennen, und der arischen Vedenreligion entsteht der orthodoxe Hinduismus, der auch Brahmanismus genannt wird. Mit der Einführung der von den Brahmanen (Priester) gesteuerten Kastenhierarchie errichten und festigen die hellhäutigen Arier zugleich auch ihre politische Herrschaft über die Nichtarier. Eines von vielen Beispielen der Weltgeschichte wie Religion bzw. Priestertum benutzt wird, um politische Macht zu gewinnen.
Aus der Arya-Sprache entwickelt sich die heilige Sprache Sanskrit, in der auch die Heldenepen wie Ramayana und Mahabharata sowie die mystischen Schriften, die Upanishaden, niedergeschrieben sind. Sehr viel später entwickelt sich aus dem Sanskrit das heutige Hindi.
Das Leben wird fortan durch das Kastenwesen bestimmt; denn es gibt genaue Anweisungen für das Leben jeder Kaste, zu der man gemäß der Geburt gehört. Die vier Hauptkasten stehen an der Spitze: Die Priesterkaste (Brahmanen), die Kriegerkaste (Kshatriyas), die der Händler und Handwerker (Vaishas) und die der Bauern und Arbeiter (Shudras). Die kastenlosen Parias stehen an unterster Stufe. Die Brahmanen sehen als Urheber dieser Kasten den Schöpfergott Brahma an.
Gegen dieses Kastendenken wendet sich Gautama Siddharta, der 560 v.Chr. geborene Gründer des Buddhismus, der selbst der Kriegerkaste angehört. Zur gleichen Zeit wird dieses System auch von dem 540 v.Chr. geborenen Mahavira (großer Held) Vardhamana, dem Gründer des Jainismus, angefochten. Beide Religionen wenden sich an jeden, gleich welcher Kaste. Buddha verkündet, daß die Erleuchtung nicht durch die Anbetung der Götter zu erreichen sei, sondern nur durch die Vervollkommnung seiner selbst, durch Meditation.
In der folgenden Zeit kommt es zum Einfall anderer Volksstämme. Unter Darius I. gehört der Nordwesten zum Persischen Weltreich (512 v.Chr.). 327 bis 325 v.Chr. zieht Alexander der Große nach Indien, schlägt in der Schlacht am Hydaspes das Elefantenheer Poros des Großen, muß aber nach einer Meuterei der eigenen Truppen umkehren. Den indischen Mauryas gelingt es danach, ein Reich zu errichten, das unter König Ashoka seine größte Ausdehnung erreicht. Nach der Greuelschlacht von Kalinga mit 100.000 Toten und 150.000 Deportierten wendet sich Ashoka (272-231 v.Chr.) unter diesem Eindruck dem Buddhismus zu und regiert friedlich unter Tolerierung anderer Religionen, obwohl er sich sehr für die Verbreitung des Buddhismus einsetzt.
Mit Ashokas Tod zerfällt sein mächtiges Reich, und türkisch-tartarische Völker, Griechen und Skythen, dringen mit ihren Kulturen über den Khyber-Paß in Indien ein. Erst im 4.Jh.n.Chr. kommt es zu einer neuen Blütezeit Indiens unter den Guptas mit der Hauptstadt Pataliputra (Patna), deren Reich ab 430 durch Einfälle der weißen Hunnen (Hephtaliten) und durch Teilung zerfällt.
Der Buddhismus verliert mehr und mehr an Boden und wird ab dem 8.Jh. fast vollständig verdrängt. Die teilweise entmachteten Brahmanen entwickeln den Hinduismus neu, ermöglichen den freien Glauben an vorarische Gottheiten, halten aber weiter am Kastensystem fest. In dieser Zeit erreicht die Hindu-Architektur in einigen Teilstaaten ihren Höhepunkt (z.B. die Tempel von Khajuraho). Das Kastensystem mit seinen sich nach Gleichberechtigung sehnenden Parias erleichtert den eindringenden Muslimen mit ihrer Lehre der Gleichheit aller Menschen und des einen Gottes das Fußfassen, zumal die Uneinigkeit der Rajputen sie auf wenig Widerstand stoßen läßt. Die ersten Araber fallen zwar schon 711 ein, das erste Sultanat entsteht jedoch erst zu Beginn des 13. Jahrhunderts. Die folgende Zeit bis zum 16. Jh. ist geprägt von Kämpfen zwischen Hindus und Moslems.

Quelle: http://destination-asien.de





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