Neu auf Rungholt?
HINWEIS (Bitte zuerst lesen): Wir spielen einen ganz normalen Schultag aus mit einer kleinen Party im Bootshaus (Zeit: November). Neueinsteiger sind gerne gesehen.

Letztes Update: 15. Juli 2008



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FeliciaVonLiliental ...
Kaulquappe
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...   Erstellt am 12.12.2007 - 22:25Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Das Herrenhaus derer von Liliental lag auf einer kleinen Hallig vor der Küste Bremerhavens. Es war erstaunlich klein für eine so reiche Familie und aus den für die Gegend typischen roten Ziegelsteinen erbaut. Trat man durch die efeuumrankte Haustür ein, so stand man erst einmal im gemütlichen Hausflur, in dem sich eine ausladende Garderobe fand. Hier hatte man tunlichst Jacke, Mantel und Schuhe abzulegen und in ein paar der bereitgestellten flauschigen Hausschuhe zu schlüpfen. Praktischerweise warem diese magisch und passten sich sowohl in der Größe als auch in der Farbe den genauen Wünschen des entsprechenden Besuchers an. An den Hausflur schlossen die große Küche, ein heimeliges Esszimmer, das urige Wohnzimmer mit den großen Kamin, ein kleines Badezimmer und die Zimmer der beiden Dienstmädchen an, von Hauselfen hielt die Familie von Liliental nicht besonders viel.
Über die hölzerne Stiege - die fünfte, siebte, achte und zwölfte Stufe knarrten, wenn man auf sie trat - gelangte man ins Obergeschoß, wo sich neben dem ungemein opulenten Elternschlafzimmer auch ein großes Badezimmer, eine über viele Generationen gewachsene Bibliothek, das Arbeitszimmer des Vaters und ein kleineres Zimmer, dass die Mutter "ihren Damensalon" zu nennen pflegte, fanden. Eine weitere Stiege schließlich führte hinauf ins Dachgeschoß, wo die Zimmer der beiden Mädchen samt eines kleinen Badezimmers zu finden waren.

Hinter dem Haus gab es eine große, überdachte Terasse, auf der die Familie im Sommer auch bei Regen gern die Mahlzeiten gemeinsam einnahm. Einige hoch auf Stangen angebrachte Ringe zeugten von der Leidenschaft des Familienvaters - Kunstfliegen.
Auch einige Bäume zieren die kleine Hallig, in einer der Birken haben die Mädchen mit ihrer Cousine ein Baumhaus bauen dürfen, mit ein wenig magischer Unterstützung ihres Vaters.

An einer kleinen Anlegestelle dümpelten drei Boote vor sich hin, wenn Besuch da war auch mal mehrere, und der sanft abfallende Sandstrand lud im Sommer zum Baden ein.

Sicher hätten die von Liliental auch eine größere, pompösere und magischere Residenz haben können, aber die ganze Familie fühlte sich auf der kleinen Hallig sehr wohl, und keiner verspürte das Verlangen, in ein größeres Haus zu ziehen, zumal man ja das ihrige auch nicht unbedingt wirklich klein nennen konnte. Und gemütlich war es allemal, besonders im Winter, wenn die Stürme das Meer peitschten und man gemeinsam am Kamin saß, süßen Tee trank und den Abenteuergeschichten der Mutter lauschte, die immer wieder von all ihren Bekannten gedrängt wurde, doch einmal ein Kinderbuch zu schreiben.





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~ Felicia von Liliental ~
~ 5. Klasse Nachtkrab ~
~ AGs: Segeln, English for Wizards, Experimentelle Zaubertränke ~

FeliciaVonLiliental ...
Kaulquappe
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...   Erstellt am 12.12.2007 - 23:53Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


An diesem Abend war die Stimmung im Hause von Liliental sehr seltsam. Eine Mischung aus Erschöpfung, freudiger Erwartung und ungewisser Anspannung. Diese Stimmung kam nun nicht von ungefähr, sondern rührte daher, dass die ältere der beiden Töchter morgen den Weg zu dem Zaubererinternat, auf dem sie in die fünfte Klasse eingeschult werden soll, machen würde. So erwartete man freudig diesen großen Schritt im Leben eines Kindes, fürchtete sich ein bißchen davor, den kleinen Spatz beziehungsweise die große Schwester so weit weggeben zu müssen, und war erschöpft von einem Tag voller Einkäufe. Die ganze Familie hatte sich aufgemacht, Felicia im Bogenfleet neu auszustatten. Zuerst war die Schulkleidung anzuschaffen gewesen - Marie quengelte unbedingt auch nach Schulkleidung, ihre Mutter hatte sie aber mit einer schönen, glitzernden türkisfarbenen Robe ruhig stellen können - dann folgten die Bücher. Die Eltern beschlossen, man schaffe am besten alle Bücher an, die die ab morgen frischgebackene Fünftklässlerin brauchen könnte, und Marie quengelte, weil sie auch Schulbücher wollte, und wurde mit einem nagelneuen Märchenbuch ruhig gestellt. Im Schreibwarenladen bekam Felicia nicht nur die nötigen Pergamentrollen, sondern auch Tinte in den verschiedensten Farben, darunter regenbogenfarbig, und einige schöne hellblaue Pergamentrollen samt Umschlägen für Briefe, und zudem von den Eltern noch eine wunderschöne, elegante mitternachtsblaue Feder, es folgten (natürlich nicht im Schreibwarenladen) Kessel und Zaubertrankbedarf. Auch hier quengelte Marie, wurde aber schnell an die neuen magischen Wachsmalstifte zu Hause erinnert. Im Zauberstabladen war dann selbst Marie sehr still geworden, und Felicia hatte das Herz bis zum Halse geklopft. Die etwas unangenehme Frau in dem Geschäft hatte aber zu Felicias großer Erleichterung ein sehr gutes Händchen, und so war bereits der dritte Zauberstab der einzig wahre für Felicia. Es war ein wunderschöner Stab, aus hellem Birkenholz mit geschnitzten Rankenverzierungen gearbeitet, mit Wassernixenschuppen im Kern. Die älteste Tochter des Hauses war ja so ungemein stolz, als sie mit ihrem neuen Zauberstab den Laden wieder verließ.
Die letzte Station war eine ordentliche Überraschung für das Mädchen, man suchte Potthoffs Menagerie aus, und es dauerte nicht lange, da hatte Felicia mit vor Glück geröteten Wangen ein schwarzes Kätzchen in den Armen, das auf den Namen Mira getauft wurde. Marie wollte auch ein Tier haben, aber die Eltern erklärten ihr, dass es dafür erst Zeit wäre, wenn sie selbst in die fünfte Klasse käme.

Am Abend ging man früh zu Bett, doch Felicia konnte lange nicht einschlafen. Das lag zum einen an der Aufregung, zum anderen daran, dass in ihrem Bett so wenig Platz war. Dies wiederum lag daran, dass Marie, längst im Reich der Träume, den meisten Platz im Bett einnahm. Sie war kaum zehn Minuten, nachdem die Eltern ihre Mädchen ins Bett gebracht hatten, zu Felicia ins Zimmer getappt, hatte erklärt, sie könne nicht schlafen, und war mit kalten Zehen zu Felicia ins Bett gekrabbelt. Felicia wußte, dass die Kleine mindestens genauso aufgeregt war wie sie, und wenig begeistert davon war, dass die große Schwester so weit weg gehen würde.

Am nächsten Morgen wurde früh aufgestanden, immerhin war früh der Aufbruch nach Hamburg angesagt. Die beiden Dienstmädchen herzten und drückten Felicia, von Hanna, einer ältlichen, gemütlichen Dame, bekam sie eine winzig kleine Seerobbenfigur als Glücksbringer, Lina, die resolute Mittdreißigerin, die in der Küche das Regiment führte, hatte ihr als Zeichen der Zuneigung für mindestens sechs Wochen Süßes in den Koffer gestopft.

Der Tag fing etwas grau und trüb an, klärte aber wesentlich auf, und einige Stunden und viele Umarmungen, Küsse und einige Tränen später war Felicia auf dem Schiff zu ihrem Internat, und fühlte sich irgendwie furchtbar verlassen. Aber Mira schmiegte sich warm und weich an ihre Brust, und das sanfte Schnurren des kleinen Tieres beruhigte das Mädchen ein wenig.

[Dieser Beitrag wurde am 13.12.2007 - 01:15 von FeliciaVonLiliental aktualisiert]





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