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Status: Offline Registriert seit: 29.01.2006 Beiträge: 837 Nachricht senden | Erstellt am 25.09.2007 - 09:17 |  |
Vom Milliardär zum Priester
Die Berufung habe ich in Medjugorje bekommen
In den Wirtschaftszeitungen sorgte der Schritt von Georg Mayr Melnhof für Aufsehen. Der 27-jährige Sohn einer berühmten österreichischen Adelsfamilie entschied sich gegen ein etwa eine Milliarde schweres Erbe und für den Eintritt ins Priesterseminar. Seine Berufung bekam er in Medjugorje.
Interview mit Georg Mayr Melnhof am 10.November 1995 :
Stellen Sie sich bitte kurz vor:
Ich bin 27 Jahre alt, in Salzburg als neuntes von zehn Kindern geboren. Nach der Matura bei den Herz-Jesu-Missionaren habe ich in Wien Betriebswirtschaft studiert, letztes Jahr mein Studium beendet und bin nach Salzburg zurückgegangen. Am 1.Jänner 1995 habe ich bei uns zu Hause den Betrieb übernommen. Heuer im Sommer ist dann die Entscheidung gefallen, dass dieser weltliche Weg doch nicht meine Berufung war und ich bin am 15. September 1995 ins Priesterseminar eingetreten und habe jetzt mit dem Theologiestudium begonnen.
Wann und wo haben Sie das erste Mal von Medjugorje gehört? Das erste Mal habe ich 1982 von Medjugorje gehört, das war ein Jahr nach der ersten Erscheinung, zunächst über meine Tante, und dann auch über eine meiner älteren Schwestern, die im Jahre 1982 das erste Mal dort war. Und 1983 im November war ich das erste Mal mit einer kleinen Gruppe von Bekannten und zum Teil Familienangehörigen in Medjugorje.
Es sind dann noch einige Jahre vergangen, ich war bereits drei, vier Mal in Medjugorje, aber erst im Jahre 1987 erfolgte meine Bekehrung, das war diese ganz große Erfahrung von Medjugorje.
Ich muss vielleicht ganz kurz bemerken, dass ich nach der Matura für vier Monate im Krankenhaus war, weil ich einen schweren Bandscheibenvorfall hatte. In dieser Zeit habe ich mich ganz intensiv mit dem Glauben, mit Gott und damit auch mit Medjugorje auseinandergesetzt. Das war eine Auseinandersetzung mit der Botschaft von Medjugorje, mit der Frage, ist das, was dort geschieht, überhaupt wahr? Erscheint Maria tatsächlich?
In dieser Zeit habe ich massiv unter Komplexen gelitten, eine wahnsinnige Menschenfurcht gehabt und mich nicht unter die Leute getraut. Dennoch habe ich dann versprochen, dass ich im Jahre 1987 zu Ostern eine Jugendgruppe nach Medjugorje begleiten werde. Das war mein erster Jugendbus, mit dem ich als Organisator gefahren bin und das war für mich wie ein Sprung ins kalte Wasser. Denn, dass ich eine Gruppe von 50 Personen leiten sollte, schien mir zu diesem Zeitpunkt unmöglich. Und da war dann diese erste große und wichtige Erfahrung für mich, wo ich Medjugorje ganz intensiv erlebt habe, ich habe dort auch eine ganz intensive Gotteserfahrung gehabt, und da begann auch ein neues Leben für mich.
Haben Sie das Gefühl, dass Sie die Muttergottes selbst zu diesem Beruf bewegt hat?
Die Berufung habe ich in Medjugorje am 6.September 1989 bekommen. Ich kann das deswegen so genau sagen, weil ich an diesem Tag in der Früh in der Bibel gelesen hatte und an der Stelle geriet, die mich ganz tief in mein Herz getroffen hat: "Es kann keiner von euch mein Jünger sein, wenn er nicht auf seinen ganzen Besitz verzichtet." (Lk 14,33)Dann ging ich in die deutsche Messe und während dieser Messe hatte ich ein ganz intensives Erlebnis, wo eine Stimme sagte, ich möge diesem Ruf folgen und wirklich alles loslassen.
Ich wollte dann ja auch. Zu Hause angekommen, habe ich meiner Mutter meinen Wunsch, Priester zu werden, mitgeteilt. Meine Mutter hat gesagt: Beten wir ein Jahr dafür - und in diesem Jahr hat sich diese Berufung verschüttet. Ich habe dann einfach sechs Jahre mein anderes Leben weitergelebt und Wirtschaft studiert. Ich bereue es heute nicht, dass ich das getan habe.
Und heuer im Juli, habe ich erkannt: Es war damals im Jahre 1989 wirklich die Berufung, die ich in Medjugorje bekommen habe. Ich würde sagen, letztendlich ist Maria daran schuld.
Wie hat Ihre Familie den Entschluss, Priester zu werden, aufgenommen? Sie hatten doch fertigstudiert und den elterlichen Betrieb schon übernommen? Wie das so oft bei den Müttern ist, die Mütter spüren immer sehr viel mehr. Und so war das auch bei meiner Muter. Ich glaube, sie hat da lange gespürt, dass bei mir dieser Ruf und diese Berufung da ist und als ich letztes Jahr entschieden habe, diesen Betrieb zu übernehmen, da hat sie sich im Moment lang gewundert. Das hat sie mir jetzt im Nachhinein gestanden.
Sie hat gedacht: Ist das wirklich sein Weg? Aber die Mutter schweigend und im Gebet begleitend hat sie das hingenommen. Als ich dann mit dieser Entscheidung gekommen bin, war von ihrer Seite die erste Bestätigung. Sie hat das immer gespürt und immer gewusst.
Bei den Vätern ist das anders: die leben mehr in der Welt und darum war es für meinen Vater sehr schwer, meine Entscheidung gutzuheißen. Vor allem deswegen, weil ich der einzige von den Buben war, der studiert hat und dem er deswegen auch einen größeren Teil des Betriebes übergeben wollte. Aber ich spüre jetzt nach einigen Monaten, dass er einfach mehr und mehr den Segen erfährt und auch sieht, dass dies mein Weg ist. Und er wünscht sich nichts sehnlicher, als dass seine Kinder den Weg gehen, der sie völlig erfüllt und auf dem sie glücklich werden.
Jetzt sind Sie im Priesterseminar. Wie ist das mit den Botschaften von Medjugorje? Können Sie diese Botschaft oder überhaupt Ihre Einstellung zu Maria unter den Seminaristen weitergeben?
Ich muss sagen, sehr gut! Und zwar deswegen, weil ich sehr begeistert bin von der Atmosphäre des Seminars in Salzburg. Es ist bei uns im Seminar so, dass die Studenten Medjugorje zum Teil kennen, sehr positiv kennen. Für uns ist der Rosenkranz eine Selbstverständlichkeit und auch die Eucharistische Anbetung. Wir versuchen die Botschaften Mariens zu leben! Es ist nicht so, dass ich Medjugorje dort verteidigen müsste! Wir fahren zum Beispiel heuer Sylvester nach Medjugorje und für mich war es überhaupt kein Problem, es im Seminar anzuschlagen und auch die Seminaristen zur Pilgerreise einzuladen. Es gab nicht einen, der gesagt hätte, um Gottes Willen, jetzt haben wir sogar einen, der von Medjugorje begeistert ist!
Ich sehe wirklich, dass die Leute die positiven Früchte ganz stark erkennen und auch im Seminar mittragen. Das ist ein großer Segen. Leider ist es nicht in allen Seminaren Österreichs so.
Wie sind Ihre Pläne für die Zukunft? Ich weiß, dass diese Berufung da ist und ich versuche jetzt einfach so schnell wie möglich mein Studium zu absolvieren, auf der anderen Seite aber einfach das zu tun, was Gott von mir wünscht. Ich glaube, es wäre zu egoistisch, wenn ich jetzt sage, ich möchte in fünf Jahren mein Studium abgeschlossen haben, sondern möchte wirklich auf die Pläne Gottes hören, was Er vorhat. Dabei spüre ich: Es ist nicht nur das Studium zu schaffen, sondern es ist daneben viel zu tun: Viele Leute, die mit Medjugorje eng verbunden sind, bitten mich um Impulse in Form von Vorträgen oder Gebetsabenden.
Es gibt noch immer viel zu wenige Priester, die die Botschaften der Gospa voll fördern. So sagt doch die Gospa selbst: Redet über die Ereignisse von Medjugorje!
Es ist einfach noch so eine Angst da, auch bei den Priestern und ich spüre, im Volk würden viele Leute darauf warten, dass man Medjugorje mehr unterstützt und mehr trägt. Für mich ist eines ganz klar: Medjugorje hat mich sehr, sehr stark geprägt. Für mich ist eine große Sehnsucht, nicht nur in Verbindung mit Medjugorje und den Botschaften der Gospa zu bleiben, sondern ich spüre auch eine ganz starke Verantwortung in der Treue zur Kirche. Wir wollen ja der Kirche nicht vorausgreifen. Ich möchte die Menschen ganz stark ermutigen und ermuntern, den Weg mit Maria zu gehen und vor allem die Botschaften von Medjugorje zu leben. Aber wie das dann im Konkreten ausschaut, ist für mich heute sehr schwer zu sagen.
Finden Sie, dass marianische Priester für die heutige Welt sehr wichtig sind?
Maria sagt: Die Priester sind meine vielgeliebten Söhne. Ich habe das am Anfang nie verstanden, dass Maria in Medjugorje auch so sehr zum Gebet für die Priester aufruft. Ich verstehe es jetzt immer mehr. Die Priester werden in der heutigen Zeit stark angegriffen, der Pfarrer von Ars sagt: Wenn man eure Religion kaputtmachen will, dann muss man den Priester angreifen, den Priester kaputtmachen.
Sehr viele Priester haben einfach mit Maria ganz große Probleme, aber ich denke für mich, was ist ein Priester ohne Maria, wie kann ein Priester wirklich Priester sein, ohne eine tiefe Beziehung zur Muttergottes. Auch dass ich mich für ein zölibatäres Leben entscheide, glaube ich, wird mir in einer tiefen Beziehung zu Maria viel einfacher fallen. Ich denke, es ist für einen Priester unwahrscheinlich wichtig, eine tiefe Beziehung zur Muttergottes zu haben, ob er jetzt in einer marianischen Bewegung ist oder nicht, das ist sicherlich nicht so wichtig.
Wie sehen Sie die Zukunft der Kirche? Ich habe große Hoffnung. Einfach deswegen, weil ich glaube, dass es wichtig ist, dass wir unseren Blick auf das Positive und auf das Große richten, Das heißt nicht, dass wir jetzt blind sind für die Probleme unserer Tage. Aber wenn ich zurückschaue in die Kirchengeschichte, dann waren es immer die schwierigen Tage, und gewiss ist es bei uns in Österreich, in Deutschland, in Mitteleuropa, heute schwierig für die Kirche, welche Tage der größten Heils waren. Und das erfahren wir, wenn wir die Augen aufmachen für das Gute. Wir können erkennen, dass der Herr in diesen Tagen eingreift, wie selten zuvor, sei es durch Medjugorje, sei es durch die gesamten Erneuerungsbewegungen. Allein was in Frankreich an jungen Gemeinschaften entsteht, das ist eine Freude und darum habe ich wirklich große Hoffnung für die Kirche von Morgen, denn diese Kirche ist auf Felsen gebaut und dieses Wort Jesu steht für alle Zeiten.
Ich denke, wir müssen aufpassen, dass wir nicht unser ganzes Leben nur mit Sorgen zubringen. Der Herr sagt: "Sorgt euch nicht" und das betrifft auch die Kirche. Es gibt so viel zu tun und es gibt so viel Schönes in der Kirche, und es ist wirklich schade um jeden Tag, wo wir nur auf den Schmerz und das Negative schauen.
Wir sollten Tag und Nacht nur von den Wundern reden, die heute in der Kirche passieren, die sind größer als je zuvor!
Vielen Dank für das Gespräch! (Gebetsaktion-Wien Dez.1995)
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